Die erste eigene Studentenwohnung – Finanztipps für den Start

Für Studenten, jedoch auch für Auszubildende, ist die erste eigene Wohnung natürlich ein Traum und der erste selbst erfundene Schritt ins Erwachsenenleben. Doch fällt den Wenigsten die Finanzierung der Wohnung leicht. Miete, Kaution und der spätere Unterhalt belastet das oft magere Budget und können durchaus zu Problemen führen. Dieser Artikel gibt einige Tipps, wie die Hürden überwunden werden können.

Die Mietkaution

Sie reißt ein großes Loch in das Budget, doch an ihr kommt niemand vorbei. Die Kaution trifft Studenten oder Auszubildende noch härter, denn in der Regel müssen sie sich gleichzeitig noch einrichten, was natürlich bedeutet, dass in beiden Bereichen Geld fehlt. Die Höhe der Kaution beläuft sich in der Regel auf drei Monatsmieten, manchmal verlangen Vermieter jedoch auch weniger. Gleichfalls gibt es Genossenschaften, die überhaupt keine Mietkaution verlangen, sondern einen Genossenschaftsanteil, der aber oft niedriger ist, als übliche Kautionen. Dennoch bleibt die Finanzierung. Um das Geld wie vereinbart pünktlich aufzubringen, gibt es jedoch Lösungen:

  • Finanzspritze – eventuell ist es den Eltern oder anderen Familienangehörigen möglich, zumindest einen Teil der Kaution zu zahlen. Ist das Geld in der Familie knapp, können sich auch mehrere Personen zusammenschließen.
  • Kredit – wer als Student arbeitet, kann eventuell von der Hausbank einen kleinen Kredit erhalten. Dieser sollte jedoch höchstens 2.000 Euro betragen und auf eine längere Zeitdauer angelegt sein. Für Studenten ist es sinnvoller, aufgrund der Dauer höhere Zinskosten zu tragen, dafür aber monatlich nur 50,00 oder 80,00 Euro an Raten zu zahlen. Hier findest du übrigens noch ein paar Informationen und Ratschläge zur Null-Prozent-Finanzierung.
  • Kautionsanbieter – es gibt Unternehmen und Anbieter, die sich auf die Stellung von Kautionen spezialisiert haben und diese auch für Studenten übernehmen. Bei diesen Anbietern wird eine Kautionsbürgschaft abgeschlossen, die Kaution wird daher nicht bar dem Vermieter übergeben. Für die Bürgschaft zahlt der Kunde nun monatlich oder jährlich einen Betrag, der auf den Monat umgelegt jedoch bei um die fünf Euro liegt. Der Vermieter erhält die Bürgschaftsurkunde und kann im Notfall darauf zurückgreifen.

Wer die Finanzierung der ersten eigenen Wohnung möglichst selbst übernehmen möchte, ist mit einer Kautionsbürgschaft im Regelfall bessergestellt. Oftmals ermöglichen die Anbieter, dass der Jahresbetrag monatlich gezahlt werden darf, was bei einem knappen Budget natürlich angenehm ist. Weitere Informationen zum Thema Mietkaution findest du übrigens auch in meinen Artikeln:

Die Einrichtung

Ein weiterer großer Kostenpunkt bei der ersten eigenen Wohnung sind die Möbel. Je nach Größe der Wohnung kommt hier einiges zusammen. Was benötigt wird, hängt auch von der Wohnung an sich ab:

  • Küche – in manchen Wohngegenden sind Küchen bereits mit in den Wohnungen integriert. Oftmals handelt es sich zwar um Standardküchen, diese reichen jedoch auch.
  • Schränke – mit etwas Glück beinhaltet die Wohnung sogar den einen oder anderen Schrank. Das trifft gerade auf private Wohnungen zu, in denen vorab mal ein Wandschrank eingebaut wurde.

