Umzug und Steuern: Was ist die „Umzugskostenpauschale“?

Steuertipps zum Umzug: Die Umzugskostenpauschale in der Steuererklärung

Die Kosten für einen Umzug sind oftmals hoch: Renovierung, Handwerker, Transporteure und das Speditionsunternehmen – die Fachkräfte lassen sich für die Hilfe bei Deinem Umzug gut entlohnen. Hinzu kommen zahlreiche Materialkosten oder auch die Ausgaben für die Verpflegung der Helfer am Umzugstag. Doch jetzt die gute Nachricht: Einen Teil all dieser Kosten kannst Du steuerlich geltend machen. Doch was bedeutet eigentlich „Umzugskostenpauschale“ und welche Investitionen kannst Du am Ende vom Jahr absetzen?

Die Umzugskostenpauschale

Deinen Umzug kannst Du im Zuge Deiner nächsten Steuererklärung beim Finanzamt geltend machen. Die sogenannte „Umzugskostenpauschale“ umfasst dabei alle „sonstigen Umzugskosten“, für die Du keine exakten Einzelnachweise erbringen musst.

Wer kann die Umzugskostenpauschale nutzen?

Das Finanzamt erlaubt die pauschale Abrechnung dann, wenn Du für Deinen Umzug mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllst:

  • Du ziehst aus beruflichen Gründen um und trittst eine neue Stelle an oder verkürzt Deinen Arbeitsweg durch den Umzug um mindestens eine Stunde.
  • Der Umzug findet aufgrund von außergewöhnlichen Belastungen statt, zum Beispiel Krankheit oder Behinderung.
  • Eine doppelte Haushaltsführung wird durch den Umzug wieder zusammengeführt oder dauerhaft vermieden.
  • Du bist Auszubildende/r oder Studierende/r und erfüllst mindestens eines der Kriterien.

Welche Kosten fallen unter die Pauschale?

Die Definition der „sonstigen Umzugskosten“ ist vom Finanzamt derzeit allerdings reichlich vage formuliert. Hierunter fallen demnach zum Beispiel Wohnungsanzeigen, Renovierungsarbeiten in Deiner alten Wohnung, Trinkgelder und Verpflegung für die Umzugshelfer, das Anbringen von Lampen und ähnlichen elektrischen Geräten, die Installation sowie der Einbau von Küchengeräten sowie die An- und Ummeldegebühren für Deinen Pkw, den Personalausweis oder einen Telefonanschluss.

Wie hoch sind die Beträge bei der Pauschale?

Nach dem aktuellen Stand (ab Februar 2017) liegt die Umzugskostenpauschale für Verheiratete, Lebenspartner oder Gleichgestellte bei 1.528 Euro. Für Ledige sind es je 764 Euro. Pro Kind oder verwandter Person, die anschließend mit in der neuen Wohnung lebt, erhöht sich der jeweilige Satz zudem um 337 Euro. Sollten für Kinder umzugsbedingte Unterrichtskosten anfallen, so sind diese wiederum mit bis zu 1.841 Euro absetzbar. Bis zum 01. Februar sind es 1.493 Euro für Verheiratete, 746 Euro für Singles und 329 Euro als Erhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige.

Wichtig ist zu wissen, dass sich die Umzugskostenpauschale in regelmäßigen Abständen verändert. Sie wird regelmäßig vom Bundesfinanzministerium angepasst. Bei Anpassungen gibt es dann einen Stichtag, ab dem die neue Pauschale gültig ist. Liegt dein Umzug vor dem Stichtag, so musst du ihn mit „dem alten Satz“ abrechnen, liegt er danach kannst du den neuen (meist höheren) Pauschalbetrag ansetzen. Hier eine Liste der Umzugskostenpauschalen für die letzten Jahre:

Pauschale gilt ab Datum Pauschale Verheiratete Pauschale Singles Erhöhung für Kinder
01.02.2017 1.528 € 764 € 337 €
01.03.2016 1.493 € 746 € 329 €
01.03.2015 1.460 € 730 € 322 €
01.03.2014 1.429 € 715 € 315 €

Der Umzug als Werbungskosten

Doch damit nicht genug: Auch außerhalb der Umzugskostenpauschale kannst Du einige Kosten für Deinen Umzug zusätzlich steuerlich geltend machen. Sollte es sich um einen beruflichen Umzug handeln, so fallen diese in der Regel unter die Werbungskosten. Welche zusätzlichen Kosten können also beim Finanzamt geltend gemacht werden?

