Umzug ins Seniorenheim

Der Umzug in ein Seniorenheim ist ein sensibles Thema. Das geliebte Haus oder die langjährige Wohnung aufzugeben und sich einzugestehen, dass es Probleme bereitet oder in näherer Zukunft Probleme bereiten könnte, allein zu leben und zurechtzukommen ist ein großer Schritt – nicht nur für die Betroffenen selbst, auch für die Angehörigen, die die Entscheidung unterstützen. Zum Glück gibt es für ältere Menschen verschiedene Möglichkeiten, betreut und umsorgt zu wohnen. Das klassische Seniorenheim ist nur eine davon. So gibt es immer mehr Senioren-WGs oder Mehrgenerationenhäuser mit Betreuung. Im Folgenden möchte ich aber vor allem Tipps und Ratschläge zum Umzug in eine „klassische“ Senioreneinrichtung wie Seniorenresidenz, Pflegeheim, Altenheim und Seniorenheim geben.

Leben im Seniorenheim

Zu keiner Zeit zuvor konnten Senioren ihr Leben so lange unabhängig und aktiv gestalten. Dennoch kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem es immer schwerer fällt, sich selbst zu versorgen. Und nicht in jeder Familie besteht die Möglichkeit, dass sich die jüngere Generation um Eltern oder Großeltern kümmert – sei es aufgrund räumlicher Entfernung oder weil die Berufstätigkeit keine Zeit für eine ausreichende Betreuung lässt. Wer im fortgeschrittenen Alter aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr alleine oder mit Partner und/oder Familie leben kann oder möchte, der kann in einer betreuten Wohnform ein neues Zuhause finden. Hier ist zwischen Einrichtungen, die die Möglichkeit bieten selbstbestimmt mit Betreuung zu wohnen oder mit der Rundumversorgung eines Altersheims zu unterscheiden. Oftmals finden sich in Seniorenheimen Kombinationen aus beiden Modellen, so dass einfach die Betreuung einem eventuell gewachsenen Bedarf angepasst werden kann, ohne dass man noch einmal einen Umzug auf sich nehmen muss. Viele Seniorenheime bieten heutzutage individuelle Einzimmerappartements oder sogar Wohnungen innerhalb einer barrierefreien Wohnanlage.

Tipp: In manchen Seniorenheimen darf man für einen gewissen Zeitraum Probewohnen. Dies erleichtert die Entscheidung für oder gegen eine Einrichtung.

Den Umzug vorbereiten

Im Idealfall überlegt man sich schon bevor es so weit ist, welche Wohnform man sich im Alter vorstellen kann und spricht offen mit Familie und Angehörigen über seine Vorstellungen und Wünsche oder trifft sogar schon eine Auswahl an Einrichtungen, in denen man sich vorstellen könnte zu leben. So sind alle Beteiligten zumindest seelisch rechtzeitig darauf vorbereitet, was zu tun ist, wenn die Zeit für den Umzug ins Seniorenheim gekommen ist, und die wichtigsten Angelegenheiten sind unter Dach und Fach. Doch auch dann bleibt im Fall der Fälle noch einiges zu tun und zu bedenken.

Was kann und will ich mir leisten?

Ein nicht zu vernachlässigender Punkt beim Thema Umzug ins Seniorenheim, der vor dem Umzug geklärt werden muss, ist natürlich die Finanzierung. Was übernimmt die Krankenkasse? Welche Kosten muss ich selber tragen? Wichtige Fragen mit sehr individuellen Antworten. Hier ergeben sich zum Teil allein erhebliche Unterschiede anhand der Unterbringungsart vollstationäre Heimunterbringung oder betreutes Wohnen. Zum Punkt Finanzierung ist daher rechtzeitig die Krankenversicherung oder Pflegeversicherung zu kontaktieren. Auch die Leitung der Senioren- bzw. Pflegeeinrichtung und der Sozialdienst können diesbezüglich beraten und weiterhelfen.

Was kann ich mitnehmen?

In einer Einrichtung für betreutes Wohnen wird man zumindest einen Teil seiner eigenen Möbel mitbringen können. In einem Pflegeheim benötigt man eventuell nur ein paar persönliche Gegenstände, da die wichtigsten Möbel wie Bett, Schrank, Tisch und Stühle im Zimmer bereits vorhanden sind. In den allermeisten Fällen wird man seinen Haushalt jedoch zumindest deutlich verkleinern und daher gründlich aussortieren müssen. Hier heißt es: rechtzeitig vor dem Umzug mit der Organisation und Planung beginnen. Hierfür muss man zunächst mit dem Seniorenheim klären, was man mitbringen soll, kann und darf. Darüber hinaus heißt es, rechtzeitig mit dem Ausmisten beginnen. Können dabei Familie und Freunde helfen? Andernfalls muss rechtzeitig ein Umzugsunternehmen, das als Service auch Haushaltsauflösungen anbietet, organisiert werden. Und was geschieht mit den Sachen, die nicht mehr gebraucht werden? Was wird innerhalb der Familie weitergegeben? Was wird gespendet? Und welche Gegenstände haben ihre besten Tage hinter sich und müssen auf den (Sperr-)Müll?

Formalitäten erledigen

Bei einem Umzug gibt es immer eine Menge mehr oder weniger lästiger Formalitäten zu erledigen. Zunächst muss der Mietvertrag für die alte Wohnung rechtzeitig gekündigt werden. Wer ein eigenes Haus besitzt, sollte vor dem Umzug ins Seniorenheim klären, was daraus werden soll. Wird es vermietet? Oder den Kindern überschrieben? Des Weiteren müssen Abos gekündigt oder umgemeldet, Strom- und Gasanbieter müssen über den Umzug informiert werden. Telefon- und Kabelanschluss sollten rechtzeitig gekündigt werden. Man muss sich überlegen, welche Versicherungen man weiterhin benötigt und auch hier gegebenenfalls „ausmisten“. Zu guter Letzt müssen spätestens kurz nach dem Umzug die Behörden über den neuen Wohnsitz informiert werden, und die neuen Kontaktdaten müssen an Banken und Co weitergegeben werden.

Umzugsunternehmen beauftragen

Vielleicht gibt es im Verwandten- oder Freundeskreis Unterstützung beim Kistenpacken, jemanden der den Umzugswagen fährt und fleißige Helfer beim Ein- und Ausladen. Doch auch in diesem Fall müssen rechtzeitig ein geeigneter Wagen sowie Kisten und Kartons besorgt werden. In allen anderen Fällen gilt es zeitig vor dem Umzug ein geeignetes Umzugsunternehmen zu finden. Am besten lässt man sich hier von verschiedenen Unternehmen Kostenvoranschläge geben, um das günstigste Angebot zu bekommen.

Lies zum Thema Umzugsunternehmen auch unseren ausführlichen Artikel Umzug für Senioren Teil 2: Das richtige Umzugsunternehmen aussuchen.

Du siehst: Es gibt viel zu tun und viel zu beachten vor dem einschneidenden Umzug ins Seniorenheim. Darum hier zusammenfassend noch einmal unsere praktische Checkliste:

Checkliste Umzug ins Seniorenheim

  • Pflegegrad beantragen
  • Ggf. Antrag auf Kostenübernahme für eine vollstationäre Unterbringung bei der Pflegeversicherung einreichen
  • Finanzierung prüfen und sichern. Gegebenenfalls Hilfe zur Pflege für eine zusätzliche Finanzierung beantragen)
  • Pflegeversicherung bzw. Krankenversicherung über den Umzug in die Senioreneinrichtung informieren
  • Ggf. Mietvertrag kündigen

Hinweis: Ein Sonderkündigungsrecht bei einem Umzug ins Pflegeheim gibt es nicht, auch nicht in akuten Fällen. Aber eventuell gibt es im Mietvertrag eine Nachmieterklausel, die das Stellen eines Nachmieters und damit ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Mietvertrag erlaubt. Oder der Vermieter ist bereit einen Aufhebungsvertrag auszuhandeln.

  • Umzugsunternehmen beauftragen bzw. Hilfe für den Umzug durch Angehörige oder Freunde organisieren. Manche Umzugsunternehmen sind auf Seniorenumzüge spezialisiert und/oder bieten einen umfassenden Service inklusive Haushaltsauflösung an.
  • Findet der Umzug mit Hilfe eines Umzugsunternehmens statt, lohnt es sich, verschiedene Unternehmen zu vergleichen und Kostenvoranschläge einzuholen.
  • Mit Heimleitung besprechen, welche Möbel und Gegenstände mitgebracht werden können/dürfen und dementsprechend den Haushalt auflösen bzw. aussortieren
  • Ggf. um den Verbleib von Haustieren kümmern (in manche Einrichtungen dürfen Haustiere auch mitgebracht werden)
  • Verträge und Versicherungen: ggf. Daueraufträge für Stromanbieter, Telefon etc. kündigen, Kabelanschluss, Telefonanschluss o.ä. kündigen. Darüber hinaus sollte man prüfen, welche Versicherungen man in der Senioreneinrichtung noch benötigt und überflüssige Versicherungen ebenfalls kündigen. Manche Versicherungen übernimmt auch das Seniorenheim. Hier sollte man sich also auch rechtzeitig informieren.

