Umzug? Stromanbieter wechseln! Das musst du beachten.

Umzug? Stromanbieter wechseln! Das musst du beachten

Wer umzieht, der sollte in auf prüfen, ob er bei seinem Stromanbieter nicht die Chance zur Sonderkündigung nutzen kann. Auch wenn eine Sonderkündigung nicht besteht, bei vielen Menschen ist der Vertrag beim bestehenden Stromanbieter oft schon Jahre alt und kann entsprechend gekündigt werden.

Die Kündigung des Stromanbieters in regelmäßigen Abständen ist sehr sinnvoll, denn das gibt die Chance sich einen neuen Anbieter zu suchen und beim Vertragsabschluss viel Geld zu sparen. Der Anbieterwechsel ist meist problemlos möglich und da viele Anbieter mit einem Neukunden-Bonus oder anderen Prämien werben, ist er nicht selten auch finanziell sehr reizvoll. Oft lassen sich so einige hundert Euro sparen! In diesem Artikel erkläre ich euch das wichtigste zum Thema Stromanbieterwechsel (beim Umzug, oder auch so).

Stromanbieterwechsel – das brauchst du

Der Wechsel des Stromanbieters ist eigentlich relativ unkompliziert. Du brauchst nur eine Hand voll Informationen, die du zur Wahl des neuen Stromanbieters bereithalten solltest. Dazu gehören:

  • Deine Adresse (vor allem Postleitzahl und Ort)
  • Deine Zählernummer
  • Dein Zählerstand
  • Aktueller Stromanbieter und Kundennummer
  • Deine letzte Abrechnung bzw. Aussage über monatlichen/jährlichen Verbrauch
  • Und natürlich den Wechselzeitpunkt.

Du solltest zudem prüfen, ob dein Anbieter eine Kündigungsfrist (oft ein Monat) vorgesehen hat. Außerdem ist es praktisch die letzte Stromabrechnung von deinem (alten) Anbieter in der Hand zu haben. Hieraus erfährst du nämlich, was du im letzten Jahr verbraucht hast und weißt was du dafür bezahlt hast (das ist natürlich wichtig um einen günstigeren Anbieter zu finden).

Da die Stromanbieter meist eine Vielzahl von Tarifen haben, ist es wichtig zu wissen was du im Jahr an Strom verbrauchst. Der Stromverbrauch ist dabei in Kilowattstunden (abgekürzt mit kwh) angegeben. Deine Kosten setzen sich dann aus einem Verbrauch (bewertet mit dem Kilowattstunden-Preis) und ggf. aus einer monatlichen Grundgebühr zusammen (die aber auch entfallen kann).

Stromanbieterwechseln geht einfach

Ganz ehrlich: Ich habe mich auch jahrelang vor einem Stromanbieterwechsel gescheut. Die Angst ohne Strom da zustehen oder etwas falsch zu machen war einfach zu groß. Mit der Angst stehe ich nicht alleine da, der überwiegende Teil der Deutschen denkt da ähnlich wie ich.

Doch, vor einigen Monaten habe ich es (auf Drängen meiner Kollegen) das erste Mal probiert und es ist tatsächlich total einfach und unkompliziert gewesen und ich habe über 150 Euro für meine Familie und mich fürs nächste Jahr an Ersparnissen herausgeholt.

Der Wechsel des Stromanbieters ist vor allem deswegen so einfach, weil du dich um nichts kümmern musst. Das macht alles der neue Anbieter für dich. Das Ganze geht komplett online und dauert oft nur Minuten (ich habe mit verschiedenen Vergleichen ungefähr 45 Minuten gebraucht, habe mir aber auch viel Zeit gelassen). Außerdem ist auch bei einem Anbieterwechsel eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleistet, der neue Stromanbieter kündigt in der Regel sogar deinen alten Tarif.

Anpassungen an der Hardware sind übrigens in der Regel nicht notwendig. Es muss also kein Servicemitarbeiter vom neuen Stromanbieter herauskommen und deinen Zähler wechseln oder ähnliches.

Und: Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt vor, dass der Anbieterwechsel nur 3 Wochen dauern darf. Das heißt ein Anbieterwechsel geht dann auch relativ schnell über die Bühne.

Um herauszufinden, welche Anbieter der Richtige für dich ist, kannst du eines der zahlreichen Vergleichsportale (check24, verivox und wie sie nicht alle heißen) nutzen. Diese Dienstleister vergleichen verschiedene Stromanbieter miteinander und suchen den günstigsten Tarif für dich heraus. In der Regel geht das im ersten Schritt anonym und du brauchst nur wenige Informationen (jährlicher Verbrauch, Postleitzahl, Ort).

Da die Vergleichsdienste aber für die Vermittlung von Neukunden eine Provision vom Stromanbieter erhalten (die ja irgendwie vom Anbieter aus deinen monatlichen Zahlungen refinanziert werden muss), macht es unter Umständen Sinn direkt mit einem Stromanbieter Kontakt aufzunehmen und um ein Angebot zu bitten. Das könnte unter Umständen besser ausfallen. Einer der bekanntesten Anbieter ist lifestrom, für weitere Informationen kannst du deren Webseite zum Stromanbieterwechsel bei lifestrom aufrufen und dir mal einen passenden Tarif anzeigen lassen.

Darauf solltest du beim Wechsel achten

Sonderkündigung des Stromanbieters bei UmzugDie Stromanbieter kämpfen mit attraktiven Prämien und Neukunden-Boni um die Wechselwilligen Stromkunden am Markt. Das machen Sie vor allem deshalb, weil Neuverträge in der Regel mit einer entsprechenden Vertragslaufzeit versehen sind. Das heißt beim Wechsel zu einem neuen Stromanbieter unterzeichnest du einen verbindlichen Vertrag, der dann für z.B. 12 oder 24 Monate gilt. Du bindest dich also an den neuen Anbieter. Niedrige Vertragslaufzeiten sind natürlich für dich gut, denn je schneller du aus dem Vertrag herauskommst, desto eher kannst du erneut wechseln und wieder sparen.

Auch die Kündigungsfrist ist wichtig. Du solltest also gucken, mit wieviel zeitlichem Vorlauf man einen Vertrag kündigen kann (oft ist das ein Monat). Kurze Kündigungsfristen sind natürlich besser als lange Kündigungsfristen.