Oftmals können Studenten und Auszubildende auch einen Teil ihrer Jugendmöbel mitnehmen, sofern diese noch in Ordnung sind. Dennoch muss vieles angeschafft werden. Und da gibt es Sparpotenzial:

  • Vergleichen – die meisten Studenten sind bereits wahre Meister im Vergleichen und Sparen. Auch beim Möbelkauf sollte nach Angeboten geschaut werden. Doch Vorsicht: Bei bestimmten Möbelstücken lohnt es sich, ein wenig mehr zu zahlen. Gerade Polstermöbel sollten eine gute Qualität aufweisen, damit sie einige Jahre halten.
  • Kleinanzeigen – in den Kleinanzeigen von Portalen oder Wochenzeitungen lassen sich oft echte Schnäppchen finden. Gerade die Möbel eines gewissen Möbelhauses werden hier oft in gutem Zustand zu sehr kleinen Kursen oder gar kostenlos abgegeben.
  • Second-Hand-Kaufhäuser – wer speziellere Dinge sucht, kann sich in einem Second-Hand-Kaufhaus in der Stadt umsehen. Hier finden sich oft wirklich schöne Dinge. Gerade für das Rundherum wie Geschirr, Besteck und ein paar Dekorationen sind diese Läden ideal.
  • Wohnungsauflösungen – gerade für Küchen und Küchenmöbel sind Wohnungsauflösungen interessant. Sicher, die wenigsten Küchen von älteren Menschen entsprechen dem Geschmack eines jungen Studenten, doch wurde bei deren Anschaffung oft auf Wertigkeit und Qualität gesetzt. Zudem sind die meisten Angehörigen glücklich, wenn sie die Möbelstücke loswerden, was sich deutlich auf den Preis auswirkt.

Grundsätzlich sollten Studenten vermeiden, für die Möbel einen Kredit aufzunehmen. Ist das nicht möglich, dann ist eine lange Laufzeit bei sehr niedrigen Raten die beste Lösung. Da Studenten selten wissen, wie sich die finanziellen Verhältnisse in der nächsten Zeit entwickeln, müssen die Raten so gewählt werden, dass sie selbst im schlimmsten Fall noch gezahlt werden können. Wer einzelne Geräte, wie beispielsweise die Waschmaschine, auf Raten kauft, verfährt nach einem ähnlichen Prinzip. Es sollten aber nur wenige Gerätschaften auf diese Weise angeschafft werden, da sich die Raten sonst summieren und zu einem echten Problem werden können.

Weitere Tipps

Fast jeder, der in seine erste Wohnung zieht, stutzt über die Kosten, die wirklich anfallen. Oft wird geglaubt, dass es die Möbel sind, die wirklich ins Geld gehen. Nein, vielmehr kosten die kleinen Dinge wie Geschirr und Wäsche, aber auch Haushaltsgegenstände richtig Geld. Findige Studenten können hier natürlich Sparpotenzial finden und die Kosten für die Haushaltsführung insgesamt minimieren:

  • Vorräte – generell ist es günstiger, seltener einkaufen zu gehen und dabei vernünftig vorzuplanen. Das gilt übrigens auch für Putz- und Waschmittel. Die Mittel kosten eigentlich nicht viel Geld, doch gehen die Flaschen immer dann zuneige, wenn im Geldbeutel Ebbe herrscht.
  • Anbieterwechsel – Studenten sollten regelmäßig prüfen, ob ihre Strom- und Telefonanbieter noch günstig sind. Der Vergleich kostet nichts, der Wechsel hingegen kann deutlich Geld im Jahr sparen. Gerade beim Umzug kann man unter Umständen von Sonderkündigungsrechten gebrauch machen. Hier erfährst du alles über die Sonderkündigung des Stromanbieters beim Umzug, hier alles über die Kündigung des Gasanbieters beim Umzug und hier habe ich alle Tipps zur Sonderkündigung von Telefon / Internet beim Umzug zusammengefasst.
  • Stromverbrauch – um allgemein mehr Geld im Geldbeutel zu haben, kann mitunter der Stromverbrauch reduziert werden, was sich im nächsten Jahr natürlich auszahlt.

