Umzugskosten: Was kostet ein Umzug + Die besten Spar-Tipps?!

Die Kosten für einen Umzug können stark schwanken, je nachdem, wie viele Personen umziehen, wie viele Möbel transportiert werden müssen und wie weit das neue Zuhause entfernt ist. Es ist daher immer gut, bereits im Voraus die Kosten für den Umzug zu berechnen und die Finanzen sinnvoll einzuplanen. Denn wo hohe Kosten sind, kannst Du stets auch viel einsparen. Und du möchtest ja gewiss schon gerne frühzeitig wissen, ob Dich der Umzug 200 oder 2.000 Euro kosten wird, oder? Ich habe Dir deshalb hier alles rund um die Kosten für einen Umzug und hilfreiche Spar-Tipps zusammengetragen.

Welche Kosten kommen überhaupt auf Dich zu?

Die größte Schwierigkeit bei der frühzeitigen Kostenberechnung für einen Umzug liegt darin, alle Kostenfaktoren mit einzuberechnen und abschätzen zu können. Denn vom Makler bis zum Trinkgeld für Handwerker, fallen bei einem Umzug die unterschiedlichsten Kosten an, die wiederum individuell unterschiedlich sind. Hierzu gehören beispielsweise

  • Maklerkosten
  • Mietkaution
  • Renovierungskosten
  • Handwerkerlöhne
  • Trinkgelder
  • Verpflegung am Umzugstag
  • Verwaltungskosten bei den Behörden
  • Umzugskartons und Packmaterial
  • Kosten für Installateure oder Elektriker
  • Parkgebühren
  • Kosten für den Nachsendeauftrag
  • Ummeldung von Internet, Telefon, Strom und Gas
  • Kosten für ein professionelles Umzugsunternehmen
  • Miete eines Transporters oder LKWs für den Umzug
  • Engagieren von externen Umzugshelfern
  • Kaufen von Umzugskartons und Bücherkartons
  • uvm.

Wie kannst Du die Kosten kalkulieren?

Manche Kosten sind unvermeidbar, andere kannst Du guten Gewissens einsparen. Doch auch für einen Umzug in kompletter Eigenregie solltest Du rund 500 bis 1.000 Euro einplanen. Musst Du einen Sprinter mieten, so kommen noch einmal etwa 60 bis 90 Euro pro Tag hinzu, bei einem 2,4 Tonner liegen die Preise zwischen 120 und 190 Euro täglich. Zudem musst Du die Verpflegung der freiwilligen Helfer einberechnen. Du brauchst noch mehr Hilfe, möchtest aber das Geld für eine Spedition sparen? Dann hole Dir doch ein paar studentische Hilfskräfte für etwa zehn bis zwölf Euro pro Stunde. Mit einberechnen musst Du auch die Benzinkosten, Packmaterialien, Schönheitsreparaturen, wie das Streichen der Wände, und ein Polster von 150 Euro für unvorhergesehene Kosten. Bei einem Umzug geht schließlich einmal etwas zu Bruch.

Sobald Du ein professionelles Umzugsunternehmen beauftragst, wird der Umzug natürlich entsprechend teurer. In der Regel kannst Du dann aus verschiedenen Leistungspaketen wählen. Beim Full-Service-Angebot sind beispielsweise das Verpacken, Ab- und Aufbauen der Möbel mit dabei, doch Du kannst auch lediglich den Transport buchen. Manche Firmen bieten zudem weitere organisatorische Leistungen an, wie die Anmeldung der Parkverbotszone für den Umzugstag. Für eine realistische Kostenkalkulation solltest Du Dir von mehreren Umzugsunternehmen einen Kostenvoranschlag aufstellen lassen und diese vergleichen. Als groben Anhaltspunkt findest Du aber auch im Internet zahlreiche Umzugskostenrechner. So belaufen sich die geschätzten Kosten für ein Umzugsunternehmen bei einem Umzug mit 200 Kilometer Entfernung auf etwa

  • 950 Euro für 50 m²
  • 1.200 Euro für 80 m²
  • 1.375 Euro für 100 m²
  • 1.800 Euro für 150 m²

Wie kannst Du beim Umzug so richtig viel Geld sparen?

Der Vorteil ist: Wo hohe Kosten sind, kannst Du auch immer viel Geld sparen. Deshalb habe ich Dir nun die wichtigsten Spar-Tipps für Deinen Umzug zusammengetragen:

