Nachmieter Teil 2: So findest Du schnell geeignete Bewerber

Im ersten Artikel zum Thema „Nachmieter“ hast Du bereits erfahren, wann Du frühzeitig aus einem Mietvertrag aussteigen kannst, indem Du einen geeigneten Nachmieter stellst. Hat eine dieser vertraglichen Regelungen auf Dich zugetroffen oder Du konntest mit dem Vermieter eine entsprechende Einigung erwirken, so musst Du nun nur noch den passenden Nachmieter finden und schon kannst Du sorglos umziehen. Doch wo findest Du eigentlich solche Bewerber und welcher kommt als Nachmieter überhaupt infrage?

Das Gespräch mit dem Vermieter suchen

Dein erster Schritt sollte darin bestehen, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Halte die Einigung, dass Du durch das Stellen eines Nachmieters aus dem Mietvertrag entlassen wirst, unbedingt schriftlich fest. Der Vermieter muss das Dokument zudem eigenhändig unterschreiben, damit es im Streitfall vor Gericht Bestand hat. In diesem Zuge macht es natürlich auch Sinn, die Kriterien für einen Nachmieter zu besprechen. Was versteht Dein Vermieter unter einem „geeigneten“ Nachmieter? Welche Voraussetzungen muss dieser erfüllen und was sind absolute No-Gos (Raucher, Haustiere,…)? Am einfachsten ist es, gemeinsam eine Liste anzulegen und diese ebenfalls schriftlich festzuhalten. So kannst Du später jederzeit die Vereinbarungen nochmal nachlesen, hast einen Leitfaden für die Suche nach Bewerbern an der Hand und einen schriftlichen Nachweis Eurer Absprache, falls es zum Streit kommen sollte.

Suche einen Dir ähnlichen Nachmieter

Die meisten Vermieter wünschen sich gewiss einen Nachmieter, der Dir als Typ ähnlich ist. Das bedeutet, dass in etwa gleich viele Personen wieder in die Wohnung einziehen, das Einkommen vergleichbar ist sowie die Lebensumstände. Hast Du bis jetzt alleine in einer Zweizimmerwohnung gelebt, wird der Vermieter im Anschluss gewiss keine vierköpfige Familie wünschen. Suche daher nach Personen, die Dir ähnlich sind. Ob männlich oder weiblich spielt dabei in der Regel weniger eine Rolle als Beruf, Hobbys, Familienstruktur oder eben genannte Kriterien, wie Nichtraucher oder Haustiere. Zudem sollten die ausgewählten Bewerber natürlich die Voraussetzungen des Vermieters erfüllen.

Nachmietersuche über den Bekanntenkreis

Höre Dich nun einmal im Bekannten- und Freundeskreis um. Sucht gerade jemand eine Wohnung, der auf das Profil passen würde? Ein Arbeitskollege vielleicht? Eine Tante, ein Kumpel oder eine entfernte Bekannte? Manchmal ergibt sich daraus direkt oder auch über ein oder zwei Ecken ein passender Nachmieter, ohne dass Du den Aufwand einer Anzeigensuche betreiben musst.

Anzeigen in Zeitung und Internet schalten

In der Regel stehst Du bei der Suche nach einem Nachmieter aber unter Zeitdruck, da Du ja schon vor der Dreimonatsfrist ausziehen möchtest. Deshalb macht es durchaus Sinn, auch während der Suche im Bekanntenkreis bereits Anzeigen zu schalten. Infrage kommen dafür sowohl klassische Zeitungsannoncen als auch Kleinanzeigen im Internet. Hier gibt es mittlerweile zahlreiche Plattformen, wie Immonet, Immobilienscout24, Immowelt oder die Ebay Kleinanzeigen, in welchen Du größtenteils kostenfrei Inserate einstellen kannst. Je nach Region hast Du dann bereits meist innerhalb weniger Stunden einige oder gar unzählige Anfragen.

Gerade in begehrten Uni-Städten ist es außerdem sinnvoll, sich mal in der Uni umzusehen ob es nicht ein schwarzes Brett gibt. Dies kann sowohl physisch auf dem Campus hängen, als auch digital als Plattform der Uni im Internet existieren!

Die passenden Bewerber finden

Hast Du zu viele Anfragen erhalten, heißt es nun natürlich aussortieren, und zwar anhand der Kriterien des Vermieters. Am Ende sollten rund drei bis fünf Interessenten übrig bleiben. Mit diesen vereinbarst Du einen Besichtigungstermin in der Wohnung. Lade hierzu unbedingt auch den Vermieter ein. Manch einer ist gerne bereits dabei, um sich ein Bild von den Bewerbern zu machen. Möchte er allerdings nicht anwesend sein, suchst Du selbst ein bis drei geeignete Nachmieter aus (je nach Vereinbarung) und schlägst diese dem Vermieter vor. Lass sie dafür eine Mieterselbstauskunft ausfüllen.

Ein Mietangebot aufsetzen

Hat der Vermieter die Nachmietersuche gänzlich in Deine Hände gegeben oder greift die sogenannte Nachmieterklausel, kannst Du dem Interessenten bereits auf eigene Faust ein Mietangebot unterbreiten. Stelle dieses aber zunächst auf Deinen eigenen Namen und unter Vorbehalt aus, bis der Vermieter zugestimmt hat. Hierin enthalten sein sollten dieselben Kriterien, wie sie im Mietvertrag stehen. Ob für den neuen Mieter gegebenenfalls eine Mieterhöhung greift oder es sonstige Änderungen geben wird, gilt es ebenfalls im Voraus mit dem Vermieter zu besprechen. Ist alles unter Dach und Fach, stehen jetzt nur noch Formalitäten an. So kannst Du zum vereinbarten Zeitpunkt ausziehen und der Nachmieter übernimmt Deinen Mietvertrag oder erhält vom Vermieter direkt einen neuen. Du siehst: Die Kommunikation mit dem Vermieter ist bei der Suche nach einem geeigneten Nachmieter sowie in allen Fragen zum Ablauf der Nachmieterregelung das A und O.

Mietkaution Teil 2: Alternativen zur klassischen Barkaution

Im ersten Teil der Artikelserie „Mietkaution“ hast Du bereits erfahren, was eine Mietkaution ist, welchem Zweck sie dient, wie hoch sie sein darf und wann Du sie zurückfordern kannst. Doch wusstest Du, dass es nicht unbedingt die klassische Barkaution sein muss? Immer mehr Menschen greifen aus den unterschiedlichsten Gründen zu einer der vielen möglichen Alternativen.

Es muss nicht immer die Barkaution sein

Viele Mieter können sich beim Einzug keine Barkaution leisten oder wünschen sich lieber eine Alternative, um ihr Geld selbst anlegen zu können oder schlichtweg beim Auszug keine Probleme mit der zurückgehaltenen Mietkaution durch den Vermieter zu riskieren. Diesen Wunsch haben natürlich bereits viele Anbieter auf dem Markt erkannt und individuelle Alternativen zur klassischen Barkaution geschaffen:

  • Das verpfändete Mietkautionskonto: Es besteht die Möglichkeit, dass Du als Mieter selbst ein Kautionskonto anlegst, zum Beispiel in Form eines Sparbuchs. Dieses verpfändest Du dann an den Vermieter. Bedenke aber unbedingt einen Sperrvermerk zu Deinen Gunsten auszuführen, um einen unberechtigten Zugriff des Vermieters verhindern zu können.
    Die Mietkautionsversicherung: Einige Versicherer bieten mittlerweile eine Mietkautionsversicherung gegen einen geringen Jahresbeitrag an, der prozentual von der Kautionshöhe abhängig ist.
    Die Bankbürgschaft: Auch viele Banken bieten eine entsprechende Bürgschaft an. Diese Bankbürgschaft wird auch Bankaval genannt. Allerdings sind in letzter Zeit immer mehr Banken wieder von diesem Angebot abgerückt oder haben es durch Sonderkosten stark verteuert.
    Die private Bürgschaft: Auch eine private Bürgschaft wird immer häufiger anstelle der Kautionszahlung akzeptiert. So können zum Beispiel Eltern für ihr Kind bürgen oder ein Ehepartner für den anderen.

Wie funktioniert die Mietkautionsbürgschaft?

Wenn Du Dich anstelle der Barkaution für eine Bürgschaft entschieden hast, stehen Dir zwei Möglichkeiten offen: Du findest einen privaten Bürgen oder Du schließt eine Mietkautionsversicherung ab. Private Bürgschaften sind dabei in der Regel kostenlos für Dich, je nach Vertrag, den Du mit dem Bürgen aufsetzt, werden dafür aber nicht von allen Vermietern akzeptiert. Die Mietkautionsversicherung hingegen, kostet Dich in der Regel eine jährliche Gebühr, die Du im Gegensatz zur Barkaution nicht wieder zurück erhältst. Die Höhe der Kosten richtet sich dabei nach dem Anbieter sowie der Höhe Deiner Kaution, also der Versicherungssumme.

Welche Vorteile hat die Mietkautionsversicherung?