Bevor du wechselst solltest du überlegen, was du von deinem neuen Stromanbieter erwartest. Für viele Menschen ist es wichtig „grünen Strom“ zu bekommen. Also Strom, der z.B. aus Solar-, Wind- oder Wasserkraft gewonnen wird. Andere Menschen bevorzugen einen regionalen Anbieter oder sie gehen sogar noch weiter – mittlerweile gibt es sogar Anbieter die Strom aus der „Nachbarschaft“ (z.B. von Kleinst-PV-Anlagen) vermitteln. Darüber solltest du dir vorab Gedanken machen, dich aber nicht von Mogelpackungen z.B. beim Ökostrom blenden lassen. Wenn dir grüner Strom wichtig ist, achte also immer auf entsprechende Siegel und Zertifikate um sicherzustellen, dass du auch wirklich echten Ökostrom bekommst.

Beim Abschließen des neuen Vertrages solltest du immer drauf achten, dass der neue Anbieter seine Preise möglichst lange (am besten über die komplette Mindestvertragslaufzeit) festschreibt. So kannst du genau kalkulieren und weißt was dich an Kosten erwartet. Die Sorge von Preiserhöhungen und ähnlichem ist dann unberechtigt.

Zum Schluss solltest du dir genau ansehen, welche Abrechnungsmodalitäten der Stromanbieter vorsieht. Vorsicht ist bei Anbietern geboten, die Vorkasse oder Kautionstarife anbieten. Das heißt, du zahlst einen Abschlag an den Anbieter noch bevor dieser deinen Strom bereitstellt. Im Falle einer Insolvenz oder ähnlichen Dingen kann es also passieren, dass du für eine Leistung bezahlt hast, die dein Anbieter nicht mehr leisten kann.

Übrigens, ich persönlich fand die umfangreichen FAQs von stromauskunft.de sehr informativ und hilfreich.

Stromanbieter und Umzug: Ein Gedankenspiel zum Schluss

Das Ganze ist nur ein Gedankenspiel, es kann aber von dem Einen oder anderen vielleicht weitergesponnen werden. Wenn ihr damit Erfahrungen gemacht habt, gebt doch mal Bescheid ob es klappt ;-).

Wenn du weißt, dass du in einiger Zeit umziehen wirst (z.B. in 4 oder 5 Monaten) und gerade dabei bist einen neuen Stromanbieter zu suchen, dann kannst du natürlich strategisch planen und dir einen neuen, regionalen Stromanbieter zulegen (sofern dieser preislich sich nicht gravierend abhebt, aber z.B. einen Sofortbonus auslobt). Mit deinem Umzug kann der neue, regionale Anbieter dich dann ggf. nicht mehr versorgen und dir steht ein Sonderkündigungsrecht zu. Das ist die Chance zum erneuten Anbieterwechsel und die Möglichkeit erneut einen Bonus „abzustauben“.

Umzug ins Seniorenheim

Umziehen ins Seniorenheim

Der Umzug in ein Seniorenheim ist ein sensibles Thema. Das geliebte Haus oder die langjährige Wohnung aufzugeben und sich einzugestehen, dass es Probleme bereitet oder in näherer Zukunft Probleme bereiten könnte, allein zu leben und zurechtzukommen ist ein großer Schritt – nicht nur für die Betroffenen selbst, auch für die Angehörigen, die die Entscheidung unterstützen. Zum Glück gibt es für ältere Menschen verschiedene Möglichkeiten, betreut und umsorgt zu wohnen. Das klassische Seniorenheim ist nur eine davon. So gibt es immer mehr Senioren-WGs oder Mehrgenerationenhäuser mit Betreuung. Im Folgenden möchte ich aber vor allem Tipps und Ratschläge zum Umzug in eine „klassische“ Senioreneinrichtung wie Seniorenresidenz, Pflegeheim, Altenheim und Seniorenheim geben.

Leben im Seniorenheim

Zu keiner Zeit zuvor konnten Senioren ihr Leben so lange unabhängig und aktiv gestalten. Dennoch kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem es immer schwerer fällt, sich selbst zu versorgen. Und nicht in jeder Familie besteht die Möglichkeit, dass sich die jüngere Generation um Eltern oder Großeltern kümmert – sei es aufgrund räumlicher Entfernung oder weil die Berufstätigkeit keine Zeit für eine ausreichende Betreuung lässt. Wer im fortgeschrittenen Alter aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr alleine oder mit Partner und/oder Familie leben kann oder möchte, der kann in einer betreuten Wohnform ein neues Zuhause finden. Hier ist zwischen Einrichtungen, die die Möglichkeit bieten selbstbestimmt mit Betreuung zu wohnen oder mit der Rundumversorgung eines Altersheims zu unterscheiden. Oftmals finden sich in Seniorenheimen Kombinationen aus beiden Modellen, so dass einfach die Betreuung einem eventuell gewachsenen Bedarf angepasst werden kann, ohne dass man noch einmal einen Umzug auf sich nehmen muss. Viele Seniorenheime bieten heutzutage individuelle Einzimmerappartements oder sogar Wohnungen innerhalb einer barrierefreien Wohnanlage.

Tipp: In manchen Seniorenheimen darf man für einen gewissen Zeitraum Probewohnen. Dies erleichtert die Entscheidung für oder gegen eine Einrichtung.

Den Umzug vorbereiten

Im Idealfall überlegt man sich schon bevor es so weit ist, welche Wohnform man sich im Alter vorstellen kann und spricht offen mit Familie und Angehörigen über seine Vorstellungen und Wünsche oder trifft sogar schon eine Auswahl an Einrichtungen, in denen man sich vorstellen könnte zu leben. So sind alle Beteiligten zumindest seelisch rechtzeitig darauf vorbereitet, was zu tun ist, wenn die Zeit für den Umzug ins Seniorenheim gekommen ist, und die wichtigsten Angelegenheiten sind unter Dach und Fach. Doch auch dann bleibt im Fall der Fälle noch einiges zu tun und zu bedenken.

Was kann und will ich mir leisten?

Ein nicht zu vernachlässigender Punkt beim Thema Umzug ins Seniorenheim, der vor dem Umzug geklärt werden muss, ist natürlich die Finanzierung. Was übernimmt die Krankenkasse? Welche Kosten muss ich selber tragen? Wichtige Fragen mit sehr individuellen Antworten. Hier ergeben sich zum Teil allein erhebliche Unterschiede anhand der Unterbringungsart vollstationäre Heimunterbringung oder betreutes Wohnen. Zum Punkt Finanzierung ist daher rechtzeitig die Krankenversicherung oder Pflegeversicherung zu kontaktieren. Auch die Leitung der Senioren- bzw. Pflegeeinrichtung und der Sozialdienst können diesbezüglich beraten und weiterhelfen.

Was kann ich mitnehmen?

