Abmelden, Anmelden, Ummelden – das ist beim Umzug zu beachten

Beim Umzug gibt es viel zu beachten und eine leidige Aufgabe besteht in den Meldepflichten bei den Ämtern. Auch der Bezug von Strom und Gas ändert sich, Telefon- und Internetanbieter wollen gecheckt und gekündigt oder neu beauftragt werden. Damit der Start in deiner neuen Wohnung reibungslos gelingt, folgt jetzt eine Aufstellung der wichtigsten Aufgaben, die in Sachen abmelden, anmelden und ummelden von dir zu erledigen sind.

Neue Adresse: Nachsendeauftrag erteilen und E-Mail-Signatur ergänzen

Sobald der Einzugstermin feststeht und der Mietvertrag unterschrieben ist, hilft ein offizieller Nachsendeauftrag dabei, dass die Post die neue Adresse auch erreicht. Dabei lässt sich im Rahmen der Online-Beauftragung festlegen, ob nur die Briefpost oder auch Päckchen und Pakete nachgesendet werden sollen. Ob der Nachsendeauftrag 6 oder 12 Monate oder noch länger laufen soll, entscheidet der Kunde. Der Service kostet ab 20 €, gut investiertes Geld, um auf postalischem Weg erreichbar zu bleiben.

Neben dem offiziellen Nachsendeauftrag ist es hilfreich, die eigene private E-Mail-Signatur zu ergänzen. Ein Hinweis auf die neue Privatanschrift und das Einzugsdatum farbig abgesetzt reichen schon aus, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Kostenlose Alternative: Die Umzugsmitteilung

Ebenfalls effektiv, aber komplett kostenlos, ist die Umzugsmitteilung. Dabei bekommt die Post eine Information über die alte und über die neue Adresse. Sie sorgt dann dafür, dass Unternehmen, die bereits die alte Adresse haben, eine Mitteilung über die neue Adresse erhalten. Allerdings nutzt nicht jedes Unternehmen diesen Service der Post. Deshalb ist es zusätzlich ratsam, die wichtigsten Vertragspartner auf schriftlichem Weg über die Adressänderung zu informieren. Dazu gehören diese:

  • Banken
  • Versicherungen
  • Versandhäuser
  • Mobilfunk- und Festnetzanbieter
  • Vereine
  • Verbände

Stromanbieter wechseln

In Deutschland gibt es knapp 1.200 Stromlieferanten und weit über 20.000 unterschiedliche Tarife. Deshalb ist die Chance ausgesprochen hoch, beim Wechsel kräftig zu sparen. Ein Umzug ist eine gute Gelegenheit, die Preise auf dem Strommarkt zu checken. Egal, ob bei einem Umzug innerhalb der Stadtgrenzen oder über Bundeslandgrenzen hinweg, die Preise sind einem ständigen Wandel unterworfen, so dass in den allermeisten Fällen ein Stromanbieterwechsel auch gleichzeitig eine Ersparnis bedeutet. Online können Verbraucher die Tarife miteinander vergleichen und entscheiden, welcher Anbieter am besten geeignet ist.

Tipp: Lese hierzu auch unbedingt meinen Beitrag: Sonderkündigung: Kannst Du bei einem Umzug den Stromanbieter wechseln?

Gasanbieter wechseln

Bei mehr als 900 Gaslieferanten in Deutschland stellt sich ein ähnliches Bild dar, wie bei den Stromanbietern. Auch in Sachen Gas ist es dringend zu empfehlen, die Tarife miteinander zu vergleichen. Die Chance, auch hier einen günstigen Tarif zu finden, der die Haushaltskasse langfristig weniger belastet, ist hoch.

Auch hier ein Tipp für einen weiterführenden Beitrag zum Thema: Sonderkündigung: Kannst Du bei einem Umzug Deinen Gasvertrag wechseln?

Festnetz- und Internetanbieter informieren und/oder wechseln

Welches Telekommunikationsunternehmen bietet den günstigsten Festnetztarif? Welcher Internetanbieter kommt in der neuen Wohnung infrage? Der anstehende Umzug erfordert auch hier die Prüfung der Angebote. Wer innerhalb des Ortes umzieht, nimmt in der Regel seine alte Telefonnummer inklusive Telefonanbieter mit ins neue Domizil und kann sich den Aufwand sparen. Ähnliches gilt für den Internetanbieter. Ob das allerdings wirklich Fall ist, ist im Einzelnen zu klären (lies hierzu auch den Beitrag „Sonderkündigung: Kannst Du Deinen Vertrag für Telefon und Internet bei Umzug fristlos kündigen?„). Verträge mit Telefon- und Internetanbietern mit festen Laufzeiten haben nämlich in der Regel eine Klausel inkludiert, die den Weiterbezug verbindlich regeln, sollte die neue Adresse für den Anbieter erreichbar sein. Die Verbraucherzentrale informiert in dem Beitrag „Umzug: die Rechte der Telefon-_ und Internetkunden“ ausführlich darüber, wie Verbraucher für einen stressfreien Umgang mit den Vertragspartnern sorgen und wann sie kündigungsberechtigt sind.

Abbildung 2: Damit in der neuen Wohnung Internet und Telefon verfügbar sind, müssen sich Verbraucher über die Angebote und Möglichkeiten informieren und entsprechende Aufträge erteilen.
Abbildung 2: Damit in der neuen Wohnung Internet und Telefon verfügbar sind, müssen sich Verbraucher über die Angebote und Möglichkeiten informieren und entsprechende Aufträge erteilen.

Einwohnermeldeamt am neuen Wohnort aufsuchen

Wer umzieht, muss Anmeldepflichten nachkommen. Der erste Gang in der ersten Woche nach dem Einzug in die neue Wohnung ist der zum Einwohnermeldeamt. Dort müssen Neubürger sich mit ihrem neuen Wohnsitz anmelden. Das neue Einwohnermeldeamt übernimmt die Abmeldung beim bisherigen Einwohnermeldeamt. Achtung: Auch wer innerhalb derselben Gemeinde oder Stadt umzieht, muss seine neue Anschrift beim Einwohnermeldeamt bekannt geben. Geschieht das nicht innerhalb einer Woche nach Umzug, droht ein Ordnungsgeld.