  1. Laderaum genau abschätzen: Je größer das Fahrzeug, desto höher sind nicht nur seine Mietkosten, sondern auch die für das Benzin aufgrund des höheren Verbrauchs. Manche Umzugsunternehmen bieten diesbezüglich einen kostenlosen Vor-Ort-Service an.
  2. Autovermietungen und Umzugsunternehmen vergleichen: Immer dann, wenn ein externer Dienstleister mit ins Spiel kommt, weil Du eine Spedition beauftragst oder einen Transporter mieten möchtest, solltest Du unbedingt mehrere Anbieter vergleichen. Lasse Dir von unterschiedlichen Firmen einen verbindlichen Kostenvoranschlag machen und entscheide Dich dann für das günstigste Angebot.
  3. Auch beim Packen kannst du bereits kräftig sparen! Verwende Materialien, die du kostenlos bekommst. Zum Beispiel Bananenkartons aus dem Supermarkt, sammele kostenlose Tageszeitungen um Material zum Umwickeln von zerbrechlichen Gegenständen zu haben und packe alles so clever zusammen, dass du wenige Kartons benötigst. Hier findest du Spartipps zum cleveren Packen der Umzugskartons und hier findest Infos dazu, wie viele Umzugskartons du für deinen Umzug brauchen wirst. Mit meinem Umzugskartonrechner kannst du zusätzlich schnell und einfach bestimmen, wieviele Kartons du beschaffen musst.
  4. Den richtigen Zeitraum wählen: Die Kosten für eine Spedition oder Autovermietung hängen auch stark vom Wochentag ab. Am Wochenende beispielsweise, ziehen immer viele Menschen um. Ebenso zum Ende und zur Mitte eines Monats, da der Mietbeginn in der neuen Wohnung in der Regel am 1. oder 15. datiert ist. Wenn Du diese Zeiträume also meidest, kannst Du von besonders günstigen Sonderangeboten profitieren.
  5. Schönheitsreparaturen vermeiden: Dein Mietvertrag regelt, ob und inwiefern Du Schönheitsreparaturen beim Auszug aus der alten Wohnung vornehmen musst. Manchmal wurde auch eine anteilige Kostenübernahme für Renovierungskosten vereinbart, dies ist jedoch eher der Sonderfall. Normalerweise musst Du beim Auszug nicht viel mehr machen, als die Wände und eventuell die Decken zu streichen, die Farbe dafür kostet nur rund 25 Euro. Verlangt der Vermieter mehr, so informiere Dich noch einmal ausführlich über Deine Rechte und Pflichten. Viele der Klauseln sind nach dem neuesten Recht nämlich ungültig. So kannst Du die Kosten und den Aufwand für unnötige Schönheitsreparaturen vermeiden.
  6. Strom- und Gasanbieter vergleichen: Bei einem Umzug hast Du normalerweise ein Sonderkündigungsrecht bei dem jeweiligen Strom- und Gasanbieter. Das ist doch die perfekte Gelegenheit, wieder einmal die aktuellen Tarife zu vergleichen, bevor Du neue Verträge abschließt. Dies kann Einsparungen von mehreren Hundert Euro pro Jahr bedeuten.
  7. Günstige Hilfskräfte suchen: Wenn Du noch Bedarf an Hilfskräften hast, gibt es auch günstigere Varianten als das professionelle Umzugsunternehmen. Im Internet beispielsweise, tummeln sich zahlreiche Studenten, die sich gerne etwas als Möbelpacker dazu verdienen würden. Hier musst Du jedoch auf eine ausreichende Versicherung aller Beteiligten achten. Auf Nummer sicher kannst Du beispielsweise auch mit Zeitarbeitern gehen. Hier übernimmt in der Regel die Leiharbeitsfirma selbst das Organisatorische sowie die Versicherungen und Du fährst immer noch deutlich günstiger als mit der Spedition. Am Trinkgeld und der Verpflegung jedoch, solltest Du nicht sparen.
  8. Umzug steuerlich absetzen: Zuletzt kannst Du einige der Umzugskosten auch noch absetzen und so am Ende des Jahres Steuern sparen. Wichtig ist, dass Du Dir deshalb jede Leistung quittieren lässt und die Belege unbedingt aufbewahrst. Bei einem beruflich bedingten Umzug beispielsweise, kannst Du viele Kosten als Werbungskosten in voller Höhe ansetzen und auch bei privaten Umzügen lässt sich Geld über die „haushaltsnahe Dienstleistungen“ wieder reinholen (z.B. für das Umzugsunternehmen oder Handwerker). Die Transport-, Makler- und Reisekosten lassen sich (bei einem beruflichen Umzug) zudem auch als Werbungskosten geltend machen und selbst bis zu sechs Monatsmieten für die alte und bis zu drei Mietzahlungen für die neue Wohnung lassen sich so ebenfalls steuerlich absetzen, wenn der Mietvertrag nicht rechtzeitig gekündigt werden konnte. Auch 75 Prozent der Kosten für Deinen neuen Herd kannst Du beim Finanzamt einreichen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß beim Umziehen und Sparen…

Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?

In all dem Trubel um einen Umzug wird eines sehr häufig vergessen: Der Nachsendeauftrag! Tatsächlich ist er bei privaten Umzügen nicht verpflichtend, ich allerdings empfehle Dir, unbedingt einen zu stellen. Doch wofür brauchst Du ihn eigentlich, wie funktioniert er und was kostet das Ganze? Hier findest Du alle wichtigen Informationen rund um den Nachsendeauftrag bei einem Umzug …

Was ist ein Nachsendeauftrag?

Bei einem Nachsendeauftrag teilst Du der Post oder verschiedenen Paketzulieferern Deine neue Adresse mit, sodass alle jene Briefe und Päckchen, die noch an Deine alte Adresse geschickt werden, dennoch bei Dir ankommen. Er sollte deshalb frühzeitig gestellt werden, empfohlen wird es mindestens fünf Tage vor dem Umzug. Besser wären zwei bis drei Wochen.

Wofür ein Nachsendeauftrag?

Prinzipiell ist so ein Nachsendeauftrag nicht verpflichtend. Allerdings kann es dann passieren, dass Rechnungen oder wichtige Dokumente nicht mehr bei Dir ankommen. Der Versender erhält den Brief mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ zurück und hat er einmal Deine neue Adresse ausfindig gemacht, flattert plötzlich eine dicke Mahnung bei Dir ein. Schlimmstenfalls werden sogar Gerichtskosten fällig. Zwar solltest Du Dich natürlich auch bei allen Ämtern, Versicherungen, Gas- und Stromanbietern usw. ummelden, doch in der Masse verlierst Du schnell einmal den Überblick. Mit dem Nachsendeauftrag bist Du deshalb stets auf der sicheren Seite!

Wie beantrage ich die Nachsendung?

Die Beantragung der Postnachsendung ist denkbar einfach. Zum einen kannst Du direkt persönlich zur Post gehen und das entsprechende Formular ausfüllen. Zum anderen gibt es auch im Internet mittlerweile die Möglichkeit, den Nachsendeauftrag bequem von Zuhause aus zu stellen. Dies kannst Du direkt bei der Deutschen Post tun, oder aber über externe Dienstleister, wie zum Beispiel nachsendeauftrag.org. Hier kannst Du sogar einen Nachsendeauftrag für bis zu drei Postzusteller gleichzeitig einrichten. In einem Antrag können übrigens bis zu 12 Familienmitglieder auf einmal erfasst werden.

Was kostet der Auftrag?