Fazit – aller Anfang ist schwer

Die erste Wohnung selbst zu finanzieren, ist schwer. Es kommt alles zusammen und in der Finanzplanung treten bei den meisten Personen Lücken auf, weil plötzlich Sachen benötigt werden, an die zuvor gar nicht gedacht wurde. Trotzdem gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, die Mietkaution und auch die Möbelanschaffung finanziell günstig zu stemmen, ohne sich selbst zu übernehmen.

Umzug finanzieren: Das solltest du beachten

Die alte Wohnung ist zu klein geworden, der Vermieter hat Eigenbedarf angemeldet, es geht von der Wohngemeinschaft in die ersten eigenen vier Wände oder ein Jobwechsel ist Anlass für den Umzug in eine andere Stadt. Die Gründe, die für einen Umzug sprechen sind vielfältig. So unterschiedlich die persönlichen Beweggründe sind, so gewiss ist die Tatsache, dass der Wechsel der Wohnung meist ein teures Unterfangen ist.

Kosten, die durch einen Umzug entstehen

Zunächst überwiegt die Freude darüber, dass eine neue Wohnung gefunden wurde. In vielen Städten Deutschlands ist das mittlerweile aufgrund der hohen Nachfrage und der kontinuierlich steigenden Mieten nicht ganz einfach. Wenn es dann um die Kosten geht, die wegen des Umzugs auf einen zukommen, dann macht sich meist relativ schnell Ernüchterung breit. Zunächst wäre da die Kaution. Manche Vermieter fordern die Kaution oder zumindest die erste Rate der Kaution bereits zur Unterzeichnung des Mietvertrages ein (siehe auch Artikel Mietkaution Teil 2: Alternativen zur klassischen Barkaution). Weiter geht es mit dem Umzug an sich. Neue Umzugskartons müssen gekauft werden und in der Regel wird ein Wagen für den Transport der Möbel gemietet. Wer Kosten einsparen möchte, der verzichtet auf professionelle Umzugshelfer und nimmt die Hilfe von Freunden und der Familie an oder organisiert günstige studentische Umzugshelfer.

Sind erstmal alle Sache in der neuen Wohnung wird häufig rasch klar, dass nicht alle alten Möbel in das neue Heim passen oder das weitere Möbelstücke benötigt werden. Vor allem beim Aufbau der alten Küche kann eigentlich immer mit zusätzlich anfallenden Kosten gerechnet werden – auch wenn es nur die Arbeitsplatte ist, die wegen der unterschiedlichen Raumformen der Küchen neu zugeschnitten werden muss. Fest steht, dass die Kosten, die im Zusammenhang mit einem Umzug in eine neue Wohnung anfallen, nicht gerade gering und auf den ersten Blick nicht immer vollständig vorhersehbar sind.

Einen Umzug finanzieren

Da nicht alle Umzüge lange Zeit im Voraus geplant werden können – man denke beispielsweise an die Kündigung wegen Eigenbedarfs oder einen relativ kurzfristigen Jobwechsel – hat nicht jeder die Möglichkeit, eine ausreichende Rücklage für den Umzug zu bilden. In anderen Fällen erlaubt die aktuelle finanzielle Situation leider keine Rücklagenbildung. In solchen Fällen kann es sich durchaus als hilfreich erweisen, eine Finanzierung abzuschließen. Schließlich möchte man ja auch nicht immer die Familie oder enge Vertraute um Geld bitten, wenn es auch anders geht.

Den passenden Kredit finden

Dank Kreditvergleichsportalen ist es relativ einfach und bequem einen passenden Kredit zu finden. Als Anbieter für den Vergleich verschiedener Privatdarlehen hat sich smava etabliert. Privatdarlehen verschiedener Anbieter zu unterschiedlichen Konditionen werden hier übersichtlich präsentiert, sodass ein Vergleich der Kredite vereinfach wird. Je nachdem wie hoch die gewünscht Kreditsumme ist, werden dem Kreditnehmer unterschiedliche Kreditkonditionen angeboten. Die Laufzeit und die Höhe der monatlichen Raten können in der Regel der individuellen Situation angepasst werden.