  • keine finanzielle Doppelbelastung beim Umzug, wenn Du bereits die Kaution für die neue Wohnung bezahlen musst, bevor Deine Mietkaution für die vorherige Wohnung ausgezahlt wurde
  • in der Regel keine festen Vertragslaufzeiten
  • tagesaktuelle Abrechnung
  • kein unberechtigter Zugriff des Vermieters auf die Kaution
  • keine Wartezeiten
  • die Kaution ist vor einer Insolvenz des Vermieters geschützt
  • keine Minderung Deiner Kreditlinie, wie häufig bei Bankbürgschaften der Fall

Viele Mieter ziehen die Mietkautionsversicherung der Barkaution vor, aus dem Hauptgrund des Schutzes der Kaution vor einem unberechtigten Zugriff durch den Vermieter. Allerdings ist eine solche Versicherung natürlich nicht kostenlos. Die Anbieter argumentieren aber wie folgt:

Bei einer Barkaution machst Du Verluste, weil die Inflation die derzeit geringen Zinsen übersteigt. Bei einer Kautionsbürgschaft bleibt hingegen der volle Betrag erhalten und Du kannst Dein Geld derweil zu besseren Bedingungen anlegen. Dadurch gleichen sich die Gebühren für die Mietkautionsversicherung automatisch aus.

Wie kommst Du an die Mietkautionsversicherung?

Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Anbieter für eine Mietkautionsversicherung. Fündig wirst Du sowohl bei klassischen Versicherern, wie der R+V, als auch bei spezialisierten Anbietern. Gib am besten einfach einmal „Mietkautionsversicherung“ bei Google ein und schon werden Dir zahlreiche entsprechende Angebote aufgelistet. Bei vielen steht Dir eine simple Onlinebeantragung zur Verfügung und nach einer kurzen Prüfung Deiner Bonität kannst Du schon die Bürgschaftszusage ausdrucken. Wie immer im Internet jedoch, tummeln sich auch hier leider zahlreiche unseriöse Anbieter. Informiere Dich daher gründlich im Voraus in Testberichten und Foren über einen Mietkautionsversicherer und vergleiche die jeweiligen Preise.

Muss der Vermieter die Mietkautionsversicherung akzeptieren?

Nein, ebenso wie die Kautionszahlung für Dich ein freiwilliges Zugeständnis ist, muss auch der Vermieter die Mietkautionsversicherung nicht akzeptieren. Die Höhe und Art der Kaution sind deshalb wichtige Verhandlungspunkte vor der Unterzeichnung Deines Mietvertrages. Prinzipiell hat die Erfahrung gezeigt:

  • namhafte Versicherer, wie die R+V, werden eher akzeptiert als unbekannte Anbieter
  • viele Vermieter haben keine prinzipielle Abneigung gegen eine Mietkautionsversicherung
  • das Problem liegt häufig schlichtweg in der Unsicherheit des Vermieters
  • viele Versicherungen bieten deshalb einen kostenlosen Rückrufservice an, bei welchem der Vermieter kontaktiert wird, um alle Fragen zu beantworten

Wenn Du die Mietkautionsversicherung anstelle der Barkaution wünschst, sprich so früh wie möglich mit Deinem Vermieter darüber. Gestehe ihm zudem Bedenkzeit zu, sodass er sich ausreichend über das Modell informieren kann. So oder so: Barkaution und Mietkautionsversicherung bedeuten finanzielle Verluste und die Mietkaution ist und bleibt ein ungeliebter und nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bei Deinem Umzug.

Mietkaution Teil 1: Höhe, Regeln und Rechte

Bei dem Umzug in eine Mietwohnung fordert der Vermieter in der Regel die Hinterlegung einer Mietkaution. Je nach Höhe der Miete, sind das hunderte oder gar mehrere tausend Euro. Für viele Mieter ist die Kaution daher einer der größten Kostenfaktoren bei einem Umzug. Nicht jeder kann sich so eine üppige Mietkaution leisten und wenn doch, so gibst Du bestimmt nicht gerne so viel Geld aus der Hand, ohne zu wissen was schlussendlich damit passiert. Ich erkläre Dir deshalb heute im ersten Artikel zur Mietkaution, wofür diese ist, welche Regeln der Vermieter zu beachten hat und welche Deine Rechte als Mieter sind.

Wofür ist eigentlich so eine Mietkaution?

Die Mietkaution stellt für den Vermieter eine finanzielle Sicherheit dar. Solltest Du irgendwann einfach Deine Miete nicht mehr bezahlen, beim Auszug Nebenkostenschulden hinterlassen oder die Wohnung in einem renovierungsbedürftigen Zustand zurückgeben, kann der Vermieter diese Unkosten durch die Mietkaution auffangen.

Musst Du zwingend eine Mietkaution hinterlegen?

Nein! Prinzipiell handelt es sich bei der Mietkaution um eine freiwillige Leistung. Als Mieter bist Du nicht dazu verpflichtet, allerdings steht es dem Vermieter dann natürlich frei, die Wohnung an einen anderen Mieter zu vergeben. In der Regel hast Du daher keine große Wahl, wenn es um die Hinterlegung der Mietkaution geht. Zudem verlangt heutzutage beinahe jeder Vermieter eine Kaution. Sinn macht es da eher, über die Höhe oder Art der Kaution zu verhandeln. Welche Alternativen es zur Mietkaution gibt, erfährst Du im zweiten Artikel dieser Reihe.

Ist die Höhe der Kaution gesetzlich geregelt?

Hinsichtlich der Höhe der Mietkaution gibt es keine festgesetzte Regel. Was es jedoch gibt, ist die Obergrenze von drei Nettokaltmieten. Das bedeutet, Dein Vermieter darf für die Mietkaution jeden Betrag zwischen null Euro und drei Nettokaltmieten verlangen. Darunter zu verstehen ist lediglich die im Mietvertrag festgehaltene Kaltmiete für Deine angemieteten Wohnräume, exklusive Neben- oder Sonderkosten. Bei Verträgen mit reiner Angabe der Warmmiete, muss der „warme“ Kostenanteil geschätzt und herausgerechnet werden. Hast Du zu viel bezahlt, kannst Du den Restbetrag zurückverlangen. Steigen im Laufe der Jahre, in welchen Du die Mietwohnung nutzt, die Mietpreise, musst Du Deine Kaution nicht erhöhen. Es gilt die Nettokaltmiete zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung.

Ist eine Ratenzahlung möglich?

Drei Monatskaltmieten? Die hat man nicht immer gleich zur Hand und das ist auch absolut nicht ungewöhnlich. Du hast deshalb gemäß §551 Abs. 2 BGB das Recht, die Mietkaution in drei gleichen Monatsteilbeträgen zu entrichten. Bespreche dies im Voraus mit Deinem Vermieter und sorge dafür, dass eine entsprechende Klausel im Mietvertrag festgehalten ist.

Wird die Mietkaution zurückgezahlt?

Als reine Kautionszahlung muss Dir der Vermieter beim Auszug die Mietkaution natürlich zurückzahlen. Hierfür hat er bis zu sechs Monate Zeit, um noch eventuell ausstehende Nebenkostenabrechnungen abzuwarten oder Forderungen aus Schäden einzureichen. Findet die Betriebskostenabrechnung nur einmal jährlich durch den Versorger statt, so hat der Vermieter eine Frist von sogar zwölf Monaten für die Rückzahlung. Allerdings darf er dann nicht die volle Kaution einbehalten, sondern lediglich einen geschätzten Anteil für die noch ausstehenden Kosten. Wenn Du, um dies zu vermeiden, einfach die letzten Monate vor der Kündigung keine Miete mehr zahlst, verletzt Du übrigens Deine Vertragspflichten und musst im schlimmsten Fall mit einer Klage rechnen. Andersherum steht Dir aber auch der Klageweg offen, wenn der Vermieter die Kaution zu lange, als zu hohen Betrag oder schlichtweg ohne Berechtigung einbehält.

Wann darf der Vermieter die Mietkaution einbehalten?

Viele Mieter haben Angst davor, dass der Vermieter nach ihrem Auszug einfach die ganze oder einen Teil der Mietkaution einbehält, ohne ausreichende Gründe. Merke Dir deshalb: Der Vermieter darf die Kaution auch über die Fristen hinaus nur dann ganz beziehungsweise anteilig einbehalten, wenn

  • Du Mietschulden bei ihm hast.
  • noch Zahlungen für Betriebskosten, Nebenkosten oder sonstige Schulden beim Vermieter ausstehen.
  • dem Vermieter Schadensersatz, Nutzungsausfallentschädigungen oder Prozesskostenerstattungsansprüche zustehen.
  • Du Schäden an der Wohnung verursacht hast.

Gerade der letzte Fall führt aber häufig zu Streit. Welche Schäden sind als normale Abnutzungen anzusehen? Für welche bist Du überhaupt verantwortlich? Deshalb ist es ungemein wichtig, dass Du beim Einzug ein Übergabeprotokoll erstellst und jeden Schaden Deines Vormieters unverzüglich meldest. Zudem solltest Du die Klausel im Mietvertrag zu den Schönheitsreparaturen unbedingt genauestens lesen. Hier ist geregelt, welche Pflichten Du beim Auszug hast, welche Schäden beseitigt werden müssen und welche Renovierungsarbeiten Du zu leisten hast. Alle wichtigen Informationen hierzu findest Du im Artikel „Schönheitsreparaturen – Was ist beim Auszug Pflicht?“.

