Richtig zusammenziehen Teil 2: Zu zweit kannst Du viel Geld sparen

Im ersten Teil von „Richtig zusammenziehen“ hast Du bereits gelernt, welche Formalitäten Du bei Deinem Umzug beachten musst und wie Ihr zwei Euch auf die passende Einrichtung für die gemeinsame Wohnung einigen könnt. Aber wusstest Du auch, dass das Leben zu zweit gleich viel günstiger wird und weshalb? Das werde ich Dir verraten…

Spar-Tipp 1: Nur noch die halbe Miete bezahlen

Der erste finanzielle Vorteil des Zusammenlebens liegt auf der Hand: Du musst nur noch die Hälfte oder einen angemessenen Anteil an der Miete bezahlen. Zwar braucht Ihr zu zweit vielleicht eine deutlich größere Wohnung, dennoch wirst Du an der Miete sparen: Kleine Wohnungen fallen nämlich im Gegensatz zu großen Wohnung verhältnismäßig teurer aus. Schließlich musst Du die Kosten für die „Gemeinschaftsräume“, also Küche, Bad, Toilette, Abstellkammer, etc. bei kleinen Wohnung alleine tragen. In Zukunft werdet Ihr diese Kosten nun durch zwei teilen. So bezahlst Du in einer Hochpreisregion wie München für eine 2-Zimmer-Wohnung mit 60 qm zum Beispiel 600 Euro kalt, während eine 4-Zimmer-Wohnung mit 80qm ab 950 Euro kalt zu haben ist. Teilst Du das durch zwei, musst Du ab sofort nur noch 475 Euro Kaltmiete bezahlen und das für eine viel größere und gewiss auch schönere Wohnung.

Spar-Tipp 2: Sparmöglichkeiten bei den Nebenkosten

Einsparungen wirst Du fortan auch bei den Nebenkosten haben. Auf den ersten Blick magst Du nun vielleicht denken: „Wieso? Ich brauche doch auch wenn ich mit meinem Partner zusammenwohne gleich viel Wasser zum Duschen oder Gas zum Heizen?“ Tatsächlich kannst Du viele dieser Kosten fortan aber ebenfalls mit Deinem Partner teilen. Geheizt werden die Wohnräume schließlich an kalten Tagen immer, egal ob nur eine oder gleich fünf Personen in der Wohnung leben. Ebenso verhält es sich bei den Stromkosten, da das Licht im Wohnzimmer oder der Fernseher am Abend unabhängig von der jeweiligen Personenanzahl gleich viel Strom verbrauchen. So werden die Gas-, Strom- und Wasserabrechnungen am Ende des Jahres zwar durchaus höher ausfallen als bisher in Deiner eigenen Wohnung, durch zwei geteilt wirst Du aber dennoch deutlich günstiger wegkommen.

Spar-Tipp 3: Versicherungen gemeinsam abschließen

Was viele Menschen nicht wissen: Zahlreiche Versicherungen kannst Du gemeinsam mit Deinem Partner abschließen, sobald Ihr zusammenwohnt. Und das auch ohne Trauschein oder Ehegelübde. Sobald Ihr nämlich in einer „eheähnlichen Hausgemeinschaft“ wohnt, gibt es attraktive Angebote für gemeinsame

  1. Hausratversicherungen: Gemeinsamer Haushalt, gemeinsame Versicherung. Bei der Hausratversicherung macht dies schließlich auch Sinn, denn gestohlen oder beschädigt wird fortan ja wenn dann Euer gemeinsames Eigentum. Allerdings hast Du kein grundlegendes Kündigungsrecht bei Deiner bisherigen Versicherung. Viele Versicherer sind dennoch kulant. Am besten, Du rufst Deinen Sachbearbeiter einfach direkt an. Achte aber darauf, dass die Versicherungssumme für Eure neue, gemeinsame Hausratversicherung eventuell höher angesetzt werden muss.
  2. Privathaftpflichtversicherungen: Die private Haftpflichtversicherung kann ebenfalls zusammengelegt werden, sobald Ihr in eine gemeinsame häusliche Gemeinschaft zieht. Doch Vorsicht: Mit den Sparmöglichkeiten gehen bei der gemeinsamen Haftpflichtversicherung auch einige vertragliche Besonderheiten einher. Schäden, die Du oder Dein Partner nämlich am gemeinsamen Eigentum verursacht, sind dann ausgenommen. Beschädigst Du also aus Versehen das Smartphone Deines Partners, wird die Versicherung dies nicht bezahlen. Je nach Wohnsituation, sind getrennte Privathaftpflichtversicherungen deshalb manchmal trotzdem die bessere Wahl.
  3. Autoversicherungen: Es ist durchaus eine Überlegung wert, eines Eurer Autos bei der Ummeldung nur noch als Zweitwagen anzumelden. Dann greift nämlich auch bei Unverheirateten die Partnerregelung der Autoversicherung. Da Ihr nun in einer „eheähnlichen Lebensgemeinschaft“ wohnt, könnt Ihr so eine bessere Einstufung der Schadensfreiheitsklassen und damit deutlich günstigere Beitragssätze erhalten. Lasst Euch hierzu umfassend sowie professionell von mehreren verschiedenen Versicherern beraten.