In einer Einrichtung für betreutes Wohnen wird man zumindest einen Teil seiner eigenen Möbel mitbringen können. In einem Pflegeheim benötigt man eventuell nur ein paar persönliche Gegenstände, da die wichtigsten Möbel wie Bett, Schrank, Tisch und Stühle im Zimmer bereits vorhanden sind. In den allermeisten Fällen wird man seinen Haushalt jedoch zumindest deutlich verkleinern und daher gründlich aussortieren müssen. Hier heißt es: rechtzeitig vor dem Umzug mit der Organisation und Planung beginnen. Hierfür muss man zunächst mit dem Seniorenheim klären, was man mitbringen soll, kann und darf. Darüber hinaus heißt es, rechtzeitig mit dem Ausmisten beginnen. Können dabei Familie und Freunde helfen? Andernfalls muss rechtzeitig ein Umzugsunternehmen, das als Service auch Haushaltsauflösungen anbietet, organisiert werden. Und was geschieht mit den Sachen, die nicht mehr gebraucht werden? Was wird innerhalb der Familie weitergegeben? Was wird gespendet? Und welche Gegenstände haben ihre besten Tage hinter sich und müssen auf den (Sperr-)Müll?

Formalitäten erledigen

Bei einem Umzug gibt es immer eine Menge mehr oder weniger lästiger Formalitäten zu erledigen. Zunächst muss der Mietvertrag für die alte Wohnung rechtzeitig gekündigt werden. Wer ein eigenes Haus besitzt, sollte vor dem Umzug ins Seniorenheim klären, was daraus werden soll. Wird es vermietet? Oder den Kindern überschrieben? Des Weiteren müssen Abos gekündigt oder umgemeldet, Strom- und Gasanbieter müssen über den Umzug informiert werden. Telefon- und Kabelanschluss sollten rechtzeitig gekündigt werden. Man muss sich überlegen, welche Versicherungen man weiterhin benötigt und auch hier gegebenenfalls „ausmisten“. Zu guter Letzt müssen spätestens kurz nach dem Umzug die Behörden über den neuen Wohnsitz informiert werden, und die neuen Kontaktdaten müssen an Banken und Co weitergegeben werden.

Umzugsunternehmen beauftragen

Vielleicht gibt es im Verwandten- oder Freundeskreis Unterstützung beim Kistenpacken, jemanden der den Umzugswagen fährt und fleißige Helfer beim Ein- und Ausladen. Doch auch in diesem Fall müssen rechtzeitig ein geeigneter Wagen sowie Kisten und Kartons besorgt werden. In allen anderen Fällen gilt es zeitig vor dem Umzug ein geeignetes Umzugsunternehmen zu finden. Am besten lässt man sich hier von verschiedenen Unternehmen Kostenvoranschläge geben, um das günstigste Angebot zu bekommen.

Lies zum Thema Umzugsunternehmen auch unseren ausführlichen Artikel Umzug für Senioren Teil 2: Das richtige Umzugsunternehmen aussuchen.

Du siehst: Es gibt viel zu tun und viel zu beachten vor dem einschneidenden Umzug ins Seniorenheim. Darum hier zusammenfassend noch einmal unsere praktische Checkliste:

Checkliste Umzug ins Seniorenheim

  • Pflegegrad beantragen
  • Ggf. Antrag auf Kostenübernahme für eine vollstationäre Unterbringung bei der Pflegeversicherung einreichen
  • Finanzierung prüfen und sichern. Gegebenenfalls Hilfe zur Pflege für eine zusätzliche Finanzierung beantragen)
  • Pflegeversicherung bzw. Krankenversicherung über den Umzug in die Senioreneinrichtung informieren
  • Ggf. Mietvertrag kündigen

Hinweis: Ein Sonderkündigungsrecht bei einem Umzug ins Pflegeheim gibt es nicht, auch nicht in akuten Fällen. Aber eventuell gibt es im Mietvertrag eine Nachmieterklausel, die das Stellen eines Nachmieters und damit ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Mietvertrag erlaubt. Oder der Vermieter ist bereit einen Aufhebungsvertrag auszuhandeln.

  • Umzugsunternehmen beauftragen bzw. Hilfe für den Umzug durch Angehörige oder Freunde organisieren. Manche Umzugsunternehmen sind auf Seniorenumzüge spezialisiert und/oder bieten einen umfassenden Service inklusive Haushaltsauflösung an.
  • Findet der Umzug mit Hilfe eines Umzugsunternehmens statt, lohnt es sich, verschiedene Unternehmen zu vergleichen und Kostenvoranschläge einzuholen.
  • Mit Heimleitung besprechen, welche Möbel und Gegenstände mitgebracht werden können/dürfen und dementsprechend den Haushalt auflösen bzw. aussortieren
  • Ggf. um den Verbleib von Haustieren kümmern (in manche Einrichtungen dürfen Haustiere auch mitgebracht werden)
  • Verträge und Versicherungen: ggf. Daueraufträge für Stromanbieter, Telefon etc. kündigen, Kabelanschluss, Telefonanschluss o.ä. kündigen. Darüber hinaus sollte man prüfen, welche Versicherungen man in der Senioreneinrichtung noch benötigt und überflüssige Versicherungen ebenfalls kündigen. Manche Versicherungen übernimmt auch das Seniorenheim. Hier sollte man sich also auch rechtzeitig informieren.

Tipp: Wird der Umzug ins Seniorenheim als Wohnumfeldverbessernde Maßnahme akzeptiert, bezuschusst die Krankenversicherung ggf. Umzug und möglicherweise anfallende Renovierungskosten.

  • Ummeldeformalitäten: Auch an die Mitteilung der Adressänderung bei Behörden, Bank, Versicherungen sollte man rechtzeitig denken. Für eine Übergangszeit kann auch ein Nachsendeantrag bei der Post sinnvoll sein.

Seniorenumzug bei der Steuer absetzen

Wer im Alter aufgrund gesundheitlicher Probleme in ein Seniorenheim umzieht, kann verschiedene Posten steuerlich geltend machen. Dazu gehören:

  • Ummeldekosten
  • Kosten für den Auf- und Abbau von Haushaltsgeräten
  • Kosten für Trinkgelder und Verpflegung der Umzugshelfer (sowohl bei privaten als auch bei professionellen Helfern)
  • Kosten für Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung

Abmelden, Anmelden, Ummelden – das ist beim Umzug zu beachten

Abmelden, Anmelden, Ummelden – das ist beim Umzug zu beachten

Beim Umzug gibt es viel zu beachten und eine leidige Aufgabe besteht in den Meldepflichten bei den Ämtern. Auch der Bezug von Strom und Gas ändert sich, Telefon- und Internetanbieter wollen gecheckt und gekündigt oder neu beauftragt werden. Damit der Start in deiner neuen Wohnung reibungslos gelingt, folgt jetzt eine Aufstellung der wichtigsten Aufgaben, die in Sachen abmelden, anmelden und ummelden von dir zu erledigen sind.