Tipp: Wird der Umzug ins Seniorenheim als Wohnumfeldverbessernde Maßnahme akzeptiert, bezuschusst die Krankenversicherung ggf. Umzug und möglicherweise anfallende Renovierungskosten.

  • Ummeldeformalitäten: Auch an die Mitteilung der Adressänderung bei Behörden, Bank, Versicherungen sollte man rechtzeitig denken. Für eine Übergangszeit kann auch ein Nachsendeantrag bei der Post sinnvoll sein.

Seniorenumzug bei der Steuer absetzen

Wer im Alter aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Seniorenheim umzieht, kann verschiedene Posten steuerlich geltend machen. Dazu gehören:

  • Ummeldekosten
  • Kosten für den Auf- und Abbau von Haushaltsgeräten
  • Kosten für Trinkgelder und Verpflegung der Umzugshelfer (sowohl bei privaten als auch bei professionellen Helfern)
  • Kosten für Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung

Umzug finanzieren: Das solltest du beachten

Die alte Wohnung ist zu klein geworden, der Vermieter hat Eigenbedarf angemeldet, es geht von der Wohngemeinschaft in die ersten eigenen vier Wände oder ein Jobwechsel ist Anlass für den Umzug in eine andere Stadt. Die Gründe, die für einen Umzug sprechen sind vielfältig. So unterschiedlich die persönlichen Beweggründe sind, so gewiss ist die Tatsache, dass der Wechsel der Wohnung meist ein teures Unterfangen ist.

Kosten, die durch einen Umzug entstehen

Zunächst überwiegt die Freude darüber, dass eine neue Wohnung gefunden wurde. In vielen Städten Deutschlands ist das mittlerweile aufgrund der hohen Nachfrage und der kontinuierlich steigenden Mieten nicht ganz einfach. Wenn es dann um die Kosten geht, die wegen des Umzugs auf einen zukommen, dann macht sich meist relativ schnell Ernüchterung breit. Zunächst wäre da die Kaution. Manche Vermieter fordern die Kaution oder zumindest die erste Rate der Kaution bereits zur Unterzeichnung des Mietvertrages ein (siehe auch Artikel Mietkaution Teil 2: Alternativen zur klassischen Barkaution). Weiter geht es mit dem Umzug an sich. Neue Umzugskartons müssen gekauft werden und in der Regel wird ein Wagen für den Transport der Möbel gemietet. Wer Kosten einsparen möchte, der verzichtet auf professionelle Umzugshelfer und nimmt die Hilfe von Freunden und der Familie an oder organisiert günstige studentische Umzugshelfer.

Sind erstmal alle Sache in der neuen Wohnung wird häufig rasch klar, dass nicht alle alten Möbel in das neue Heim passen oder das weitere Möbelstücke benötigt werden. Vor allem beim Aufbau der alten Küche kann eigentlich immer mit zusätzlich anfallenden Kosten gerechnet werden – auch wenn es nur die Arbeitsplatte ist, die wegen der unterschiedlichen Raumformen der Küchen neu zugeschnitten werden muss. Fest steht, dass die Kosten, die im Zusammenhang mit einem Umzug in eine neue Wohnung anfallen, nicht gerade gering und auf den ersten Blick nicht immer vollständig vorhersehbar sind.

Einen Umzug finanzieren

Da nicht alle Umzüge lange Zeit im Voraus geplant werden können – man denke beispielsweise an die Kündigung wegen Eigenbedarfs oder einen relativ kurzfristigen Jobwechsel – hat nicht jeder die Möglichkeit, eine ausreichende Rücklage für den Umzug zu bilden. In anderen Fällen erlaubt die aktuelle finanzielle Situation leider keine Rücklagenbildung. In solchen Fällen kann es sich durchaus als hilfreich erweisen, eine Finanzierung abzuschließen. Schließlich möchte man ja auch nicht immer die Familie oder enge Vertraute um Geld bitten, wenn es auch anders geht.

Den passenden Kredit finden

Dank Kreditvergleichsportalen ist es relativ einfach und bequem einen passenden Kredit zu finden. Als Anbieter für den Vergleich verschiedener Privatdarlehen hat sich smava etabliert. Privatdarlehen verschiedener Anbieter zu unterschiedlichen Konditionen werden hier übersichtlich präsentiert, sodass ein Vergleich der Kredite vereinfach wird. Je nachdem wie hoch die gewünscht Kreditsumme ist, werden dem Kreditnehmer unterschiedliche Kreditkonditionen angeboten. Die Laufzeit und die Höhe der monatlichen Raten können in der Regel der individuellen Situation angepasst werden.

Von günstigen Online-Kredite profitieren

Aufgrund der Tatsache, dass Vergleichsportale vornehmlich mit Direktbanken zusammenarbeiten, die im Vergleich zu herkömmlichen Hausbanken über kein ausgebautes Filialnetz verfügen und im Internet wegen des direkten Vergleichs eine stärkere Wettbewerbssituation herrscht, sind die Online-Kredite in der Regel günstiger als Kredite bei Filialbanken. Zum Teil gibt es sogar Banken, mit denen spezielle Exklusiv-Zinsen oder für kleinere Beträge 0%-Finanzierungen vereinbart werden, die dann nur bei einem Abschluss über das entsprechende Vergleichsportal gelten.

Aktionsangebote zur Finanzierung des Umzugs nutzen

In anderen Fällen gibt es Aktionskredite, die angeboten werden. Aktuell wird z.B. über ein Kreditvergleichsportal ein sogenannter Negativzins-Kredit vermittelt, bei dem der Bankkunde weniger zurückzahlt, als er sich bei der Bank geliehen hat. Konkret handelt es sich um einen Kredit, der auf 1.000 Euro pro Person gedeckelt ist. Aufgrund eines negativen effektiven Jahreszinses zahlt der Kreditnehmer schlussendlich nur 994 Euro an die Bank zurück. Da die Aufnahme des Kredits nicht an einen Verwendungszweck gebunden ist, eignet sich der Negativzins-Kredit zum Beispiel bestens, um einen Umzug oder neue Möbel zu finanzieren.

Vorsicht bei 0%-Finanzierung

Viele Unternehmen bieten bei Neuanschaffungen mittlerweile auch eine Nullprozent-Finanzierung an (z.B. bei der Anschaffung einer neuen Küche oder neuen Möbeln). Nicht nur in Zeiten niedriger Kreditzinsen sollte man sich genau überlegen, ob man solche Angebote annehmen möchte. In einem separaten Artikel habe ich alle Informationen zu solchen 0%-Finanzierungen für dich zusammengefasst.

Umzug in eine WG – So klappt das Zusammenleben

Das Leben in einer Wohngemeinschaft stellen sich gerade viele junge Menschen sehr spannend vor. Dabei wollen die eigenen WG-Mitbewohner mit Bedacht ausgewählt werden, da es sonst schnell zu Streitigkeiten und persönlichen Problemen untereinander kommt. Sehr ordentliche Menschen und kleine Dreckspätze werden sich in einer WG wohl kaum vertragen, während es Gesundheitsfreaks und Kettenraucher ebenso schwer miteinander haben werden. Manche Wohnungen sind auch einfach nicht WG-geeignet, weil die Zimmer zum Teil zu klein oder als Durchgangszimmer gestaltet sind. Ob Du nun eine WG neu gründen oder in eine bestehende WG ziehen möchtest, ich habe nachfolgend ein paar wichtige Tipps für Dich zusammengestellt, damit das Abenteuer WG für Dich auch wirklich zum vollen Erfolg werden kann!

Zweck- oder Freundschafts-WG

Diese Frage stellt sich sowohl bei einer WG, die Du neu gründest, als auch einer bestehenden Wohngemeinschaft, in die Du schon bald einziehen willst. Bei Zweck-WGs geht es ausschließlich darum, vom günstigen Wohnraum durch die eigenen Mitbewohner profitieren zu können. Während sich alle Mitbewohner vertragen, werden die sozialen Beziehungen zwischen einander also kaum gepflegt. Bei einer Freundschafts-WG ziehst Du hingegen mit Menschen zusammen, mit denen Du gerne mal etwas unternehmen und auch befreundet sein würdest. Vielleicht sind es sogar Deine bisherigen Freunde, mit denen Du eine WG gründen willst. Dann gestaltet sich das WG-Leben zwar familiärer, aber Du lernst Deine Freunde plötzlich vielleicht von einer ganz anderen Seite kennen, die Du wohlmöglich lieber nicht kennengelernt hättest.