Die Kosten für einen Nachsendeauftrag sind für Geschäftskunden höher als für private Anträge. Als Privatkunde zahlst Du

  • 19,90 Euro für sechs Monate
  • 24,90 Euro für zwölf Monate
  • 34,90 Euro für 24 Monate

Im Preis inbegriffen ist dann die Nachsendung von

  • Postkarten und Briefen
  • Briefsendungen mit Zusatzleistungen
  • Bücher- und Warensendungen
  • Streifbandzeitungen
  • Infopost und -briefen

Solltest Du jedoch ins Ausland ziehen oder auch die Nachsendung von Päckchen und Paketen wünschen, werden zusätzliche Kosten fällig. Pakete und Päckchen kosten 6,90 Euro pro Nachsendung, möglich ist dies nur im Inland. Solltest Du ins Ausland ziehen, schwanken die Zusatzkosten von Land zu Land. Informiere Dich hierzu am besten direkt bei der Post. Bezahlen kannst Du übrigens ganz einfach per Lastschriftverfahren.

Kann ich den Nachsendeauftrag verlängern oder vorzeitig kündigen?

Ja, Du kannst den Nachsendeauftrag für weitere sechs Monate verlängern. Hierzu erhältst Du rund vier Wochen vor dem Ablauf des derzeitigen Auftrages ein Schreiben von der Post mit einem Online-Zugangscode. Damit kannst Du ganz einfach im Internet Deinen Nachsendeauftrag verlängern. Allerdings geht das nur im Inland. Möchtest Du Deinen Nachsendeauftrag stattdessen ändern oder vorzeitig kündigen, gehst Du am besten persönlich zur Post oder kontaktierst den Kundenservice unter der Telefonnummer 0228/4333111. Eine generelle Erstattung der Kosten allerdings, gibt es bei der Stornierung nicht. Hierüber wird stets im Einzelfall entschieden.

Was, wenn ich in kurzer Zeit zweimal umziehe?

Manchmal kommt es auch vor, dass Du schon wieder umziehst, während der vorherige Nachsendeauftrag noch aktiv ist. Das Problem ist, dass die Post nur einmal umgeleitet werden kann. Ein Beispiel: Du hast in A gewohnt, bist vor vier Monaten nach B gezogen und hast einen entsprechenden Nachsendeauftrag von A nach B gestellt. Nun ziehst Du nach C. Die Deutsche Post erlaubt aber keine Nachsendeaufträge von A und B nach C, sondern stets nur eine Station. Das bedeutet, dass Du bei deinem bestehenden Nachsendeauftrag die Adresse B nach C änderst und für den zweiten Umzug einen neuen Antrag stellst. Du hast dann zwei parallel laufende Nachsendeaufträge, einmal von A nach C und einmal von B nach C. Du kannst den ersten Nachsendeauftrag natürlich auch einfach stornieren, in einem so kurzen Zeitraum möchte ich Dir das aber nicht empfehlen. Gehe lieber auf Nummer sicher und behalte beide Nachsendeaufträge für die Mindestlaufzeit. Rufe notfalls noch einmal bei der Post an, um zu klären, ob beide Aufträge korrekt erfasst wurden und die Post von sowohl A als auch B jetzt wirklich bei Dir in C ankommt. Ich verspreche Dir, es klingt komplizierter als es in der Praxis ist und Du musst Dir anschließend keine Sorgen mehr um die verpasste Post machen…

Fitnessstudio – Sonderkündigungsrecht bei einem Umzug?

Knapp jeder zehnte Deutsche ist Mitglied in einem Fitnessstudio. Rund 8 Millionen Fitnessstudio-Mitglieder gibt es einer Studie nach in Deutschland. Kein Wunder, denn nicht selten schließt man mit dem Eintritt in ein Fitnessstudio einen Vertrag über 12 oder 24 Monate Laufzeit ab.

Gerade ein Umzug lässt sich oft mit dem Eintritt in ein Fitnessstudio nicht vorher sehen. Ein Umzug kann den Besuch im Fitnessstudio allerdings sehr unbequem machen – z.B. wenn man vom Studio wegzieht und der Anfahrtsweg auf einmal unverhältnismäßig lang wird.

Ich selber hatte genau dieses Problem auch – bei einem meiner persönlichen Umzüge bin ich vom Norden Hannovers in den Süden gezogen. Das Fitnessstudio war so gewählt, dass ich es damals gut von meiner alten Wohnung aus erreichen konnte. Nach dem Umzug lagen auf einmal knapp 20 Kilometer Strecke (entsprach in Hannover rund 30 Minuten Fahrtzeit) zwischen der neuen Wohnung und dem Fitnessstudio. Der Vertrag lief zu diesem Zeitpunkt auch noch rund 8 Monate. Das ist natürlich extrem ärgerlich, denn wer fährt schon gerne eine Stunde im Auto durch die Weltgeschichte um eine Stunde an den Geräten zu trainieren?!

Wie sieht es also aus? Gibt es ein Sonderkündigungsrecht für den Vertrag im Fitnessstudio, bei einem Umzug?!

Sonderkündigungsrecht, Fitnessstudio bei Umzug – ja oder nein?!

Die Antwort lautet wie immer: „Jein“! Tatsächlich kommt es beim Umzug immer auf den jeweiligen Einzelfall an ob ein Vertrag im Falle eines Umzugs kündbar ist oder nicht. Schlüssel für eine Sonderkündigung ist im Wesentlichen der § 314 BGB. Er legt fest, dass Dauerschuldverhältnisse (auch die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio gehört dazu) aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden können.

Soweit so gut. Doch, der Paragraph 314 im BGB schränkt leider dann doch etwas ein. So wird gesagt, dass ein wichtiger Grund vorliegt, „wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.“

Im Klartext: Eine Sonderkündigung für den Fitnessstudio-Vertrag bedarf immer einer genaueren Betrachtung der jeweiligen persönlichen Situation und eine Abwägung der eigenen Interessen gegenüber der des Vertragspartners (in diesem Fall dem Betreiber des Studios). Das macht es schwieriger.

Wenn du dein Sonderkündigungsrecht ausüben möchtest, dann solltest du also stichhaltige Gründe dafür haben, warum die „Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht fortgesetzt werden kann“, so dass du tatsächlich von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kannst. Gegeben ist sowas zum Beispiel, wenn man von einer Stadt in die andere zieht (manchmal wird auch von einer Grenze von 50 Kilometern für den neuen Weg zum Fitnessstudio gesprochen). Ein Recht zur Sonderkündigung liegt aber zum Beispiel auch vor, wenn du Schwanger wirst oder wenn ein Arzt attestiert, dass der Besuch im Studio deiner Gesundheit nicht gut tut.