  1. Die Maklergebühren sind dann steuerlich absetzbar, wenn diese für die Vermittlung Deiner neuen Wohnung angefallen sind. Für den Verkauf oder die Vermietung der bisherigen Wohnung allerdings ist das nicht möglich.
  2. Die Renovierungskosten als Gesamtposition ist zwar steuerlich nicht anerkannt, doch die sogenannten Schönheitsreparaturen sehr wohl. Das bedeutet, dass Du Kosten für das Streichen und Tapezieren der Zimmerdecken und Wände, der Heizkörper, Innentüren oder Fenster und Außentüren (innere Seite) beim Finanzamt einreichen kannst. Die Renovierungskosten können außerdem dann eingereicht werden, wenn sie beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses als „Herstellungsaufwand vor dem Einzug“ durch den Verkäufer auf den Kaufpreis aufgeschlagen wurden.
  3. Die Transport- und Fahrtkosten bei einem Umzug sind dann absetzbar, wenn sie von einer professionellen Spedition in Rechnung gestellt wurden. Bei dem Umzug ins Ausland gilt das aber nur bis zum Grenzort. Die Trinkgelder für Deine Helfer wiederum fallen unter die Umzugskostenpauschale.
  4. Übernachtungskosten werden zwar anerkannt, allerdings nur für zwei Reise- und zwei Aufenthaltstage.
  5. Aufkommende Kosten bei Deiner Wohnungssuche kannst Du ebenfalls beim Finanzamt einreichen und zwar als die Fahrt zur Besichtigung mit pauschalen 0,3 Euro pro Kilometer. Auch die Schaltung von Zeitungsanzeigen wird hierbei anerkannt.
  6. Hinzu kommen zahlreiche weitere Kostenfaktoren, wie der Einbau eines Wasserenthärters für Geschirrspülmaschinen, Mietentschädigungen oder der Ersatz, die Änderung, der Abbau und das Anbringen von Rundfunk- und Fernsehantennen.

Lohnkosten für Handwerker – auch privat

Schlussendlich kannst Du aber auch als Privatmann/-frau noch außerhalb der Umzugskostenpauschale einige Rechnungen geltend machen, und zwar die der Handwerker. Mit einer Höhe von bis zu 6.000 Euro im Jahr kannst Du so bis zu 1.200 Euro sparen. Doch Vorsicht: Absetzbar sind nur die reinen Lohn-, nicht aber die Materialkosten. Lass Dir deshalb immer eine detaillierte Rechnung mit den einzelnen Positionen ausstellen, auch wenn Du mit dem Handwerker einen Pauschalpreis vereinbart hast. Zudem muss die Bezahlung stets per Überweisung erfolgen. Bar bezahlte Rechnungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Die Lohnkosten kannst Du dann für folgende Arbeiten einreichen:

  • Malerarbeiten,
  • Austausch oder Renovierung von Fenstern und Türen,
  • Reparatur von Haushaltsgeräten, Elektronikgeräten und Computern,
  • Wartung der Heizungsanlage,
  • Dach- oder Fassadenarbeiten,
  • Pflasterarbeiten auf dem Hof vor dem Haus,
  • Gebühren für den Schornsteinfeger,
  • Kontrolle des Blitzableiters,
  • Modernisierung der Einbauküche oder des Badezimmers,
  • Verlegung von Bodenbelägen, wie Fliesen, Teppich oder Parkett.

Bei Umzugsunternehmen richtig sparen – aber wie?