Gerade dann, wenn Du mit Freunden zusammenziehen willst, solltet ihr gemeinsam über eure Sorgen und Ängste sowie eure individuellen Gewohnheiten sprechen, um dann entscheiden zu können, ob ihr euch das gemeinsame WG-Leben überhaupt vorstellen könnt. Schließlich soll die Freundschaft nicht darunter leiden. Falls Du hingegen nach einem Zimmer in einer bestehenden WG suchst, solltest Du darauf achten, dass sich Deine und die Vorstellungen Deiner neuen Mitbewohner gleichen. Wenn Du Dir eigentlich eine Freundschaft mit Deinen neuen Mitbewohnern wünschst, diese aber nur auf eine Zweck-WG aus sind, dann kann es schon von Anfang an zu Reibungen kommen. Besser ist es also, wenn Du Deine Hoffnungen und Erwartungen ehrlich ansprichst und Dich eben für eine andere WG entscheidest, wenn es bei der ersten Wohnung einfach nicht passt.

Tipps zum Gründen einer WG

Wenn Du nun eine WG selbst gründen möchtest, solltest Du Dich beim Vermieter erkundigen, inwiefern das möglich ist. Denn nicht immer sind WGs von Seiten des Vermieters gestattet. Außerdem lohnt es sich zu erfragen, inwiefern jeder Mitbewohner seinen eigenen Mietvertrag erhält oder Du den Mietvertrag zum Beispiel allein unterschreibst und Deine Mitbewohner das Geld für die Miete und Nebenkosten dann direkt an Dich überweisen. Du trägst dann natürlich eine größere Verantwortung, da Du für die Miete einstehen musst, selbst wenn Deine Mitbewohner ihren Anteil mal nicht rechtzeitig bezahlen. Während der Wohnungsbesichtigung solltest Du zudem darauf achten, dass die neue Wohnung die folgenden Faktoren erfüllt und damit WG-tauglich ist:

  • alle Zimmer sollten ungefähr die gleiche Größe haben
  • der Grundriss muss WG-tauglich sein (also zum Beispiel keine Durchgangszimmer haben)
  • die Größe und Anzahl der Badezimmer sollte für die Anzahl der Mitbewohner ausreichend sein
  • eine separate Gästetoilette ist wünschenswert
  • ein Dachboden oder Keller ist ebenso wünschenswert
  • dass es eine Küche oder ein separates Wohnzimmer mit ausreichend Platz für das Gemeinschaftsleben gibt

Regeln für das gemeinsame WG-Leben aufstellen

Gerade bei einer Wohngemeinschaft, die keine reine Zweck-WG ist, bei der man sich also nur auf das Nötigste, wie zum Beispiel Ruhezeiten, die Mietzahlungen und einen Putzplan verständigt, solltest Du gemeinsam mit Deinen Mitbewohnern Regeln für das gemeinsame Leben aufstellen. Dabei geht es dann nicht mehr nur um einen Putzplan sondern auch darum,

  • … inwiefern Lebensmittel geteilt werden und es eine gemeinsame Haushaltskasse gibt.
  • … inwiefern es regelmäßig WG-Treffen mit allen Mitbewohnern geben soll.
  • … inwiefern Du Dein Zimmer während eines Auslandsaufenthalts oder in den Semesterferien zwischen- oder untervermieten darfst.
  • … inwiefern das Rauchen wo und wann in der Wohnung erlaubt ist.
  • … inwiefern gemeinsam Möbel fürs Wohnzimmer oder andere Gemeinschaftsräume gekauft werden sollen und was damit passiert, wenn einer der Mitbewohner auszieht. (Müssen die anderen Mitbewohner ihn dann ausbezahlen?)
  • … inwiefern Schlafgäste erlaubt sind und angekündigt werden müssen.
  • … inwiefern ihr gemeinsam eine Waschmaschine, einen Fernseher oder andere Elektrogeräte anschafft.
  • … wie der Auszug eines Mitbewohners zu handhaben ist, wie früh dieser anzukündigen ist, wer sich um einen Nachmieter für das WG-Zimmer kümmert, etc.
  • … was im Fall einer WG-Auflösung mit den gemeinsamen Anschaffungen und der Wohnung an sich passiert.
  • … wie die Telefonkosten unter den Mitbewohnern aufgeteilt werden.
  • … dass jeder Mitbewohner eine eigene Haftpflichtversicherung hat.
  • … bei welchen Änderungen die anderen Mitbewohner ein Mitspracherecht haben.

Gibt es den idealen Mitbewohner überhaupt?

Die Chemie sollte zwischen Dir und Deinen Mitbewohnern natürlich stimmen. Dabei kommt es aber nicht nur darauf an, dass ihr einen guten Draht zueinander habt. Vielmehr ist es so, dass ein guter Mitbewohner auch noch andere Eigenschaften mitbringen sollte, die das WG-Leben deutlich einfacher gestalten können. Wenn Du also nach dem passenden Mitbewohner suchst oder Dich fragst, ob Du gerne mit den Bewohnern einer bestehenden WG zusammenleben willst, dann behalte die folgende Liste einfach im Hinterkopf.

  • der Altersunterschied zwischen den Bewohnern sollte nicht allzu groß sein
  • das Geschlechterverhältnis sollte möglichst ausgeglichen sein – vielleicht möchtest Du aber auch nicht in einer gemischten WG wohnen, was Du entsprechend überlegen solltest
  • ähnliche Party-, Lern- oder Schlafgewohnheiten, damit es zu keinen gegenseitigen Ruhestörungen kommt
  • ähnliche Vorstellungen und Gewohnheiten in Sachen Sauberkeit
  • kompatible Lebensgewohnheiten – Veganer wollen vielleicht nicht unbedingt mit begeisterten Fleischessern zusammenleben
  • ein rücksichtsvoller Umgang miteinander

Verschiedene behindertengerechte Wohnformen

Wenn für Dich oder einen lieben Menschen ein Umzug aufgrund einer Behinderung ansteht, ist es in vielen deutschen Städten mitunter gar nicht so leicht, behindertengerechten Wohnraum  zu finden. Denn viele Vermieter scheuen die Kosten, die aufzuwenden sind, um Wohnraum überhaupt erst einmal behindertengerecht zu gestalten. Dabei können verschiedene Wohnformen abhängig von der vorliegenden Behinderung infrage kommen. Heute möchte ich Dir also mehr über diese behindertengerechten Wohnformen verraten, damit Du Dir an dieser Stelle kinderleicht einen Überblick verschaffen kannst.

Diese behindertengerechten Wohnformen gibt es

Bevor Du die einzelnen Wohnformen näher kennenlernen kannst, solltest Du wissen, dass die folgenden Wohnformen für Menschen mit Behinderungen grundsätzlich erst einmal zur Auswahl stehen:

  • Tagespflegeheim
  • Wohngruppen
  • Wohnheime
  • Einzelwohnung mit einer fachkundigen Betreuung
  • Einzelwohnung ohne Betreuung, falls keine allzu schwerwiegende Behinderung vorliegt

Wohnen in einer Einzelwohnung

Abhängig von der Schwere und Art der Behinderung entscheidet sich demnach, welche Wohnform die richtige ist. Sofern ihre Wohnung behindertengerecht umgebaut wurde, können viele Rollstuhlfahrer zum Beispiel auch ohne Betreuung ein selbstbestimmtes Leben in ihrer eigenen Wohnung führen. Gerade dann, wenn ein Mensch mit Behinderung in einer Einzelwohnung nicht nur als Single, sondern zusammen mit seinem Partner, Kindern, Lebensgefährten oder Freunden lebt, ist eine Unterstützung von außen oftmals nicht erforderlich. Eine Einzelwohnung gewährleistet im Vergleich zu den anderen behindertengerechten Wohnungen zudem das höchstmögliche Maß an Privatsphäre. Sofern eine Unterstützung von außen erforderlich ist, kann diese jedoch auch in einer Einzelwohnung gewährleistet werden. Denn Fachpersonal kann den Betroffenen ambulant unterstützen, sofern dies nötig ist oder es im Laufe der Zeit wird. Somit kann ein hoher Grad an Selbstständigkeit trotz der Behinderung beibehalten werden.

Wohnen im Tagespflegeheim

Alle anderen Wohnformen, die an dieser Stelle als geeignet für Menschen mit Behinderung genannt wurden, ermöglichen hingegen nur ein geringeres Maß an Privatsphäre oder Selbstständigkeit. Tagespflegeheime bauen dabei auf einem ähnlichen Prinzip wie beispielsweise Kindertagesstätten auf. Die Gäste besuchen das Pflegeheim nur tagsüber, während sie am Abend oder in der Nacht entsprechend von ihren Angehörigen unterstützt werden. Somit können die betroffenen Personen länger in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben, da die Angehörigen entlastet werden und am Tag ihrer Arbeit nachgehen können.