Von günstigen Online-Kredite profitieren

Aufgrund der Tatsache, dass Vergleichsportale vornehmlich mit Direktbanken zusammenarbeiten, die im Vergleich zu herkömmlichen Hausbanken über kein ausgebautes Filialnetz verfügen und im Internet wegen des direkten Vergleichs eine stärkere Wettbewerbssituation herrscht, sind die Online-Kredite in der Regel günstiger als Kredite bei Filialbanken. Zum Teil gibt es sogar Banken, mit denen spezielle Exklusiv-Zinsen oder für kleinere Beträge 0%-Finanzierungen vereinbart werden, die dann nur bei einem Abschluss über das entsprechende Vergleichsportal gelten.

Aktionsangebote zur Finanzierung des Umzugs nutzen

In anderen Fällen gibt es Aktionskredite, die angeboten werden. Aktuell wird z.B. über ein Kreditvergleichsportal ein sogenannter Negativzins-Kredit vermittelt, bei dem der Bankkunde weniger zurückzahlt, als er sich bei der Bank geliehen hat. Konkret handelt es sich um einen Kredit, der auf 1.000 Euro pro Person gedeckelt ist. Aufgrund eines negativen effektiven Jahreszinses zahlt der Kreditnehmer schlussendlich nur 994 Euro an die Bank zurück. Da die Aufnahme des Kredits nicht an einen Verwendungszweck gebunden ist, eignet sich der Negativzins-Kredit zum Beispiel bestens, um einen Umzug oder neue Möbel zu finanzieren.

Vorsicht bei 0%-Finanzierung

Viele Unternehmen bieten bei Neuanschaffungen mittlerweile auch eine Nullprozent-Finanzierung an (z.B. bei der Anschaffung einer neuen Küche oder neuen Möbeln). Nicht nur in Zeiten niedriger Kreditzinsen sollte man sich genau überlegen, ob man solche Angebote annehmen möchte. In einem separaten Artikel habe ich alle Informationen zu solchen 0%-Finanzierungen für dich zusammengefasst.

Beim Umzug: Ist Null-Prozent-Finanzierung sinnvoll?

Wer umzieht, der sieht sich oft mit ganz erheblichen Kosten konfrontiert. Es müssen Umzugsunternehmen oder Umzugstransporter finanziert werden, die alte und die neue Wohnung müssen renoviert werden und für die neue Wohnung muss unter Umständen eine Mietkaution hinterlegt werden. Hinzu kommen die Verpflegung der Helfer, die Einlagerung von Möbeln, die Einweihungsparty und viele andere Kostenfaktoren.

Wer dann noch neue Möbel oder eine neue Küche oder neue Elektronikgeräte anschaffen möchte, der greift oft zur sogenannten „Null-Prozent-Finanzierung“. Also quasi ein Kredit, der (scheinbar) zu einem Zinssatz von 0% ausgegeben wird und die Finanzierung hochwertiger Anschaffungsgüter möglich machen soll. Ob eine solche Finanzierung sinnvoll ist und was dabei beachtet werden soll, dass erkläre ich dir in diesem Artikel.

Null-Prozent-Finanzierung ist kein Verbraucherdarlehen

Nach einer Entscheidung vom Bundesgerichtshof gelten Null-Prozent-Finanzierungen nicht als Verbraucherdarlehen. Das hat für dich als Kreditnehmer weitreichende Folgen. Mit einem Verbraucherdarlehen sind wichtige Schutzrechte verbunden, die bei einer Null-Prozent-Finanzierung nicht greifen. Die wichtigsten Punkte dazu sind das Recht zum Widerruf und das Recht zum Rücktritt vom Kaufvertrag.