Wichtig, Update Juni 2016: Zum Thema Umzug ist sicherlich auch das Urteil XII ZR 62/15 vom 04. Mai 2016 beim BGH (danke David!). Hier ging es um einen jungen Soldaten, der vom Arbeitgeber an verschiedenen Einsatzorten eingesetzt worden ist und der letztendlich nicht von einem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen konnte. Aber wie im § 314 BGB schon gesagt geht es immer darum, die Umstände des Einzelfalls zu untersuchen um zu beurteilen ob eine Sonderkündigung wirksam ist oder nicht.

Findet dein Umzug also nur innerhalb des Ortes statt und dein Anfahrtsweg verlängert sich um 5 Minuten, wirst du es eher schwer haben eine Begründung zu finden warum du aus dem geschlossenen Vertrag austreten möchtest.

Mustertext, so kann die Kündigung des Fitnessstudio-Vertrags aussehen

Wenn du der Meinung bist, dir steht das Recht auf Sonderkündigung zu, dann kannst du ein formloses Schreiben an dein Studio aufsetzen. Ganz wichtig, lege gleich Belege bei (z.B. die Meldebestätigung von deinem neuen Wohnort), die belegen warum dir ein Sonderkündigungsrecht zusteht und lass kein Zweifel daran, dass es für dich unzumutbar wird den Vertrag auch künftig zu nutzen und die gebotenen Leistungen zu beziehen. Formuliere den Text in der Kündigung zum Beispiel so wie in meinem Muster-Text:

Mitgliedsnummer: Deine Mitgliedsnummer
Datum: Aktuelles DatumSoderkündigung, Mitgliedschaft in Ihrem FitnessstudioSehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den mit Ihnen am _____ (Datum) geschlossenen Vertrag (Kundennummer ___) mit sofortiger Wirkung kündigen. Begründen lässt sich die Sonderkündigung mit meinem Umzug von ___ (alte Adresse einsetzen) nach ___ (neue Adresse einsetzen). Zwischen dem Fitnessstudio und meinem neuen Wohnsitz liegen demnach rund xx Kilometer Anfahrtsweg. Die Meldebescheinigung von meinem neuen Wohnort habe ich Ihnen als Beleg angehängt.

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung schriftlich und ziehen Sie ab sofort keine Beiträge mehr von meinem Konto ein.

Für die angenehme Zeit in Ihrem Fitnessstudio und die tolle Betreuung möchte ich mich herzlich bedanken. Sollte es die persönliche Situation zulassen, würde ich gerne wieder Mitglied bei Ihnen werden.

Mit freundlichen Grüßen,
eigenhändige Unterschrift

 

Mein Tipp: Das Schreiben solltest du immer mit einem Datum und einer Unterschrift versehen und es per Fax vorab losschicken (Sendebericht gut aufheben) und es per Einschreiben (Auslieferungsnachweis gut aufheben) noch einmal per Post hinterhersenden.

Genau hier hatte ich damals Probleme: Das Fitnessstudio hatte behauptet meine Kündigung sei niemals angekommen (dabei hatte ich den Brief persönlich in den Briefkasten des Studios eingeworfen, als ich damals die letzten Sachen aus meiner alten Wohnung geholt habe). Im Zweifel solltest du also belegen können, dass dein Schreiben auch wirklich eingegangen sein muss! Ich konnte das damals nicht und habe mich dann nach langem hin- und her mit dem Studio verglichen und nur einen Teil der ausstehenden Beiträge bezahlt (kurz danach kam die Information, dass das Studio Insolvenz angemeldet hat – vielleicht war man auch deswegen besonders aktiv hinterher den Kunden zu binden?).

Schwierigkeiten bei der Sonderkündigung

Übrigens: Wenn das Studio in dem du kündigst zu einer großen Kette gehört, die an deinem neuen Wohnort auch ein Studio betreibt, dann wird’s mit der Sonderkündigung echt schwer. In diesem Fall könntest du ja am neuen Wohnort einfach in der anderen Filiale weitertrainieren und so deinen Vertrag wahrnehmen.

Schwierigkeiten gibt es ansonsten immer dann, wenn das Fitnessstudio nicht nachvollziehen kann, warum dir ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Im Zweifel kann man sich darüber bis aufs Blut (oder bis vor einem Richter) streiten.

Manchmal ist es da einfach gleich vorab auf Deeskalation zu setzen. Mache klar, dass du dich in deinem Studio wohl gefühlt hast und dass du gerne wiederkommst, falls du mal in die Nähe zurückziehst. Weise auf ein gutes, persönliches Verhältnis hin und darauf, dass du deinen zahlreichen Freunden und Bekannten die noch in der alten Heimat leben gerne von deinen positiven Erfahrungen berichten wirst.

In den Zeiten des Internets ist jede negative Bewertung immer nur einen Klick entfernt. Viele Studios fürchten schlechte Presse und wissen, dass negative Meinungen im Netz bares Geld bedeuten können. Deswegen kannst du im Streitfall vielleicht auch mal fallen lassen, dass du diese schlechte Erfahrung zum Schluss gerne vermieden hättest und anmerken, dass diese natürlich die kommende Rezension/Bewertung verschlechtern wird (das solltest du aber sehr passiv Formulieren ohne Druck auszuüben oder zu erpressen).

Kannst du mit deinem Umzug weitere Verträge kündigen?

Die Frage nach dem Sonderkündigungsrecht eines bestehenden Vertrages bei einem Umzug stellt sich in ganz vielen Fällen – daher habe ich eine komplette Artikelserie fertig gemacht und Informationen zu vielen verschiedenen Vertragsarten für dich vorbereitet. Guck doch einfach mal nach, ob du nicht noch einen anderen Vertrag hast, für den ein Sonderkündigungsrecht bestehen kann! Hier sind alle Artikel aus meiner Artikelserie für dich aufgelistet:

Umzug und Steuern: Was ist die „Umzugskostenpauschale“?

