Ein Umzug geht oftmals mit vielen Veränderungen einher, und man ist auf die Unterstützung und Hilfe anderer angewiesen. Damit Du Dich in all den besonderen Situationen, die ein Umzug mit sich bringt, stets souverän bewegst, starten wir heute unsere neue Serie – den Umzugsknigge. Ob die Vorstellung bei den neuen Nachbarn oder die Trinkgelder für die Möbelpacker: Ich gebe Dir die wichtigsten Tipps, damit Du weißt, was wann angebracht ist – und was nicht.

So klappt’s auch mit den Nachbarn

Im ersten Teil unsres Umzugsknigges geht es um ein paar wichtige neue Menschen in Deinem Leben. Die lieben Nachbarn. Denn wer umzieht, findet sich nicht nur in neuen vier Wänden wieder, sondern auch mitten unter neuen Menschen – im eigenen Haus mit etwas mehr, in der Wohnung mit etwas weniger Abstand. Nachbarn – eine Spezies für sich. Jeder kennt wohl jemanden, der jemanden kennt, der wegen eines ungemähten Rasens in einen regelrechten Kleinkrieg verstrickt wurde. Und schon Friedrich Schiller wusste: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ Auch, wenn die Nachbarn natürlich nicht Deine neuen besten Freunde werden müssen, es lohnt sich, mit ihnen gut auszukommen. Wer gießt sonst während Deines Sommerurlaubs die Blumen und leert den Briefkasten?

Doch wie machst Du Dich am besten bei den neuen Nachbarn bekannt? Und vor allem: wie hinterlässt Du einen guten ersten Eindruck, auf den man aufbauen kann? Am besten ist es hier, selbst aktiv zu werden und nicht auf eine zufällige Begegnung im Treppenhaus zu warten.

Bei den Nachbarn vorstellen

Beim Umzug in eine Wohnung im Mehrfamilienhaus sollte man sich bei den nächstgelegenen Nachbarn vorstellen – also bei den Nachbarn, deren Wohnung direkt neben, direkt über oder direkt unter der eigenen Wohnung liegt. Bei einem Umzug ins Haus musst Du natürlich auch nicht die gesamte Nachbarschaft abklappern. Aber einmal bei den direkten Nachbarn zu klingeln und hallo zu sagen, gehört zum guten Ton.

Wer möchte und die Gelegenheit hat, kann sich auch bereits vor dem Umzug vorstellen. So kannst Du nicht nur das Eis brechen, sondern die Nachbarn auch zugleich darüber informieren, wann der Umzug stattfindet und sie bitten zu entschuldigen, falls es an diesem Tag im Treppenhaus und Deiner neuen Wohnung etwas lauter zugeht.

Wer die Nachbarn nicht „vorwarnen“ kann, sollte sie zeitnah nach dem Umzug aufsuchen und sich bei dieser Gelegenheit erkundigen, ob es am Umzugstag auch nicht zu laut und störend zuging. Falls noch weitere Arbeiten in Deiner Wohnung anfallen, die mit größerer Lautstärke verbunden sind, kannst Du auch hier die Nachbarn gleich vorwarnen.

Eine kleine Anekdote am Rande: In die Wohnung über unserer zog einmal eine neue Familie ein. Jedes Mal, wenn ich der Frau im Treppenhaus begegnete, entschuldigte sie sich, dass bei ihnen noch immer gebohrt wurde, die Kinder morgens laut herumtrampelten oder es sonst irgendeinen Lärm gab. Und jedes Mal sagte sie, sie würde die Tage einmal einen Kuchen als Entschädigung vorbeibringen. Ich glaube, ich bekomme noch etwa zehn Kuchen von ihr! Etwa ein Jahr später zogen wir der Arbeit wegen in eine neue Stadt. Als die Nachbarin von oben dies hörte, fragte sie doch tatsächlich, ob wir nun auszögen, weil sie zu laut waren. Da konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass sie sogar so laut waren, dass wir gleich die Stadt wechselten. Das war meine kleine Retourkutsche für die versprochenen und nie erhaltenen Kuchen…

Party mit den Nachbarn?

Wer möchte, kann seine Nachbarn natürlich auch zu seiner Einweihungsparty einladen. Hier stellt sich natürlich die Frage, wie passend eine solche Einladung ist. Du bist 20 und feierst mit Deinen besten Freunden, Tequila und Hiphop den Einzug in die erste eigene Wohnung? Dann fühlen sich die Familie mit den drei Kindern von nebenan und das ältere Ehepaar aus dem Stockwerk über Dir wohl eher fehl am Platz auf Deiner Party. Wer seine Nachbarn durch eine Einladung gerne näher kennenlernen möchte, ist gerade bei einer bunt gemischten Nachbarschaft mit einer exklusiven Einladung nur für die nächsten Nachbarn in einem unverfänglichen Rahmen wie einem kleinen Umtrunk am besten beraten.

In jedem Fall sollte man bedenken, dass man mit einer Einladung in die eigenen vier Wände immer ein gutes Stück von sich und seinem Leben preisgibt. Auf der anderen Seite ist eine solche Einladung ein starkes Signal für die Bereitschaft zu einem guten Miteinander. Hier muss jeder die Vor- und Nachteile für sich abwägen.

Fazit:

Sich bei den nächstgelegenen Nachbarn kurz vorzustellen und sich für durch den Umzug entstandene oder noch entstehende Unannehmlichkeiten zu entschuldigen gehört zum guten Ton. Wer will und es für passend befindet, kann zusätzlich mit einer Einladung in die neuen vier Wände das Eis brechen und die Nachbarn besser kennenlernen.

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