Rücktritt und Widerruf können erschwert sein

Bei einem Verbraucherdarlehen kannst du als Kunde sowohl vom Kaufvertrag als auch vom Darlehensvertrag zurücktreten. In beiden Fällen erlischt der damit in Verbindung abgeschlossene Vertrag für Darlehen oder Produktkauf. Die Ware wird zurückgegeben und das Darlehen rückabgewickelt. Bei einer Null-Prozent-Finanzierung gibt es diese Möglichkeiten nicht, außer sie sind im Vertrag ausdrücklich schriftlich fixiert.

Bei Mängeln der Ware läuft das Darlehen weiter

Will man zum Beispiel die Ware wegen Mängeln zurückgeben, dann erlischt bei einem Verbraucherdarlehen der Kredit automatisch. Bei einer Null-Prozent-Finanzierung ist dies nicht unbedingt der Fall. Die Bank hat auch bei Rückgabe der Ware oder Rücktritt vom Kaufvertrag ein Recht auf die komplette Ratenzahlung. Ob sich die gekaufte Ware dabei überhaupt noch im Besitz des Kunden befindet, spielt keine Rolle. Der Darlehensnehmer muss die Raten weiter bezahlen, bis die komplette Summe getilgt ist.

Versteckte Zusatzkosten machen das Darlehen teuer

Mein Tipp: Lass dich nicht veralbern und von einem großen Werbeschild mit der „0%“ drauf blenden! Natürlich kann eine solche Finanzierung nicht kostenlos vom Händler angeboten werden. Dies geht nur, wenn er entweder den Produktpreis anhebt (bzw. dir einen sonst üblichen Rabatt nicht gewärt) oder wenn er versteckte Kosten auf die monatlichen Raten aufschlägt, diese aber nicht im Zins deklariert!

Bei einer Null-Prozent-Finanzierung werden oft teure Nebenprodukte wie eine Restschuldversicherung oder Bearbeitungsgebühren angeboten. Diese Zusatzprodukte tauchen zwar nicht als Zins auf, lassen jedoch die Raten steigen. Wenn man den Vertrag nicht genau liest oder die Raten nicht nachrechnet, kann man diese Fakten schnell übersehen. Wie hoch die versteckten Zusatzkosten sind, stellst du einfach fest, indem du die Gesamtkosten erfragst und mit dem Auszahlungsbetrag vergleichst.

Zins von Null Prozent gilt nicht für die ganze Laufzeit

Bei einigen Varianten bieten die Händler den Zins von Null Prozent nur für eine bestimmte Laufzeit an. Danach läuft das Darlehen mit einem ganz normalen, oft erhöhten Zins weiter. Gerade bei größeren Summen wie beim Kauf einer Küche oder einer Wohnzimmereinrichtung können hier schnell erhebliche Zusatzkosten entstehen. Der Nachteil ist nicht nur in den höheren Darlehenskosten zu sehen. Während der zinsfreien Zeit können die Darlehensraten geringer sein als im Anschluss. Wer diesen Fakt aus den Augen verliert, erlebt beim Wechsel in die Raten mit Zinszahlungen möglicherweise eine böse Überraschung. Bei einem knappen Budget und neuen Verpflichtungen kann es zu Engpässen und Zahlungsschwierigkeiten kommen.

Koppelgeschäfte im Kleingedruckten

Unter Umständen wird eine Null-Prozent-Finanzierung mit einem Service-Konto oder einem großzügigen Verfügungsrahmen verbunden. Wer denkt, hier geht es mit den günstigen Konditionen weiter, irrt sich. Der Verfügungsrahmen wird normalerweise nicht zinsfrei gestaltet. Ein zusätzliches Konto kann mit monatlichen Gebühren verbunden sein. Gelegentlich wird die Null-Prozent-Finanzierung in Verbindung mit einer neuen Kreditkarte abgeschlossen. Auch hier sollte man sich darüber im Klaren sein, dass später Zusatzkosten auftreten werden. Die einzelnen Bedingungen und Zusatzprodukte sind oft im Kleingedruckten versteckt oder gar nicht im Vertrag aufgeführt. Da wie bereits beschrieben der Verbraucherschutz hier nicht greift, kann es kompliziert und teuer werden, die zusätzlichen Produkte wieder zu kündigen.