Bei Umzugsunternehmen richtig sparen

Ein Umzug ist teuer, so viel ist klar. Schließlich muss normalerweise nicht nur eine Kaution hinterlegt oder eine Maklerprovision bezahlt werden. Oft kommen noch Kosten für die neue Einrichtung, Renovierungsmaßnahmen oder eben den Umzug selbst hinzu. Doch hier kommt die gute Nachricht: Beim Umzugsunternehmen kannst Du so richtig viel Geld sparen und das mit nur einigen wenigen Tipps und Tricks – ich zeige Dir wie…

Den Aufwand realistisch einschätzen

Der erste wichtige Schritt, um bei einem Umzugsunternehmen kein unnötiges Geld liegen zu lassen, ist die richtige Planung. Schätze den Umzugsaufwand realistisch ein: Wie groß muss der Wagen sein? Reicht vielleicht auch das kleinere Modell? Wie viele Umzugshelfer brauchst Du? Reicht vielleicht auch die Hilfe von Familie und Freunden aus? Viele Menschen wollen hierbei stets auf „Nummer sicher“ gehen und hinterher ist der LKW noch halb leer. Wenn Du nun also eine Liste hast, was Du für den Umzugstag tatsächlich benötigst, kannst Du dich auf die Suche nach Einsparungspotenzial begeben.

Eigeninitiative ergreifen

Erst einmal gilt es zu klären: „Wo kannst Du selbst mit anpacken?“ Viele kleinere Aufgaben kannst Du bei einem Umzug nämlich selbst erledigen und brauchst dafür keine professionelle Fachkraft zu ordern. So reicht es zum Beispiel für einen überschaubaren Hausrat normalerweise aus, wenn ein bis zwei Fachmänner Dein Hab und Gut professionell im Wagen verstauen und befestigen. Das Tragen selbst, kannst Du mit der Hilfe von freiwilligen Freunden und Bekannten bewerkstelligen. Sollte es hieran mangeln, sieh Dich doch einfach einmal im Internet nach studentischen Umzugshelfern um. Diese sind deutlich günstiger als professionelle Umzugshelfer und freuen sich über das kleine Taschengeld und ein kühles Bier. Achte aber stets darauf, dass es sich um legale und angemeldete Arbeiter handelt, ansonsten hast Du später nicht nur Ärger mit dem Finanzamt, Du kannst die Kosten auch nicht steuerlich geltend machen und um Schadensfall greift keine ausreichende Versicherung.

Den richtigen Wagen mieten

Wenn Du nun zwar genügend Helfer hast, keiner aber besitzt einen Wagen oder Sprinter, der groß genug wäre, so kommst Du nicht herum einen solchen zu mieten. Doch da Du hier nach Größe bezahlst, solltest Du genau abwägen, welches Modell wirklich notwendig ist. So können viele kleinere Kartons oder Möbelstücke gewiss auch gut mit Deinem eigenen Auto oder dem großen Kombi der Verwandten transportiert werden. Gerade dann, wenn Dein altes und neues Zuhause nicht allzu weit entfernt sind, kannst Du hierfür auch mehrmals zwischen den Wohnungen pendeln. Überschlage doch einfach einmal, was hierfür an Benzinkosten anfällt und vergleiche sie dann mit den Preisen für einen größeren Lastwagen. So erkennst Du schnell, welche die günstigere Variante ist. Am Ende brauchst Du nämlich vielleicht doch nicht den 7,5 Tonner, sondern nur einen Sprinter und zwei Privatwagen. Bedenke zudem, dass bei einem Umzug am Sonntag das Lastwagenverbot greift. Erstelle am besten eine Liste von den Möbeln, die Du nicht selbst transportieren kannst, wie die Küche, Schränke oder ein Sofa, und entscheide Dich erst dann für das adäquate Mietobjekt.

Beim Umzugsunternehmen sparen

Mit dieser Übersicht kannst Du Dich nun auf die Suche nach einem günstigen Umzugsunternehmen begeben. Du hast jetzt schließlich genaue Vorstellungen davon, was Du für Deinen Umzug benötigst und was nicht. Lasse Dir daher auch keine weiteren Leistungen „aufschwätzen“. Ansonsten fällst Du schnell auf sogenannte „Lockvogelangebote“ rein, die später zu immensen Mehrkosten führen.