Neue Adresse: Nachsendeauftrag erteilen und E-Mail-Signatur ergänzen

Sobald der Einzugstermin feststeht und der Mietvertrag unterschrieben ist, hilft ein offizieller Nachsendeauftrag dabei, dass die Post die neue Adresse auch erreicht. Dabei lässt sich im Rahmen der Online-Beauftragung festlegen, ob nur die Briefpost oder auch Päckchen und Pakete nachgesendet werden sollen. Ob der Nachsendeauftrag 6 oder 12 Monate oder noch länger laufen soll, entscheidet der Kunde. Der Service kostet ab 20 €, gut investiertes Geld, um auf postalischem Weg erreichbar zu bleiben.

Neben dem offiziellen Nachsendeauftrag ist es hilfreich, die eigene private E-Mail-Signatur zu ergänzen. Ein Hinweis auf die neue Privatanschrift und das Einzugsdatum farbig abgesetzt reichen schon aus, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Kostenlose Alternative: Die Umzugsmitteilung

Ebenfalls effektiv, aber komplett kostenlos, ist die Umzugsmitteilung. Dabei bekommt die Post eine Information über die alte und über die neue Adresse. Sie sorgt dann dafür, dass Unternehmen, die bereits die alte Adresse haben, eine Mitteilung über die neue Adresse erhalten. Allerdings nutzt nicht jedes Unternehmen diesen Service der Post. Deshalb ist es zusätzlich ratsam, die wichtigsten Vertragspartner auf schriftlichem Weg über die Adressänderung zu informieren. Dazu gehören diese:

  • Banken
  • Versicherungen
  • Versandhäuser
  • Mobilfunk- und Festnetzanbieter
  • Vereine
  • Verbände

Stromanbieter wechseln

In Deutschland gibt es knapp 1.200 Stromlieferanten und weit über 20.000 unterschiedliche Tarife. Deshalb ist die Chance ausgesprochen hoch, beim Wechsel kräftig zu sparen. Ein Umzug ist eine gute Gelegenheit, die Preise auf dem Strommarkt zu checken. Egal, ob bei einem Umzug innerhalb der Stadtgrenzen oder über Bundeslandgrenzen hinweg, die Preise sind einem ständigen Wandel unterworfen, so dass in den allermeisten Fällen ein Stromanbieterwechsel auch gleichzeitig eine Ersparnis bedeutet. Online können Verbraucher die Tarife miteinander vergleichen und entscheiden, welcher Anbieter am besten geeignet ist.

Tipp: Lese hierzu auch unbedingt meinen Beitrag: Sonderkündigung: Kannst Du bei einem Umzug den Stromanbieter wechseln?

Gasanbieter wechseln

Bei mehr als 900 Gaslieferanten in Deutschland stellt sich ein ähnliches Bild dar, wie bei den Stromanbietern. Auch in Sachen Gas ist es dringend zu empfehlen, die Tarife miteinander zu vergleichen. Die Chance, auch hier einen günstigen Tarif zu finden, der die Haushaltskasse langfristig weniger belastet, ist hoch.

Auch hier ein Tipp für einen weiterführenden Beitrag zum Thema: Sonderkündigung: Kannst Du bei einem Umzug Deinen Gasvertrag wechseln?

Festnetz- und Internetanbieter informieren und/oder wechseln

Welches Telekommunikationsunternehmen bietet den günstigsten Festnetztarif? Welcher Internetanbieter kommt in der neuen Wohnung infrage? Der anstehende Umzug erfordert auch hier die Prüfung der Angebote. Wer innerhalb des Ortes umzieht, nimmt in der Regel seine alte Telefonnummer inklusive Telefonanbieter mit ins neue Domizil und kann sich den Aufwand sparen. Ähnliches gilt für den Internetanbieter. Ob das allerdings wirklich Fall ist, ist im Einzelnen zu klären (lies hierzu auch den Beitrag „Sonderkündigung: Kannst Du Deinen Vertrag für Telefon und Internet bei Umzug fristlos kündigen?„). Verträge mit Telefon- und Internetanbietern mit festen Laufzeiten haben nämlich in der Regel eine Klausel inkludiert, die den Weiterbezug verbindlich regeln, sollte die neue Adresse für den Anbieter erreichbar sein. Die Verbraucherzentrale informiert in dem Beitrag „Umzug: die Rechte der Telefon-_ und Internetkunden“ ausführlich darüber, wie Verbraucher für einen stressfreien Umgang mit den Vertragspartnern sorgen und wann sie kündigungsberechtigt sind.

Abbildung 2: Damit in der neuen Wohnung Internet und Telefon verfügbar sind, müssen sich Verbraucher über die Angebote und Möglichkeiten informieren und entsprechende Aufträge erteilen.
Abbildung 2: Damit in der neuen Wohnung Internet und Telefon verfügbar sind, müssen sich Verbraucher über die Angebote und Möglichkeiten informieren und entsprechende Aufträge erteilen.

Einwohnermeldeamt am neuen Wohnort aufsuchen

Wer umzieht, muss Anmeldepflichten nachkommen. Der erste Gang in der ersten Woche nach dem Einzug in die neue Wohnung ist der zum Einwohnermeldeamt. Dort müssen Neubürger sich mit ihrem neuen Wohnsitz anmelden. Das neue Einwohnermeldeamt übernimmt die Abmeldung beim bisherigen Einwohnermeldeamt. Achtung: Auch wer innerhalb derselben Gemeinde oder Stadt umzieht, muss seine neue Anschrift beim Einwohnermeldeamt bekannt geben. Geschieht das nicht innerhalb einer Woche nach Umzug, droht ein Ordnungsgeld.

Kfz-Zulassungsstelle über neue Adresse informieren

Bei einem Umzug innerhalb desselben Zulassungsbezirks wird im Fahrzeugschein bzw. in der Zulassungsbescheinigung lediglich die neue Adresse eingetragen. Geht der Umzug über den Zulassungsbezirk hinaus, müssen die Neubürger mit diesen Papieren zum Straßenverkehrsamt, um die Ummeldung ordnungsgemäß durchführen zu lassen:

  • Fahrzeugschein
  • Fahrzeugbrief
  • Nachweis über HU und ASU
  • gültiger Personalausweis sowie Meldebescheinigung
  • Soll das Fahrzeug neue Kennzeichen erhalten, sind die alten Kennzeichen ebenfalls mitzubringen.

Auch hierzu gibt es bereits einen extra Artikel auf meinen Seiten, den ich dir wärmstens ans Herz legen möchte.