Ist der Vermieter im Recht und findet Schäden, für deren Beseitigung Du verantwortlich bist, so muss er Dir erst einmal eine angemessene Frist für die Nachbesserung einräumen. Nur wenn Du dieser nicht nachkommst, kann er Deine Mietkaution dafür aufwenden, den Schaden professionell beheben zu lassen. Einbehalten darf er aber auch dann nur den geschätzten Anteil der Mietkaution, zum Beispiel anhand eines Kostenvoranschlages von einem Handwerker. Nach sechs Monaten ist die Frist für eine Nachbesserung verjährt. Hat der Vermieter also sechs Monate nach der Schlüsselübergabe noch keine Schäden beanstandet, musst Du diese auch nicht mehr beseitigen und er darf die Kaution nicht verrechnen.

Was, wenn die Mietkaution unrechtmäßig einbehalten wird?

Leider tritt genau der Grund, aus welchem viele Mieter die Hinterlegung einer Kaution fürchten, relativ häufig ein: Der Vermieter behält unter einem unberechtigten Vorwand die Mietkaution oder einen Teil davon ein. In diesem Fall musst Du die Rückzahlung der Kaution schriftlich und mit einer festgesetzten Frist zurückfordern. Stelle die Forderung am besten per Einschreiben zu, damit Du ihren Eingang beim Vermieter später vor Gericht nachweisen kannst. Reagiert der Vermieter darauf nicht, kannst Du ihm einen Mahnbescheid zustellen. Führt dies immer noch nicht zum Erfolg, bleibt Dir leider nur noch der Weg zum Anwalt. Wähle unbedingt einen Fachanwalt für Mietrecht.

Was passiert eigentlich mit der Kaution währen der Mietdauer?

Du weißt nun, wann Du die Mietkaution zu zahlen hast und wann Du sie zurückfordern kannst. Doch was passiert eigentlich in den Monaten, Jahren oder Jahrzehnten zwischen Ein- und Auszug mit der Mietkaution? Solltest Du fünf, zehn oder zwanzig Jahre in der Mietwohnung leben, ergibt sich dadurch doch ein finanzieller Nachteil für Dich, oder? Tatsächlich ist der Vermieter in der Pflicht, ein entsprechendes Mietkautionskonto zu eröffnen. Er darf die Mietkaution also nicht einfach auf sein privates Konto überweisen und sich an den Zinsen bereichern. Er kann entweder von dem Mieter verlangen, selbst ein solches Konto zu eröffnen, oder dies selbst übernehmen und muss dem Mieter dann einen entsprechenden Nachweis erbringen. Das Guthaben, also die Mietkaution, muss auf dem Konto zudem in „üblicher“ Höhe verzinst werden. Diese Zinsen werden Dir beim Auszug ebenfalls ausgezahlt. Vernachlässigt der Vermieter diese Pflicht, macht er sich der Veruntreuung strafbar. Dennoch: Bei derzeit üblichen Zinssätzen von unter einem Prozent und einer Inflationsrate von rund zwei Prozent machst Du auf Dauer Verlust. Hättest Du das Geld zur Verfügung, könntest Du es eventuell zu besseren Zinsen oder in einer lukrativeren Anlageform vermehren.

Es lohnt sich also durchaus einmal über eine Alternative zur Mietkaution nachzudenken. Allerdings sind diese in der Regel auch nicht kostenlos, manchmal sogar auf lange Sicht deutlich teurer. Aber mehr dazu erfährst Du im zweiten Teil der Artikelserie „Mietkaution“.

Maklerprovision – Gesetze, Höhe und Bestellerprinzip

Die Maklerprovisionen standen lange Zeit in der Kritik. Vor allem in Ballungsgebieten mit Wohnungsknappheit haben Vermieter kurzerhand einen teuren Makler beauftragt und dessen Kosten anschließend auf den Mieter abgewälzt. Nun hat die Politik endlich gehandelt und im Jahr 2015 das sogenannte Bestellerprinzip eingeführt. Was das bedeutet, wann Du eine Provision zahlen musst und wie hoch diese ist, habe ich Dir im Folgenden zusammengetragen.

Was ist eigentlich eine Maklerprovision?

Die Maklerprovision, auch nur Provision oder Courtage genannt, ist eine Art von Erfolgshonorar für den Makler. Das bedeutet, dass Du ihm die Provision dann zukommen lässt, wenn er eine Wohnung oder das Haus erfolgreich vermittelt hat. Bleibt er hingegen erfolglos, steht ihm auch keine Provision zu. Sie könnte daher auch als Erfolgsbeteiligung bezeichnet werden.

Das neue „Bestellerprinzip“

Bislang allerdings, haben viele Vermieter Makler beauftragt und die Kosten an den jeweiligen Mieter abgewälzt. Wer die Provision nicht gezahlt hat, bekam keinen Zuschlag. Wie Du allerdings in den folgenden Absätzen sehen wirst, sind Maklerprovisionen alles andere als ein Schnäppchen und im Gegensatz zur Kaution erhältst Du das Geld nicht mehr zurück. Diese Art der Bezahlung wurde daher lange Zeit als unfair kritisiert. Im Jahr 2015 hat die Politik endlich gehandelt und das sogenannte Bestellerprinzip eingeführt. Dieses regelt, dass nun stets der „Besteller“ des Maklers auch die Provision zu zahlen hat, also der Auftraggeber. Beauftragt also ein Vermieter einen Makler, muss er diesen auch selbst bezahlen und kann die Kosten nicht mehr auf den Mieter abwälzen. So zumindest auf dem Papier.

Folgen des Bestellerprinzips

In der Praxis haben viele Vermieter nämlich bereits neue Wege gefunden, um das Bestellerprinzip zu umgehen. Gerade in Ballungsräumen und Großstädten mit immensem Wohnungsmangel suchen die Mieter häufig so verzweifelt nach Wohnraum, dass sie auch fragwürdige Regelungen zur Maklerprovision akzeptieren, zum Beispiel:

  • Zwang zum rückwirkenden Vertrag mit dem Makler
  • Reservierungsbestätigungen
  • Servicegebühren
  • Besichtigungsgebühren
  • hohe Abstandszahlungen, zum Beispiel für eine Einbauküche
  • uvm.

Unterschreibe daher bei der Anmietung einer Wohnung niemals Dokumente, deren Inhalt Du nicht gänzlich verstehst oder die Dich zu Zahlungen gegenüber einem Makler verpflichten, den Du nicht selbst beauftragt hast. Du kannst Dich zudem beim Gewerbeaufsichtsamt über illegale Machenschaften von Vermietern und Maklern beschweren.

Wann Du die Maklerprovision bezahlen musst

Merke Dir also: Wenn Du eine Mietwohnung suchst, musst Du eine Maklerprovision nur dann bezahlen, wenn Du diesen eigens beauftragt hast und die Vermittlung erfolgreich war. Das bedeutet, die Provision wird fällig, wenn

  • Du eine schriftliche Vereinbarung mit dem Makler hast, zum Beispiel in Form von E-Mails oder einem Maklervertrag.
  • der Makler eine erfolgreiche, dem Vertrag entsprechende Leistung erbracht hat, zum Beispiel die Vermittlung einer Mietwohnung.
  • der Mietvertrag bereits unterschrieben ist.
  • der Mietvertrag durch den Makler zustande kam. Du kannst nämlich trotz Maklervertrag nebenher auf eigene Faust eine Mietwohnung suchen und musst dann natürlich auch keine Provision bezahlen.
  • der Vertrag wirksam bleibt. Sollte er nachträglich ungültig werden, hast Du Anspruch auf Rückerstattung der Provision.

Zu zahlen ist die Maklerprovision, sofern Ihr keine abweichenden Vereinbarungen getroffen habt, meist sieben bis 14 Tage nach Zustandekommen des Mietvertrages.

Die Höhe der Provisionen bei Vermietungen

Während bei Verkäufen die Höhe der Courtagen nicht einheitlich geregelt ist und es auch keine gesetzliche Obergrenze gibt, ist die Rechtsprechung bei der Vermietung eindeutig: Die Maklerprovision darf nicht höher sein als 2,38 Nettokaltmieten des vermittelten Objektes. Hinter dem Begriff der Nettokaltmiete verbirgt sich die reine Grundmiete für eine Wohnung. Darin dürfen keinerlei Nebenkosten enthalten sein, auch nicht für Wasser, Warmwasser, Sammelheizung, Müllabfuhr, Schornsteinfeger o.ä. Solltest Du Zuschläge auf die Miete bezahlen, zum Beispiel weil Du diese anders als zu reinen Wohnzwecken nutzt, werden auch diese nicht in die Maklerprovision einberechnet.

Mit dem Makler handeln? Eher nicht!

Du kannst es zwar versuchen, bei Vermietungen sind die Maklerprovisionen aber in der Regel nicht verhandelbar. Die meisten Makler orientieren sich schlichtweg an der gesetzlich festgesetzten Obergrenze. Da Du laut Bestellerprinzip ja sowieso nur noch eine Maklercourtage zu entrichten hast, wenn Du ihn selbst beauftragst, kannst Du eventuell vor Vertragsabschluss handeln und Dir verschiedene Angebote machen lassen. Am höchsten stehen Deine Erfolgschancen in Regionen mit ausreichend Wohnraum. Ballungsräume sind und bleiben ein echtes Problem, wenn es um die Suche nach Mietwohnungen geht…

So kommst Du an eine Genossenschaftswohnung

Genossenschaftswohnungen werden in Deutschland derzeit immer beliebter. Die vielen Vorteile überwiegen für zahlreiche Wohnungssuchende mittlerweile die Nachteile dieser besonderen Wohnform, vor allem in Gebieten mit Wohnraummangel, zum Beispiel in Ballungsräumen wie München. Ich erkläre Dir, was eine Genossenschaftswohnung eigentlich ist, was dafür und was dagegen spricht und wie Du an eines der begehrten Stücke kommst.