Kfz-Zulassungsstelle über neue Adresse informieren

Bei einem Umzug innerhalb desselben Zulassungsbezirks wird im Fahrzeugschein bzw. in der Zulassungsbescheinigung lediglich die neue Adresse eingetragen. Geht der Umzug über den Zulassungsbezirk hinaus, müssen die Neubürger mit diesen Papieren zum Straßenverkehrsamt, um die Ummeldung ordnungsgemäß durchführen zu lassen:

  • Fahrzeugschein
  • Fahrzeugbrief
  • Nachweis über HU und ASU
  • gültiger Personalausweis sowie Meldebescheinigung
  • Soll das Fahrzeug neue Kennzeichen erhalten, sind die alten Kennzeichen ebenfalls mitzubringen.

Auch hierzu gibt es bereits einen extra Artikel auf meinen Seiten, den ich dir wärmstens ans Herz legen möchte.

Abbildung 3: Die Ummeldung des Wohnsitzes in einen anderen Zulassungsbezirk eröffnet die Möglichkeit, sich ein neues Kennzeichen für das Auto auszusuchen.
Abbildung 3: Die Ummeldung des Wohnsitzes in einen anderen Zulassungsbezirk eröffnet die Möglichkeit, sich ein neues Kennzeichen für das Auto auszusuchen.

Finanzamt informieren

Ändert sich im Rahmen des Umzugs auch das zuständige Finanzamt, dann müssen Betroffene sich offiziell ummelden und eine neue Steuernummer beantragen. Das erledigen Steuerpflichtige am einfachsten mit einem formlosen Schreiben. Das zuständige Finanzamt wird dann die nötigen Informationen und Vordrucke auf den Postweg bringen. Ändert sich durch den Umzug das zuständige Finanzamt nicht, dann reicht es, bei der nächsten Steuererklärung die neue Adresse in den Formularen der Einkommensteuer einzutragen.

Übrigens, apropos Finanzamt … Ein Umzug kann durchaus eine Menge Potential zum Steuern sparen liefern! Im Jahr nach deinem Umzug solltest du also unbedingt darüber nachdenken eine Steuererklärung anzufertigen und so deine Umzugskosten beim Staat geltend machen!

Weitere Behörden, die über den Umzug in Kenntnis zu setzen sind

Neben den genannten Behörden, die im Rahmen eines Umzugs zu informieren sind, gibt es noch weitere Behörden und Vertragspartner, die davon erfahren müssen.

  • Wer Leistungen über die Agentur für Arbeit bezieht, muss seine neue Anschrift dort mitteilen.
  • Auch Personen, die mit dem Sozialamt zu tun haben, müssen die neue Adresse hinterlegen.
  • Studenten und andere Bezieher von Bafög dürfen nicht vergessen, das Bafög-Amt zu informieren.
  • Wer Dienst bei der Bundeswehr tut oder Zivildienst leistet, muss die Bundeswehr bzw. das Bundesamt für Zivildienst über die neue Adresse in Kenntnis setzen.

Sind die Behördengänge und die organisatorischen Aufgaben rund um den Umzug erledigt, dürfen die Neuankömmlinge durchaus über die schönen Dinge des Lebens in der neuen Wohnung nachdenken: Tipps für die Einweihungsparty helfen dabei, dass der Start im neuen Umfeld schwungvoll gelingt.

Quellen:
pixabay.com © geralt (CCO Public Domain)
pixabay.com © FirmBee (CCO Public Domain)
pixabay.com © Pexels (CCO Public Domain)

Komplettumzug: Dein Umzug mit allen erdenklichen Extraleistungen

Wenn Du möglichst stressfrei umziehen und Dich ganz entspannt zurücklehnen möchtest, während andere Deinen Umzug von A bis Z abwickeln, dann ist ein Komplettumzug die richtige Wahl. Ob Du nun schwanger bist, es sich um einen Seniorenumzug handelt oder Du einfach unter Zeitdruck stehst und beruflich stark eingespannt bist, Deinen kompletten Umzug kannst Du einfach den Profis überlassen. Ein Komplettumzug kann dabei nicht nur das Ein- und Auspacken deiner Kisten beinhalten, denn gerne übernimmt ein professionelles Umzugsunternehmen in Deiner Nähe auch weitere Leistungen für Dich. Wie so ein Komplettumzug also aussehen könnte, möchte ich Dir jetzt gerne verraten.

Viele Extraleistungen beim Komplettumzug

Dabei kannst Du Dir Dein Leistungspaket für Deinen Komplettumzug frei Deinen Wünschen und Bedürfnissen entsprechend zusammenstellen. Folgende Leistungen sind zum Beispiel denkbar:

  • Ein- und Auspacken Deiner Umzugskartons
  • Auf- und Abbauen Deiner Möbel
  • Transport
  • Bauarbeiten
  • Renovierungsarbeiten
  • Sanierungsarbeiten
  • Montagearbeiten

Bei Deinem sorglosen Komplettumzug sieht Deine neue Wohnung also binnen kürzester Zeit so aus, als würdest Du dort schon ewig wohnen. Vom Anbringen der Lampen und Gardinen bis hin zur Montage Deiner Küche musst Du Dich wahlweise nämlich um nichts kümmern, sofern Du einen Komplettumzug buchst. Einige Umzugsunternehmen haben sich sogar auf so vielseitige Zusatzleistungen spezialisiert, dass sie auch mit fachkundigen Bauarbeitern oder Handwerkern zusammenarbeiten, die auf Wunsch Dein Laminat verlegen, neu tapezieren, für Dich streichen oder eine zusätzliche Wand einziehen. Das Ziel bei Deinem Komplettumzug ist es also, dass Deine neue Wohnung am Ende binnen kurzer Zeit so aussieht, wie Du es Dir wünschst, ohne dass Du dafür selbst bei Deinem Umzug schuften musstest. Selbst, wenn es um den Nachsendeantrag oder das Ummelden bei verschiedenen Dienstleistern geht, kann Dir ein professionelles Umzugsunternehmen kompetent unter die Arme greifen.

Tipps für Deinen Komplettumzug

Auch wenn Du Dein Umzugsunternehmen mit Deinem kompletten Umzug beauftragst, gibt es einige Dinge, die Du dennoch nicht aus der Hand geben sollest. Am besten erstellst Du zunächst eine Liste mit allen anfallenden Arbeiten. So kannst Du Dich bezüglich der gewünschten Leistungen einfacher mit Deinem Umzugsunternehmen besprechen. In diesem Zusammenhang wird Dir wahrscheinlich auch klar werden, dass es einige Aufgaben gibt, die eben nur Du allein übernehmen kannst. Denn auch wenn die Umzugsprofis grundsätzlich den Umzug deines kompletten Hab und Guts bewältigen können, möchtest Du einige sehr private Gegenstände bestimmt lieber selbst in Deine Umzugskartons packen. Zudem ist es wichtig, dass Du eine solide Vertrauensbasis zu Deinem Umzugsunternehmen aufbauen kannst. Wenn die Umzugshelfer sogar Deine Kartons packen, stehen die Chancen plötzlich viel größer, dass etwas unbemerkt verschwindet. Wertgegenstände, wie Schmuck oder kleinere Gadgets, solltest Du daher selbst einpacken und transportieren, damit Du gar nicht erst Gefahr läufst, dass diese während des Komplettumzugs abhanden kommen.

