Die Schraube ist weg, das Gewinde kaputt, und quer über die Schranktür zieht sich ein dicker Kratzer: Beim Umziehen von Möbeln kann einiges schiefgehen. Mit einfachen Tricks verhinderst Du Schäden und vermeidest viel Ärger. Ich zeige Dir, wie Du Deine Möbel einfach zerlegen kannst und sie sicher ins neue Zuhause bringst.

Grundregel: Nur zerlegen, was wirklich nötig ist!

Bei der Frage, welche Möbel Du zerlegen musst und welche nicht, ist Faulheit der beste Berater: Denn Möbel zerlegen ist nicht nur zeitfressend, sondern verursacht bei mehreren Umzügen Verschleiß. Also: Nur zerlegen, wenn es wirklich sein muss – etwa, wenn sie zum Tragen zu schwer sind oder nicht durch die Türe passen. Darum solltest Du sperrige Möbel ausmessen und prüfen, ob es Engpässe in Wohnung und Treppenhaus gibt. Dann kannst Du entscheiden, was zerlegt wird und was nicht.

Möbel zerlegen: So baust Du sie richtig ab

Der Ab- und Aufbau der Möbel fällt leichter, wenn Du einen zweiten Helfer zur Hand hast. Mit ein bisschen Geschick klappt es aber auch alleine.

Falls Du noch die Aufbauanleitung deiner Möbel besitzt, sollte der Ab- und Wiederaufbau problemlos möglich sein. Hast Du sie nicht mehr, findest Du sie vielleicht im Internet oder kannst sie beim Möbelhersteller erfragen. Ansonsten solltest Du bei Möbeln mit vielen Einzelteilen den Abbau dokumentieren (heute hat ja jeder ein Handy und kann nebenbei einige Bilder knipsen) oder eine Skizze anfertigen – so tust du dich später beim Aufbau leichter.

Nimm zuerst die Regalböden der Schränke heraus und markiere die Löcher, in denen die Regalböden eingesetzt waren, mit einem Bleistift. Baue deine Schränke von oben nach unten ab. Deko-Blenden und Kleiderstangen solltest Du ebenfalls entfernen.

Jedes abgebaute Teil solltest Du nummerieren oder beschriften, damit Du nach dem Umzug weißt, wo es hingehört. Wenn du eine Skizze anfertigst, kannst du hier ebenfalls die Teilenummern hinterlegen um später alles gut zuordnen zu können. Hierbei ist Kreppband hilfreich, da Du es hinterher ohne Rückstände wieder entfernen kannst.

Hast du das Möbelstück in seine Bestandteile zerlegt, geht es daran Griffe und Schlüssel zu entfernen: Diese Teile stehen über und können im Transporter Schäden an anderen Möbeln verursachen. Zur Sicherheit solltest du auch sämtliche Schubladen und Türen mit Kreppband befestigen, damit sie nicht während des Transportes aufgehen.

Die Griffe, Dübel, Schrauben und Muttern der Möbelstücke bewahrst Du in beschrifteten Tüten auf. So stellst du sicher, dass nichts verloren geht. Hierfür sind widerverschließbare Tiefkühlbeutel geeignet, die Du mit Klebeband an dem zugehörigen Möbelstück befestigen kannst.

Möbel sicher transportieren

Nun heißt es Ärmel hochkrempeln: Damit Du Deine Möbel sicher in den Umzugswagen und wieder hinaus bringst, sind ein paar zusätzliche Hände hilfreich. Große und schwere Möbel lassen sich zudem einfacher mit Tragegurten oder einer Sackkarre transportieren. Bei zerlegten Möbeln solltest Du dagegen darauf achten, dass sämtliche Teile beieinanderliegen. Stelle deine Schränke Rücken an Rücken im Transporter auf, damit sie sich gegenseitig stützen. Dabei solltest du sie mit Decken oder Malerfließ voreinander schützen. Hier verrate ich dir übrigens, wie du deinen Umzugstransporter oder deinen LKW richtig belädst.

Kein Umzug ohne Werkzeugkiste!

Damit Du nach dem Umzug nicht erst noch nach Schraubenzieher und Hammer suchen musst, stellst Du die Werkzeugkiste als letztes in den Umzugswagen – so ist sie gleich griffbereit und geht nicht im Umzugschaos verloren. In diesem Artikel über die erste eigene Wohnung findest du Tipps, welche Werkzeuge Du brauchst und welche Einrichtungsgegenstände wichtig sind.

Den Möbelaufbau richtig planen

Im Idealfall hast Du Dir bereits vor dem Umzug Gedanken gemacht, welcher Gegenstand wohin kommt. Dabei hilft es, einen Einrichtungsplan zu erstellen. Das erspart dir eine Menge Möbel rücken.

Prinzipiell solltest Du Möbel auf einer ebenen Fläche aufbauen und dafür eine Unterlage benutzen – zum Beispiel Malerfließ oder einen Teppich. Andernfalls kann der Boden verkratzen oder die Möbel absplittern. Willst du hohe Möbel wie einen Schrank aufbauen, solltest Du diese auf dem Boden liegend zusammensetzen, und sie erst hinterher aufrichten und an ihren Platz stellen.

Gerade wenn der Umzug länger dauert, gilt beim Aufbau: Das Lebensnotwendigste zuerst! Fange mit deinem Bett an, so ist schon mal Dein Schlafplatz gesichert. Wenn danach noch Zeit ist, kannst du die Küche startklar machen.

In der Küche richtest du Kühlschrank und Spülmaschine aus, so dass sie geradestehen, und schließt den Herd an. Aber Vorsicht beim Kühlschrank: Beim Transport kann Öl in den Kühlkreislauf fließen, darum sollte man den Kühlschrank danach immer einige Stunden stehen lassen. Je nach Modell kann das bis zu 24 Stunden dauern.

Irgendwann ist aber gerade an Tag eins des Umzugs die Puste raus: Falls die Zeit knapp oder die Laune im Keller ist, kannst Du den Küchenaufbau verschieben und stattdessen eine Pizza bestellen. Schließlich muss es auch mal genug sein! Hier verrate ich dir, wie du dich und deine Umzugshelfer am Umzugstag verpflegen kannst.

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