Abbildung 3: Die Ummeldung des Wohnsitzes in einen anderen Zulassungsbezirk eröffnet die Möglichkeit, sich ein neues Kennzeichen für das Auto auszusuchen.
Abbildung 3: Die Ummeldung des Wohnsitzes in einen anderen Zulassungsbezirk eröffnet die Möglichkeit, sich ein neues Kennzeichen für das Auto auszusuchen.

Finanzamt informieren

Ändert sich im Rahmen des Umzugs auch das zuständige Finanzamt, dann müssen Betroffene sich offiziell ummelden und eine neue Steuernummer beantragen. Das erledigen Steuerpflichtige am einfachsten mit einem formlosen Schreiben. Das zuständige Finanzamt wird dann die nötigen Informationen und Vordrucke auf den Postweg bringen. Ändert sich durch den Umzug das zuständige Finanzamt nicht, dann reicht es, bei der nächsten Steuererklärung die neue Adresse in den Formularen der Einkommensteuer einzutragen.

Übrigens, apropos Finanzamt … Ein Umzug kann durchaus eine Menge Potential zum Steuern sparen liefern! Im Jahr nach deinem Umzug solltest du also unbedingt darüber nachdenken eine Steuererklärung anzufertigen und so deine Umzugskosten beim Staat geltend machen!

Weitere Behörden, die über den Umzug in Kenntnis zu setzen sind

Neben den genannten Behörden, die im Rahmen eines Umzugs zu informieren sind, gibt es noch weitere Behörden und Vertragspartner, die davon erfahren müssen.

  • Wer Leistungen über die Agentur für Arbeit bezieht, muss seine neue Anschrift dort mitteilen.
  • Auch Personen, die mit dem Sozialamt zu tun haben, müssen die neue Adresse hinterlegen.
  • Studenten und andere Bezieher von Bafög dürfen nicht vergessen, das Bafög-Amt zu informieren.
  • Wer Dienst bei der Bundeswehr tut oder Zivildienst leistet, muss die Bundeswehr bzw. das Bundesamt für Zivildienst über die neue Adresse in Kenntnis setzen.

Sind die Behördengänge und die organisatorischen Aufgaben rund um den Umzug erledigt, dürfen die Neuankömmlinge durchaus über die schönen Dinge des Lebens in der neuen Wohnung nachdenken: Tipps für die Einweihungsparty helfen dabei, dass der Start im neuen Umfeld schwungvoll gelingt.

Quellen:
pixabay.com © geralt (CCO Public Domain)
pixabay.com © FirmBee (CCO Public Domain)
pixabay.com © Pexels (CCO Public Domain)

Modernisierung Teil 2: Mieterhöhung nach der Modernisierung

Mieterhöhung nach Modernisierung

Im ersten Teil der Artikelserie „Modernisierung“ hast Du bereits erfahren, was unter dem Begriff zu verstehen ist, wie diese abläuft und wann Du als Mieter Einspruch gegen Modernisierungsmaßnahmen einlegen kannst. Mit der Modernisierung geht nämlich nicht nur während der Bauarbeiten viel Aufwand einher, zum Beispiel zeitlicher oder finanzieller Art, sondern auch danach kann es als Mieter ungemütlich werden: Der Vermieter darf nämlich nach Modernisierungsarbeiten bis zu elf Prozent ihrer Kosten auf Deine jährliche Miete umschlagen.

Vermieter hat Recht auf Mieterhöhung

Grundsätzlich steht dem Vermieter nach Modernisierungsmaßnahmen das Recht auf eine Mieterhöhung zu. Allerdings gibt es auch hier einige wichtige Regeln zu beachten. Der Vermieter darf die Miete nämlich nur dann erhöhen, wenn die Umbauarbeiten

  • zur Einsparung von Energie beitragen,
  • zur Wassereinsparung beitragen,
  • eine nachhaltige Wohnungsverbesserung nach sich ziehen oder
  • im Rahmen einer energetischen Modernisierung stattgefunden haben (nur, wenn durch die Baumaßnahmen tatsächlich Endenergie eingespart wurde).

Nur in einem dieser drei Fälle darf der Vermieter eine Mieterhöhung aufgrund der Modernisierung vornehmen. Es gibt also eine Vielzahl an Bauarbeiten oder Verbesserungen in den Wohnräumen, die gesetzlich nicht unter den Begriff der Modernisierung fallen und für welche der Vermieter demnach auch keine höhere Miete ansetzen darf. Dazu gehören zum Beispiel

Häufig werden im Rahmen des Umbaus aber direkt Modernisierungsmaßnahmen mit weiteren Bauarbeiten verknüpft. In diesem Fall darf der Vermieter nur diejenigen anteiligen Kosten in die Mieterhöhung einrechnen, die tatsächlich in den Bereich der Modernisierung fallen. Hierzu ein Beispiel: Dein Vermieter lässt die Wärmedämmung der Außenwände erneuern und verputzt anschließend das Haus neu. So musst Du als Mieter nur eine Mieterhöhung für die Energiesparmaßnahme in Kauf nehmen, nicht aber für den neuen Putz.

Örtliche Vergleichsmiete oder Modernisierungsmieterhöhung?

Interessant ist auch, dass der Vermieter frei entscheiden darf, ob er aufgrund des jetzt höheren Wertes der modernisierten Wohnung eine Mieterhöhung anhand der örtlichen Vergleichsmiete vornimmt, oder aber eine sogenannte Modernisierungsmieterhöhung. Für die Erhöhung anhand der örtlichen Vergleichsmiete muss er allerdings im Voraus Deine Zustimmung einholen. Und auch eine Mieterhöhung aufgrund der Modernisierung muss rechtzeitig angekündigt werden:

Ankündigungspflicht bei der Mieterhöhung

Wird aufgrund einer Modernisierungsmaßnahme die Miete erhöht, so muss der Vermieter dies rechtzeitig ankündigen. Das geschieht in der Regel schriftlich. Neben der Ankündigung der Mieterhöhung muss er diese zudem begründen, sie für den Vermieter verständlich berechnen und gegebenenfalls die jeweiligen Kostenanteile abziehen, welche auf Erhaltungsmaßnahmen entfallen. Legst Du als Mieter anschließend keinen Widerspruch ein, gilt dies als Zustimmung zu der Mieterhöhung und sie tritt zu Beginn des dritten Monats ein, nachdem Du die Erklärung des Vermieters über die Mieterhöhung erhalten hast. Findet die Mitteilung zu spät statt, so verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Selbiges gilt für tatsächliche Mieterhöhungen, welche die angekündigte um mehr als zehn Prozent überschreiten.