Genossenschaftswohnung – was ist das eigentlich?

Eine Genossenschaftswohnung ist als Alternative zur Miete oder dem Kauf einer Wohnung gedacht. Hier zahlst Du als Mieter eine monatliche Nutzungsgebühr zuzüglich der Genossenschaftsanteile. Diese wiederum werden für den Kauf neuer Immobilien und die Instandhaltung der Genossenschaftswohnungen verwendet. Anstatt eines Mietvertrages schließt Du für Deine Genossenschaftswohnung dann einen sogenannten Dauernutzungsvertrag ab. Deine monatlichen Raten werden als Nutzungsentgelt bezeichnet. Prinzipiell sind Genossenschaftswohnungen etwas günstiger als vergleichbare Objekte, die zum regionalen Mietspiegel angeboten werden. Doch das ist nicht der einzige Vorteil der Genossenschaftswohnungen:

Vorteile einer Genossenschaftswohnung

Der wohl größte Vorteil der Genossenschaftswohnungen, und wohl mit der Hauptgrund, weshalb diese immer beliebter werden, ist folgender: Durch die Nutzung der Wohnung wirst Du Miteigentümer, also Genosse. Daraus resultiert nicht nur der geringere Mietpreis, Du genießt vor allem auch einen viel besseren Kündigungsschutz.

  1. Vorteil – strenger Kündigungsschutz: Zwar sieht der Nutzungsvertrag für eine Genossenschaftswohnung einem Mietvertrag zum Verwechseln ähnlich, inhaltlich gibt es aber einige wichtige Unterschiede. Eine Kündigung aufgrund von Eigenbedarf ist in der Regel nicht möglich, da Dein „Vermieter“ ja keine natürliche Person ist, sondern die Genossenschaft. Zudem verbieten die Satzungen der Genossenschaften meist exzessive Mieterhöhungen. Du hast also eine sehr hohe finanzielle Sicherheit und musst keine Kündigung Deines Wohnraumes durch die Genossenschaft fürchten.
  2. Vorteil – günstiger Preis: Wie bereits erwähnt, kosten Genossenschaftswohnungen monatlich häufig weniger als vergleichbare Mietobjekte. Gerade in Ballungsräumen steigen die Mieten nämlich derzeit jährlich immens an. Nicht so bei Genossenschaftswohnungen: Hier beschränkt sich die zu zahlende Miete in der Regel auf die Realkosten inklusive einer kleinen, aber überschaubaren Reserve für anfallende Sanierungen. Wichtig ist hier allerdings, dass Du einen Blick in die Satzung wirfst. Mittlerweile gibt es nämlich auch Genossenschaften, die sich anstelle von günstigem Wohnraum einen besonders ökologisch oder sozial orientieren Wohnraum als grundlegendes Ziel gesetzt haben.

Nachteile der Genossenschaftswohnung

Doch wie immer im Leben, gibt es natürlich nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Die Genossenschaftswohnungen bringen nämlich einige Besonderheiten mit sich:

  1. Nachteil – Einkaufsgebühr: Um in eine Genossenschaftswohnung ziehen zu dürfen, musst Du Dich erst einmal in die Genossenschaft einkaufen, also Mitglied werden. Neben der Eintrittsgebühr musst Du zudem eine festgelegte Anzahl an Genossenschaftsanteilen erwerben, die sich nach der Größe der jeweiligen Wohnung richtet. Bei der Merkur eG zum Beispiel, werden so gleich zu Beginn über 800 Euro fällig.
  2. Nachteil – Rückzahlung der Anteile: Zwar erhältst Du die erworbenen Genossenschaftsanteile nach Deinem Auszug wieder zurück (nicht die Eintrittsgebühr), dies kann aber lange dauern. Die gesetzliche Frist von zwei Jahren wird von vielen Genossenschaften bis zuletzt ausgereizt.
  3. Nachteil – keine Wohnungsgarantie: Auch als Mitglied einer Genossenschaft hast Du aber keine Garantie darauf, dass Du eine Wohnung beziehen kannst. Im Gegenteil: Die Genossenschaften haben mitunter lange Wartelisten. Wartezeiten von mehreren Jahren sind deshalb keine Seltenheit. Auch wenn Du aus einer Genossenschaftswohnung ausziehst, erhältst Du nicht automatisch eine neue.

So kommst Du zu einer Genossenschaftswohnung

Das Modell klingt interessant für Dich? Dann kommen jetzt wichtige Tipps, wie Du an eine Genossenschaftswohnung gelangst:

  • Suche Dir verschiedene Genossenschaften in Deiner Region aus und vergleiche ihre Satzungen.
  • Informiere Dich über die Regularien und Ziele der jeweiligen Genossenschaft.
  • Kontaktiere andere „Mieter“, also Genossen, der infrage kommenden Genossenschaften und erkundige Dich nach dem internen Umgang mit den Genossen, den Kosten und Mechanismen der Wohnungsvergabe.
  • Sprich nun direkt mit der Genossenschaft und lass Dir alle wichtigen Fragen vorab beantworten, zum Beispiel zu den Kosten oder Wartezeiten.
  • Lass Dich bei der Genossenschaft auf die Warteliste setzen oder bewirb Dich direkt auf eine ausgeschriebene Wohnung.

Du hast nun zwei Möglichkeiten:

  1. Du wirst erst Mitglied, wenn Dir eine Wohnung zugesprochen wird.
  2. Du wirst bereits jetzt Genosse, obwohl Du noch auf eine Wohnung wartest. Genossen haben nämlich Vormietrecht und dadurch verkürzen sich die Wartezeiten.

Übrigens: Eine Kaution musst Du für eine Genossenschaftswohnung in der Regel nicht mehr hinterlegen. Da Du Deine Genossenschaftsanteile nach dem Auszug wieder zurückerstattet bekommst (wenn auch erst nach zwei Jahren), können diese auch als eine andere Art der Mietkaution gesehen werden.

Richtig zusammenziehen Teil 2: Zu zweit kannst Du viel Geld sparen

Im ersten Teil von „Richtig zusammenziehen“ hast Du bereits gelernt, welche Formalitäten Du bei Deinem Umzug beachten musst und wie Ihr zwei Euch auf die passende Einrichtung für die gemeinsame Wohnung einigen könnt. Aber wusstest Du auch, dass das Leben zu zweit gleich viel günstiger wird und weshalb? Das werde ich Dir verraten…

Spar-Tipp 1: Nur noch die halbe Miete bezahlen

Der erste finanzielle Vorteil des Zusammenlebens liegt auf der Hand: Du musst nur noch die Hälfte oder einen angemessenen Anteil an der Miete bezahlen. Zwar braucht Ihr zu zweit vielleicht eine deutlich größere Wohnung, dennoch wirst Du an der Miete sparen: Kleine Wohnungen fallen nämlich im Gegensatz zu großen Wohnung verhältnismäßig teurer aus. Schließlich musst Du die Kosten für die „Gemeinschaftsräume“, also Küche, Bad, Toilette, Abstellkammer, etc. bei kleinen Wohnung alleine tragen. In Zukunft werdet Ihr diese Kosten nun durch zwei teilen. So bezahlst Du in einer Hochpreisregion wie München für eine 2-Zimmer-Wohnung mit 60 qm zum Beispiel 600 Euro kalt, während eine 4-Zimmer-Wohnung mit 80qm ab 950 Euro kalt zu haben ist. Teilst Du das durch zwei, musst Du ab sofort nur noch 475 Euro Kaltmiete bezahlen und das für eine viel größere und gewiss auch schönere Wohnung.

Spar-Tipp 2: Sparmöglichkeiten bei den Nebenkosten

Einsparungen wirst Du fortan auch bei den Nebenkosten haben. Auf den ersten Blick magst Du nun vielleicht denken: „Wieso? Ich brauche doch auch wenn ich mit meinem Partner zusammenwohne gleich viel Wasser zum Duschen oder Gas zum Heizen?“ Tatsächlich kannst Du viele dieser Kosten fortan aber ebenfalls mit Deinem Partner teilen. Geheizt werden die Wohnräume schließlich an kalten Tagen immer, egal ob nur eine oder gleich fünf Personen in der Wohnung leben. Ebenso verhält es sich bei den Stromkosten, da das Licht im Wohnzimmer oder der Fernseher am Abend unabhängig von der jeweiligen Personenanzahl gleich viel Strom verbrauchen. So werden die Gas-, Strom- und Wasserabrechnungen am Ende des Jahres zwar durchaus höher ausfallen als bisher in Deiner eigenen Wohnung, durch zwei geteilt wirst Du aber dennoch deutlich günstiger wegkommen.