Kostenkalkulation und Versicherungen

Um Dein Gewissen zu beruhigen, kannst Du bei Deinem Umzugsunternehmen zudem nachfragen, inwiefern Du abgesichert bist, falls während des Umzugs doch einige Deiner Wertgegenstände verschwinden sollten (hierzu kann ich dir auch meinen Artikel ‚Wofür haften eigentlich Umzugsunternehmen?‘ ans Herz legen). Bedenke zudem, dass ein Komplettumzug mit wesentlich höheren Kosten verbunden ist als ein Standardumzug. Daher solltest Du nicht nur verschiedene Angebote einholen, sondern die unterschiedlichen Leistungen sollten auch als einzelne Kostenpunkte in dem Angebot zu finden sein. So kannst Du für Dich individuell entscheiden, welche Leistungen Dir Dein Geld wirklich wert sind und welche Arbeiten Du in Anbetracht der hohen Kosten vielleicht doch lieber eigenhändig übernimmst.

So funktioniert die Umzugsmitteilung

Die Deutsche Post bietet neben dem Nachsendeauftrag noch einen weiteren, praktischen Umzugsservice an: Die Umzugsmitteilung. Dabei übernimmt sie für Dich die Mitteilung Deiner neuen Adresse bei vielen wichtigen Vertragspartnern, zum Beispiel der Bank oder Krankenkasse. Hier erfährst Du, wie die Umzugsmitteilung funktioniert und ob sie sich für Dich lohnt.

Was ist die Umzugsmitteilung?

Mit jedem Umzug ändert sich Deine Adresse. Das bedeutet, dass Du Dich nicht nur beim Einwohnermeldeamt oder der KFZ-Meldestelle ummelden musst, sondern auch bei jedem einzelnen Vertragspartner, sei es für Versicherungen, Bankkonten, Vereine, Versandanbieter, Sozialversicherungsträger uvm. Das braucht Zeit und nicht selten vergisst Du dennoch die ein oder andere Ummeldung. Im schlimmsten Fall kommt dann Deine Post nicht mehr an. Bei Rechnungen kann dies zu hohen Mahngebühren führen. Die Deutsche Post überprüft bei der Umzugsmitteilung deshalb automatisch in ihrer Datenbank, bei welchen teilnehmenden Vertragspartnern Du mit Deiner alten Adresse gemeldet bist und tauscht diese anschließend durch Deine neue Anschrift aus.

Welche Unternehmen sind gelistet?

Du fragst Dich nun vielleicht, welche Institutionen und Unternehmen an der Umzugsmitteilung teilnehmen? Prinzipiell steht dieser Service allen Unternehmen zur Verfügung. Sie müssen sich bei Interesse von der Deutschen Post registrieren lassen. Viele Sozialversicherungsträger, Banken, Sparkassen, Versicherungen und Krankenkassen, aber auch schlicht Versand- oder Kundenkartenanbieter sind hier mittlerweile gelistet. Eine Garantie, dass all Deine Vertragspartner per Umzugsmitteilung über Deine neue Adresse informiert werden, gibt es allerdings nicht. Du solltest Deine wichtigsten Vertragspartner sowie natürlich die Behörden deshalb trotzdem noch einmal gesondert über Deinen Umzug informieren.

Wie sieht es mit Datensicherheit aus?

Viele Kunden der Deutschen Post haben bei der Umzugsmitteilung aber Bedenken bezüglich der Sicherheit ihrer herausgegebenen Daten. Du möchtest schließlich nicht, dass Deine Adresse plötzlich für alle gelisteten Unternehmen sichtbar ist und massenhaft Werbebriefe ins Haus flattern. Doch keine Sorge: Die Deutsche Post garantiert, dass sie bei der Umzugsmitteilung Deine neue Adresse lediglich all jenen Vertragspartnern zur Verfügung stellt, die Deine alte Adresse bereits kannten, bei denen Du also bereits Kunde oder Mitglied bist. Die Datensicherheit wird gemäß dem Bundesdatenschutzgesetz eingehalten. Unter datenschutz@postadress.de steht zudem jederzeit ein Ansprechpartner für Deine Fragen rund um den Datenschutz bei der Umzugsmitteilung bereit.

Was kostet die Umzugsmitteilung?

Nichts! Die Umzugsmitteilung ist ein kostenfreier Service der Deutschen Post, denn diese profitiert selbst davon: Je mehr Unternehmen über Deine neue Adresse informiert werden, desto weniger Rückläufer oder unzustellbare Briefe gibt es für die Zusteller. In nur drei einfachen Schritten und höchstens fünf Minuten kannst Du eine Umzugsmitteilung aufgeben – völlig kostenfrei. Von mir gibt es deshalb eine klare Empfehlung für den Auftrag einer Umzugsmitteilung.

Wie kann ich eine Umzugsmitteilung aufgeben?

Hierfür gehst Du einfach auf umziehen.de und gibst Deinen Namen, Deine E-Mail-Adresse sowie Deine alte und neue Anschrift ein. Nach dem Absenden der Daten erhältst Du eine E-Mail mit Bestätigungslink. Einfach anklicken und fertig ist die Umzugsmitteilung!

Die Vorteile der Umzugsmitteilung im Überblick

Mit der Umzugsmitteilung der Deutschen Post kannst Du also zahlreiche Vorteile in Anspruch nehmen. Hierzu gehören:

  • kostenlose Mitteilung Deiner neuen Adresse
  • schnelle Erfassung Deiner neuen Anschrift bei den Vertragspartnern
  • Minimierung von Postrückläufern und unzustellbarer Post
  • einmal eingeben, viele Vertragspartner erreichen
  • Zeitersparnis vor, während und nach dem Umzug

Allerdings solltest Du nicht nur die Umzugsmitteilung in Anspruch nehmen, sondern zusätzlich auch den Nachsendeservice der deutschen Post. So bist Du auf der sicheren Seite, dass Briefe und Pakete auch von denjenigen Vertragspartnern ankommen, die nicht am Service der Umzugsmitteilung teilnehmen. Alles zum Nachsendeauftrag findest Du in meinem Artikel „Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?“.

