Eins kann ich dir sagen: Ein temporäres Parkverbot für die Be- oder Entladezone des Umzugsfahrzeuges erleichtert nicht nur die Abläufe bei deinem Umzug, sondern auch das künftige Miteinander in Deinem Wohnumfeld. Der erste Streit mit den neuen Nachbarn ist nämlich schon vorprogrammiert, wenn Du es darauf ankommen lässt oder zu unorthodoxen Mitteln greifst, um am Umzugstag einen Platz für den Umzugslaster freizuhalten. Die Beantragung einer entsprechenden Halteverbotszone lässt sich leicht bewerkstelligen, im Folgenden habe ich für dich alles niedergeschrieben, was du zum Thema Halteverbot beim Umzug wissen musst.

No Risk, no Fun – oder doch ein Halteverbot beantragen?

Die schlechteste Variante für einen Umzug: Dein Fahrzeug kommt an, alle Helfer stehen bereit – und es ist gibt keinen freien Parkplatz vor dem Eingang zu Deiner neuen Wohnung. Jeder zusätzliche Schritt wird sich über kurz oder lang bemerkbar machen. Noch unangenehmer ist es, wenn Ihr mit dem Umzugsauto rangieren müsst, um Anlieger vorbeizulassen.

Auch die glorreiche Idee, am Vortag Müllcontainer, Stühle oder ähnliche Hindernisse aufzubauen, um daran ein Absperrband zu befestigen, solltest Du gleich wieder verwerfen: Dieses Vorgehen ist nicht zulässig und kann im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Du verstößt mit dieser unerlaubten Sondernutzung sowohl gegen das Straßengesetz als auch gegen die Straßenverkehrsordnung, die ein Verbot von Hindernissen vorsieht. Darüber hinaus haftest Du natürlich für alle Unfälle und Schäden, die durch diese Hindernisse verursacht werden – und das mit Deinem gesamten Vermögen.

Von dem von vornherein gestörten Verhältnis zu Deinen neuen Nachbarn einmal ganz abgesehen, lohnt sich ein solches Vorgehen also nicht. Was ist die Alternative? Nutze einfach ein ganz offizielles temporäres Parkverbot, das sich ohne große Probleme beantragen lässt.

Fazit:
Eigenwillige Absperrungen sind nicht zulässig und in der Konsequenz auch strafbar, nur eine ordnungsgemäße Beantragung einer Halteverbotszone bietet Dir die Sicherheit, am Umzugstag auch bequem vor dem Hauseingang parken zu können. Ich empfehle dir also einen solchen Antrag rechzeitig zu stellen und ein Halteverbot einrichten zu lassen.

Wer ist für ein Parkverbot zuständig?

Halteverbot Ordnungsamt bei UmzugBeauftragst Du ein Umzugsunternehmen, musst Du Dich nicht selbst um das Halteverbot kümmern. Schon im Interesse einer zügigen Abwicklung des Auftrags kümmert sich die Firma darum. Alternativ oder bei einem Umzug in Eigenregie kannst Du einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Straßenverkehrs- oder Ordnungsamt bzw. im Ortsamt formlos per Brief oder Fax stellen. Ziehst Du in eine größere Stadt, sind die einzelnen Stadtbezirke zuständig, ansonsten kannst Du den Ansprechpartner mit einem Anruf im Bürgerbüro ermitteln. Du erhältst nicht nur die Genehmigung, sondern auch die Verkehrsschilder, die Du allerdings auch eigenständig abholen musst.

Der Antrag muss dabei übrigens folgende Angaben umfassen:

  • vollständiger Name und Telefonnummer
  • Grund für das Halteverbot
  • geplanter Zeitraum
  • Anschriften der alten und der neuen Wohnung
  • beanspruchter Platz in Metern
  • amtliches Kennzeichen und zulässiges Gesamtgewicht des Umzugsfahrzeuges

Die Bearbeitung des Antrags auf ein umzugsbedingtes temporäres Parkverbot nimmt einige Tage in Anspruch, zwischen sieben und 14 Tagen musst Du dafür einplanen. Die Verkehrsschilder solltest Du entsprechend den geltenden Vorschriften rund 72 Stunden vor dem Umzug aufstellen, um allen Anwohnern die Chance zum Umparken einzuräumen – eine vorausschauende Planung empfiehlt sich also auch in diesem Fall.

Fazit:
Der vollständige Antrag für ein Halteverbot ist mit ausreichend zeitlichem Vorlauf an das zuständige Straßenverkehrs- oder Ordnungsamt zu richten, kümmert sich nicht ein Umzugsunternehmen darum.

Fristen, Kosten und Haftung für ein temporäres Halteverbot

Keine Dienstleistung gibt es umsonst, das ist auch bei der Genehmigung eines Parkverbotes und dem Bereitstellen der Verkehrsschilder so. Es fallen jeweils Gebühren für die Bewilligung und das Aufstellen der Schilder selbst an, deren Höhe je nach Region und Ort variiert. Musst Du in München mit Gesamtkosten von rund 120 Euro einplanen, setzen diese sich aus 39 Euro für die Genehmigung und 79 Euro Mietgebühren für die Schilder zusammen. In Frankfurt am Main kannst Du insgesamt mit 160 Euro und in Köln mit rund 130 Euro rechnen, allerdings kann es in Deinem neuen Wohnort ganz anders aussehen. Bedenke bitte, dass Du eventuell sowohl für Deine bisherige als auch für die neue Wohnung eine Halteverbotszone benötigst. Vielleicht hilft im gewohnten Umfeld ein Gespräch unter Nachbarn? Ein Umzugsunternehmen wickelt alle Formalitäten für Dich ab und legt die anfallenden Gebühren auf Dich um – mit einem Aufschlag versehen, natürlich. Die Abwägung nach Kosten und Nutzen dürfte allerdings nicht schwer fallen: Was sind Dir ein reibungsloser und zügiger Ablauf sowie die guten nachbarschaftlichen Beziehungen wert? Schließlich entfällt auch mit der Genehmigung Deine persönliche Haftung, sollte ein Verkehrsschild umfallen und zu einem Schaden führen. Die Halteverbotszone kann in fast jeder Straße oder Fußgängerzone für ein bis zwei Tage eingerichtet werden. In Ausnahmefällen kann eine doppelseitige Parkverbotszone notwendig werden, diese wird aber polizeilich veranlasst. Willst Du Dich selbst nicht mit dem Antrag, der Abholung und dem Aufstellen der Verkehrsschilder befassen, aber den Umzug in eigener Regie abwickeln, empfehlen sich spezielle Dienstleister: Für eine Gebühr von rund 50 Euro erledigen diese sämtliche Formalitäten. Wie auch immer Du das offizielle Parkverbot organisierst: Du wirst einen deutlich einfacheren Umzug erleben, ohne Dich mit Deinen künftigen Nachbarn in hässliche Auseinandersetzungen zu verlieren oder immer wieder rangieren zu müssen.

Fazit:
Die zusätzlichen Kosten für ein genehmigtes Parkverbot rechnen sich in jedem Fall, wenn Du die sonst drohenden Umstände ins Verhältnis setzt. Die Höhe ist abhängig vom Wohnort, zwischen 100 und 160 Euro musst Du kalkulieren.

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