Spar-Tipp 4: Zeit für Neuanschaffungen

Beim Einzug werden Du und Dein Partner viele Dinge plötzlich doppelt haben. Dazu gehören auch teure Elektrogeräte wie die Wasch- oder Spülmaschine. Die gute Nachricht ist: Ihr könnt nun nicht nur eines der beiden Geräte über Kleinanzeigen verkaufen und so noch etwas Geld einnehmen. Auch Neuanschaffungen sind fortan deutlich billiger, da sie durch zwei geteilt werden. Vielleicht ist dann ja gerade jetzt die perfekte Zeit, einmal über einen neuen Kühlschrank oder einfach eine schicke Einrichtung nachzudenken.

Spar-Tipp 5: Nicht nur lecker, sondern auch günstig kochen

Kennst Du das Problem: Du stehst vor den Regalen im Supermarkt und findest alles nur in viel zu großen Mengen? Wer isst schon eine Packung Wurst, bevor diese ranzig wird oder einen ganzen Brotlaib, bevor er hart ist? Alleinstehenden bleibt häufig keine andere Wahl als den Rest einfach in den Müll zu werfen oder die Gefriertruhe bis zum Rand zu füllen. Viele Lebensmittel gibt es nämlich schlicht nicht in einzelhaushalts-tauglichen Mengen, und wenn doch, so sind diese unverhältnismäßig teurer gegenüber großen Packungen. Kocht Ihr also stattdessen fortan für zwei Personen, könnt Ihr die günstigeren Großpackungen kaufen und müsst weniger Essen in den Müll werfen. So tut Ihr nicht nur was für Euer gutes Gewissen, sondern auch für den Geldbeutel. Ein Einpersonenhaushalt gibt pro Monat nämlich rund 200 Euro für Essen aus. Nur 50 bis 100 Euro mehr sind es für jede weitere Person im Haushalt. Teilt Ihr die Kosten also durch zwei, wirst Du ab jetzt weniger Geld im Monat für Lebensmittel ausgeben müssen. Da schmeckt das Essen doch gleich viel besser…

Spar-Tipp 6: Byebye Fernbeziehung

Egal ob Ihr bisher eine Fernbeziehung geführt habt oder der Partner nur fünf Kilometer entfernt im nächsten Ort wohnte: Das ewige Pendeln hat nun ein Ende und damit spart Ihr euch eine Menge Benzinkosten. Selbst fünf Kilometer fressen auf Dauer nämlich viel Sprit, wenn Du sie zweimal täglich fährst (hin und zurück). Jetzt könnt Ihr dieses Benzingeld oder die Euros für die Busfahrkarte stattdessen für den nächsten romantischen Paarurlaub sparen.

Ein Konzept für die Kostenaufteilung finden

Die Einsparungen klingen verlockend, oder? Und gewiss kannst Du es jetzt erst recht kaum erwarten, mit Deinem Partner zusammen zu ziehen. Doch gerade beim Geld liegt leider häufig auch ein Streitpunkt, der im schlimmsten Fall gar zur Trennung führen kann. Es geht um die Kostenaufteilung: Wer verdient wie viel pro Monat? Eröffnet Ihr ein gemeinsames Haushaltskonto? Wer muss welchen Kostenanteil tragen? Wofür darf das Geld auf dem Haushaltskonto verwendet werden? Es gilt, bereits zu Beginn strikte Regeln aufzustellen, wenn es ums Geld geht. Sonst nimmt die Frau das Geld für die Miete auf dem Haushaltskonto einfach zum Shoppen oder der Mann beteiligt sich plötzlich überhaupt nicht mehr an den Lebensmitteln. Je früher Ihr eine Lösung findet, die beide Seiten als fair empfinden, desto weniger Streit wird es später geben. Verschiedene Möglichkeiten der Kostenaufteilung wären:

  • 50:50: Wenn beide Partner ausreichend verdienen, ist die fairste Lösung einfach die Kosten jeweils zur Hälfte zu tragen. Auf ein gemeinsames Konto zahlen beide Partner jeden Monat einen festgelegten Betrag ein und hiervon werden die Miete, Versicherungen, Nebenkosten usw. beglichen.
  • Anteilig nach Einkommen: Verdient ein Partner deutlich mehr als der andere, so können die Kosten auch anteilig bezahlt werden. Wohnen Kinder mit im Haushalt und die Frau bleibt zum Beispiel Zuhause, kann auch der Mann als Alleinversorger die gesamten Kosten tragen.
  • Kosten aufteilen: Nicht immer wollen Partner beim Zusammenziehen auch automatisch ein gemeinsames Konto führen. Es kann daher sinnvoll sein, sich zu überlegen wie man die laufenden Kosten sinnvoll und gerecht aufteilen kann, so dass jeder „sein Päckchen“ an den laufenden Kosten zu tragen hat. Beispiel: Ein Partner trägt die Warm-Miete, der andere trägt die restlichen laufenden Kosten für Versicherungen, Verpflegung, Telefon, GEZ etc.

Ihr seht: Die beste Art der Kostenaufteilung hängt stark von Eurer finanziellen und familiären Situation ab und kann sich im Laufe der Beziehung auch mehrmals ändern. Eine offene Kommunikation ist hier das A und O.

Zusammenleben kann so schön sein…

Die finanziellen Einsparungen sind aber nicht der einzige Vorteil des Zusammenziehens: Viele Vermieter wünschen sich junge Paare für ihre Wohnungen. Die Wohnungssuche wird sich deshalb zu zweit deutlich einfacher gestalten. Zudem könnt Ihr Euch ab jetzt die Hausarbeit sowie wichtige Termine, zum Beispiel mit Handwerkern oder dem Schornsteinfeger, teilen und habt so schlussendlich deutlich mehr Zeit füreinander. Ist das nicht schön?

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