Angebote einholen und Preise vergleichen

Frage also gezielt bei mehreren lokalen Unternehmen ein Angebot für Deine Bedürfnisse an, z.B. einen 3,5 Tonner sowie zwei Umzugshelfer So behältst Du den Überblick über die aufkommenden Kosten und kannst sie optimal vergleichen. Hilfe bieten zudem Vergleichsportale im Internet, wo Du bereits im Voraus nach besonders günstigen Umzugsunternehmen suchen kannst. So ein ausführlicher Preisvergleich kann Dir später Summen im dreistelligen Bereich sparen. Doch Vorsicht: Bei vielen Angeboten handelt es sich um unverbindliche Kostenvoranschläge. Zahlreiche Unternehmen möchten die Wohnung zuerst besichtigen, bevor sie ein verbindliches Angebot angeben. Und auch dann gilt es einen Festpreis zu verhandeln. Ansonsten hast Du später durch längere Arbeitszeiten oder das Stehen im Stau unvorhergesehen hohe Kosten für den zeitlichen Mehraufwand.

Den richtigen Termin wählen

Ein Kostenfaktor, den viele Umziehende nicht bedenken, ist die Wahl des richtigen Termins. Doch tatsächlich kannst Du hier echte Schnäppchen machen. Kein Wunder, denn beinahe jeder Miet- und Kaufvertrag in Deutschland beginnt mit dem Anfang oder dem 15. eines Monats. Das bedeutet zugleich, dass beinahe jeder Umzug wenige Tage vor bis wenige Tage nach diesem Datum stattfinden. Die Umzugsunternehmen sind ausgebucht, die Preise werden angehoben. Es greift der natürliche Mechanismus unserer Marktwirtschaft. Bist Du Dir dessen bewusst und hast ausreichend Planungsfreiheit, so kannst Du echte Sparangebote finden, wenn Du Deinen Umzug stattdessen auf den Zeitraum vom 6. bis 13. oder dem 18. bis 24. eines Monats legst – am besten auf einen Werktag.

Mit einer Speditionsfirma Steuern sparen

Umzüge, welche Du durch eine Speditionsfirma in Auftrag gibst, kannst Du zudem am Ende des Jahres steuerlich geltend machen. Das gilt für berufliche ebenso wie für private Umzüge. Das Finanzamt erkennt beispielsweise Kosten für Spediteure, Maler und Handwerker an. Hinzu kommen bis zu 6.000 Euro Lohnkosten pro Jahr. Wichtig ist dabei, dass Du stets eine detaillierte Rechnung verlangst, auch wenn es sich um einen Pauschalbetrag handelt. Nur so kann das Finanzamt hinterher bestimmten, welche Kosten steuerfrei sind und welche nicht. Die einzelnen Positionen kannst Du notfalls auch hinterher noch per Hand nachtragen lassen. Umzüge aus beruflichen Gründen gehören außerdem zu den Werbungskosten. Wechselt Du Deinen Wohnort also aufgrund eines Jobwechsels oder einer beruflichen Veränderung, so kannst Du quasi alle Kosten für die Wohnungssuche sowie den Umzug von der Steuer absetzen, sofern folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Der Weg zu Deiner Arbeitsstelle verkürzt sich um mindestens eine Stunde oder
  • eine doppelte Haushaltsführung, zum Beispiel durch die Trennung von Arbeits- und Familienwohnsitz, fällt durch den Umzug weg oder
  • Du beziehst oder räumst eine vom Arbeitgeber gewährte Dienstwohnung.

Neben diesen allgemeinen Kosten gibt es zudem die sogenannte „Umzugskostenpauschale“. Hierunter fallen die Trinkgelder für Möbeltransporteure, Verpflegung für Umzugshelfer, Ab- und Aufbaumaßnahmen von Küchengeräten, Lampen etc., Annoncen für die Wohnungssuche sowie das Ummelden Deines Pkw und des Telefonanschlusses. All das kannst Du bei einem privaten sowie beruflichen Umzug als Pauschalbetrag von 730 Euro als Ledige/r von der Steuer absetzen. Mehr Informationen hierzu findest Du in meinem Artikel „Umzug und Steuern: Was ist die „Umzugskostenpauschale“?“

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Sparen!