Muss Du als Mieter die Mieterhöhung akzeptieren?

Nach Erhalt der Mitteilung über die Mieterhöhung hast Du bis zum Ende des darauf folgenden Monats Zeit, um Widerspruch einzulegen. Diesen Widerspruch musst Du begründen, damit er anschließend geprüft werden kann. Prinzipiell musst Du Mieterhöhungen im zulässigen Rahmen aber akzeptieren, sofern sie für Dich keine unzumutbare Härte darstellen, wenn Du die Miete also nach der Erhöhung nicht mehr bezahlen könntest. Berücksichtigt werden dabei sowohl die Miet- und Betriebskosten für die Wohnräume als auch Deine finanzielle Situation und Dein Einkommen. Im Fokus steht dann immer der Interessensausgleich zwischen Mieter und Vermieter. In der Regel wird also nach einem bezahlbaren Kompromiss gesucht.

Sonderkündigungsrecht des Mieters bei Mieterhöhung

Kündigt der Vermieter im Zuge der Modernisierung eine Mieterhöhung an, hast Du als Mieter ein Sonderkündigungsrecht. Von diesem kannst Du bis zum Ablauf des zweiten Monats nach Eintreffen der Ankündigung Gebrauch machen. Kündigen kannst Du dann jeweils zum Ende des übernächsten Monats. Eine eventuelle Mieterhöhung hast Du in diesem Fall bis zu Deinem Auszug nicht mehr zu bezahlen. Davon abweichende Regelungen im Mietvertrag werden automatisch ungültig.

Sonderkündigung: Kannst Du Deinen Vertrag für Telefon und Internet bei Umzug fristlos kündigen?

Sonderkündigung, Vertrag Telefon und Internet bei Umzug

In meinem Artikel „Fitnessstudio – Sonderkündigungsrecht bei einem Umzug?“ hast Du erfahren, dass Du bei einem Umzug häufig recht einfach Deinen Vertrag im Fitnessstudio auflösen kannst. Die Frage ist nun, wie sieht das bei anderen Verträgen aus? Kannst Du dann Deinen alten und sowieso viel zu teuren Telefon- und Internetvertrag auch einfach kündigen? Leider lautet die Antwort: Grundsätzlich nicht!

Kein grundsätzliches Sonderkündigungsrecht bei Internet- und Telefonverträgen

Denn im Gegensatz zum Fitnessstudio, ist die Leistung, welche Du durch den Vertrag in Anspruch nimmst, hier nicht ortsabhängig. Du kannst Deinen Telefon- und Internetvertrag in den meisten Fällen in Dein neues Zuhause mitnehmen, ohne dadurch Einschränkungen zu erleben. Deshalb gibt es bei den Telefon- und Internetanbietern grundsätzlich kein Sonderkündigungsrecht wegen einem Umzug. Das bedeutet:

Du musst Deinen Telefon- und Internetvertrag bei einem Umzug mitnehmen, wenn der Anbieter auch an Deinem neuen Wohnort dieselben Leistungen erbringen kann.

Du kannst andersherum also nur dann von Deinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, wenn der Anbieter die gebuchte Leistung in Deinem neuen Zuhause nicht anbieten kann, also zum Beispiel der DSL-Vertrag eine geringere Geschwindigkeit hätte. Oder aber Du bist bei einem regionalen Anbieter, welchen es in Deiner neuen Umgebung überhaupt nicht gibt. Häufig hast Du dann eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende. Du solltest deshalb so oder so zum frühest möglichen Termin kündigen.

Was, wenn mehrere Personen zusammenziehen?

Ja, bei den Telefon- und Internetverträgen ist die deutsche Rechtsprechung wirklich fies. Denn selbst wenn Du mit anderen Personen zusammenziehst, zum Beispiel mit Deiner Freundin oder in eine WG, und so mehrere Verträge auf dieselbe Wohnung umgemeldet werden, hast Du laut Gesetz kein Recht zur Sonderkündigung. Zum Glück sind viele Anbieter hier aber kulant, vor allem dann, wenn mehrere Verträge bei ihm gemeldet sind. Es lohnt sich also durchaus, einfach einmal den Kontakt zum Kundensupport zu suchen und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Fiese Kostenfalle: Der Umzug kann sogar vom Anbieter berechnet werden

Noch eine gesetzliche Regelung ist derzeit sehr umstritten: Der Vertragsanbieter darf Dir den Umzug des Telefon- und Internetanschlusses sogar noch in Rechnung stellen. Du kommst also nicht nur nicht aus dem Vertrag heraus, Du musst sogar noch Zusatzkosten einplanen. Diese schwanken je nach Anbieter, dürfen aber niemals höher sein als die Kosten für eine Neuschaltung des Anschlusses . Sieh daher doch einfach einmal in Deiner ersten Rechnung nach, wie hoch die Einrichtungsgebühren für Telefon und Internet damals waren. Meistens liegen sie zwischen 20 und 50 Euro.

Eine automatische Verlängerung des Vertrages ist nicht mehr möglich

Es gibt jedoch auch eine verbraucherfreundliche Regelung im neuen Gesetz: Nimmst Du Deinen Anschluss mit in die neue Wohnung, darf sich die Laufzeit des Vertrages anschließend nicht mehr automatisch verlängern. Bei alten Verträgen kann es aber durchaus sein, dass Du noch eine Klausel unterschrieben hast, wonach durch die Neueinrichtung des Telefon- und Internetanschlusses wieder dieselbe Mindestvertragslaufzeit gilt wie zu Beginn. Erkundige Dich hierüber am besten frühzeitig bei Deinem Anbieter und achte in Zukunft darauf, dass neue Verträge keine solche Klausel mehr enthalten.

Wann kannst Du Deinen Vertrag überhaupt kündigen?

Die meisten Internet- und Telefonverträge (oft im Kombi-Paket) haben eine anfängliche Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren. Anschließend verlängern sie sich automatisch um je weitere zwölf Monate, wenn Du sie nicht vorher fristgerecht kündigst. Auch wenn ein Umzug grundsätzlich nicht dazu gehört, gibt es aber dennoch Gründe, die eine außerordentliche Kündigung möglich machen:

  • Änderung von AGB
  • Preiserhöhung
  • Nicht erbrachte Leistung durch den Anbieter
  • Andere Vertragsbedingungen nach Umzug

Zudem sind die Anbieter häufig kulant, wenn

  • Du ins Ausland ziehst,
  • der Vertragspartner Insolvenz anmeldet oder
  • ablebt.