Richtig zusammenziehen Teil 1: Behördengänge und Umzug

Die Entscheidung zusammen zu ziehen ist für ein Paar ein großer Schritt. Endlich eine gemeinsame Wohnung, mehr Zeit füreinander und vielleicht die Familienplanung…doch dies sind nicht die einzigen Vorteile einer gemeinsamen Wohnung. Wie Ihr richtig zusammenzieht und dabei auch noch viel Geld spart, verrate ich Dir in der Artikelserie „Richtig zusammenziehen“. Im ersten Teil soll es nun erst einmal darum gehen, welche Formalitäten und Behördengänge bei Eurem Umzug anstehen.

Den Mietvertrag gemeinsam unterschreiben

Egal, ob Ihr gemeinsam in eine neue Wohnung zieht oder einer der Partner schlichtweg in die bestehende Wohnung mit einzieht: Ihr solltet den Mietvertrag stets gemeinsam unterzeichnen. Nur so habt Ihr nämlich beide dieselben Rechte, aber auch Pflichten. Natürlich will man nicht an eine Trennung denken, wenn man frisch zusammenzieht, dennoch könnte es passieren, dass der Partner einfach auszieht und Du auf den Mietschulden sitzen bleibst. Es ist deshalb wichtig, dass beide Mieter im Mietvertrag aufgeführt sind. Möchte einer von beiden ausziehen, solltet Ihr einen Mietaufhebungsvertrag machen. Doch das ist nicht der einzige Vorteil, den ein gemeinsamer Mietvertrag mit sich bringt: Er stärkt das Wir-Gefühl und verhindert, dass ein Partner den anderen einfach „vor die Tür setzen“ kann.

Behördengänge beim Zusammenziehen

Nach den Formalitäten zum gemeinsamen Mietvertrag, musst Du die Behörden über Deine neue Adresse informieren. Beim Zusammenziehen handelt es sich dabei um dieselben Instanzen wie bei jedem anderen „gewöhnlichen“ Umzug auch:

  • Einwohnermeldeamt
  • KFZ-Zulassungsstelle
  • Versicherungsträger
  • Finanzamt
  • Arbeitsamt
  • Familienkasse
  • Rentenversicherung
  • Schule, Universität, Ausbildungsträger
  • Bafög-Amt
  • GEZ
  • uvm.

Vergiss zudem nicht, rechtzeitig einen Nachsendeauftrag bei der Post zu stellen.

Der Umzug

Wenn Du mit Deinem Partner zusammenziehst, steht Ihr meist vor einem Grundproblem: „Aus zwei mach eins“. Wenn Ihr Euren Haushalt zusammenlegt, habt Ihr nämlich vermutlich vieles doppelt. Aus dem zweiten Bett könntet Ihr ein Gästebett machen, der zweite Esstisch allerdings, findet vielleicht keinen Platz mehr. Wichtig ist deshalb, dass Ihr vor dem Zusammenziehen gemeinsam ein Einrichtungskonzept für die neue Wohnung erstellt und anschließend ordentlich entrümpelt. Verkaufe Möbelstücke oder Einrichtungsgegenstände, die Du nun nicht mehr brauchst, die aber noch in gutem Zustand sind, doch einfach über Kleinanzeigen in der Zeitung oder entsprechende Plattformen im Internet (zum Beispiel Ebay Kleinanzeigen oder Quoka). So kommt noch ein wenig Geld für den nächsten Urlaub zusammen. Habt Ihr ein größeres Budget, dann könnt Ihr auch überlegen einfach gemeinsam eine ganz neue Einrichtung zu kaufen. Hauptsache, Ihr fühlt Euch beide (!) wohl in den neuen vier Wänden.

Achtung Streitpotenzial: Die Einrichtung frühzeitig absprechen

Leider liegt bei genau diesem Punkt das häufigste Streitpotenzial beim Zusammenziehen: Welche Möbel kommen mit ins neue Zuhause, welche nicht? Schwierig wird es vor allem dann, wenn ein Partner bereits in der neuen Wohnung wohnt und nicht zu Veränderungen bereit ist. Jeder von uns hat schließlich Bilder, einen alten Stuhl oder auch eine hässliche Kuscheldecke aus der Kindheit, woran wir emotional hängen. Es gilt daher, die Einrichtung beim Zusammenziehen frühzeitig zu besprechen und folgende Grundregeln zu beachten:

  1. Macht eine Liste mit allen Gegenständen, die Ihr jeweils unbedingt mit in die neue Wohnung nehmen möchtet und einigt Euch auf eine feste Anzahl, zum Beispiel jeder drei oder jeder fünf.
  2. Jeder darf zudem drei Möbelstücke oder Einrichtungsgegenstände des Partners benennen, die er auf keinen Fall in der gemeinsamen Wohnung möchte.
  3. Möbel oder Gegenstände, an denen Du sehr hängst, kannst Du im Notfall auch erst einmal im Keller oder auf dem Dachboden verstauen. Es muss ja nicht immer gleich der Sperrmüll sein.
  4. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die unerwünschten Möbel neu aufzufrischen. Vielleicht gefällt Deinem Partner das gemütliche alte Sofa ja doch, wenn Ihr es einfach neu beziehen lasst? Oder die Kommode mit einem neuen Lack?
  5. Häufig ist es auch eine gute Lösung, wenn Ihr beide in der neuen Wohnung jeweils ein eigenes Zimmer bezieht. Ob Arbeits- oder Playstation-Zimmer: Jeder Mensch braucht einen individuellen Rückzugsort und hier kannst Du dann auch die Einrichtung ganz nach Deinem eigenen Geschmack wählen.