So schützt du dich

Wie du merkst bin ich kein Freund von solchen 0%-Finanzierungen. Eher im Gegenteil: Ich persönlich würde immer erst versuchen das benötigte Geld anzusparen und vollständig auf eine Finanzierung zu verzichten. Doch manchmal geht es eben nicht anders. In diesem Fall solltest du das Angebot (welches dir der Händler macht) sehr genau unter die Lupe nehmen und dir Zeit bei der Bewertung lassen. Nimm die Unterlagen ruhig mit nach Hause, prüfe in Ruhe und lass dich vor allem nicht unter Druck setzen (ein „Das Angebot gilt aber nur heute“ ist ein sicheres Zeichen dafür, dass du auf den Hacken kehrt und den Laden verlassen solltest!).

Bei einer Null-Prozent-Finanzierung solltest du den Vertrag also sehr genau lesen. Nimm dir Zeit und geh alle Punkte im Vertrag akribisch durch. Frage den Verkäufer, wenn dir etwas unklar ist. Im Zweifel schlag‘ das Angebot lieber aus und suchen dir einen unabhängigen Anbieter. Über Vergleichsportale kann man günstige Angebote finden. Hier kannst du dir aus den Konditionen zahlreicher Banken das beste Ergebnis für dein Vorhaben aussuchen.

Mietkaution Teil 2: Alternativen zur klassischen Barkaution

Im ersten Teil der Artikelserie „Mietkaution“ hast Du bereits erfahren, was eine Mietkaution ist, welchem Zweck sie dient, wie hoch sie sein darf und wann Du sie zurückfordern kannst. Doch wusstest Du, dass es nicht unbedingt die klassische Barkaution sein muss? Immer mehr Menschen greifen aus den unterschiedlichsten Gründen zu einer der vielen möglichen Alternativen.

Es muss nicht immer die Barkaution sein

Viele Mieter können sich beim Einzug keine Barkaution leisten oder wünschen sich lieber eine Alternative, um ihr Geld selbst anlegen zu können oder schlichtweg beim Auszug keine Probleme mit der zurückgehaltenen Mietkaution durch den Vermieter zu riskieren. Diesen Wunsch haben natürlich bereits viele Anbieter auf dem Markt erkannt und individuelle Alternativen zur klassischen Barkaution geschaffen:

  • Das verpfändete Mietkautionskonto: Es besteht die Möglichkeit, dass Du als Mieter selbst ein Kautionskonto anlegst, zum Beispiel in Form eines Sparbuchs. Dieses verpfändest Du dann an den Vermieter. Bedenke aber unbedingt einen Sperrvermerk zu Deinen Gunsten auszuführen, um einen unberechtigten Zugriff des Vermieters verhindern zu können.
    Die Mietkautionsversicherung: Einige Versicherer bieten mittlerweile eine Mietkautionsversicherung gegen einen geringen Jahresbeitrag an, der prozentual von der Kautionshöhe abhängig ist.
    Die Bankbürgschaft: Auch viele Banken bieten eine entsprechende Bürgschaft an. Diese Bankbürgschaft wird auch Bankaval genannt. Allerdings sind in letzter Zeit immer mehr Banken wieder von diesem Angebot abgerückt oder haben es durch Sonderkosten stark verteuert.
    Die private Bürgschaft: Auch eine private Bürgschaft wird immer häufiger anstelle der Kautionszahlung akzeptiert. So können zum Beispiel Eltern für ihr Kind bürgen oder ein Ehepartner für den anderen.

Wie funktioniert die Mietkautionsbürgschaft?