Wohngruppen für Menschen mit Behinderung

Alternativ gibt es aber auch Wohngruppen für Menschen mit Behinderung. Dabei gibt es auch gemischte Wohngruppen, in denen also nicht nur Menschen mit, sondern auch Menschen ohne Behinderung leben. Falls zusätzliche Hilfe von außen erforderlich wird, kann auch bei dieser Wohnform wieder eine ambulante Unterstützung durch ein gut ausgebildetes Fachpersonal herangezogen werden. Bewohner solcher Wohngruppen sind meist nicht in der Lage dazu, allein zu leben, weisen aber dennoch ein recht hohes Maß an Selbstständigkeit auf.

Wohnheime für Menschen mit Behinderung

Wenn eine intensivere und umfassendere Betreuung erforderlich ist und diese nicht durch die eigenen Angehörigen gewährleistet werden kann, dann ist ein Wohnheim die bessere Wahl. Dort stehen nicht nur Pflegekräfte, sondern oftmals auch Psychologen und Therapeuten zur Verfügung, die sich tags wie nachts um das Wohl der Bewohner kümmern. Dabei gibt es verschiedene Wohnheime, die sich um Menschen mit verschiedenen Arten sowie Schweregraden der Behinderung sorgen. Oftmals betreiben die Wohnheime auch Werkstätten für behinderte Menschen, sodass sich die Betroffenen etwas Geld hinzuverdienen und gleichzeitig einer sinnvollen, produktiven Beschäftigung nachgehen können.

Umzug in eine kleinere Wohnung – so klappt‘s

Wenn Du von einer großen in eine kleine Wohnung ziehst, heißt dies noch mehr Arbeit für Dich als bei einem regulären Umzug. Denn eine kleinere Wohnung bedeutet natürlich, dass nicht alle Deine Möbel dort Unterschlupf finden werden und Du Dich womöglich von einigen Dingen trennen musst. Beim Umzug in eine kleinere Wohnung kommst Du um ein gezieltes Ausmisten also nicht herum. Ob Du nun infolge eines Jobverlustes, einer Trennung oder aufgrund der zu hohen Kosten für Deine bisherige Wohnung umziehst, kann bei der Planung Deines Umzugs in eine kleinere Wohnung auch eine Rolle spielen. Schließlich musst Du Dich fragen, ob Du Dich von Deinen zu großen Möbelstücken dauerhaft oder nur temporär trennen willst. Ich möchte Dir an dieser Stelle daher ein paar hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben, damit Dein Umzug in die kleinere Wohnung gelingt.

Ausmisten oder einlagern?

Sich von lieb gewonnen Gegenständen, mit denen Du vielleicht viele Erinnerungen verknüpfst, zu trennen, fällt nicht immer leicht. Dabei kann genau dies erforderlich werden, wenn Du in Deiner neuen Wohnung einfach nicht ausreichend Platz für Dein bisheriges Hab und Gut hast. Zunächst einmal solltest Du daher ganz genau überlegen, wie viel Platz Deine neue Wohnung (inklusive Keller oder Dachboden) hergibt und von welchen Dingen Du Dich eigentlich trennen müsstest. Wenn Du jedoch ohnehin weißt, dass Du nur für einen kurzen Zeitraum in eine kleinere Wohnung ziehst oder Dich von einigen Möbeln und anderen persönlichen Gegenständen einfach nicht trennen kannst, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Möbel bei einem professionellen Anbieter zwischen- oder einlagern (kann mit hohen Kosten verbunden sein)
  • Möbel bei Deiner Familie oder Freunden ein- oder zwischenlagern (am besten nicht zu lange, um die Beziehung nicht zu stark zu strapazieren)

Bei den professionellen Einlagerungsmöglichkeiten kannst Du meist zwischen der Möbellagerung in Einzelcontainern, Outdoor-Lagerräumen, Driveup-Lagern und Indoor-Lagern auswählen. Welche Option dabei für Dich die richtige ist, ist nicht nur eine Kostenfrage, sondern hängt auch davon ab, was Du genau lagern willst und wie empfindlich diese Möbel und Gegenstände sind. Vielleicht entscheidest Du Dich in Anbetracht der relativ hohen Kosten auch dafür, dass Du Dich doch von dem ein oder anderen Stück trennen wirst. Schließlich kannst Du Deine Umzugskasse durch den Verkauf von Möbeln und Co. auch noch etwas aufbessern. Wenn die Entscheidung zum Ausmisten gefallen ist, gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, die Du zur Entsorgung Deiner Sachen nutzen kannst.

Weitere Informationen zum Thema Einlagerung habe ich für dich übrigens in einem separatem Umzugstipp zusammengeschrieben.

Gekonnt ausmisten

Noch bevor Du deine Umzugskisten packst, solltest Du am besten die Dinge aussortieren, die in Deiner neuen Wohnung keinen Platz mehr finden werden. Denn gerade wenn Du einige dieser Sachen verkaufen möchtest, benötigst Du ausreichend Vorlaufzeit, um Dich noch rechtzeitig vor dem Umzug um den Verkauf kümmern zu können. Während Du Deine Wohnung ausmistest, sortierst Du Deine Sachen am besten in verschiedene Kisten oder Stapel und unterscheidest zwischen Dingen, die Du

  • verkaufen willst,
  • spenden willst,
  • in den Müll geben wirst,
  • zum Sperrmüll bringen willst,
  • im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis noch weitergeben/ verschenken willst,
  • und bei denen Du Dir noch nicht sicher bist, ob Du Dich wirklich von ihnen trennen kannst.

Auch Deine Möbel kannst Du ganz einfach mit einer entsprechenden Haftnotiz versehen, die besagt, ob sie zu verschenken, entsorgen oder zu verkaufen sind. Mit diesem System behältst Du immer den Überblick und das auch dann, wenn Du wirklich viele Sachen auszusortieren hast. Helfen können hier übrigens bunte Klebezettel / Haftzettel in den Farben rot (= behalten), gelb (= verschenken) und grün (= Müll). Wenn Du Dich nur schwer von Dingen trennen kannst, überlegst Du am besten, wann Du den Gegenstand das letzte Mal benutzt hast. Falls dies schon eine Weile zurückliegt, brauchst Du ihn wahrscheinlich nicht wirklich – es sei denn, es handelt sich um ein Erinnerungsstück mit sentimentalem Wert.

Die kleinere Wohnung als Chance sehen

Du kannst Deinen bevorstehenden Umzug also auch als Chance nutzen, um endlich jede Menge unerwünschten Ballast loszuwerden. Vielleicht erinnerst Du Dich in diesem Zusammenhang daran, dass Dein Umzug umso günstiger wird, je weniger Sachen umziehen müssen. Um Deinen Umzug in eine kleinere Wohnung als echte Chance wahrzunehmen, kann es auch sinnvoll sein, wenn Du Dich von Dekokissen, Vorhängen und anderen Heimtextilien ganz bewusst trennst, auch wenn diese noch gut erhalten sind. Denn wenn Du Deine neue Wohnung mit kleinen Hilfsmitteln wie Vorhängen oder Teppichen neu dekorierst, freust Du Dich womöglich deutlich mehr auf den bevorstehenden Umzug.

Deine aussortierten Sachen verkaufen

Da Du vielleicht nicht alle der aussortierten Sachen, die defekt oder kaputt sind, im Müll entsorgen kannst, solltest Du unbedingt rechtzeitig eine Sperrmüllabholung in Auftrag geben (wie das bei dir geht, erfährst du bei deinem regionalen Müllentsorger oder beim Bürgerbüro in deiner Stadt). Ebenso frühzeitig solltest Du den Verkauf Deiner aussortieren Sachen in Angriff nehmen. Besonders dann, wenn einige dieser Gegenstände lange auf Deinem Dachboden gestanden haben und etwas eingestaubt sind, solltest Du sie erst gründlich reinigen, um am Ende einen möglichst hohen Verkaufspreis erzielen zu können. Wenn Du die Sachen, die zum Verkauf stehen, dann alle zusammengetragen hast, kannst Du folgende Möglichkeiten nutzen, um Dir damit ein wenig Geld hinzuzuverdienen:

  • Flohmärkte vor Ort
  • Bücher- und Medienankauf vor Ort oder im Internet
  • Online-Flohmärkte
  • Wohnungsflohmarkt bei Dir zuhause (mit Postern oder in der lokalen Presse für die Haushaltsauflösung werben)
  • Online-Auktionshäuser
  • Secondhand-Läden vor Ort oder inzwischen auch online
  • Kleinanzeigen (online oder in der Zeitung)
  • Spezielle Verkaufs- und Flohmarktgruppen bei Facebook
  • Verkauf im Bekannten-/ Freundeskreis
  • Verkauf an Arbeitskollegen
  • Aushänge in Supermärkten oder am schwarzen Brett in der Uni, im Kindergarten, etc.
  • Verkauf an einen Antiquitätenhändler oder ein Goldgeschäft
  • An- und Verkauf vor Ort

Wie du siehst, stehen Dir ausgesprochen viele Möglichkeiten offen, wie Du Deinen Hausrat vor einem Umzug in eine kleinere Wohnung noch zu Geld machen und dann mit weniger Ballast umziehen kannst.