Beim Zusammenziehen geht es schlussendlich immer um Kompromisse: Sei offen für neue Ideen, einen neuen Einrichtungsstil und ein neues Lebensgefühl. Neu ist schließlich nicht immer schlechter und mit dem Zusammenziehen geht für beide Partner ein kleiner Traum in Erfüllung. Doch das Zusammenziehen bringt noch weitere Vorteile mit sich: finanzielle. In welcher Form? Das verrate ich Dir im zweiten Teil von „Richtig zusammenziehen“

Umzug für Studenten Teil 1: Umziehen als Student

Studenten ziehen meist sehr häufig um, haben aber gleichzeitig das Problem von absolutem Geldmangel. Da geht es von der einen WG in die nächste, fürs Praxissemester drei Monate nach Berlin, für das fünfte Semester wieder nach Köln und die Abschlussarbeit schreibst Du in München. Nach den drei, fünf oder auch acht Jahren bist Du dann gewiss ein echter Profi in Sachen „Umzug“. Für den Anfang möchte ich Dir aber noch einige hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben:

Tipp 1: WG-Zimmer zur Zwischenmiete

Als Student hast Du zahlreiche Möglichkeiten, wie Du auch mit geringem Budget und nur für kurze Zeit eine tolle Bleibe findest. Auf Plattformen, wie „WG-gesucht“, kannst Du nach WG-Zimmern in der jeweiligen Stadt suchen, auch zur Zwischenmiete. Der Vorteil: Während der eigentliche Bewohner des WG-Zimmers vielleicht ebenfalls gerade im Praxissemester in einer anderen Stadt ist, kannst Du sein voll möbliertes Zimmer beziehen. Dein eigentliches WG-Zimmer bleibt derweil ebenfalls möbliert und Du kannst es an einen anderen Studenten untervermieten. So ergibt sich ein praktischer Kreislauf unter den Studis, ohne großen Umzugsstress. Wie das möglich ist? In ganz Deutschland sind Start und Ende der Winter- und Sommersemester in etwa gleich – der bunte WG-Tausch ist davon ein positiver Nebeneffekt.

Tipp 2: Studentenwohnheime

Eine weitere Wohnmöglichkeit sind Studentenwohnheime. Diese gibt es in quasi jeder größeren Stadt mit Hochschulen oder Universitäten. Auch hier kannst Du die Zimmer häufig auf Wunsch möbliert anmieten, oder aber Deine eigene Einrichtung mitbringen. Häufig sind die einzelnen Studentenzimmer wiederum in kleine WG’s innerhalb des Wohnheims aufgeteilt. So werden Küchen und Gemeinschaftsräume beispielsweise von je fünf Bewohnern des Studentenwohnheims zusammen genutzt. So lernst Du gleich viele neue Leute kennen und findest sozialen Anschluss in derr fremden Stadt.

Doch beachte: Aufgrund der praktischen Vorteile und günstigen Preise der Studentenwohnheime, sind diese in der Regel stark nachgefragt. Du musst Dich also frühzeitig und fristgerecht auf einen Platz bewerben. Alle Informationen hierzu findest Du beim örtlichen Studentenwerk.

Tipp 3: Ummelden beim Umzug

Auch wenn Du nur für ein, zwei oder sechs Monate umziehst, musst Du Dich bei zahlreichen Behörden ummelden. Hierzu gehören

Ziehst Du nur zur Zwischenmiete um, kannst Du auch deinen Untermieter bitten, Deine Post zu öffnen. Ansonsten musst Du Dich auch bei Deinem Strom-, Gas-, Telefon- und Internetanbieter ummelden oder von Deinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Tipp 4: Aus dem Umzug ein Event machen

Wenn Du doch einen großen Umzug planst und kein Geld für ein professionelles Umzugsunternehmen hast, frag einfach einmal Deine Freunde und Kommilitonen um Hilfe. Motivieren kannst Du sie, indem Du aus der langweiligen Umzugshilfe ein echtes Event machst. Sorge für gute Musik, ausreichend Getränke (Bier bitte erst nach Feierabend, aufgrund der Unfallgefahr) und leckeres Essen. So hast Du nicht nur einen effizienten Umzug, sondern zur gleichen Zeit auch eine tolle Abschiedsfeier. Je mehr Personen teilnehmen, desto lustiger wird es…

Tipp 5: Nutze alle Sparvorteile

Auf meinen Seiten findest du viele wertvolle Tipps, mit denen du bei einem Umzug bares Geld sparen kannst. Du erfährst zum Beispiel, wie du günstig mit dem Low-Budget-Transporter aus dem Baumarkt umziehst, wie du Umzugskartons oder den Möbeltransporter richtig und effizient packst, was es für kostengünstige / kostenlose Alternativen zu teuren Umzugskartons gibt und wie du ganz allgemein bei einem Umzug kräftig sparen kannst.

Übrigens: Als Student kannst Du Deine Umzugserfahrung auch nutzen, um Dir mit einem Nebenjob als Umzugshelfer etwas Kleingeld hinzu zu verdienen. Wie? Das verrate ich Dir im zweiten Teil von „Umzug für Studenten“.

Umzug für Senioren Teil 2: Das richtige Umzugsunternehmen aussuchen

Im ersten Teil der Artikelserie „Umzug für Senioren“ hast Du erfahren, welche Wohnmöglichkeiten es im Alter gibt, was Du vor einem Umzug beachten musst und wie Du Deine Wohnung effizient entrümpelst. Nun sollten nur noch diejenigen Dinge in Deiner Wohnung beziehungsweise in Deinem Haus sein, welche Du auch in die neue Bleibe mitnehmen möchtest. Für den Transport benötigst Du wahrscheinlich ein Umzugsunternehmen. Doch wie findest Du hierfür eigentlich den besten Anbieter?

Was brauchen Senioren bei einem Umzugsunternehmen?

Senioren müssen tatsächlich andere Faktoren bei der Wahl eines Umzugsunternehmens beachten als beispielsweise Studenten. Sie bringen nämlich ein anderes Profil mit: Senioren…

  • …können häufig selbst nicht mehr mit „anpacken“.
  • …möchten mit dem Umzug oft so wenig Aufwand wie möglich haben.
  • …benötigen wichtige Zusatzservices, zum Beispiel Hilfe bei Behördengängen.
  • …können oder wollen ihre alte und neue Wohnung nicht mehr selbst renovieren.

Natürlich könntest Du nun einfach auf eigene Faust Handwerker rufen, Umzugshelfer beauftragen und einen Transportwagen mieten. Das ist aber eigentlich gar nicht notwendig. Wieso? Weil es zahlreiche Umzugsunternehmen gibt, die sich auf Seniorenumzüge spezialisiert haben und einen umfassenden Komplett-Service anbieten.

Auf Seniorenumzüge spezialisierte Umzugsunternehmen

Solche spezialisierten Umzugs-Services haben viel Erfahrung mit den Bedürfnissen von Senioren bei einem Umzug und haben ihr Angebot daher direkt an Deine Wünsche angepasst. Sie nehmen Dir neben dem eigentlichen Transport der Möbel und Kartons auch zahlreiche weitere Tätigkeiten ab:

  • Umzugsplanung und -organisation
  • umfassende Beratung
  • Beschaffung und Lieferung des Verpackungsmaterials und der Kartons
  • Ver- und Entpacken Deines Hab und Guts
  • Aufbau und Montage des Mobiliars
  • Transport mit einem Umzugswagen
  • Verwaltungs- und Behördengänge
  • Nachsendeauftrag bei der Post
  • Ummeldung von Strom, Wasser, Gas, Telefon & Co.
  • Einholen der Parkgenehmigung oder der Halteverbotszone
  • Schwerlasttransporte, z.B. Klavier
  • Verkauf Deiner Altmöbel, solltest Du diese nicht mehr benötigen
  • bei Bedarf die Vermittlung einer Hotelunterkunft
  • Maler- und Renovierungsarbeiten
  • Installation eines Außenaufzugs
  • Dübelarbeiten
  • Vermittlung eines Pflegedienstes für Dein Haustier
  • Wasser- und Elektroinstallationen
  • ausreichender Versicherungsschutz für Schäden
  • Müllentsorgung
  • uvm.