Die Kosten für einen Umzug sind oftmals hoch: Renovierung, Handwerker, Transporteure und das Speditionsunternehmen – die Fachkräfte lassen sich für die Hilfe bei Deinem Umzug gut entlohnen. Hinzu kommen zahlreiche Materialkosten oder auch die Ausgaben für die Verpflegung der Helfer am Umzugstag. Doch jetzt die gute Nachricht: Einen Teil all dieser Kosten kannst Du steuerlich geltend machen. Doch was bedeutet eigentlich „Umzugskostenpauschale“ und welche Investitionen kannst Du am Ende vom Jahr absetzen?

Die Umzugskostenpauschale

Deinen Umzug kannst Du im Zuge Deiner nächsten Steuererklärung beim Finanzamt geltend machen. Die sogenannte „Umzugskostenpauschale“ umfasst dabei alle „sonstigen Umzugskosten“, für die Du keine exakten Einzelnachweise erbringen musst.

Wer kann die Umzugskostenpauschale nutzen?

Das Finanzamt erlaubt die pauschale Abrechnung dann, wenn Du für Deinen Umzug mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllst:

  • Du ziehst aus beruflichen Gründen um und trittst eine neue Stelle an oder verkürzt Deinen Arbeitsweg durch den Umzug um mindestens eine Stunde.
  • Der Umzug findet aufgrund von außergewöhnlichen Belastungen statt, zum Beispiel Krankheit oder Behinderung.
  • Eine doppelte Haushaltsführung wird durch den Umzug wieder zusammengeführt oder dauerhaft vermieden.
  • Du bist Auszubildende/r oder Studierende/r und erfüllst mindestens eines der Kriterien.

Welche Kosten fallen unter die Pauschale?

Die Definition der „sonstigen Umzugskosten“ ist vom Finanzamt derzeit allerdings reichlich vage formuliert. Hierunter fallen demnach zum Beispiel Wohnungsanzeigen, Renovierungsarbeiten in Deiner alten Wohnung, Trinkgelder und Verpflegung für die Umzugshelfer, das Anbringen von Lampen und ähnlichen elektrischen Geräten, die Installation sowie der Einbau von Küchengeräten sowie die An- und Ummeldegebühren für Deinen Pkw, den Personalausweis oder einen Telefonanschluss.

Wie hoch sind die Beträge bei der Pauschale?

Nach dem aktuellen Stand (ab Februar 2017) liegt die Umzugskostenpauschale für Verheiratete, Lebenspartner oder Gleichgestellte bei 1.528 Euro. Für Ledige sind es je 764 Euro. Pro Kind oder verwandter Person, die anschließend mit in der neuen Wohnung lebt, erhöht sich der jeweilige Satz zudem um 337 Euro. Sollten für Kinder umzugsbedingte Unterrichtskosten anfallen, so sind diese wiederum mit bis zu 1.841 Euro absetzbar. Bis zum 01. Februar sind es 1.493 Euro für Verheiratete, 746 Euro für Singles und 329 Euro als Erhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige.

Wichtig ist zu wissen, dass sich die Umzugskostenpauschale in regelmäßigen Abständen verändert. Sie wird regelmäßig vom Bundesfinanzministerium angepasst. Bei Anpassungen gibt es dann einen Stichtag, ab dem die neue Pauschale gültig ist. Liegt dein Umzug vor dem Stichtag, so musst du ihn mit „dem alten Satz“ abrechnen, liegt er danach kannst du den neuen (meist höheren) Pauschalbetrag ansetzen. Hier eine Liste der Umzugskostenpauschalen für die letzten Jahre:

Pauschale gilt ab Datum Pauschale Verheiratete Pauschale Singles Erhöhung für Kinder
01.02.2017 1.528 € 764 € 337 €
01.03.2016 1.493 € 746 € 329 €
01.03.2015 1.460 € 730 € 322 €
01.03.2014 1.429 € 715 € 315 €

Der Umzug als Werbungskosten

Doch damit nicht genug: Auch außerhalb der Umzugskostenpauschale kannst Du einige Kosten für Deinen Umzug zusätzlich steuerlich geltend machen. Sollte es sich um einen beruflichen Umzug handeln, so fallen diese in der Regel unter die Werbungskosten. Welche zusätzlichen Kosten können also beim Finanzamt geltend gemacht werden?

  1. Die Maklergebühren sind dann steuerlich absetzbar, wenn diese für die Vermittlung Deiner neuen Wohnung angefallen sind. Für den Verkauf oder die Vermietung der bisherigen Wohnung allerdings ist das nicht möglich.
  2. Die Renovierungskosten als Gesamtposition ist zwar steuerlich nicht anerkannt, doch die sogenannten Schönheitsreparaturen sehr wohl. Das bedeutet, dass Du Kosten für das Streichen und Tapezieren der Zimmerdecken und Wände, der Heizkörper, Innentüren oder Fenster und Außentüren (innere Seite) beim Finanzamt einreichen kannst. Die Renovierungskosten können außerdem dann eingereicht werden, wenn sie beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses als „Herstellungsaufwand vor dem Einzug“ durch den Verkäufer auf den Kaufpreis aufgeschlagen wurden.
  3. Die Transport- und Fahrtkosten bei einem Umzug sind dann absetzbar, wenn sie von einer professionellen Spedition in Rechnung gestellt wurden. Bei dem Umzug ins Ausland gilt das aber nur bis zum Grenzort. Die Trinkgelder für Deine Helfer wiederum fallen unter die Umzugskostenpauschale.
  4. Übernachtungskosten werden zwar anerkannt, allerdings nur für zwei Reise- und zwei Aufenthaltstage.
  5. Aufkommende Kosten bei Deiner Wohnungssuche kannst Du ebenfalls beim Finanzamt einreichen und zwar als die Fahrt zur Besichtigung mit pauschalen 0,3 Euro pro Kilometer. Auch die Schaltung von Zeitungsanzeigen wird hierbei anerkannt.
  6. Hinzu kommen zahlreiche weitere Kostenfaktoren, wie der Einbau eines Wasserenthärters für Geschirrspülmaschinen, Mietentschädigungen oder der Ersatz, die Änderung, der Abbau und das Anbringen von Rundfunk- und Fernsehantennen.