Kündigung wegen Eigenbedarf – welche Rechte hat der Vermieter?

Vielleicht war ein Umzug Deinerseits gar nicht geplant, doch jetzt hat Dein Vermieter eine Kündigung wegen Eigenbedarf ausgesprochen. Nun fragst Du Dich als Mieter wahrscheinlich, welche Rechte Du hast. Während Dich die Sozialklausel zwar vor einer allzu großen Härte im Fall solch einer Kündigung schützen soll, kann Dir Dein Vermieter durchaus erst einmal aus Eigenbedarf kündigen. Welche Rechte der Vermieter in diesem Zusammenhang hat, verrate ich Dir jetzt.

Die wichtigsten Informationen zur Kündigung wegen Eigenbedarf

Um eine Kündigung wegen Eigenbedarf auszusprechen, muss der Vermieter seinen eigenen Bedarf, den seiner Angehörigen oder eines Mitglieds aus seinem Haushalt an der von Dir bewohnten Wohnung oder Immobilie nennen. Im Kündigungsschreiben muss der Vermieter dabei nicht nur angeben, für welche Person er den Eigenbedarf anmelden möchte, sondern auch einen Grund für diesen Bedarf. Warum wird Deine Wohnung also von dem Vermieter benötigt? Eine Kündigung ohne die Nennung solcher Gründe, die im Detail auszuführen sind, ist demnach nicht rechtskräftig. Darüber hinaus muss ein tatsächlicher Eigenbedarf vorliegen. Sollte sich später herausstellen, dass Dein Vermieter einen Eigenbedarf nur vorgetäuscht hat, so kannst Du entweder gegen die Kündigung vorgehen oder hast im Nachhinein Anspruch auf Schadensersatz. Wenn Du also bereits ausgezogen bist, weil Dein Vermieter einen fälschlichen Eigenbedarf vorgetäuscht hat, kannst Du eine Übernahme der folgenden Kosten von Deinem früheren Vermieter verlangen und wirst auch vor Gericht mit einer großen Wahrscheinlichkeit Recht bekommen:

  • Renovierungskosten
  • Maklerkosten
  • Umzugskosten
  • Höhere Mietkosten

Sofern Du in einer Wohnung wohnst, die während Deiner Mietzeit in eine Eigentumswohnung umgewandelt wird, gelten übrigens bestimmte Fristen, bevor eine Kündigung durch den Vermieter aus Gründen des Eigenbedarfs überhaupt rechtskräftig wird. Meist gibt es eine Sperrfrist von drei Jahren. In einigen Orten und Gemeinden kann diese Frist aber auch bis zu zehn Jahre betragen, sodass der neue Eigentümer der Wohnung Dir binnen dieses Zeitraums nicht wegen Eigenbedarf kündigen darf und Du auf absehbare Zeit in Deiner Wohnung bleiben kannst.

Für wen kann der Vermieter aus Eigenbedarf kündigen?

Wenngleich der Vermieter auch für seine Verwandten Eigenbedarf anmelden kann, sind damit nur enge Angehörige gemeint, die zu einer der folgenden Personengruppen gehören:

• Kinder
• Eltern
• Großeltern
• Enkel
• Geschwister
• Stiefkinder
• Neffen und Nichten

Eine Kündigung für einen Onkel, eine Tante, einen Cousin, eine Cousine, Großnichte oder einen Großneffen sowie geschiedene Ehegatten ist demnach nicht zulässig. Auch eine Kündigung für die Kinder oder Eltern des Lebensgefährten, das Patenkind des Vermieters oder den Schwager beziehungsweise die Schwägerin (mit wenigen Ausnahmen) ist nicht gesetzmäßig. Somit wird der Personenkreis, für den der Vermieter Eigenbedarf anmelden kann, deutlich eingeschränkt.

Wie die Kündigung wegen Eigenbedarf auszusehen hat

Darüber hinaus muss sich der Vermieter an fest vorgeschrieben Formalitäten halten, damit die Kündigung rechtskräftig ist. Wie bereits angesprochen, muss die Kündigung erklären, welcher der Verwandten des Vermieters (oder der Vermieter selbst) in die Wohnung einziehen möchte. Darüber hinaus muss der Grund für den Eigenbedarf konkret angeführt werden. Vielleicht ist die Wohnung aufgrund des Fahrstuhls und des behindertengerechten Bads besonders gut für alte Menschen geeignet, was die Nutzung als Alterswohnsitz erklären würde. Vielleicht will die Tochter des Vermieters aber auch eine Familie gründen und es handelt sich um eine besonders große Wohnung mit Garten, die sich noch dazu in unmittelbarer Nähe einer Schule oder eines Kindergartens befindet und damit wunderbar für Familien geeignet ist. Es müssen bereits ganz konkrete Pläne vorliegen, wann die jeweilige Person in die Wohnung einziehen möchte. Die Wahl des Kündigungszeitpunkts ist in diesem Fall ebenfalls zu erläutern, wobei der Vermieter natürlich die gängigen Kündigungsfristen beachten muss. Außerdem solltest Du wissen, dass eine Kündigung wegen Eigenbedarf nur dann zulässig ist, wenn die Wohnung auch weiterhin vorwiegend als Wohn- und nicht als gewerblicher Büroraum genutzt werden soll. Der Vermieter hat also ganz bestimmte Auflagen zu erfüllen, um seine Kündigung wegen Eigenbedarf rechtmäßig zu formulieren.

Mieter-Checkliste bei einer Kündigung wegen Eigenbedarf

Du als Mieter kannst natürlich gegen eine Kündigung wegen Eigenbedarf Widerspruch einlegen, wobei Du nicht immer Erfolg haben wirst. Daher solltest Du zunächst einmal für Dich überprüfen, ob die Kündigung Deines Vermieters rechtmäßig oder unzulässig ist. Bei einer rechtmäßigen Kündigung stehen die Chancen, dass Dir das Gericht am Ende Recht gibt, eher schlecht. Folgende Checkliste soll Dich bei dieser Einschätzung unterstützen:

  1. Wurden die gängigen Kündigungsfristen vom Vermieter eingehalten?
  2. Hat der Vermieter alle Formalien beachtet?
  3. Läuft die Sperrzeit im Anschluss an eine Wohnungsumwandlung noch?
  4. Liegt eine unzumutbare Härte vor, sodass Du Dich auf die Sozialklausel berufen kannst?
  5. Ist Deine Wohnung für den vom Vermieter genannten Zweck geeignet?
  6. Täuscht der Vermieter den Eigenbedarf nur vor und will Dir rechtsmissbräuchlich kündigen?

Wenn Du diese Fragen nun allesamt für Dich beantwortet hast und feststellst, dass Dir unrechtmäßig gekündigt wurde, solltest Du Dir am besten einen Anwalt nehmen oder Dich an einen Mieterverein wenden, um gegen die Kündigung vorzugehen. Manchmal kann so eine gütliche Einigung mit dem Vermieter erwirkt werden oder der Fall geht schlussendlich vor Gericht. Wenn der Vermieter Dir allerdings rechtmäßig gekündigt hat und keine besondere Härte durch einen Umzug Deinerseits vorliegt, wirst Du leider nicht viel gegen die Kündigung unternehmen können, sondern musst wohl oder übel Deinen Umzug planen.

Umbaumaßnahmen vor dem Umzug in eine behindertengerechte Wohnung

Die Suche nach einer behindertengerechten Wohnung gestaltet sich in vielen Orten Deutschlands gar nicht so einfach. Denn bezahlbarer Wohnraum ist ohnehin Mangelware und nur wenige Vermieter nehmen die zusätzlichen Kosten auf sich, um eine Wohnung barrierefrei zu gestalten. Daher bleibt vielen Menschen mit Behinderungen oftmals nichts anderes übrig, als mehr oder weniger umfangreiche Umbaumaßnahmen selbst in Angriff zu nehmen. Abhängig davon, ob es sich dabei um ein Mietobjekt oder Wohneigentum handelt, gelten bei diesen Umbaumaßnahmen natürlich andere Spielregeln, auf die ich Dich nun aufmerksam machen möchte.