Spar-Tipp 3: Versicherungen gemeinsam abschließen

Was viele Menschen nicht wissen: Zahlreiche Versicherungen kannst Du gemeinsam mit Deinem Partner abschließen, sobald Ihr zusammenwohnt. Und das auch ohne Trauschein oder Ehegelübde. Sobald Ihr nämlich in einer „eheähnlichen Hausgemeinschaft“ wohnt, gibt es attraktive Angebote für gemeinsame

  1. Hausratversicherungen: Gemeinsamer Haushalt, gemeinsame Versicherung. Bei der Hausratversicherung macht dies schließlich auch Sinn, denn gestohlen oder beschädigt wird fortan ja wenn dann Euer gemeinsames Eigentum. Allerdings hast Du kein grundlegendes Kündigungsrecht bei Deiner bisherigen Versicherung. Viele Versicherer sind dennoch kulant. Am besten, Du rufst Deinen Sachbearbeiter einfach direkt an. Achte aber darauf, dass die Versicherungssumme für Eure neue, gemeinsame Hausratversicherung eventuell höher angesetzt werden muss.
  2. Privathaftpflichtversicherungen: Die private Haftpflichtversicherung kann ebenfalls zusammengelegt werden, sobald Ihr in eine gemeinsame häusliche Gemeinschaft zieht. Doch Vorsicht: Mit den Sparmöglichkeiten gehen bei der gemeinsamen Haftpflichtversicherung auch einige vertragliche Besonderheiten einher. Schäden, die Du oder Dein Partner nämlich am gemeinsamen Eigentum verursacht, sind dann ausgenommen. Beschädigst Du also aus Versehen das Smartphone Deines Partners, wird die Versicherung dies nicht bezahlen. Je nach Wohnsituation, sind getrennte Privathaftpflichtversicherungen deshalb manchmal trotzdem die bessere Wahl.
  3. Autoversicherungen: Es ist durchaus eine Überlegung wert, eines Eurer Autos bei der Ummeldung nur noch als Zweitwagen anzumelden. Dann greift nämlich auch bei Unverheirateten die Partnerregelung der Autoversicherung. Da Ihr nun in einer „eheähnlichen Lebensgemeinschaft“ wohnt, könnt Ihr so eine bessere Einstufung der Schadensfreiheitsklassen und damit deutlich günstigere Beitragssätze erhalten. Lasst Euch hierzu umfassend sowie professionell von mehreren verschiedenen Versicherern beraten.

Spar-Tipp 4: Zeit für Neuanschaffungen

Beim Einzug werden Du und Dein Partner viele Dinge plötzlich doppelt haben. Dazu gehören auch teure Elektrogeräte wie die Wasch- oder Spülmaschine. Die gute Nachricht ist: Ihr könnt nun nicht nur eines der beiden Geräte über Kleinanzeigen verkaufen und so noch etwas Geld einnehmen. Auch Neuanschaffungen sind fortan deutlich billiger, da sie durch zwei geteilt werden. Vielleicht ist dann ja gerade jetzt die perfekte Zeit, einmal über einen neuen Kühlschrank oder einfach eine schicke Einrichtung nachzudenken.

Spar-Tipp 5: Nicht nur lecker, sondern auch günstig kochen

Kennst Du das Problem: Du stehst vor den Regalen im Supermarkt und findest alles nur in viel zu großen Mengen? Wer isst schon eine Packung Wurst, bevor diese ranzig wird oder einen ganzen Brotlaib, bevor er hart ist? Alleinstehenden bleibt häufig keine andere Wahl als den Rest einfach in den Müll zu werfen oder die Gefriertruhe bis zum Rand zu füllen. Viele Lebensmittel gibt es nämlich schlicht nicht in einzelhaushalts-tauglichen Mengen, und wenn doch, so sind diese unverhältnismäßig teurer gegenüber großen Packungen. Kocht Ihr also stattdessen fortan für zwei Personen, könnt Ihr die günstigeren Großpackungen kaufen und müsst weniger Essen in den Müll werfen. So tut Ihr nicht nur was für Euer gutes Gewissen, sondern auch für den Geldbeutel. Ein Einpersonenhaushalt gibt pro Monat nämlich rund 200 Euro für Essen aus. Nur 50 bis 100 Euro mehr sind es für jede weitere Person im Haushalt. Teilt Ihr die Kosten also durch zwei, wirst Du ab jetzt weniger Geld im Monat für Lebensmittel ausgeben müssen. Da schmeckt das Essen doch gleich viel besser…

Spar-Tipp 6: Byebye Fernbeziehung

Egal ob Ihr bisher eine Fernbeziehung geführt habt oder der Partner nur fünf Kilometer entfernt im nächsten Ort wohnte: Das ewige Pendeln hat nun ein Ende und damit spart Ihr euch eine Menge Benzinkosten. Selbst fünf Kilometer fressen auf Dauer nämlich viel Sprit, wenn Du sie zweimal täglich fährst (hin und zurück). Jetzt könnt Ihr dieses Benzingeld oder die Euros für die Busfahrkarte stattdessen für den nächsten romantischen Paarurlaub sparen.

Ein Konzept für die Kostenaufteilung finden

Die Einsparungen klingen verlockend, oder? Und gewiss kannst Du es jetzt erst recht kaum erwarten, mit Deinem Partner zusammen zu ziehen. Doch gerade beim Geld liegt leider häufig auch ein Streitpunkt, der im schlimmsten Fall gar zur Trennung führen kann. Es geht um die Kostenaufteilung: Wer verdient wie viel pro Monat? Eröffnet Ihr ein gemeinsames Haushaltskonto? Wer muss welchen Kostenanteil tragen? Wofür darf das Geld auf dem Haushaltskonto verwendet werden? Es gilt, bereits zu Beginn strikte Regeln aufzustellen, wenn es ums Geld geht. Sonst nimmt die Frau das Geld für die Miete auf dem Haushaltskonto einfach zum Shoppen oder der Mann beteiligt sich plötzlich überhaupt nicht mehr an den Lebensmitteln. Je früher Ihr eine Lösung findet, die beide Seiten als fair empfinden, desto weniger Streit wird es später geben. Verschiedene Möglichkeiten der Kostenaufteilung wären:

  • 50:50: Wenn beide Partner ausreichend verdienen, ist die fairste Lösung einfach die Kosten jeweils zur Hälfte zu tragen. Auf ein gemeinsames Konto zahlen beide Partner jeden Monat einen festgelegten Betrag ein und hiervon werden die Miete, Versicherungen, Nebenkosten usw. beglichen.
  • Anteilig nach Einkommen: Verdient ein Partner deutlich mehr als der andere, so können die Kosten auch anteilig bezahlt werden. Wohnen Kinder mit im Haushalt und die Frau bleibt zum Beispiel Zuhause, kann auch der Mann als Alleinversorger die gesamten Kosten tragen.
  • Kosten aufteilen: Nicht immer wollen Partner beim Zusammenziehen auch automatisch ein gemeinsames Konto führen. Es kann daher sinnvoll sein, sich zu überlegen wie man die laufenden Kosten sinnvoll und gerecht aufteilen kann, so dass jeder „sein Päckchen“ an den laufenden Kosten zu tragen hat. Beispiel: Ein Partner trägt die Warm-Miete, der andere trägt die restlichen laufenden Kosten für Versicherungen, Verpflegung, Telefon, GEZ etc.

Ihr seht: Die beste Art der Kostenaufteilung hängt stark von Eurer finanziellen und familiären Situation ab und kann sich im Laufe der Beziehung auch mehrmals ändern. Eine offene Kommunikation ist hier das A und O.

Zusammenleben kann so schön sein…

Die finanziellen Einsparungen sind aber nicht der einzige Vorteil des Zusammenziehens: Viele Vermieter wünschen sich junge Paare für ihre Wohnungen. Die Wohnungssuche wird sich deshalb zu zweit deutlich einfacher gestalten. Zudem könnt Ihr Euch ab jetzt die Hausarbeit sowie wichtige Termine, zum Beispiel mit Handwerkern oder dem Schornsteinfeger, teilen und habt so schlussendlich deutlich mehr Zeit füreinander. Ist das nicht schön?

Richtig zusammenziehen Teil 1: Behördengänge und Umzug

Die Entscheidung zusammen zu ziehen ist für ein Paar ein großer Schritt. Endlich eine gemeinsame Wohnung, mehr Zeit füreinander und vielleicht die Familienplanung…doch dies sind nicht die einzigen Vorteile einer gemeinsamen Wohnung. Wie Ihr richtig zusammenzieht und dabei auch noch viel Geld spart, verrate ich Dir in der Artikelserie „Richtig zusammenziehen“. Im ersten Teil soll es nun erst einmal darum gehen, welche Formalitäten und Behördengänge bei Eurem Umzug anstehen.

Den Mietvertrag gemeinsam unterschreiben

Egal, ob Ihr gemeinsam in eine neue Wohnung zieht oder einer der Partner schlichtweg in die bestehende Wohnung mit einzieht: Ihr solltet den Mietvertrag stets gemeinsam unterzeichnen. Nur so habt Ihr nämlich beide dieselben Rechte, aber auch Pflichten. Natürlich will man nicht an eine Trennung denken, wenn man frisch zusammenzieht, dennoch könnte es passieren, dass der Partner einfach auszieht und Du auf den Mietschulden sitzen bleibst. Es ist deshalb wichtig, dass beide Mieter im Mietvertrag aufgeführt sind. Möchte einer von beiden ausziehen, solltet Ihr einen Mietaufhebungsvertrag machen. Doch das ist nicht der einzige Vorteil, den ein gemeinsamer Mietvertrag mit sich bringt: Er stärkt das Wir-Gefühl und verhindert, dass ein Partner den anderen einfach „vor die Tür setzen“ kann.