Umzug frühzeitig anmelden

Alles, was Du tun kannst, wenn keiner der Gründe für ein Sonderkündigungsrecht auf Dich zutrifft, ist: So früh wie möglich den Umzug bei Deinem Telefon- und Internetanbieter anmelden. Denn je später Du Bescheid gibst, desto langwieriger wird die Neueinrichtung sein. Leider, und da eilt der Branche ihr Ruf voraus, dauert es dennoch häufig mehrere Tage, manchmal sogar vier bis sechs Wochen, bis Du nach dem Umzug Dein Internet und Telefon wieder in vollem Umfang nutzen kannst. Gib daher allen wichtigen Bekannten, Geschäfts- oder sonstigen Ansprechpartnern schon im Voraus Deine Handynummer.

Tipps:

  • Spreche doch einmal mit Deinem Nachmieter: Du hast nämlich die Option, den bestehenden Vertrag auf eine andere Person zu übertragen. Vielleicht freut sich dieser ja, wenn er sich den Ärger mit der Neueinrichtung von Telefon und Internet sparen kann. Und Fragen kostet ja bekanntlich nichts…
  • Du kannst auch einfach Deinen alten Vertrag kündigen und auslaufen lassen. In der neuen Wohnung installierst Du stattdessen von Anfang an einen neuen Vertrag. Ob das dann nicht doppelt kostet? Nicht, wenn Du ein entsprechendes Angebot nutzt. Bei Unitymedia kannst Du zum Beispiel das Internet bis zu zwölf Monate kostenfrei nutzen, wenn Du noch einen laufenden alten Vertrag bei einem anderen Anbieter besitzt. Bis zu sechs Monate sind es zudem bei Tele Columbus und Kabel Deutschland.
  • Zuletzt kannst Du auch (jetzt oder in Zukunft) einen flexiblen Vertrag ohne Kündigungsfrist abschließen. Diese kosten zwar meist etwas mehr an Grundgebühr pro Monat, sind dafür aber monatlich kündbar und Du kannst jederzeit bei einem Umzug, oder auch einfach um Geld zu sparen, Deinen Vertrag wechseln. Manchmal ist die Flexibilität eben ihre Mehrkosten wert…

Apropos Geld sparen…

…für die meisten Kunden ist dies der Hauptgrund, weshalb sie ihren DSL-, Internet- oder Telefonvertrag kündigen möchten. Tatsächlich wird der Konkurrenzkampf auf dem Markt immer größer, die Anbieter unterbieten sich gegenseitig und die Preise sinken beinahe monatlich. Einen Vertrag mit einer Laufzeit von zwölf, 24 oder sogar mehr Monaten abzuschließen, ist deshalb in dieser Branche nicht immer vorteilhaft. Um zu sehen, ob und wie viel Geld Du sparen könntest, solltest Du regelmäßig die Preise der unterschiedlichen Anbieter vergleichen – egal, ob Umzug oder nicht.

Hilfe im Streitfall

Wenn es trotz allem nun noch zu Streit mit Deinem Internet- und Telefonanbieter kommt oder Du eine ungerechtfertigt hohe Rechnung erhältst, kannst Du übrigens die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur kontaktieren. Diese führt dann ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren durch und prüft, inwiefern der Provider die Telekommunikationsgesetze und den Verbraucherschutz einhält. Dies ist allerdings nicht ganz kostenlos. Der Preis richtet sich nach dem Streitwert, bei 1.500 Euro wird er beispielsweise zu je 65 Euro auf die streitenden Parteien aufgeteilt. Ich hoffe, dass dieser Schritt für Dich nicht notwendig ist, wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Umzug und ausreichend Geduld mit Deinem Telefon- und Internetanbieter…

Kannst du mit deinem Umzug weitere Verträge kündigen?

Die Frage nach dem Sonderkündigungsrecht eines bestehenden Vertrages bei einem Umzug stellt sich in ganz vielen Fällen – daher habe ich eine komplette Artikelserie fertig gemacht und Informationen zu vielen verschiedenen Vertragsarten für dich vorbereitet. Guck doch einfach mal nach, ob du nicht noch einen anderen Vertrag hast, für den ein Sonderkündigungsrecht bestehen kann! Hier sind alle Artikel aus meiner Artikelserie für dich aufgelistet:

Fitnessstudio – Sonderkündigungsrecht bei einem Umzug?

Sonderkündigungsrecht eines Vertrags bei Umzug

Knapp jeder zehnte Deutsche ist Mitglied in einem Fitnessstudio. Rund 8 Millionen Fitnessstudio-Mitglieder gibt es einer Studie nach in Deutschland. Kein Wunder, denn nicht selten schließt man mit dem Eintritt in ein Fitnessstudio einen Vertrag über 12 oder 24 Monate Laufzeit ab.

Gerade ein Umzug lässt sich oft mit dem Eintritt in ein Fitnessstudio nicht vorher sehen. Ein Umzug kann den Besuch im Fitnessstudio allerdings sehr unbequem machen – z.B. wenn man vom Studio wegzieht und der Anfahrtsweg auf einmal unverhältnismäßig lang wird.

Ich selber hatte genau dieses Problem auch – bei einem meiner persönlichen Umzüge bin ich vom Norden Hannovers in den Süden gezogen. Das Fitnessstudio war so gewählt, dass ich es damals gut von meiner alten Wohnung aus erreichen konnte. Nach dem Umzug lagen auf einmal knapp 20 Kilometer Strecke (entsprach in Hannover rund 30 Minuten Fahrtzeit) zwischen der neuen Wohnung und dem Fitnessstudio. Der Vertrag lief zu diesem Zeitpunkt auch noch rund 8 Monate. Das ist natürlich extrem ärgerlich, denn wer fährt schon gerne eine Stunde im Auto durch die Weltgeschichte um eine Stunde an den Geräten zu trainieren?!

Wie sieht es also aus? Gibt es ein Sonderkündigungsrecht für den Vertrag im Fitnessstudio, bei einem Umzug?!

Sonderkündigungsrecht, Fitnessstudio bei Umzug – ja oder nein?!

Die Antwort lautet wie immer: „Jein“! Tatsächlich kommt es beim Umzug immer auf den jeweiligen Einzelfall an ob ein Vertrag im Falle eines Umzugs kündbar ist oder nicht. Schlüssel für eine Sonderkündigung ist im Wesentlichen der § 314 BGB. Er legt fest, dass Dauerschuldverhältnisse (auch die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio gehört dazu) aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden können.

Soweit so gut. Doch, der Paragraph 314 im BGB schränkt leider dann doch etwas ein. So wird gesagt, dass ein wichtiger Grund vorliegt, „wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.“

Im Klartext: Eine Sonderkündigung für den Fitnessstudio-Vertrag bedarf immer einer genaueren Betrachtung der jeweiligen persönlichen Situation und eine Abwägung der eigenen Interessen gegenüber der des Vertragspartners (in diesem Fall dem Betreiber des Studios). Das macht es schwieriger.