Lohnkosten für Handwerker – auch privat

Schlussendlich kannst Du aber auch als Privatmann/-frau noch außerhalb der Umzugskostenpauschale einige Rechnungen geltend machen, und zwar die der Handwerker. Mit einer Höhe von bis zu 6.000 Euro im Jahr kannst Du so bis zu 1.200 Euro sparen. Doch Vorsicht: Absetzbar sind nur die reinen Lohn-, nicht aber die Materialkosten. Lass Dir deshalb immer eine detaillierte Rechnung mit den einzelnen Positionen ausstellen, auch wenn Du mit dem Handwerker einen Pauschalpreis vereinbart hast. Zudem muss die Bezahlung stets per Überweisung erfolgen. Bar bezahlte Rechnungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Die Lohnkosten kannst Du dann für folgende Arbeiten einreichen:

  • Malerarbeiten,
  • Austausch oder Renovierung von Fenstern und Türen,
  • Reparatur von Haushaltsgeräten, Elektronikgeräten und Computern,
  • Wartung der Heizungsanlage,
  • Dach- oder Fassadenarbeiten,
  • Pflasterarbeiten auf dem Hof vor dem Haus,
  • Gebühren für den Schornsteinfeger,
  • Kontrolle des Blitzableiters,
  • Modernisierung der Einbauküche oder des Badezimmers,
  • Verlegung von Bodenbelägen, wie Fliesen, Teppich oder Parkett.

Umzugskartons richtig packen

Die Umzugskartons zu packen ist kein Hexenwerk – doch kann falsch gemacht zum Hexenschuss führen. Denn in letzter Minute wird häufig alles wahllos übereinander geworfen, die Kartons sind viel zu schwer, instabil oder wölben sich völlig überladen nach außen. Stapeln wird da unmöglich, zerbrechliche Gegenstände findest Du vermutlich in Stücken wieder und im neuen Heim entsteht erst einmal ein unüberschaubares Chaos.

Bei all meinen Umzügen in den letzten Jahren, waren die am einfachsten, in denen vorab alle Kartons richtig und mit System gepackt waren!

Umzugskartons wollen mit System gepackt werden und ich gebe dir in diesem Artikel einige Erfahrungen und Tipps weiter, die ich in den letzten Jahren zum richtigen Packen von Umzugskartons sammeln konnte!

Der Umzug als die beste Gelegenheit zum Aussortieren

Welchen besseren Zeitpunkt gäbe es für eine umfassende Entrümpelungsaktion als das Leerräumen Deiner bisherigen Wohnung? Keinen! Deshalb solltest Du erst einmal entscheiden, welche Möbel, Dekoartikel oder auch Tassen mit in das neue Heim sollen und was bereits ausgedient hat. Es ist daher ratsam, schon früh genug vor dem Umzug und vor der Bestellung eines Umzugswagens in der passenden Größe anzufangen, die Kartons zu packen und den Rest-, Sonder- oder Sperrmüll fachgerecht zu entsorgen. Was nun übrig geblieben ist, kann ordentlich verstaut werden.

Das richtige Verpackungsmaterial besorgen

Nur wer die richtigen Kartons sowie das passende Zubehör zur Hand hat, kann die Verpackung auch professionell, platzsparend und sicher bewerkstelligen. Diese Liste enthält die wichtigsten Must-haves für einen reibungslosen Umzug:

  • stabile Umzugskartons für zerbrechliche Gegenstände
  • Kleider- oder Bananenkartons für Klamotten, Bettwäsche, Tischdecken o.ä.
  • Klebeband und Schere
  • Packpapier
  • Luftpolsterfolie oder Styropor
  • Edding zum Beschriften der Kartons
  • eventuell Block und Stift zum Anfertigen einer Kartonliste

Die Frage nach der richtigen Menge dieser Materialien hängt stark vom individuellen Hausrat ab. Als Faustregel können aber etwa 20 Kartons für ein großes oder zwei kleine Zimmer gerechnet werden. Besser Du hast zu viele als zu wenige Verstaumöglichkeiten zur Hand. Denn vor allem schwere Gegenstände wie Bücher, dürfen nicht in zu großen Mengen gemeinsam verpackt werden. Hier bieten sich entweder kleinere Kartons an oder Du mischst schwere mit leichten Materialien: Bücher unten, Jeans oben.

Was darf ein voller Umzugskarton wiegen?

Ein häufiger Irrtum den ich immer beim Umzug bemerke ist die Annahme, ein Karton gebe durch seine Größe auch vor, wie viel Gewicht er tragen könne. So wird das große Modell eben einmal bis zum Rand mit Büchern vollgeladen. Sollte dieser das überhaupt aushalten, so ist nun die Frage, wer diesen Karton tragen muss. Denn nun sind einerseits die Tragegriffe blockiert, andererseits liegt das Gewicht weit über der vorgegebenen Norm. Als Faustregel gelten hier nämlich rund 15 Kilogramm. Mehr sollte ein vollgepackter Umzugskarton nicht wiegen, um noch problemlos transportiert werden zu können. 20 Kilogramm solltest Du als absolute Obergrenze nicht überschreiten.

Bücher richtig verpacken

Bücher sind eines der schwersten, gleichzeitig aber auch robustesten Materialien, das Du bei einem Umzug zu verstauen hast. Das bringt den Vorteil mit sich, dass sie gut als „Grundlage“ im Karton gestapelt und dann durch leichtere Gegenstände, wie Decken oder Pflanzen, bedeckt werden können. Am sichersten sind Bücher dann verpackt, wenn sie auf dem Boden liegen. Zwischen den Büchern schützt eine Luftpolsterfolie vor dem Wegrutschen und schont zugleich die Ecken und Einbände.

Im Handel gibt es auch spezielle Bücherkartons, die den Transport der eigenen Bibliothek erleichtern können. Sie sind stabiler und oft kleiner als normale Umzugskartons und damit ideal für den Transport von Büchern, allerdings kosten sie meistens mehr als ein vergleichbar großer „normaler“ Umzugskarton.