Behördengänge beim Zusammenziehen

Nach den Formalitäten zum gemeinsamen Mietvertrag, musst Du die Behörden über Deine neue Adresse informieren. Beim Zusammenziehen handelt es sich dabei um dieselben Instanzen wie bei jedem anderen „gewöhnlichen“ Umzug auch:

  • Einwohnermeldeamt
  • KFZ-Zulassungsstelle
  • Versicherungsträger
  • Finanzamt
  • Arbeitsamt
  • Familienkasse
  • Rentenversicherung
  • Schule, Universität, Ausbildungsträger
  • Bafög-Amt
  • GEZ
  • uvm.

Vergiss zudem nicht, rechtzeitig einen Nachsendeauftrag bei der Post zu stellen.

Der Umzug

Wenn Du mit Deinem Partner zusammenziehst, steht Ihr meist vor einem Grundproblem: „Aus zwei mach eins“. Wenn Ihr Euren Haushalt zusammenlegt, habt Ihr nämlich vermutlich vieles doppelt. Aus dem zweiten Bett könntet Ihr ein Gästebett machen, der zweite Esstisch allerdings, findet vielleicht keinen Platz mehr. Wichtig ist deshalb, dass Ihr vor dem Zusammenziehen gemeinsam ein Einrichtungskonzept für die neue Wohnung erstellt und anschließend ordentlich entrümpelt. Verkaufe Möbelstücke oder Einrichtungsgegenstände, die Du nun nicht mehr brauchst, die aber noch in gutem Zustand sind, doch einfach über Kleinanzeigen in der Zeitung oder entsprechende Plattformen im Internet (zum Beispiel Ebay Kleinanzeigen oder Quoka). So kommt noch ein wenig Geld für den nächsten Urlaub zusammen. Habt Ihr ein größeres Budget, dann könnt Ihr auch überlegen einfach gemeinsam eine ganz neue Einrichtung zu kaufen. Hauptsache, Ihr fühlt Euch beide (!) wohl in den neuen vier Wänden.

Achtung Streitpotenzial: Die Einrichtung frühzeitig absprechen

Leider liegt bei genau diesem Punkt das häufigste Streitpotenzial beim Zusammenziehen: Welche Möbel kommen mit ins neue Zuhause, welche nicht? Schwierig wird es vor allem dann, wenn ein Partner bereits in der neuen Wohnung wohnt und nicht zu Veränderungen bereit ist. Jeder von uns hat schließlich Bilder, einen alten Stuhl oder auch eine hässliche Kuscheldecke aus der Kindheit, woran wir emotional hängen. Es gilt daher, die Einrichtung beim Zusammenziehen frühzeitig zu besprechen und folgende Grundregeln zu beachten:

  1. Macht eine Liste mit allen Gegenständen, die Ihr jeweils unbedingt mit in die neue Wohnung nehmen möchtet und einigt Euch auf eine feste Anzahl, zum Beispiel jeder drei oder jeder fünf.
  2. Jeder darf zudem drei Möbelstücke oder Einrichtungsgegenstände des Partners benennen, die er auf keinen Fall in der gemeinsamen Wohnung möchte.
  3. Möbel oder Gegenstände, an denen Du sehr hängst, kannst Du im Notfall auch erst einmal im Keller oder auf dem Dachboden verstauen. Es muss ja nicht immer gleich der Sperrmüll sein.
  4. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die unerwünschten Möbel neu aufzufrischen. Vielleicht gefällt Deinem Partner das gemütliche alte Sofa ja doch, wenn Ihr es einfach neu beziehen lasst? Oder die Kommode mit einem neuen Lack?
  5. Häufig ist es auch eine gute Lösung, wenn Ihr beide in der neuen Wohnung jeweils ein eigenes Zimmer bezieht. Ob Arbeits- oder Playstation-Zimmer: Jeder Mensch braucht einen individuellen Rückzugsort und hier kannst Du dann auch die Einrichtung ganz nach Deinem eigenen Geschmack wählen.

Beim Zusammenziehen geht es schlussendlich immer um Kompromisse: Sei offen für neue Ideen, einen neuen Einrichtungsstil und ein neues Lebensgefühl. Neu ist schließlich nicht immer schlechter und mit dem Zusammenziehen geht für beide Partner ein kleiner Traum in Erfüllung. Doch das Zusammenziehen bringt noch weitere Vorteile mit sich: finanzielle. In welcher Form? Das verrate ich Dir im zweiten Teil von „Richtig zusammenziehen“

Umzug für Studenten Teil 1: Umziehen als Student

Studenten ziehen meist sehr häufig um, haben aber gleichzeitig das Problem von absolutem Geldmangel. Da geht es von der einen WG in die nächste, fürs Praxissemester drei Monate nach Berlin, für das fünfte Semester wieder nach Köln und die Abschlussarbeit schreibst Du in München. Nach den drei, fünf oder auch acht Jahren bist Du dann gewiss ein echter Profi in Sachen „Umzug“. Für den Anfang möchte ich Dir aber noch einige hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben:

Tipp 1: WG-Zimmer zur Zwischenmiete

Als Student hast Du zahlreiche Möglichkeiten, wie Du auch mit geringem Budget und nur für kurze Zeit eine tolle Bleibe findest. Auf Plattformen, wie „WG-gesucht“, kannst Du nach WG-Zimmern in der jeweiligen Stadt suchen, auch zur Zwischenmiete. Der Vorteil: Während der eigentliche Bewohner des WG-Zimmers vielleicht ebenfalls gerade im Praxissemester in einer anderen Stadt ist, kannst Du sein voll möbliertes Zimmer beziehen. Dein eigentliches WG-Zimmer bleibt derweil ebenfalls möbliert und Du kannst es an einen anderen Studenten untervermieten. So ergibt sich ein praktischer Kreislauf unter den Studis, ohne großen Umzugsstress. Wie das möglich ist? In ganz Deutschland sind Start und Ende der Winter- und Sommersemester in etwa gleich – der bunte WG-Tausch ist davon ein positiver Nebeneffekt.

Tipp 2: Studentenwohnheime

Eine weitere Wohnmöglichkeit sind Studentenwohnheime. Diese gibt es in quasi jeder größeren Stadt mit Hochschulen oder Universitäten. Auch hier kannst Du die Zimmer häufig auf Wunsch möbliert anmieten, oder aber Deine eigene Einrichtung mitbringen. Häufig sind die einzelnen Studentenzimmer wiederum in kleine WG’s innerhalb des Wohnheims aufgeteilt. So werden Küchen und Gemeinschaftsräume beispielsweise von je fünf Bewohnern des Studentenwohnheims zusammen genutzt. So lernst Du gleich viele neue Leute kennen und findest sozialen Anschluss in derr fremden Stadt.

Doch beachte: Aufgrund der praktischen Vorteile und günstigen Preise der Studentenwohnheime, sind diese in der Regel stark nachgefragt. Du musst Dich also frühzeitig und fristgerecht auf einen Platz bewerben. Alle Informationen hierzu findest Du beim örtlichen Studentenwerk.

Tipp 3: Ummelden beim Umzug

Auch wenn Du nur für ein, zwei oder sechs Monate umziehst, musst Du Dich bei zahlreichen Behörden ummelden. Hierzu gehören

Ziehst Du nur zur Zwischenmiete um, kannst Du auch deinen Untermieter bitten, Deine Post zu öffnen. Ansonsten musst Du Dich auch bei Deinem Strom-, Gas-, Telefon- und Internetanbieter ummelden oder von Deinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Tipp 4: Aus dem Umzug ein Event machen

Wenn Du doch einen großen Umzug planst und kein Geld für ein professionelles Umzugsunternehmen hast, frag einfach einmal Deine Freunde und Kommilitonen um Hilfe. Motivieren kannst Du sie, indem Du aus der langweiligen Umzugshilfe ein echtes Event machst. Sorge für gute Musik, ausreichend Getränke (Bier bitte erst nach Feierabend, aufgrund der Unfallgefahr) und leckeres Essen. So hast Du nicht nur einen effizienten Umzug, sondern zur gleichen Zeit auch eine tolle Abschiedsfeier. Je mehr Personen teilnehmen, desto lustiger wird es…

Tipp 5: Nutze alle Sparvorteile

Auf meinen Seiten findest du viele wertvolle Tipps, mit denen du bei einem Umzug bares Geld sparen kannst. Du erfährst zum Beispiel, wie du günstig mit dem Low-Budget-Transporter aus dem Baumarkt umziehst, wie du Umzugskartons oder den Möbeltransporter richtig und effizient packst, was es für kostengünstige / kostenlose Alternativen zu teuren Umzugskartons gibt und wie du ganz allgemein bei einem Umzug kräftig sparen kannst.

Übrigens: Als Student kannst Du Deine Umzugserfahrung auch nutzen, um Dir mit einem Nebenjob als Umzugshelfer etwas Kleingeld hinzu zu verdienen. Wie? Das verrate ich Dir im zweiten Teil von „Umzug für Studenten“.