Barrierefreie Umbauten in einer Mietwohnung

Wenn größere Umbaumaßnahmen erforderlich sind, um Deine Wohnung behindertengerecht und/oder barrierefrei zu gestalten, ist natürlich das Einverständnis des Vermieters erforderlich. Schließlich handelt es sich um sein Eigentum, welches im Zuge des Umbaus baulich verändert werden soll. Die Zustimmung solltest du also frühzeitig einholen, da ein Umzug in die jeweilige Wohnung für Dich wahrscheinlich sonst ohnehin nicht infrage kommt. Dabei kann der Vermieter die Umbaumaßnahmen zwar unter bestimmten Voraussetzungen ablehnen, muss laut Angaben des Deutschen Mieterbunds jedoch in den meisten Fällen zustimmen. Darunter fallen zum Beispiel folgende Renovierungs- und Umbauarbeiten:

  • Treppenlifteinbau
  • Verbreiterung der bestehenden Türdurchgänge
  • Umbau der bestehenden sanitären Anlagen

Die Abstimmung mit dem Vermieter ist unerlässlich

Bedenke dabei auch, dass Du als Mieter die Kosten für den Umbau zu tragen hast. Außerdem solltest Du Dich bereits jetzt darauf einstellen, dass Du die Modernisierungs- und Umbaumaßnamen bei Deinem Auszug wieder rückgängig machen musst, was ebenfalls mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Der Vermieter kann nämlich darauf bestehen, dass Du seine Wohnung so hinterlässt, wie Du sie ursprünglich übernommen hast. Für Dich bedeutet dies auch, dass Du wahrscheinlich eine Zeit lang doppelt Miete zahlen musst. Denn der Umbau kann erst anfangen, wenn Du die Wohnung bereits angemietet hast. Während des Umbaus kannst Du allerdings nicht in jedem Fall bereits in der Wohnung leben. Bei der Realisierung der Baumaßnahmen genießt Dein Vermieter zudem ein gewisses Mitspracherecht. Die detaillierte Planung der Baumaßnahmen sollte also in enger Abstimmung mit deinem Vermieter erfolgen. Während dieser Planungsphase kann es jedoch dazu kommen, dass Dein Vermieter einen berechtigten Widerspruch gegen den Umbau einlegt,

  • wenn Sicherheitsbestimmungen verletzt werden oder
  • falls der Wert des Hauses durch die Baumaßnahmen gemindert werden könnte.

Somit ist es also besonders wichtig, dass Du Dich mit Deinem Vermieter abstimmst, falls Du einen behindertengerechten oder barrierefreien Umbau Deiner Mietwohnung planst.

Planung von Umbaumaßnahmen bei Wohneigentum

Falls Du Dein Haus oder Deine Eigentumswohnung behindertengerecht umbauen möchtest, musst Du hingegen nur die gängigen Bauvorschriften beachten. Dabei kannst Du Dich mittels der DIN-Norm 18040 über die Möglichkeiten des barrierefreien und behindertengerechten Bauens informieren. Dieses Dokument gilt als nützliche Orientierungshilfe. Die angestrebten Baumaßnahmen sind natürlich vor allem davon abhängig, ob es sich um einen Neubau oder den Umbau eines bestehenden Objektes handelt. Bei einem Neubau solltest Du Dich am besten für einen möglichst großzügigen Grundriss entscheiden und alle Lichtschalter, Armaturen und Heizungsregler etc. direkt in der geeigneten Höhe anbringen lassen. Ein offenes Wohnkonzept trägt außerdem dazu bei, dass Du nachträglich einfacher bauliche Veränderungen umsetzen kannst, die in Zukunft vielleicht dringend erforderlich werden. Ein Treppenlift, Trennwände oder Ähnliches lassen sich somit leichter einbauen. Beim Umbau eines bestehenden Objektes bist Du hingegen eingeschränkt, da nicht alle Umbaumaßnahmen in Anbetracht der örtlichen Gegebenheiten überhaupt möglich sind. Hier ist Expertenrat also Gold wert. Bevor Du Deine Umbaumaßnahmen im Detail planst und in der Praxis umsetzt, kann es zudem sinnvoll sein, wenn Du Dich über die folgenden Finanzierungsmöglichkeiten informierst:

  • Wohnbauförderung auf Länderebene
  • Umzugsbeihilfe für Behinderte, die auch Umbaumaßnahmen beinhaltet
  • KfW-Kredit

Den Vermieter richtig ins Boot holen

Wie ich dir oben bereits erklärt habe, sind Umbaumaßnahmen bei einem Auszug normalerweise wieder rückgängig zu machen. Das heißt, du hast doppelte Kosten: Zum Einen musst du die Umbauten bezahlen, zum Anderen musst du beim Auszug unter Umständen alles wieder zurückbauen. Doch, wer geschickt verhandelt, der kann eventuell Kosten sparen und den Vermieter mit ins Boot holen. Behindertengerechte Wohnungen sind nämlich in Deutschland immer noch Mangelware! Gut umgebaute Wohnungen können daher auch mit höheren Mieten vermietet werden. Genau das sollte dein Argument im Gespräch mit dem Vermieter sein! Wenn du ihn von der Notwendigkeit des Umzugs in Kenntnis setzt und bei Ihm das Einverständnis einholst, dann solltest du im Gespräch unbedingt für dein Vorhaben werden und Ihm das Ganze so verkaufen, dass er mitkriegt, dass durch den Umbau eine echte Wertsteigerung seiner Immobilie erfolgt! Selbst wenn du mal ausziehst, sollte er Interesse daran haben die Umbauten nicht zurückbauen zu lassen, sondern die Wohnung zu einem höheren Kurs vermieten zu können.

Mit dieser Argumentation schaffst du es vielleicht, den Vermieter an den Umbaukosten zu beteiligen und gleichzeitig die Kosten für den Rückbauch bei Auszug zu sparen. In diesem Falle solltest du aber alles schriftlich festhalten. Da nach dem Auszug das Inventar (z.B. ein Treppenlift) aber bei diesen Vereinbarungen im Haus verbleibt und du ja (zumindest teilweise) die Kosten für den Umbau übernommen hast, sollte zudem klar sein, dass ein Auszug nicht so schnell vor der Tür steht. Ggf. lässt sich auch dazu etwas im Mietvertrag verankern.

Ziehst du direkt in eine barrierefreie Wohnung um, dann solltest prüfen, ob für deinen Umzug nicht Umzugsbeihilfe gewährt werden kann.

Deine Rechte bei einem Hartz-IV-Zwangsumzug

Wie bereits angesprochen, kann das Jobcenter dich als Hartz-IV-Empfänger durchaus zu einem Umzug auffordern, sofern die Miete für deine Wohnung den vom Amt festgelegten Satz übersteigt. Angesichts der immer teureren Mieten in vielen deutschen Städten ist dies leider immer öfter der Fall. Doch welche Rechte hast du bei einem Hartz-IV-Zwangsumzug und gibt es bestimmte Ausnahmen, die besagen, dass du dennoch in deiner Wohnung verbleiben kannst, ohne einen Teil der zu hohen Mietkosten selbst übernehmen zu müssen? Nachfolgend erfährst du die wichtigesten Details zu diesem Thema.

Was bedeutet ein Hartz-IV-Zwangsumzug für dich?

Bei einer zu teuren Wohnung ist es im Normalfall so, dass dir das zuständige Amt sechs Monate Zeit gibt, um dir eine günstigere Wohnung zu suchen, die den Vorgaben des Amts entspricht. Binnen dieser Zeit übernimmt das Amt noch die vollen, eigentlich zu hohen Kosten für deine Wohnung, ohne dass du jegliche Zuzahlungen leisten musst. Hast du die zu hohen oder nicht angemessenen Kosten für deine Wohnung oder deine Heizung binnen einer Frist von sechs Monaten jedoch nicht reduziert, so wirst du nun für den finanziellen Mehraufwand, der die Kalkulation des Jobcenters übersteigt, zur Kasse gebeten. Für viele Hartz-IV-Empfänger ist das ein schwerer Schlag, da die monatlichen Bezüge ohnehin schon sehr knapp bemessen sind, sodass kaum noch etwas zum Leben übrig bleibt. Zwar übernimmt das Amt im Fall eines Zwangsumzugs deine Umzugskosten, doch es gibt auch Fälle, in denen du trotz der zu hohen Miete in deiner Wohnung verbleiben kannst, ohne selbst einen Teil der Mietkosten tragen zu müssen.