Herausforderung: Geschirr bruchsicher einpacken

Das Geschirr richtig zu verpacken, ist auch für Profis stets noch eine echte Herausforderung. Denn Geschirr ist nicht nur zerbrechlich, es bringt gleichzeitig eine Menge Gewicht auf die Waage. Zudem lässt es sich in der Regel durch die unterschiedlichen Formen und Höhen nur schwer neben- oder übereinander stapeln. Helfen kann hier ein spezieller Kartoneinsatz für Gläser. Der Rest muss mit Packpapier und Luftpolsterfolie ausreichend geschützt werden. Ein Geheimtipp ist die Polsterung mit Geschirr-, Handtüchern, Socken oder kleinen Decken und Kissen: So sparst Du zugleich an Gewicht und Platz, denn ähnlich wie bei den Büchern, dürfen auch die Geschirrkartons nicht mehr als 15 Kilogramm wiegen.

Mein Tipp: Beschrifte die Umzugskartons mit dem Geschirr unbedingt mit einer gut sichtbaren Aufschrift „Zerbrechlich“ oder ähnlichem. So wissen deine Helfer direkt bescheid, dass der Karton mit besonderer Vorsicht getragen werden muss!

Was passiert mit wertvoller Kleidung?

Für viele Umziehende ist die Kleidung das kleinste Problem. Sie kann schließlich problemlos gefaltet und in einem Karton gestapelt werden. In der neuen Wohnung wird dann einfach kurzerhand das Bügeleisen gezückt oder die Wäsche wandert einmal in einen rundum Wasch- und Trocknergang. Doch was machst Du mit teurer Kleidung, die nicht knittern darf, wenn Du Dir das Geld für die anschließend Reinigung sparen möchtest? Wenn es sich um wenige Einzelstücke handelt, können diese vielleicht in Kleidersäcken separat transportiert werden? Schließlich hat beinahe jedes Auto entsprechende Haken an der Rückband. Ansonsten gibt es nur noch eine Möglichkeit: Es gibt spezielle große Kartons, in welchen lange und wertvolle Kleidungsstücke an einem Bügel eingehängt werden können (also einem Kleiderkarton), ähnlich einem Kleiderschrank. Voraussetzung hierfür ist ein ausreichend hoher Stauraum im Umzugswagen.

Das Beschriften der Umzugskartons

Zuletzt werden alle Kartons (am besten direkt nach dem Packen, auf jedenfall aber) vor dem Verladen mit einem dicken Edding beschriftet. Dies erleichtert die Zuordnung der Kartons auf die Räume in der neuen Wohnung oder dem Haus und vermindert so das Chaos nach dem Entladen. Hier die drei wichtigsten Regeln zum richtigen Beschriften von Umzugskartons:

  • Schreibe stets den Raum, den Inhalt sowie die eventuelle Nummer auf den Karton, z.B. 5-Küche – Gläser.
  • Beschrifte die Kartons immer von oben und seitlich, denn ansonsten sind sie im gestapelten Zustand nicht mehr zuordenbar.
  • Führe wenn möglich jeden Karton in einer Liste auf, sodass Du diesen später schnell wiederfinden kannst. Hierbei kann eine Nummerierung helfen.

Mein Tipp: In der neuen Wohnung solltest du vorab einmal durch die einzelnen Räume gehen und dir überlegen, welcher Raum künftig welche Funktion haben soll. Du kannst dann direkt jeden Raum mit einem Post-It beschriften. So weiß jeder am Umzugstag direkt wo welcher Karton am Ende abgestellt werden muss. Jeder Umzugskarton ist dann direkt im richtigen Raum.

Die entsprechenden Raumnummern oder Hinweise auf den Kartons sollten sich natürlich auch im Einrichtungsplan wiederfinden, den du erstellen und deinen Helfern austeilen kannst!

Der Überlebens-Karton

Gehe stets davon aus, dass in Deinem neuen Zuhause die ersten Tage Chaos herrschen wird. Auch wenn Du dieses durch professionelles Packen Deiner Kartons minimiert hast, darf ein ganz besonderer nicht fehlen: der Überlebens-Karton. Dieser muss kein Karton sein, sondern Du kannst wahlweise auch einen Koffer oder eine Reisetasche nehmen, die Du dann bestenfalls nicht mehr aus dem Auge lassen und selbst transportieren wirst. Denn ähnlich wie der verloren gegangene Koffer auf dem Flughafen im Urlaub, wartet der ein oder andere Umzügler auch länger als erhofft auf den Umzugswagen. Kleidung für zwei Tage, Kosmetikartikel, Medikamente und ein Satz Bettwäsche sollten deshalb immer mit dabei sein. Das Tablet oder Handyladegerät darf auch nicht fehlen? Dann rein damit! Fertige am besten schon einige Wochen vor dem Umzug eine Liste mit für Dich wichtigen Utensilien an…so kann an dem großen Tag eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Weitere Tipps

Auf meinen Seiten erfährst du noch viel mehr zum Thema Umzugskartons. So verrate ich dir in diesem Umzugstipp, wie du günstig oder gratis an Umzugskartons kommen kannst. In einem anderen Tipp verrate ich dir, welche kostenlosen oder kostengünstigen Alternativen es zum Umzugskarton gibt. Außerdem solltest du dir den Tipp zum richtigen Beladen von Umzugs-LKWs durchlesen!

Halteverbot für Umzug beantragen

Eins kann ich dir sagen: Ein temporäres Parkverbot für die Be- oder Entladezone des Umzugsfahrzeuges erleichtert nicht nur die Abläufe bei deinem Umzug, sondern auch das künftige Miteinander in Deinem Wohnumfeld. Der erste Streit mit den neuen Nachbarn ist nämlich schon vorprogrammiert, wenn Du es darauf ankommen lässt oder zu unorthodoxen Mitteln greifst, um am Umzugstag einen Platz für den Umzugslaster freizuhalten. Die Beantragung einer entsprechenden Halteverbotszone lässt sich leicht bewerkstelligen, im Folgenden habe ich für dich alles niedergeschrieben, was du zum Thema Halteverbot beim Umzug wissen musst.

No Risk, no Fun – oder doch ein Halteverbot beantragen?

Die schlechteste Variante für einen Umzug: Dein Fahrzeug kommt an, alle Helfer stehen bereit – und es ist gibt keinen freien Parkplatz vor dem Eingang zu Deiner neuen Wohnung. Jeder zusätzliche Schritt wird sich über kurz oder lang bemerkbar machen. Noch unangenehmer ist es, wenn Ihr mit dem Umzugsauto rangieren müsst, um Anlieger vorbeizulassen.