Das muss in Deinem Mietvertrag stehen

Dank meiner Tipps im Artikel „Wohnungssuche: So findest du eine Wohnung!“ und meinen Ratschlägen dazu, wie du einen Markler oder Vermieter von dir überzeugst, hast Du hoffentlich nun den Mietvertrag für Deine Traumwohnung vorliegen. Doch Vorsicht: Du solltest diesen unbedingt gründlich durchlesen, bevor Du ihn unterschreibst. Denn während einige Klauseln bestenfalls in Deinem Mietvertrag stehen sollten, sind andere unfair oder gar illegal. Was also muss und darf nun alles in Deinen Mietvertrag? Ich verrate es Dir…

Ein Mietvertrag muss nicht immer schriftlich sein

Tatsächlich gelten auch mündliche Abmachungen als Mietvertrag oder können diesen um wichtige Zusätze erweitern. Das Problem ist allerdings, dass Du in diesem Fall die Beweislast trägst und die mündliche Abmachung nachweisen musst. Hierfür könntest Du entweder Zeugen heranziehen oder eben die Vereinbarungen schriftlich festhalten und Dir per Unterschrift von Deinem Vermieter bestätigen lassen. Fertig ist der Mietvertrag! Allerdings solltest Du dennoch einen schriftlichen und rechtlich einwandfreien Mietvertrag von Deinem zukünftigen Vermieter verlangen. Hier werden nämlich wichtige Regelungen und Verpflichtungen festgehalten, die ansonsten eventuell zu einem Rechtsstreit führen könnten, beispielsweise bezüglich der sogenannten „Schönheitsreparaturen“.

Welche Arten von Mietverträgen gibt es?

Doch auch schriftlich verfasste Mietverträge können ganz unterschiedlich gestaltet sein. Grundlegend gibt es fünf verschieden Arten von Verträgen:

  1. unbefristeter Mietvertrag
  2. zeitlich befristeter Mietvertrag über eine bereits im Voraus festgelegte Dauer, dieser muss allerdings eine Begründung für die Befristung enthalten
  3. Indexmietvertrag mit Mietsteigerungen von jährlich zwei bis drei Prozent
  4. Staffelmietvertrag mit einer jährlichen Erhöhung der Miete (Steigerung ist als Summe angegeben)

Egal, ob komplexer Staffel- oder schlichter unbefristeter Mietvertrag: Du solltest diesen stets gründlich durchlesen und notfalls einen Sachverständigen darum bitte, Dir die juristischen Formulierungen zu erklären. Nur so kannst Du nämlich noch vor dem Zustandekommen des Mietvertrages Änderungen verlangen oder sogenannte „Individualvereinbarungen“ festhalten, zum Beispiel bezüglich der Nebenkosten, dem Winterdienst oder der Schönheitsreparaturen. Ist der Vertrag erst einmal unterschrieben, ist er auch in dieser Form gültig und nur noch schwer anzufechten, eine Ausnahme sind lediglich illegale Klauseln.

Welche Vertragsklauseln sind unzulässig?

Das Mietrecht legt fest, welche Klauseln in einem Mietvertrag rechtlich zulässig sind und welche nicht. Ungültige oder gar illegale Vertragsinhalte sind demnach:

Befristete Mietverträge nur mit ausreichender Begründung

Ein Mietvertrag wird stets auf unbestimmte Zeit geschlossen. Demnach darf dieser kein Enddatum enthalten, es sei denn, es handelt sich um die Sonderform eines befristeten Mietverhältnisses. In diesem Fall muss der Vertrag aber einen triftigen Grund enthalten, weshalb er zu dem angegebenen Zeitpunkt endet. Berechtigte Gründe sind zum Beispiel, wenn der Vermieter selbst oder Angehörige anschließend die Wohnung beziehen möchten (Eigenbedarf) oder eine so umfassende Renovierung notwendig wird, dass der Mieter in diesem Zeitraum die vermieteten Räume nicht weiter bewohnen kann. Wenn Du einen Grund aber als unzureichend empfindest, kannst Du ihn dennoch anfechten. Viele Gerichte entscheiden im Einzelfall zugunsten des Mieters.

Der Vermieter hat kein unbegrenztes Besuchsrecht

Der Vermieter darf nicht jederzeit und unangekündigt Deine Wohnung betreten, egal aus welchen Gründen. Er muss die Besuche stets vorher mit Dir vereinbaren. Ein eigener Schlüssel zu Deiner Wohnung steht ihm nicht zu. Entsprechende Klauseln in Deinem Mietvertrag sind daher ungültig.

Kündigungsgründe müssen definiert sein

Der Vermieter darf Dir nicht jederzeit, ohne Frist oder ohne gültigen Grund kündigen. Auch solche Klauseln sind rechtlich nicht zulässig. Die möglichen Gründe für eine Kündigung sind im Mietrecht festgesetzt.

Du bist der alleinige Mieter

Mit dem Mietvertrag erwirbst Du das alleinige Recht, die Wohnung in Anspruch zu nehmen. Der Vermieter darf sie nicht weiter- oder untervermieten.

Haustiere dürfen nicht generell verboten sein

Haustierklauseln gibt es in quasi jedem Mietvertrag. Allerdings dürfen diese nicht generell verboten werden. Während Kleintiere in Käfigen, einem Terrarium oder Aquarien prinzipiell erlaubt sind, gilt bei Katzen und Hunden die Einzelfallentscheidung. So dürfen diese im Mietvertrag zwar nicht mehr generell verboten werden, durchaus aber nach der Prüfung des Einzelfalls durch den Vermieter. Dieser muss dafür aber eine plausible und nachvollziehbare Begründung vorlegen können.

Das muss unbedingt in Deinem Mietvertrag stehen

Allerdings musst Du bei Deinem Mietvertrag nicht nur darauf achten, dass keine unzulässigen Klauseln enthalten sind, sondern auch welche anderen Informationen unbedingt festgehalten werden sollten. Der Vertrag muss strenge Regeln hinsichtlich Form und Inhalt einhalten, damit er im Notfall vor Gericht bestehen kann. Zwar kannst Du auch formlose Vereinbarungen oder, wie bereits erwähnt, mündliche Absprachen vor Gericht geltend machen, allerdings benötigst Du dann handfeste Beweise. Da ist es doch besser, direkt einen wasserdichten Mietvertrag vorlegen zu können, oder? Hierfür muss er wie folgt gestaltet sein:

  • Der Vertrag muss den vollständigen Namen des Mieters und Vermieters enthalten, da es sich um ein nicht übertragbares Schriftstück handelt.
  • Die Adresse des Objektes sowie seine genaue Lage, zum Beispiel 4. OG rechts, müssen erkennbar sein.
  • Genannt werden müssen zudem die Kosten, aufgeschlüsselt nach Kaltmiete, Sonderkosten, beispielsweise für einen Parkplatz oder die Gartenbenutzung, und die Betriebskosten.

Diese drei Mindestangaben sind notwendig, dass ein Mietverhältnis zustande kommt. Allerdings gehören in einen guten und gerichtlich ausreichend formulierten Mietvertrag noch zahlreiche weitere Informationen. In jedem Mietvertrag sollten daher weiterhin folgende Punkte festgehalten sein:

  • Der Mietbeginn, bei befristeten Mietverträgen die Mietdauer sowie der Grund für die Befristung.
  • Zusätzlich müssen alle Mieträume mit ihrer jeweiligen Quadratmeterzahl exakt aufgeführt werden. Hierunter fallen auch Garagen, Kellerräume, Terrassen, der Garten o.ä.
  • Alle Vereinbarungen zur Zahlung einer Kaution sollten niedergeschrieben werden. Zahlst Du eine Kaution an Deinen Vermieter (höchstens drei Monatskaltmieten), ist dieser gesetzlich dazu verpflichtet diese auf einem zinsbringenden Konto anzulegen. Dieses kann er entweder selbst eröffnen oder Dich als Mieter mit der Eröffnung eines Kautionskontos beauftragen. Zum Ende des Mietverhältnisses erhältst Du dann Deine Kaution inklusive Zinsen in einem angemessenen Zeitraum zurück. Diese kann lediglich für ausstehende Mietzahlungen oder den letzten Betriebskostenausgleich vorläufig einbehalten werden.
  • Um Streit zu vermeiden, sollten auch Klauseln zu den Schönheitsreparaturen enthalten sein. Starre Klauseln, wie „Der Mieter trägt alle Kosten der Schönheitsreparaturen bei seinem Auszug“ oder „Nach drei Jahren ist die Küche zu streichen“, sind nicht zulässig. Stattdessen können Hinweise gegeben werden, zum Beispiel dass die Küche in der Regel alle drei, das Wohnzimmer alle fünf Jahre gestrichen wird. Die tatsächlichen Fristen allerdings, sind dann nach dem jeweiligen Abnutzungsgrad zu beurteilen.
  • Eine weitere sinnvolle Ergänzung für den Mietvertrag sind die sogenannten „Kleinreparaturen“. Hierbei geht es beispielsweise um defekte Heizungsthermostate, Beschädigungen an Türen o.ä. Hierbei gilt die gesetzliche Regelung: Den Handwerker muss stets der Vermieter bestellen. Die Rechnung allerdings, muss der Mieter begleichen, solange diese nicht mehr als 100 Euro kostet. Ab dem 101. Euro hingegen, ist der Vermieter für das Begleichen der Handwerkerrechnungen zuständig. Insgesamt muss der Mieter pro Jahr nicht mehr für Handwerker bezahlen als acht Prozent seiner Jahresmiete.
  • Die Kündigungsfristen sind gesetzlich vorgeschrieben, solange Du im Mietvertrag keine abweichenden Regelungen triffst. Demnach kannst Du als Mieter mit einer Frist von drei Monaten kündigen und musst hierfür keine Gründe angeben. Der Vermieter hingegen, darf nur aus einem triftigen Grund heraus kündigen und hat strengere Kündigungsfristen zu beachten: In den ersten fünf Jahren gilt auch hier der Zeitraum von drei Monaten, nach fünf Jahren Mietdauer sind es sechs, nach acht Jahren gar neun Monate Kündigungsfrist. Kündigen darf er stets nur aufgrund eines schweren Vertragsbruches des Mieters (eventuell fristlos) oder wegen der Anmeldung von Eigenbedarf. Solltest Du aber nicht rechtzeitig eine angemessene neue Wohnung finden, kannst Du häufig die Verlängerung der Kündigungsfrist verlangen. Zu solchen Sonderfällen kannst Du Dich jederzeit vom Mieterschutzbund beraten lassen.