Ein auf Seniorenumzüge spezialisiertes Unternehmen ist daher eine tolle Wahl als Komplettlösung, wenn Du selbst so wenig Zeit und Energie wie möglich für den Umzug aufbringen möchtest. Nach der umfassenden Beratung und Planung Deines Umzugs kannst Du Dich entspannt zurücklehnen und musst nur noch warten, bis Dein neues Zuhause fertig ist.

Das Umzugsunternehmen auswählen

Wenn Du ein passendes Umzugsunternehmen suchst, hast Du verschiedene Möglichkeiten:

  1. Frage Deine Freunde und Bekannten, ob diese Erfahrungen mit Umzugsunternehmen für Senioren haben oder vielleicht sogar eines empfehlen können.
  2. Recherchiere im Telefonbuch nach Anbietern aus Deiner Region und kontaktiere diese für einen ersten Beratungstermin oder lass Dir Informationsmaterial zusenden.
  3. Starte eine Internetsuche unter dem Stichwort „Umzug für Senioren + Deine Stadt“ oder „Seniorenumzüge + Deine Stadt“ und schon wirst Du einige Angebote finden. Häufig kannst Du hier direkt online die unterschiedlichen Leistungen vergleichen.

Hast Du eine Auswahl von mehreren Umzugsunternehmen erstellt, ich empfehle Dir etwa drei bis fünf, so kontaktiere diese und lass Dir ein konkretes Angebot machen. Diesem Angebot sollte ein kostenloser (!) Beratungstermin vorangehen, damit es bereits auf Deine individuellen Bedürfnisse angepasst ist. Anschließend kannst Du Dich für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden.

Doch Vorsicht: Achte unbedingt auf ein Angebot mit festem Pauschalpreis, damit es hinterher keine bösen Überraschungen gibt. Frage notfalls noch einmal nach möglichen zusätzlichen oder versteckten Kosten. Ist Dir das allerdings zu teuer, so erhältst Du im dritten Teil der Artikelserie „Umzug für Senioren“ praktische Tipps, wie Du bei Deinem Umzug so richtig Geld sparen kannst…

Ummelden beim Umzug. Wann, wie, wo?

Den Formalitäten kannst Du bei einem Umzug leider nicht entgehen. Dazu gehört auch, dass Du Dich an Deinem neuen Wohnort anmeldest. Dieser Prozess wurde durch die Digitalisierung zuletzt glücklicherweise erheblich erleichtert. Wichtig ist allerdings, dass Du unbedingt die Fristen einhältst. Ansonsten kommen schlimmstenfalls hohe Geldstrafen auf Dich zu.

Den Wohnort ummelden – so geht’s

Deinen Wohnort musst Du innerhalb der ersten Woche nach dem Einzug beim Einwohnermeldeamt Deines neuen Wohnsitzes ummelden. In Ausnahmefällen hast Du dafür auch zwei Wochen Zeit, spätestens dann kann aber schlimmstenfalls ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro fällig werden. Der Gang zum Einwohnermeldeamt sollte daher unbedingt einer Deiner ersten sein. Da die Ämter ihre Daten mittlerweile elektronisch untereinander austauschen, musst Du Dich übrigens an Deinem alten Wohnort nicht mehr abmelden, dies geschieht automatisch. Vielerorts kannst Du Dich mittlerweile auch schon zum Teil oder ganz online ummelden. Siehe Dich doch einmal auf der Website des für Dich zuständigen Einwohnermeldeamtes um. Früher oder später jedoch, wird der Behördengang unerlässlich sein, da die neue Anschrift noch auf dem Personalausweis angebracht werden muss.

Wo melde ich mich eigentlich um?

Die Ummeldung nach einem Umzug erfolgt normalerweise bei der Stadt. Üblicherweise musst du dich also im örtlichen Rathaus und hier im Einwohnermeldeamt oder im Bürgerbüro einfinden. Welche Stelle Ummeldungen vornimmt, unterscheidet sich aber von Ort zu Ort. Am Besten, du informierst dich vorab einmal auf den offiziellen Webseiten der Stadt bzw. Gemeinde in die du verziehst – hier findest du normalerweise recht schnell die richtigen Infos und auch die Öffnungszeiten der Meldebehörde. Denk daran etwas Zeit einzuplanen. Der Ummelde-Vorgang an sich ist zwar oft schnell erledigt (meiner Erfahrung nach zwischen 5 und 10 Minuten), aber bei vielen Ämtern muss man eben immer noch mit erheblichen Wartezeiten (vor allem zu Stoßzeiten) rechnen …

Musst Du persönlich zur Meldebehörde gehen?

Nein, Du kannst auch einen Vertreter senden. Hierfür musst Du eine Vollmacht für den Vertreter in Deinem Namen ausstellen. Der Bevollmächtigte kann diese dann beim Einwohnermeldeamt vorlegen und für Dich die Ummeldung des Wohnsitzes durchführen. Je nach Bundesland ist dies mehr oder weniger kompliziert. In Bayern und Hessen beispielsweise, muss eine solche Vollmacht beglaubigt sein. Da ist es dann meist doch unkomplizierter, persönlich bei der Behörde vorbeizugehen. Meistens geht die Ummeldung auch sehr schnell, vorausgesetzt Du hast alle notwendigen Dokumente dabei.

Welche Dokumente benötigst Du für die Ummeldung des Wohnsitzes?

Du musst unbedingt die Reisepässe und/oder Personalausweise all jener Personen mitnehmen, welche Du ummelden möchtest. Bei Familien ist es ausreichend, wenn ein volljähriges Mitglied die Ummeldung mit allen Ausweisen der Familienmitglieder vornimmt. Handelst Du als Vertreter für eine oder mehrere andere Personen, so musst Du zusätzlich noch die schriftlichen Vollmachten einpacken. Nimm auch etwas Bargeld mit. Bei vielen Behörden ist das Ummelden kostenlos, bei manchen wiederum wird eine kleine Bearbeitungsgebühr erhoben (ca. 6-10 Euro).

Wo musst Du Dich sonst noch ummelden?

Nachsendeauftrag

Etwa zwei Wochen vor Deinem Umzug solltest Du bei der Post einen Nachsendeauftrag einrichten. Dies gibt Dir zudem die Sicherheit, dass auch Post von Ämtern oder Rechnungsstellen, bei welchen Du die Ummeldung vergessen hast, dennoch bei Dir am neuen Wohnsitz ankommt. Alles rund um das Thema Nachsendeauftrag findest Du unter Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?

Finanzamt

Auch beim Finanzamt solltest Du Dich ummelden. Hier stehst Du allerdings nicht so sehr unter Zeitdruck. Beim neuen Finanzamt reicht es, wenn Du die neue Anschrift gemeinsam mit der nächsten ausstehenden Steuererklärung einreichst. Du solltest die Adressänderung aber unbedingt auch Deinem alten Finanzamt mitteilen, damit keine Missverständnisse entstehen.

Agentur für Arbeit

Für Leistungsbezieher der Agentur für Arbeit ist es wichtig, dass Du auch dieser frühzeitig Bescheid gibst. So kann nämlich Deine Akte so schnell wie möglich an das neue zuständige Amt weitergeleitet werden, damit die Fortzahlung reibungslos verläuft.

Auto

Denke unbedingt daran, Dein Auto umzumelden. Dies geht mittlerweile ganz einfach per Online-Formular. Du musst dann aber dennoch zeitnah bei der KFZ-Zulassungsbehörde vorbei, um die Daten in Deinem Fahrzeugschein und -brief anpassen zu lassen und eventuell die neuen Nummernschilder abzuholen. Packe hierfür auch Deinen Personalausweis sowie die Anmeldebestätigung des Einwohnermeldeamtes ein. Mancherorts benötigst Du zudem die Versicherungsbestätigungskarte Deines KFZ-Haftpflichtversicherers.

Banken und Bausparkassen

Wenn Du umziehst ohne die Bank zu wechseln, reicht es in der Regel aus, die alte Filiale darüber zu informieren. Frage dann am besten auch gleich nach, ob es einen sogenannten „Umzugsservice“ gibt und lasse Dich über das weitere Vorgehen aufklären. Die meisten Banken haben einen vollautomatisierten Prozess, sodass Du hinterher reibungslos Deine Bankgeschäfte in der neuen Filiale tätigen kannst.

GEZ

Seit die GEZ als generelle Haushaltsabgabe erhoben wird, ist die Gebührenerhebung deutlich einfacher geworden. Für den Verbraucher bedeutet das, dass es aber auch weniger Ausnahmen und Befreiungsmöglichkeiten gibt. Du wirst daher so oder so auch an Deiner neuen Adresse GEZ-Gebühren zahlen müssen. Zur einfacheren Feststellung Deiner bereits hinterlegten Daten, getätigten Zahlungen und einer eventuellen Befreiung, solltest Du Dich daher auch frühzeitig bei der GEZ ummelden. Die Änderung Deiner Daten kannst Du online auf der Website der GEZ vornehmen.

Behörden

Nicht nur beim Einwohnermeldeamt, sondern auch bei weiteren Behörden musst Du Dich ummelden. Wenn Du beispielsweise Bafög, Kindergeld oder sonstige staatliche Leistungen beziehst, musst Du den zuständigen Ämtern unbedingt Bescheid geben. Oft reicht hierfür ein kurzer Anruf bei Deiner/m Sachbearbeiter/in.

Versorgungsbetriebe

Du musst Dich auch bei allen aktiven Versorgungsbetrieben ummelden, hierzu gehören Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Dies muss unbedingt vor dem Umzug geschehen, da Du am Umzugstag in der alten sowie der neuen Wohnung jeweils die Zählerstände ablesen und weitergeben musst. Du hast bei einem Umzug übrigens in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Er ist daher eine optimale Gelegenheit, sich einmal nach einem anderen oder günstigeren Tarif umzusehen.

Haustiere

Ja, selbst Haustiere müssen umgemeldet werden, und zwar dann, wenn sie entweder eine Haftpflichtversicherung besitzen, zum Beispiel Hunde oder Pferde, oder bei der Tasso-Zentrale gemeldet sind. Letzteres empfehle ich Dir grundsätzlich für alle freilaufenden Haustiere, denn so lässt es sich schneller wieder auffinden, sollte es einmal verloren gehen oder davonlaufen.

Telefon und Internet

Denke auch daran, Dich bei Deinem Telefon-, Internet- und Mobiltelefonanbieter umzumelden. Hierfür reicht in der Regel ein kurzer Anruf. Sollte Dein bisheriger Dienstleister oder Tarif aus irgendeinem Grund am neuen Wohnort nicht verfügbar sein, hast Du übrigens ein Sonderkündigungsrecht.

Kredit- und Kundenkarten

Siehe einmal in Deinen Geldbeutel. Welche Kredit- und Kundenkarten findest Du hier? Denke auch daran, dich bei jeder einzelnen umzumelden. Hast Du Dich bereits bei Deiner Bank umgemeldet, zieht die Kreditkarte meist automatisch mit um. Frage aber zur Sicherheit lieber noch einmal nach!

Schule und Kindergarten

Du ziehst mit Kindern um? Dann musst Du vielleicht auch einen Kindergarten- oder Schulwechsel vornehmen. Wann und wie Du Deine Kinder ummeldest, findest Du unter Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel

Versicherungen

Jeder von uns hat zahlreiche Versicherungen, zum Beispiel die Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Denke auch hier daran, jeden einzelnen Versicherungsträger über Deinen Umzug zu informieren, damit alle wichtigen Unterlagen weiterhin bei Dir eintreffen.

Vereine, Mitgliedschaften und Verbände

Du bist Mitglied in einem Verein, Verband oder einer Sportgemeinschaft? Auch hier solltest Du stets Deine neue Adresse mitteilen. Ziehst Du weiter weg und kannst Dein Amt oder Dein Hobby nicht mehr weiter ausführen, so denke daran rechtzeitig zu kündigen.