Wenn Du Dich anstelle der Barkaution für eine Bürgschaft entschieden hast, stehen Dir zwei Möglichkeiten offen: Du findest einen privaten Bürgen oder Du schließt eine Mietkautionsversicherung ab. Private Bürgschaften sind dabei in der Regel kostenlos für Dich, je nach Vertrag, den Du mit dem Bürgen aufsetzt, werden dafür aber nicht von allen Vermietern akzeptiert. Die Mietkautionsversicherung hingegen, kostet Dich in der Regel eine jährliche Gebühr, die Du im Gegensatz zur Barkaution nicht wieder zurück erhältst. Die Höhe der Kosten richtet sich dabei nach dem Anbieter sowie der Höhe Deiner Kaution, also der Versicherungssumme.

Welche Vorteile hat die Mietkautionsversicherung?

  • keine finanzielle Doppelbelastung beim Umzug, wenn Du bereits die Kaution für die neue Wohnung bezahlen musst, bevor Deine Mietkaution für die vorherige Wohnung ausgezahlt wurde
  • in der Regel keine festen Vertragslaufzeiten
  • tagesaktuelle Abrechnung
  • kein unberechtigter Zugriff des Vermieters auf die Kaution
  • keine Wartezeiten
  • die Kaution ist vor einer Insolvenz des Vermieters geschützt
  • keine Minderung Deiner Kreditlinie, wie häufig bei Bankbürgschaften der Fall

Viele Mieter ziehen die Mietkautionsversicherung der Barkaution vor, aus dem Hauptgrund des Schutzes der Kaution vor einem unberechtigten Zugriff durch den Vermieter. Allerdings ist eine solche Versicherung natürlich nicht kostenlos. Die Anbieter argumentieren aber wie folgt:

Bei einer Barkaution machst Du Verluste, weil die Inflation die derzeit geringen Zinsen übersteigt. Bei einer Kautionsbürgschaft bleibt hingegen der volle Betrag erhalten und Du kannst Dein Geld derweil zu besseren Bedingungen anlegen. Dadurch gleichen sich die Gebühren für die Mietkautionsversicherung automatisch aus.

Wie kommst Du an die Mietkautionsversicherung?

Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Anbieter für eine Mietkautionsversicherung. Fündig wirst Du sowohl bei klassischen Versicherern, wie der R+V, als auch bei spezialisierten Anbietern. Gib am besten einfach einmal „Mietkautionsversicherung“ bei Google ein und schon werden Dir zahlreiche entsprechende Angebote aufgelistet. Bei vielen steht Dir eine simple Onlinebeantragung zur Verfügung und nach einer kurzen Prüfung Deiner Bonität kannst Du schon die Bürgschaftszusage ausdrucken. Wie immer im Internet jedoch, tummeln sich auch hier leider zahlreiche unseriöse Anbieter. Informiere Dich daher gründlich im Voraus in Testberichten und Foren über einen Mietkautionsversicherer und vergleiche die jeweiligen Preise.

Muss der Vermieter die Mietkautionsversicherung akzeptieren?

Nein, ebenso wie die Kautionszahlung für Dich ein freiwilliges Zugeständnis ist, muss auch der Vermieter die Mietkautionsversicherung nicht akzeptieren. Die Höhe und Art der Kaution sind deshalb wichtige Verhandlungspunkte vor der Unterzeichnung Deines Mietvertrages. Prinzipiell hat die Erfahrung gezeigt:

  • namhafte Versicherer, wie die R+V, werden eher akzeptiert als unbekannte Anbieter
  • viele Vermieter haben keine prinzipielle Abneigung gegen eine Mietkautionsversicherung
  • das Problem liegt häufig schlichtweg in der Unsicherheit des Vermieters
  • viele Versicherungen bieten deshalb einen kostenlosen Rückrufservice an, bei welchem der Vermieter kontaktiert wird, um alle Fragen zu beantworten

Wenn Du die Mietkautionsversicherung anstelle der Barkaution wünschst, sprich so früh wie möglich mit Deinem Vermieter darüber. Gestehe ihm zudem Bedenkzeit zu, sodass er sich ausreichend über das Modell informieren kann. So oder so: Barkaution und Mietkautionsversicherung bedeuten finanzielle Verluste und die Mietkaution ist und bleibt ein ungeliebter und nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bei Deinem Umzug.