Von schlechten Mietverträgen profitierst Du als Mieter

Prinzipiell gilt aber: Je weniger im Mietvertrag steht, desto besser ist das meistens für Dich als Mieter. Dank strengen Gesetzen bist Du nämlich nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet, darfst unter gewissen Bedingungen Haustiere halten oder genießt hohen Kündigungsschutz, wenn keine abweichenden Regelungen im Mietvertrag stehen. Du solltest daher vor allem einen Blick auf unzulässige oder unfaire Regelungen haben und eventuelle Sondervereinbarungen mit Deinem Vermieter schriftlich festhalten. Ansonsten kannst Du entspannt unterschreiben und guten Gewissens in Deine neue Traumwohnung ziehen…

Tipp: Für den Fall, dass es doch einmal zum gerichtlichen Streit aufgrund eines Mietvertrags kommen sollte, empfehle ich Dir eine spezielle Rechtsschutzversicherung für Mieter. Diese ist häufig schon für wenige Euro im Jahr zu haben und bietet Dir ausreichend Schutz im Streitfall.

Wohnungssuche: So überzeugst Du jeden Vermieter oder Makler von Dir

In meinem Artikel „Wohnungssuche: So findest du eine Wohnung!“ habe ich Dir bereits gezeigt, wie und auf welchen Plattformen Du nach einer Mietwohnung suchen kannst und wie Du ein viel versprechendes Anschreiben an den Vermieter oder Makler formulierst. So erhältst Du gewiss eine freundliche Rückantwort und kannst hoffentlich die Wohnung Deiner Träume besichtigen. Du möchtest Sie mieten? Dann musst Du jetzt nur noch den Vermieter beziehungsweise Makler davon überzeugen, dass Du der perfekte Mieter für diese Wohnung bist. Wie? Das verrate ich Dir…

Weshalb musst Du Dich auf eine Wohnung bewerben?

Du fragst Dich nun vielleicht, weshalb Du Dich auf eine Wohnung „bewerben“ musst? Schließlich möchtest Du ja Geld dafür zahlen. Ist dann nicht eigentlich der Vermieter der „Bittsteller“? Mancherorts ist dies der Fall. Hier bist Du der einzige Bewerber auf eine Wohnung und der Vermieter ist froh, dass Du diese möchtest. Wenn Du in eine solch glückliche Lage kommst, kannst Du eventuell sogar noch Forderungen stellen, zum Beispiel neue Fliesen im Bad oder einen moderneren Boiler verlangen o.ä. Allerdings sind diese Fälle sehr selten. Die Regel sieht eher wie folgt aus: In Großstädten, dicht besiedelten Gebieten oder bei außergewöhnlich schönen sowie günstigen Wohnungen erhalten die Vermieter oder Makler etliche, manchmal mehrere hundert Anfragen. Nach dem ersten Aussortieren bei der Kontaktaufnahme sowie nach der Besichtigung bleiben dann immer noch zahlreiche Interessenten übrig. So kann es sein, dass neben Dir noch fünf, zehn oder gar 20 weitere Bewerbungen auf die Wohnung eingehen. Wie also kannst Du positiv aus der Masse heraus stechen?

1. Versetze Dich in die Lage des Vermieters

Diese Frage beantwortest Du am einfachsten, wenn Du Dich einmal in die Lage des Vermieters versetzt: Was ist ihm wohl am wichtigsten? Hierzu gehören zum Beispiel

  • dass der Mieter pfleglich mit seinem Eigentum umgeht,
  • dass er seine Miete stets pünktlich bezahlt,
  • dass er sich an den Mietvertrag sowie die Hausordnung hält,
  • dass er in das soziale Umfeld der Nachbarschaft passt,
  • dass er keine Lärmbelästigung verursacht,
  • uvm.

Häufig wünschen sich die Vermieter daher Nichtraucher, keine Haustiere, keine lauten Instrumente, eine feste Anstellung oder Beamte sowie eine zum Mehrfamilienhaus passende soziale Struktur. Das bedeutet: Leben hier viele Senioren, so wird er sich vermutlich auch für Senioren entscheiden, bei einem Haus voller Familien mit Kindern haben junge Paare mit Kinderwunsch oder kleinen Kindern eine bessere Chance. Versuche daher all diese Kriterien bei der Wohnungsbewerbung zu berücksichtigten, sodass der Vermieter in Dir den perfekten Mieter entdeckt. Bleibe aber trotzdem stets ehrlich…

2. Bereite Dich auf die Wohnungsbewerbung vor

Am besten ist es, wenn Du Dich gleich anschließend an die Wohnungsbesichtigung auf die Wohnung bewirbst (allerdings darfst Du auf keinen Fall bereits einen Vertrag unterschreiben). Du solltest Dich ausgiebig auf die Besichtigung vorbereiten und alle erforderlichen Unterlagen mitbringen. Dies hinterlässt beim zuständigen Vermieter bzw. Makler direkt einen positiven Eindruck. Bringe also

  • eine Mieterselbstauskunft,
  • einen Gehaltsnachweis,
  • eine Kopie Deines Personalausweises,
  • eine SCHUFA-Auskunft,
  • eine Empfehlung des Vormieters und
  • einen Beleg über Deine Schuldenfreiheit

zur Besichtigung mit, suche anschließend das freundliche Gespräch mit dem Vermieter/Makler, bekunde Dein Interesse und überreiche ihm die ordentlich gehefteten und vollständigen Unterlagen.

3. Ein positiver erster Eindruck…

…ist besonders wichtig. Du musst Dich daher unbedingt angemessen kleiden und frisieren. Seriös und schick sollte es sein, gleichzeitig aber auch nicht zu viel des Guten. Greife also statt Deiner Turnschuhe und zerrissenen Jeans einfach einmal zur weißen Bluse, dunkelblauen schlichten Jeans und Ballerinas. Oder ziehe als Mann ein schlichtes Hemd sowie Deine edlen Anzugschuhe zur schwarzen Jeanshose an. Die Kleidung muss natürlich sauber und gebügelt sein. Auch Tattoos, Piercings o.ä. solltest Du wenn möglich verstecken, da sie gesellschaftlich bislang noch wenig akzeptiert sind.

4. Nimm gezielt Kontakt zum Vermieter/Makler auf

Gerade bei einer Massenbesichtigung wirst Du sonst nämlich schnell übersehen. Gehe auf den Vermieter oder Makler zu, stelle ihm Fragen, bekunde Dein Interesse an der Wohnung und beantworte alle Fragen zu Dir als Person sachlich und wahrheitsgemäß. Sei pünktlich, überreiche Deine Unterlagen und frage eventuell nach der Besichtigung noch einmal telefonisch nach dem Stand der Entscheidung. So wirkst Du seriös, zuverlässig und ehrlich. Zögern, Unentschlossenheit, Schüchternheit oder eine unklare finanzielle wie persönliche Situation hingegen, sind absolute No-Gos für Wohnungsbewerber.

5. Als Erster kommen, als Letzter gehen

Bei einer großen Masse an Anfragen haben meist diejenigen Wohnungsbewerber die beste Chance, welche sich als erste gemeldet haben. Sei daher wenn möglich einer der ersten Bewerber, vereinbare den frühestmöglichen Besichtigungstermin mit dem Vermieter oder Makler und sei bei einer Massenbesichtigung der Erste, der kommt, sowie der Letzte, der geht. Wieso? Weil Du damit im Gedächtnis bleibst. Bleibe also bis zum Schluss und suche so lange das Gespräch mit dem Vermieter/Makler, bis alle anderen Bewerber gegangen sind. Wenn Du nicht weißt, was Du mit ihm sprechen sollst, stelle einfach viele Fragen, zum Beispiel:

  • Was gehört noch zur Wohnung? (Keller, Stellplatz, Garage, Dachboden, Balkon, Garten etc.)
  • Wann wurde die Wohnung gebaut/renoviert?
  • Kann die Einbauküche übernommen werden?
  • Wann wäre der gewünschte Einzugstermin?
  • Wer wohnt in der Nachbarschaft?
  • Welche Nebenkosten kommen zur Kaltmiete hinzu?
  • Gibt es einen Hausmeisterservice oder welche Pflichten gehst Du als Mieter ein? (Reinigung der Flure, Schnee schippen etc.)
  • Welche Haustiere sind erlaubt?
  • Wie weit sind die nächsten Einkaufsmöglichkeiten entfernt?
  • Welche Kindergärten und Schulen gibt es im Umkreis?

Gerne kannst Du auch nach der Besichtigung noch einmal telefonisch weitere Informationen erfragen. Die nochmalige Kontaktaufnahme rund ein bis zwei Tage nach der Wohnungsbesichtigung steht für Entschlossenheit und Interesse. „Bleib dran!“ lautet die Devise, welche Dich zu Deiner Traumwohnung führen wird. Ich wünsche Dir viel Erfolg…