Auch die glorreiche Idee, am Vortag Müllcontainer, Stühle oder ähnliche Hindernisse aufzubauen, um daran ein Absperrband zu befestigen, solltest Du gleich wieder verwerfen: Dieses Vorgehen ist nicht zulässig und kann im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Du verstößt mit dieser unerlaubten Sondernutzung sowohl gegen das Straßengesetz als auch gegen die Straßenverkehrsordnung, die ein Verbot von Hindernissen vorsieht. Darüber hinaus haftest Du natürlich für alle Unfälle und Schäden, die durch diese Hindernisse verursacht werden – und das mit Deinem gesamten Vermögen.

Von dem von vornherein gestörten Verhältnis zu Deinen neuen Nachbarn einmal ganz abgesehen, lohnt sich ein solches Vorgehen also nicht. Was ist die Alternative? Nutze einfach ein ganz offizielles temporäres Parkverbot, das sich ohne große Probleme beantragen lässt.

Fazit:
Eigenwillige Absperrungen sind nicht zulässig und in der Konsequenz auch strafbar, nur eine ordnungsgemäße Beantragung einer Halteverbotszone bietet Dir die Sicherheit, am Umzugstag auch bequem vor dem Hauseingang parken zu können. Ich empfehle dir also einen solchen Antrag rechzeitig zu stellen und ein Halteverbot einrichten zu lassen.

Wer ist für ein Parkverbot zuständig?

Halteverbot Ordnungsamt bei UmzugBeauftragst Du ein Umzugsunternehmen, musst Du Dich nicht selbst um das Halteverbot kümmern. Schon im Interesse einer zügigen Abwicklung des Auftrags kümmert sich die Firma darum. Alternativ oder bei einem Umzug in Eigenregie kannst Du einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Straßenverkehrs- oder Ordnungsamt bzw. im Ortsamt formlos per Brief oder Fax stellen. Ziehst Du in eine größere Stadt, sind die einzelnen Stadtbezirke zuständig, ansonsten kannst Du den Ansprechpartner mit einem Anruf im Bürgerbüro ermitteln. Du erhältst nicht nur die Genehmigung, sondern auch die Verkehrsschilder, die Du allerdings auch eigenständig abholen musst.

Der Antrag muss dabei übrigens folgende Angaben umfassen:

  • vollständiger Name und Telefonnummer
  • Grund für das Halteverbot
  • geplanter Zeitraum
  • Anschriften der alten und der neuen Wohnung
  • beanspruchter Platz in Metern
  • amtliches Kennzeichen und zulässiges Gesamtgewicht des Umzugsfahrzeuges

Die Bearbeitung des Antrags auf ein umzugsbedingtes temporäres Parkverbot nimmt einige Tage in Anspruch, zwischen sieben und 14 Tagen musst Du dafür einplanen. Die Verkehrsschilder solltest Du entsprechend den geltenden Vorschriften rund 72 Stunden vor dem Umzug aufstellen, um allen Anwohnern die Chance zum Umparken einzuräumen – eine vorausschauende Planung empfiehlt sich also auch in diesem Fall.

Fazit:
Der vollständige Antrag für ein Halteverbot ist mit ausreichend zeitlichem Vorlauf an das zuständige Straßenverkehrs- oder Ordnungsamt zu richten, kümmert sich nicht ein Umzugsunternehmen darum.

Fristen, Kosten und Haftung für ein temporäres Halteverbot

Keine Dienstleistung gibt es umsonst, das ist auch bei der Genehmigung eines Parkverbotes und dem Bereitstellen der Verkehrsschilder so. Es fallen jeweils Gebühren für die Bewilligung und das Aufstellen der Schilder selbst an, deren Höhe je nach Region und Ort variiert. Musst Du in München mit Gesamtkosten von rund 120 Euro einplanen, setzen diese sich aus 39 Euro für die Genehmigung und 79 Euro Mietgebühren für die Schilder zusammen. In Frankfurt am Main kannst Du insgesamt mit 160 Euro und in Köln mit rund 130 Euro rechnen, allerdings kann es in Deinem neuen Wohnort ganz anders aussehen. Bedenke bitte, dass Du eventuell sowohl für Deine bisherige als auch für die neue Wohnung eine Halteverbotszone benötigst. Vielleicht hilft im gewohnten Umfeld ein Gespräch unter Nachbarn? Ein Umzugsunternehmen wickelt alle Formalitäten für Dich ab und legt die anfallenden Gebühren auf Dich um – mit einem Aufschlag versehen, natürlich. Die Abwägung nach Kosten und Nutzen dürfte allerdings nicht schwer fallen: Was sind Dir ein reibungsloser und zügiger Ablauf sowie die guten nachbarschaftlichen Beziehungen wert? Schließlich entfällt auch mit der Genehmigung Deine persönliche Haftung, sollte ein Verkehrsschild umfallen und zu einem Schaden führen. Die Halteverbotszone kann in fast jeder Straße oder Fußgängerzone für ein bis zwei Tage eingerichtet werden. In Ausnahmefällen kann eine doppelseitige Parkverbotszone notwendig werden, diese wird aber polizeilich veranlasst. Willst Du Dich selbst nicht mit dem Antrag, der Abholung und dem Aufstellen der Verkehrsschilder befassen, aber den Umzug in eigener Regie abwickeln, empfehlen sich spezielle Dienstleister: Für eine Gebühr von rund 50 Euro erledigen diese sämtliche Formalitäten. Wie auch immer Du das offizielle Parkverbot organisierst: Du wirst einen deutlich einfacheren Umzug erleben, ohne Dich mit Deinen künftigen Nachbarn in hässliche Auseinandersetzungen zu verlieren oder immer wieder rangieren zu müssen.

Fazit:
Die zusätzlichen Kosten für ein genehmigtes Parkverbot rechnen sich in jedem Fall, wenn Du die sonst drohenden Umstände ins Verhältnis setzt. Die Höhe ist abhängig vom Wohnort, zwischen 100 und 160 Euro musst Du kalkulieren.