Wichtige Gründe, die einen Hartz-IV-Zwangsumzug verhindern können

Da es dir nicht in allen Fällen zuzumuten ist, in nur sechs Monaten eine neue Wohnung zu finden, die den Anforderungen des Jobcenters entspricht, ist eine komplette Kostenübernahme der eigentlich zu hohen Mietkosten also auch im Anschluss an die 6-monatige Frist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Diese Voraussetzungen lauten wie folgt:

  • eine Absenkung der Miet- und Heizkosten ist nicht möglich
  • eine Absenkung der Miet- und Heizkosten ist nicht zumutbar

Dieser Fall kann zum Beispiel dann eintreten, wenn du dich intensiv um eine neue Wohnung bemüht hast und trotzdem keine neue Wohnung finden konntest, die den Anforderungen des Amts entspricht. Da die Lage auf dem Wohnungsmarkt in vielen deutschen Städten extrem angespannt ist, ist eine Absenkung der Mietkosten nicht immer einfach zu realisieren. Außerdem gibt es viele Vermieter, die ungern an Hartz-IV-Empfänger vermieten möchten und dein Wohnungsgesuch allein aus diesem Grund ablehnen werden, sofern andere Wohnungsinteressenten mit einem eigenen Einkommen ebenfalls an der jeweiligen Wohnung interessiert sind. Falls dein aktueller Mietvertrag vorsieht, dass du keinen Nachmieter stellen oder die Wohnung an einen Untermieter vermieten darfst, ist es dir natürlich ebenfalls nicht möglich, deine Mietkosten vor Ablauf der im Mietvertrag festgelegten Mindestmietzeit zu senken. Sofern du schon mehr als 15 Jahre in deiner Wohnung wohnst, so beträgt die Kündigungsfrist außerdem mehr als sechs Monate. Auch dann bist du also gar nicht in der Lage, deine Mietkosten binnen nur sechs Monaten zu reduzieren, was das Amt entsprechend zu berücksichtigen hat. Zudem gibt es weitere Personengruppen, für die solch ein Hartz-IV-Zwangsumzug ebenfalls nicht zumutbar wäre:

• Familien mit Kindern, wenn die wesentlichen sozialen Kontakte der Kinder dadurch in Gefahr geraten würden
• Menschen, die in naher Zukunft ausreichende Einkünfte zur Kostendeckung nachweisen können
• Schwangere, schwer erkrankte Menschen, Alleinerziehende mit mindestens zwei Kindern, Menschen ab 60 und Schwerbehinderte (zum Beispiel Blinde) genießen einen besonderen Schutz
• wenn der Umzug aus medizinischer Sicht (z.B. Schwangerschaft) nicht zumutbar ist

Zum Beispiel ist es vielleicht so, dass du als Behinderter leider nicht in der Lage bist, binnen sechs Monaten eine behinderten- und kostengerechte Wohnung zu finden, da diese in vielen Orten Mangelware sind. Auch dann musst du also keine Angst vor den zusätzlichen Mietkosten haben, sofern du dich aktiv um eine neue Wohnung bemühst und dies auch nachweisen kannst. Sollten die Umzugskosten zudem in einem nicht angemessenen Verhältnis zu den Kosten, die bei deinem Umzug anfallen würden, stehen, so musst du ebenfalls nicht umziehen. Vor Umzugsforderungen sind Studierende während ihrer Examensphase außerdem geschützt, was auch für Menschen gilt, welche die Grundsicherungsbezüge nur aufgrund einer vorrübergehenden Arbeitslosigkeit erhalten.

Bundeslandspezifische Regelungen beachten

Dabei solltest du allerdings bedenken, dass die genannten Ausnahmeregeln nicht unbedingt in jedem Bundesland gelten, sodass es sinnvoll sein kann, wenn du dir rechtlichen Beistand suchst. Wie du die Kostenübernahme für die anfallenden Rechtsanwaltskosten erwirken kannst, verrate ich dir natürlich im weiteren Verlauf. Wenn du also vermutest, dass du zu dem Personenkreis gehörst, der einen gewissen Schutz vor einem Hartz-IV-Zwangsumzug genießt, solltest du dich entsprechend über die gültigen Regelungen in deinem Bundesland informieren und kannst zeitnah Widerspruch beim zuständigen Jobcenter einlegen.

Widerspruch gegen den Hartz-IV-Zwangsumzug einlegen

Während ich dir an dieser Stelle nur nützliche Informationen anbieten, jedoch keinen rechtlichen Beistand leisten kann, kann es durchaus sinnvoll sein, gegen deinen Hartz-IV-Zwangsumzugsbescheid Widerspruch einzulegen. Am besten gibst du deinen Widerspruch direkt beim zuständigen Jobcenter ab und nimmst einen Zeugen mit. Der zuständige Fallmanager soll dir deinen Widerspruch außerdem mit seiner lesbaren Unterschrift, dem Datum und der Uhrzeit des Widerspruchs bestätigen. Da die Verhältnismäßigkeit bei einem Zwangsumzug gewahrt werden muss, könntest du bei einem unzulässigen Hartz-IV-Zwangsumzug klagen. Ein Termin beim Sozialgericht lässt sich meist recht schnell erwirken. Denn dass du, wie bei anderen Gerichten, sechs Monate und länger auf einen Termin warten müsstest, wäre in diesem Fall aufgrund der 6-monatigen Frist für den Zwangsumzug natürlich nicht zumutbar.

Beratungsschein für den Rechtsanwalt

Zum Glück ist es jedoch so, dass du einen Beratungsschein für einen Rechtsanwalt beantragen kannst. Dies ist beim zuständigen Amtsgericht, Rathaus oder Bürgeramt möglich. Zunächst einmal musst du eine Beratungsstelle in deiner Nähe aufsuchen und erhältst dann im Anschluss an die dortige Beratung einen Beratungsschein, der zehn Euro kostet. Mit diesem Schein kannst du nun zum Rechtsanwalt gehen, für dessen Gebühren du dann nicht mehr aufkommen musst. So kannst du dir also Beistand holen, um gegen einen unzumutbaren Hartz-IV-Zwangsumzug nicht auf eigene Faust vorgehen zu müssen.

Wie kannst du nachweisen, dass du dich um eine neue Wohnung bemüht hast?

In vielen Fällen kann es dabei wichtig sein, dass du einen detaillierten Nachweis darüber erbringst, dass du dich bisher leider erfolglos um eine neue Wohnung bemüht hast, um den Vorgaben des Jobcenters zu entsprechen. Doch wie kannst du diesen Nachweis überhaupt erbringen? Am besten führst du eine Liste, welche die folgenden Details beinhaltet:

  • Name
  • Telefonnummer
  • Adresse
  • Uhrzeit

So kannst du also alle Vermieter und Makler, die du bezüglich einer neuen Wohnung kontaktiert hast, festhalten. Auch Wohnungsbesichtigungen und Absagen seitens des Vermieters sind dort zu notieren, um deine umfangreichen Bemühungen entsprechend nachweisen zu können. Am besten lässt du dir eine Absage inklusive dem Grund für die Absage vom Vermieter zudem schriftlich geben, damit du etwas Handfestes beim Amt vorweisen kannst. Bevor du jedoch überhaupt nach einer neuen Wohnung suchst, solltest du beim Amt zunächst einen Antrag stellen, damit die durch die Wohnungssuche anfallenden Kosten übernommen werden können. Sofern der Hartz-IV-Zwangsumzug vom Amt veranlasst wird, zählen die folgenden Kosten dazu:

  • Telefonkosten, um Vermieter oder Maklerfirmen anzurufen
  • Fahrtkosten, um Wohnungsbesichtigungen wahrnehmen zu können
  • eventuelle Portokosten
  • Kopier- und Druckerkosten
  • Kosten für das Aufgeben einer Wohnungsgesuchanzeige
  • Kosten für Wochenzeitungen, die über einen Immobilienteil verfügen
  • eventuelle Maklerkosten

Wie du siehst, bist du einem Zwangsumzug in vielen Fällen nicht schutzlos ausgeliefert. Sofern ein derartiger Umzug für dich aber sowohl zumutbar als auch möglich ist, kannst du zwar die eben angesprochene Kostenübernahme erwirken, wirst aber binnen der nächsten sechs Monate in eine neue Wohnung ziehen müssen. Falls du dies nicht tust, musst du den Anteil der Mietkosten, der den vorgesehenen Regelsatz übersteigt, hingegen selbst tragen.

Umzugsbeihilfe für Menschen mit Behinderung

Ob nun ein Umzug in eine behindertengerechte Wohnung erfolgt oder du als Mensch mit Behinderung aus anderen Gründen umziehen musst, ein Umzug ist nicht nur körperlich und emotional, sondern auch finanziell eine große Herausforderung. Zumindest finanziell gesehen gibt es allerdings die Möglichkeit der Umzugsbeihilfe, die Menschen mit Behinderung unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch nehmen können. In welchen Fällen die Pflegekasse oder ein anderer Träger diese Form der Beihilfe bewilligt, möchte ich dir nun verraten, damit dein kommender Umzug zu keiner ganz so großen Hürde werden muss.