Wenn du dein Sonderkündigungsrecht ausüben möchtest, dann solltest du also stichhaltige Gründe dafür haben, warum die „Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht fortgesetzt werden kann“, so dass du tatsächlich von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kannst. Gegeben ist sowas zum Beispiel, wenn man von einer Stadt in die andere zieht (manchmal wird auch von einer Grenze von 50 Kilometern für den neuen Weg zum Fitnessstudio gesprochen). Ein Recht zur Sonderkündigung liegt aber zum Beispiel auch vor, wenn du Schwanger wirst oder wenn ein Arzt attestiert, dass der Besuch im Studio deiner Gesundheit nicht gut tut.

Wichtig, Update Juni 2016: Zum Thema Umzug ist sicherlich auch das Urteil XII ZR 62/15 vom 04. Mai 2016 beim BGH (danke David!). Hier ging es um einen jungen Soldaten, der vom Arbeitgeber an verschiedenen Einsatzorten eingesetzt worden ist und der letztendlich nicht von einem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen konnte. Aber wie im § 314 BGB schon gesagt geht es immer darum, die Umstände des Einzelfalls zu untersuchen um zu beurteilen ob eine Sonderkündigung wirksam ist oder nicht.

Findet dein Umzug also nur innerhalb des Ortes statt und dein Anfahrtsweg verlängert sich um 5 Minuten, wirst du es eher schwer haben eine Begründung zu finden warum du aus dem geschlossenen Vertrag austreten möchtest.

Mustertext, so kann die Kündigung des Fitnessstudio-Vertrags aussehen

Wenn du der Meinung bist, dir steht das Recht auf Sonderkündigung zu, dann kannst du ein formloses Schreiben an dein Studio aufsetzen. Ganz wichtig, lege gleich Belege bei (z.B. die Meldebestätigung von deinem neuen Wohnort), die belegen warum dir ein Sonderkündigungsrecht zusteht und lass kein Zweifel daran, dass es für dich unzumutbar wird den Vertrag auch künftig zu nutzen und die gebotenen Leistungen zu beziehen. Formuliere den Text in der Kündigung zum Beispiel so wie in meinem Muster-Text:

Mitgliedsnummer: Deine Mitgliedsnummer
Datum: Aktuelles DatumSoderkündigung, Mitgliedschaft in Ihrem FitnessstudioSehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den mit Ihnen am _____ (Datum) geschlossenen Vertrag (Kundennummer ___) mit sofortiger Wirkung kündigen. Begründen lässt sich die Sonderkündigung mit meinem Umzug von ___ (alte Adresse einsetzen) nach ___ (neue Adresse einsetzen). Zwischen dem Fitnessstudio und meinem neuen Wohnsitz liegen demnach rund xx Kilometer Anfahrtsweg. Die Meldebescheinigung von meinem neuen Wohnort habe ich Ihnen als Beleg angehängt.

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung schriftlich und ziehen Sie ab sofort keine Beiträge mehr von meinem Konto ein.

Für die angenehme Zeit in Ihrem Fitnessstudio und die tolle Betreuung möchte ich mich herzlich bedanken. Sollte es die persönliche Situation zulassen, würde ich gerne wieder Mitglied bei Ihnen werden.

Mit freundlichen Grüßen,
eigenhändige Unterschrift

 

Mein Tipp: Das Schreiben solltest du immer mit einem Datum und einer Unterschrift versehen und es per Fax vorab losschicken (Sendebericht gut aufheben) und es per Einschreiben (Auslieferungsnachweis gut aufheben) noch einmal per Post hinterhersenden.

Genau hier hatte ich damals Probleme: Das Fitnessstudio hatte behauptet meine Kündigung sei niemals angekommen (dabei hatte ich den Brief persönlich in den Briefkasten des Studios eingeworfen, als ich damals die letzten Sachen aus meiner alten Wohnung geholt habe). Im Zweifel solltest du also belegen können, dass dein Schreiben auch wirklich eingegangen sein muss! Ich konnte das damals nicht und habe mich dann nach langem hin- und her mit dem Studio verglichen und nur einen Teil der ausstehenden Beiträge bezahlt (kurz danach kam die Information, dass das Studio Insolvenz angemeldet hat – vielleicht war man auch deswegen besonders aktiv hinterher den Kunden zu binden?).

Schwierigkeiten bei der Sonderkündigung

Übrigens: Wenn das Studio in dem du kündigst zu einer großen Kette gehört, die an deinem neuen Wohnort auch ein Studio betreibt, dann wird’s mit der Sonderkündigung echt schwer. In diesem Fall könntest du ja am neuen Wohnort einfach in der anderen Filiale weitertrainieren und so deinen Vertrag wahrnehmen.

Schwierigkeiten gibt es ansonsten immer dann, wenn das Fitnessstudio nicht nachvollziehen kann, warum dir ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Im Zweifel kann man sich darüber bis aufs Blut (oder bis vor einem Richter) streiten.

Manchmal ist es da einfach gleich vorab auf Deeskalation zu setzen. Mache klar, dass du dich in deinem Studio wohl gefühlt hast und dass du gerne wiederkommst, falls du mal in die Nähe zurückziehst. Weise auf ein gutes, persönliches Verhältnis hin und darauf, dass du deinen zahlreichen Freunden und Bekannten die noch in der alten Heimat leben gerne von deinen positiven Erfahrungen berichten wirst.

In den Zeiten des Internets ist jede negative Bewertung immer nur einen Klick entfernt. Viele Studios fürchten schlechte Presse und wissen, dass negative Meinungen im Netz bares Geld bedeuten können. Deswegen kannst du im Streitfall vielleicht auch mal fallen lassen, dass du diese schlechte Erfahrung zum Schluss gerne vermieden hättest und anmerken, dass diese natürlich die kommende Rezension/Bewertung verschlechtern wird (das solltest du aber sehr passiv Formulieren ohne Druck auszuüben oder zu erpressen).

Kannst du mit deinem Umzug weitere Verträge kündigen?

Die Frage nach dem Sonderkündigungsrecht eines bestehenden Vertrages bei einem Umzug stellt sich in ganz vielen Fällen – daher habe ich eine komplette Artikelserie fertig gemacht und Informationen zu vielen verschiedenen Vertragsarten für dich vorbereitet. Guck doch einfach mal nach, ob du nicht noch einen anderen Vertrag hast, für den ein Sonderkündigungsrecht bestehen kann! Hier sind alle Artikel aus meiner Artikelserie für dich aufgelistet: