Am Umzugstag geht es hektisch zu, Möbelpacker gehen ein und aus, Du kümmerst Dich um die Verpflegung für die Umzugshelfer oder bist voll und ganz mit deren Koordination beschäftigt. Manchmal kommt dann auch der Vermieter für die Wohnungsübergabe vorbei oder Du hast sogar noch Haustiere, deren Umzug besonders kompliziert ist. So oder so: Für die Betreuung eines Babys oder Kleinkindes hast Du am Umzugstag häufig nicht ausreichend Zeit. Du hast also zwei Möglichkeiten: Entweder Du gibst den Umzug komplett in die Hände Deiner Helfer oder aber Du suchst Dir für diesen Tag einen Babysitter.

Wann ist ein Babysitter für den Umzug sinnvoll?

Welche die jeweils sinnvollere Variante ist, hängt in erster Linie von Deiner finanziellen Situation ab. Wenn Du Dir die Hilfe durch ein professionelles Umzugsunternehmen leisten kannst, lass doch einfach die Profis ans Werk und nimm Du Dir Zeit für Dein Kind und Dich selbst. Die Umstellung im neuen Zuhause, der neuen Region und vielleicht auch dem neuen Job oder Freundeskreis wird schließlich noch anstrengend genug. Allerdings ist so ein Vollservice für einen Umzug alles andere als ein Schnäppchen. Viele Menschen tendieren deshalb zu günstigeren Varianten, wie der Hilfe durch Freunde und Bekannte, studentische Umzugshelfer oder gar dem kompletten Umzug in Eigenregie. Was also, wenn Du am Umzugstag koordinieren oder selbst mit anpacken musst?

Zuerst Verwandte oder Freunde fragen

Beim Umzug selbst dabei zu sein, ist für Babys und kleine Kinder in der Regel zu stressig. Sie verstehen den Trubel noch nicht, machen Unordnung oder geraten gar in Gefahr. Am sichersten ist es deshalb, wenn Du für den Umzugstag eine Kinderbetreuung organisierst und der Babysitter mit dem Kind zum Beispiel auf den Spielplatz geht. Fremde Menschen und Umgebungen bedeuten aber sehr viel Stress für das Kind, je nach Alter kann das sogar beängstigend wirken. Am besten ist es deshalb, wenn Dein Kind an einem bekannten Ort und/oder von einer bekannten Person betreut wird. Frage daher erst einmal Deine Verwandten und Freunde, welche das Kind bereits kennt, ob diese am Umzugstag vielleicht als Babysitter aushelfen würden. So können zum Beispiel die Großeltern des Kindes aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme sowieso nicht mehr aktiv beim Umzug helfen. Wieso also das Baby nicht für einen Tag zu ihnen bringen? Oder frag doch Deine Freundinnen aus der Krabbelgruppe, dem Schwangerschaftskurs oder vom Spielplatz, ob ihr Sohn oder ihre Tochter für einen Tag einen Spielgefährten wünscht?

Kommen Kita oder Kindergarten infrage?

Dein Kind geht bereits in eine Kita oder einen Kindergarten? Dann frag doch hier einmal nach einer außerplanmäßigen Betreuung. Auch wenn Dein Sprössling vielleicht normalerweise nur halbtags oder nur zwei Tage pro Woche in der Kita oder im Kindergarten ist, kannst Du in der Regel für Sonderfälle eine Aushilfsbetreuung organisieren. So weißt Du, dass Dein Kind gut versorgt ist, die anderen Kinder und Erzieher/innen kennt und Du kannst Dich sorglos auf den Umzug konzentrieren.

Babysitter finden und auswählen

Hast Du nun immer noch keine passende Betreuung für den Umzugstag gefunden, so gibt es weitere Möglichkeiten einen Babysitter zu suchen. Frage Deine Freunde und Bekannten, ob sie jemanden empfehlen können. Sieh in Kleinanzeigen in der Zeitung nach oder such im Internet auf entsprechenden Plattformen, wie www.betreut.de. Wichtig ist natürlich, dass Du den Babysitter zu einem persönlichen Gespräch zum Kennenlernen einlädst. Du vertraust ihm oder ihr später schließlich das Wertvollste an, das Du hast. Zudem solltest Du ein Treffen zwischen Babysitter und Kind/ern organisieren, um zu sehen, ob die Chemie stimmt und wie der Babysitter mit den Kindern interagiert. Daraus lässt sich bereits viel ableiten.

Wichtiges für das persönliche Gespräch

Bereite Dich auf das persönliche Erstgespräch vor und notiere Dir sowohl alle Fragen, die Du stellen möchtest, als auch Deine Konditionen, Anforderungen etc. Im persönlichen Gespräch solltest Du dann nämlich unbedingt

  • alle Konditionen vorab klären, zum Beispiel Dauer, Bezahlung und Aktivitäten oder Termine für das Kind.
  • Referenzen des Babysitters erfragen, den Personalausweis kopieren sowie Dir die Handy- und Telefonnummer, Adresse und die Telefonnummer einer weiteren Kontaktperson geben lassen.
  • dem Babysitter umgekehrt auch ein Info-Blatt mit Deinen Kontaktdaten, Notfallnummern sowie der Telefonnummer von mindestens einer weiteren Person, die sich am Umzugstag in Deiner Nähe aufhält, aushändigen.
  • die Grundregeln für die Kinder aufzählen und am besten niedergeschrieben auf einem Info-Blatt mitgeben, z.B. was darf das Kind und was nicht, wann macht es seinen Mittagschlaf, wann isst es und was usw.
  • auf dem Info-Blatt vermerken, ob Dein Kind Medikamente nehmen muss, wann und welche. Auch über Allergien oder weitere Besonderheiten muss der Babysitter unbedingt informiert werden.

Zuletzt solltest Du beim Kennenlernen zwischen Kind/ern und Babysitter anwesend sein und die Szene beobachten. Wie gehen diese miteinander um? Was sagt Dein Bauchgefühl? Was kannst Du aus Mimik und Gestik Deines Kindes schließen? Schlussendlich sollten Kopf und Bauch gemeinsam die Entscheidung für oder gegen einen Babysitter treffen.

Achtung bei der Versicherung

Hast Du Dich für einen Babysitter entschieden, so musst Du unbedingt vorab den Versicherungsschutz klären. Wer haftet, wenn etwas passiert? Frage den Babysitter deshalb frühzeitig, ob er einen ausreichenden Versicherungsschutz in der Privathaftpflichtversicherung besitzt und lasse Dir unbedingt einen entsprechenden Nachweis vorlegen, zum Beispiel eine Kopie des Versicherungsscheines.

Wie viel kostet ein Babysitter?

Die Kosten für einen Babysitter schwanken stark. Während Bekannte und Verwandte häufig sogar umsonst babysitten, nehmen private Anbieter geringere Stundensätze und professionelle Anbieter für die Kinderbetreuung sind am teuersten. Prinzipiell musst Du mit einem Stundenlohn von rund sechs bis 15 Euro rechnen. Kläre die Konditionen im Voraus mit dem Babysitter ab. Zu sehr auf das Geld achten solltest Du hier natürlich nicht. Hat Dich ein Babysitter überzeugt, so nimm lieber auch einen höheren Stundenlohn in Kauf. Dein Kind ist es Dir bestimmt wert und günstiger als ein Umzugsunternehmen ist der Babysitter dann immer noch.

Es ist so weit: Worauf Du am Umzugstag achten solltest

Je nachdem, wie alt Dein Kind ist, solltest Du ihm so gut wie möglich erklären, weshalb es den Tag mit einem Babysitter verbringt, wie lange und wann Du es wieder abholst oder es nach Hause gebracht wird. Wenn möglich, sollten Babysitter und Kind den Tag an einem gewohnten Ort verbringen. Zum Beispiel auf dem Spielplatz um die Ecke, in der Wohnung Deiner besten Freundin oder im Zoo, für den Du eine Jahreskarte hast. Je „normaler“ der Tag für Dein Kind abläuft, desto weniger Stress bedeutet er. Gib dem Babysitter deshalb unbedingt auch vertraute Spielsachen mit. Vergiss zudem nicht Wechselkleidung, Schnuller, Windeln sowie Trinkflasche und Lebensmittel (je nach Absprache) einzupacken. Jetzt heißt es: Vertrauen und Dich auf den Umzug konzentrieren. Natürlich kannst Du den Babysitter auch hin und wieder anrufen, um zu fragen wie der Tag läuft. Aber übertreib es bitte nicht: Zwei bis drei Anrufe am Tag sind völlig ausreichend!

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