Umzug wegen Unzulänglichkeiten der bisherigen Wohnung

In vielen Fällen ist ein Umzug für Menschen mit Behinderung deshalb erforderlich, weil die bisherige Wohnung nicht barrierefrei oder in anderer Hinsicht für die persönlichen Lebensumstände unzureichend ist. Dabei können die Ursachen verschiedenen sein. Ob nun eine fortschreitende Krankheit vorliegt oder eine Behinderung zum Beispiel nach einem Unfall oder durch eine Erkrankung ganz plötzlich auftritt, nun ergeben sich ganz neue Hindernisse in deiner Wohnung. Von der ungünstig geschnittenen Badewanne bis hin zu Wohnraum, der zu knapp bemessen ist, um durch diesen mit einem Rollstuhl zu navigieren, gibt es viele Gründe, die einen Umzug in eine behindertengerechte Wohnung quasi sofort erforderlich machen können. Es gibt allerdings auch Hilfsmittel oder Umbaumaßnahmen, die eingesetzt werden können, um die eben genannten Barrieren zu überwinden. Dies gilt es vor allem dann zu prüfen, wenn du eigentlich gerne in deiner bisherigen Wohnung wohnen bleiben würdest, sofern dies irgendwie möglich ist.

Wann ist finanzielle Unterstützung möglich?

Falls es jedoch keinen Weg gibt, der dir ein Verbleiben in deiner bisherigen Wohnung ermöglicht, so musst du wohl oder übel umziehen. Durch deine Behinderung wirst du beim Umzug wahrscheinlich nicht selbst mit anpacken können, was die Umzugskosten entsprechend in die Höhe treibt. Allerdings besteht zumindest die Möglichkeit auf Hilfe vom Staat, falls solch ein Umzug deine finanziellen Möglichkeiten übersteigen würde. Spezielle Umzugsbeihilfen sind daher im Neunten Sozialgesetzbuch vorgesehen, wobei diese einkommensabhängig vergeben werden. Wer als Mensch mit Behinderung finanziell gut situiert ist, kann also meist nicht auf eine derartige Beihilfe hoffen. Allerdings gibt es in vielen Fällen noch die Möglichkeit, sich bezüglich der Übernahme der Umzugskosten an die Pflegekasse oder das Integrationsamt zu wenden.

Kostenübernahme durch die Pflegekasse oder andere Ämter

Damit eine Kostenübernahme deiner Umzugskosten durch die Pflegekasse möglich ist, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Du musst über eine entsprechende Pflegestufe verfügen
  • Kosten bis maximal 4.000 Euro können übernommen werden
  • Dieser Zuschuss gilt nicht nur für den Umzug, sondern auch für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds (zum Beispiel Einbau einer Rampe oder eines Treppenlifts)

Teilweise können neben der Pflegekasse auch andere Rehabilitationsträger die Kosten für Umzugsbeihilfe übernehmen. Falls jedoch keine Pflegestufe vorliegt, so solltest du dich bei einem entsprechend geringen Einkommen direkt an den Sozialhilfeträger vor Ort wenden, der für dein Anliegen zuständig ist. Um diese Beihilfe zu erhalten, musst du nicht nur einen Nachweis über dein Einkommen, sondern auch über dein Vermögen erbringen, um dich überhaupt für die Beihilfe zu qualifizieren. Unter Umständen wird die Beihilfe auch nur als Darlehen gewährt, was vor allem von der persönlichen Situation des Antragsstellers abhängt. Vor einem geplanten Umzug ist es daher umso wichtiger, sich so früh wie möglich zu informieren, um in Erfahrung zu bringen, ob eine Kostenübernahme überhaupt möglich ist.

Kostenübernahme für Berufstätige

Dabei kann es ebenso sinnvoll sein, wenn du dich als berufstätiger Mensch mit Behinderung an das Integrationsamt wendest, um auf diesem Weg eine Kostenbeihilfe für deinen Umzug zu erwirken. Hierbei handelt es sich um eine begleitende Hilfe, die dann gewährt wird, wenn ein Umzug zur Jobsicherung erforderlich ist. Diese Form der Beilhilfe wird abhängig von deiner individuellen Situation entweder einkommensabhängig oder –unabhängig erteilt. Falls sich die Fahrzeit zu deinem Arbeitsplatz lediglich verkürzt, wird ein Teil deines Einkommens bei der Berechnung der Beihilfe angerechnet. Falls du dank der Umzugsbeihilfe jedoch überhaupt erst in eine Wohnung ziehen kannst, die deiner Behinderung gerecht wird, ist eine Kostenübernahme in voller Höhe ganz unabhängig von deinem Einkommen möglich. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du deinen Antrag rechtzeitig stellst, da eine Kostenübernahme nachträglich nicht mehr gestattet wird.

So findest Du eine behindertengerechte Wohnung

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist in den meisten deutschen Städten gar nicht so leicht. Wenn es sich dann aber auch noch um eine behindertengerechte Wohnung handeln muss, wird die Wohnungssuche gleich zu einer noch größeren Herausforderung.

Ich muss dir an dieser Stelle also bereits sagen, dass durchaus eine große Portion Glück mit dazu gehört, wenn du als Rollstuhlfahrer die passende Wohnung finden möchtest. Denn behindertengerechten Wohnraum gibt es leider nicht wie Sand am Meer. Daher kann es sinnvoll sein, eine Wohnung anzumieten, die zwar noch nicht perfekt ist, aber mit kleineren Umbaumaßnahmen oder den entsprechenden Hilfsmitteln behindertengerecht ausgestattet werden kann. So lässt sich meist deutlich schneller eine neue Wohnung für Menschen mit Behinderung finden als auf anderen Wegen. Dennoch sollen die folgenden Tipps dir bei der Wohnungssuche helfen.

Wohnungssuche für Menschen mit Behinderung – darauf gilt es zu achten

Auf der Suche nach einer barrierefreien oder behindertengerechten Wohnung wirst du unter Umständen leider Abstriche machen müssen. Denn die Barrierefreiheit deiner Wohnung wird bei der Wohnungssuche zum wichtigsten Kriterium, während andere Wünsche, wie zum Beispiel die Hoffnung auf einen großen Balkon oder eine 1A-Lage, sich unter Umständen hinten anstellen müssen. Zum Teil ist bei einer behindertengerechten Wohnung auch mit höheren Mietkosten zu rechnen, da der Vermieter entsprechend mehr Kosten aufwenden muss, um zum Beispiel das Badezimmer barrierefrei zu gestalten. Dies macht sich dann durch einen höheren Mietpreis bemerkbar. Dabei sind Anpassungen an der Wohnung nicht nur im Bereich des Bads erforderlich, um diese behindertengerecht zu machen. Denn auch in den folgenden Bereichen sind Änderungen nötig:

  • Breite der Türen
  • Schwellen
  • Höhe der Küchenarbeitsplatte
  • Höhe der Türklinken
  • Grundriss insgesamt (zum Beispiel ausreichend Platz in allen Räumen für einen Rollstuhlfahrer)
  • Möglichkeit, die Wohnung über einen Lift oder eine Rampe zu erreichen

Tipps für die Wohnungssuche

Angesichts all dieser Anforderungen, denen deine neue Wohnung gerecht werden muss, solltest du am besten einen langen Atem beweisen. Denn auch wenn die deutsche Bevölkerung im Schnitt immer älter wird, stellen sich die Bauträger erst langsam auf den gesteigerten Bedarf ein. Derartige Wohnungen sind in vielen Orten Deutschlands also leider noch immer Mangelware. Allerdings kannst du dich vor Ort gezielt an die zuständige Wohnungsbaugesellschaft wenden, denn sie führt meist eine spezielle Kartei solcher Objekte. Die Wohnungsbaugesellschaft kann dir dann also helfen, den Kontakt mit den Eigentümern derartiger Wohnungen oder gemeinnützigen Organisationen, die dich bei der Suche unterstützen können, herzustellen. Vor allem die Mitarbeiter der kommunalen Wohnberatung können dir in dieser Hinsicht weiterhelfen, damit die Suche nach einer behindertengerechten Wohnung am Ende nicht zum blanken Alptraum wird.

Umfassende Hilfsangebote bei Wohnungssuche, -umbau und Umzug

Die Wohnberatungsstelle kann dir nicht nur bei der Wohnungssuche behilflich sein, sondern auch bei möglichen Umbaumaßnahmen unter die Arme greifen, um deine neue Wohnung überhaupt erst barrierefrei und behindertengerecht zu gestalten. Inzwischen gibt es auch immer mehr Immobilienbörsen im Internet, welche die gezielte Suche nach einer behindertengerechten Wohnung möglich machen. Somit kannst du mit wenigen Mausklicks sehen, wie viel derartiger Wohnraum in deiner Stadt überhaupt zur Verfügung steht und in diesem Zusammenhang auch die Preise vergleichen. Wenn dann der eigentliche Umzug in deine neue, behindertengerechte Wohnung ansteht, ist eine Umzugsbeihilfe unter Umständen möglich, um dir deinen Umzug finanziell zu erleichtern.