Zeitschriften und Tageszeitungen

Du liest gerne Zeitschriften und Magazine? Dann bedenke, Dein Abonnement rechtzeitig auf den neuen Wohnort umzumelden, damit diese auch weiterhin zeitnah bei Dir eintreffen. Die Tageszeitung Deines alten Wohnortes solltest Du fristgerecht kündigen. Am neuen Wohnort kannst Du dann oftmals günstige Probeabos der führenden Tageszeitungen in Anspruch nehmen und Dich so für eine oder mehrere entscheiden. Vielerorts erhältst Du nach der Anmeldung Deines neuen Wohnsitzes ein sogenanntes „Umzugsscheckheft“, in welchem Du neben der Tageszeitung auch weitere Tipps und Vergünstigungen für die Region findest.

Weitere Stellen für die Ummeldung

  • Arbeitgeber
  • Steuerberater, Finanzberater, Rechtsanwalt o.ä.
  • Bücherei
  • Mieterbund
  • Online-Shops und ähnliche Online-Angebote
  • Rentenversicherung
  • Hochschule oder Universität
  • Verkehrsbetriebe

Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?

In all dem Trubel um einen Umzug wird eines sehr häufig vergessen: Der Nachsendeauftrag! Tatsächlich ist er bei privaten Umzügen nicht verpflichtend, ich allerdings empfehle Dir, unbedingt einen zu stellen. Doch wofür brauchst Du ihn eigentlich, wie funktioniert er und was kostet das Ganze? Hier findest Du alle wichtigen Informationen rund um den Nachsendeauftrag bei einem Umzug …

Was ist ein Nachsendeauftrag?

Bei einem Nachsendeauftrag teilst Du der Post oder verschiedenen Paketzulieferern Deine neue Adresse mit, sodass alle jene Briefe und Päckchen, die noch an Deine alte Adresse geschickt werden, dennoch bei Dir ankommen. Er sollte deshalb frühzeitig gestellt werden, empfohlen wird es mindestens fünf Tage vor dem Umzug. Besser wären zwei bis drei Wochen.

Wofür ein Nachsendeauftrag?

Prinzipiell ist so ein Nachsendeauftrag nicht verpflichtend. Allerdings kann es dann passieren, dass Rechnungen oder wichtige Dokumente nicht mehr bei Dir ankommen. Der Versender erhält den Brief mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ zurück und hat er einmal Deine neue Adresse ausfindig gemacht, flattert plötzlich eine dicke Mahnung bei Dir ein. Schlimmstenfalls werden sogar Gerichtskosten fällig. Zwar solltest Du Dich natürlich auch bei allen Ämtern, Versicherungen, Gas- und Stromanbietern usw. ummelden, doch in der Masse verlierst Du schnell einmal den Überblick. Mit dem Nachsendeauftrag bist Du deshalb stets auf der sicheren Seite!

Wie beantrage ich die Nachsendung?

Die Beantragung der Postnachsendung ist denkbar einfach. Zum einen kannst Du direkt persönlich zur Post gehen und das entsprechende Formular ausfüllen. Zum anderen gibt es auch im Internet mittlerweile die Möglichkeit, den Nachsendeauftrag bequem von Zuhause aus zu stellen. Dies kannst Du direkt bei der Deutschen Post tun, oder aber über externe Dienstleister, wie zum Beispiel nachsendeauftrag.org. Hier kannst Du sogar einen Nachsendeauftrag für bis zu drei Postzusteller gleichzeitig einrichten. In einem Antrag können übrigens bis zu 12 Familienmitglieder auf einmal erfasst werden.

Was kostet der Auftrag?

Die Kosten für einen Nachsendeauftrag sind für Geschäftskunden höher als für private Anträge. Als Privatkunde zahlst Du

  • 19,90 Euro für sechs Monate
  • 24,90 Euro für zwölf Monate
  • 34,90 Euro für 24 Monate

Im Preis inbegriffen ist dann die Nachsendung von

  • Postkarten und Briefen
  • Briefsendungen mit Zusatzleistungen
  • Bücher- und Warensendungen
  • Streifbandzeitungen
  • Infopost und -briefen

Solltest Du jedoch ins Ausland ziehen oder auch die Nachsendung von Päckchen und Paketen wünschen, werden zusätzliche Kosten fällig. Pakete und Päckchen kosten 6,90 Euro pro Nachsendung, möglich ist dies nur im Inland. Solltest Du ins Ausland ziehen, schwanken die Zusatzkosten von Land zu Land. Informiere Dich hierzu am besten direkt bei der Post. Bezahlen kannst Du übrigens ganz einfach per Lastschriftverfahren.

Kann ich den Nachsendeauftrag verlängern oder vorzeitig kündigen?

Ja, Du kannst den Nachsendeauftrag für weitere sechs Monate verlängern. Hierzu erhältst Du rund vier Wochen vor dem Ablauf des derzeitigen Auftrages ein Schreiben von der Post mit einem Online-Zugangscode. Damit kannst Du ganz einfach im Internet Deinen Nachsendeauftrag verlängern. Allerdings geht das nur im Inland. Möchtest Du Deinen Nachsendeauftrag stattdessen ändern oder vorzeitig kündigen, gehst Du am besten persönlich zur Post oder kontaktierst den Kundenservice unter der Telefonnummer 0228/4333111. Eine generelle Erstattung der Kosten allerdings, gibt es bei der Stornierung nicht. Hierüber wird stets im Einzelfall entschieden.

Was, wenn ich in kurzer Zeit zweimal umziehe?

Manchmal kommt es auch vor, dass Du schon wieder umziehst, während der vorherige Nachsendeauftrag noch aktiv ist. Das Problem ist, dass die Post nur einmal umgeleitet werden kann. Ein Beispiel: Du hast in A gewohnt, bist vor vier Monaten nach B gezogen und hast einen entsprechenden Nachsendeauftrag von A nach B gestellt. Nun ziehst Du nach C. Die Deutsche Post erlaubt aber keine Nachsendeaufträge von A und B nach C, sondern stets nur eine Station. Das bedeutet, dass Du bei deinem bestehenden Nachsendeauftrag die Adresse B nach C änderst und für den zweiten Umzug einen neuen Antrag stellst. Du hast dann zwei parallel laufende Nachsendeaufträge, einmal von A nach C und einmal von B nach C. Du kannst den ersten Nachsendeauftrag natürlich auch einfach stornieren, in einem so kurzen Zeitraum möchte ich Dir das aber nicht empfehlen. Gehe lieber auf Nummer sicher und behalte beide Nachsendeaufträge für die Mindestlaufzeit. Rufe notfalls noch einmal bei der Post an, um zu klären, ob beide Aufträge korrekt erfasst wurden und die Post von sowohl A als auch B jetzt wirklich bei Dir in C ankommt. Ich verspreche Dir, es klingt komplizierter als es in der Praxis ist und Du musst Dir anschließend keine Sorgen mehr um die verpasste Post machen…