Umzug mit einem Kleinkredit finanzieren

Ein Umzug kann sehr teuer werden: Speditionskosten, Kaution, Einrichtung… Plötzlich ist das Bankkonto leer bevor Du vollständig umgezogen bist. Wer nicht auf Erspartes zurückgreifen kann, hat dann die Möglichkeit, seine Umzugskosten über einen Kleinkredit finanzieren. Hierfür stehen Dir verschiedene Varianten zur Auswahl. Welche? Das möchte ich Dir verraten:

Was kostet ein Umzug?

Bei einem Umzug fallen viele unterschiedliche Kosten an. Hierzu gehören

Wie viel Geld genau Du für die jeweiligen Positionen einrechnen musst und wo Du so richtig viel Geld sparen kannst, habe ich Dir in meinem Artikel „Umzugskosten: Was kostet ein Umzug + Die besten Spar-Tipps?!“ zusammengetragen.

Kleinkredite für Deinen Umzug

Sollte Dein Bankkonto hierfür nicht ausreichen, oder Du möchtest Dir einfach eine neue Einrichtung gönnen, kannst Du zu unterschiedlichen Arten von Kleinkrediten für Deinen Umzug greifen:

Der Privat- und Ratenkredit

Ein Privatkredit kann in der Höhe sowie Laufzeit frei gewählt werden. Es gilt die Faustregel:

Je länger die Laufzeit, desto höher die Zinsen, aber umso geringer ist die monatliche Belastung.

Solche Kleinkredite kannst Du schon ab 2.500 Euro aufnehmen. Die Höchstgrenze liegt bei den meisten Instituten um die 25.000 Euro. Sowohl die Raten- als auch Zinssätze werden im Vornherein vereinbart und sind unveränderbar. In der Regel orientiert sich der Kreditgeber hierfür an dem pfändbaren Anteil Deines Einkommens für den Fall der Zahlungsunfähigkeit. Die Klein- beziehungsweise Ratenkredite sind dadurch leider sehr unflexibel. Achte beim Abschluss des Kreditvertrages unbedingt auf den effektiven Jahreszins. Hier sind, im Gegensatz zum Nominalzins, nämlich alle zusätzlichen Kreditkosten bereits einberechnet und Du kannst die tatsächliche monatliche Belastung berechnen – ohne böse Überraschungen.

Vorteile Raten- und Privatkredite:

+ gute Planbarkeit
+ überschaubare Zinsbelastung

Nachteile der Privat- und Ratenkredite:

– hohe finanzielle Anfangsbelastung
– unflexible Rückzahlung

Der Dispositionskredit:

Nicht die günstigste, dafür aber die schnellste und unkomplizierteste Art vor dem Umzug noch an Geld zu kommen, ist der Dispositionskredit. Das bedeutet: Du überziehst einfach Dein Girokonto mit dem gewünschten Betrag. Allerdings hat Deine Bank hierfür eine Höchstgrenze eingerichtet, die unter anderem von Deinem monatlichen Einkommen sowie der Summe auf Deinem Bankkonto abhängt. Zwar sind hier die Zinssätze höher, der Dispositionskredit fällt bei besonders kurzer Kreditaufnahme aber häufig günstiger aus als der Privatkredit. Wenn Du die Summe schnell wieder zurückzahlst, halten sich die Zinszahlungen nämlich in Grenzen und Du sparst Dir die Bearbeitungsgebühren. Zudem sinken die Zinsen anteilig zur noch ausstehenden Restsumme, bleiben also nicht konstant wie bei einem Ratenkredit.

Vorteile Dispositionskredit:

+ kurzfristige Inanspruchnahme
+ flexible Auszahlungshöhe
+ flexible Laufzeit
+ anteilig sinkende Zinssätze
+ keine Bearbeitungsgebühren
+ keine zusätzliche Bonitätsprüfung

Nachteile Dispositionskredit:

– vergleichsweise hohe Zinssätze
– Unübersichtlichkeit

Das Abrufdarlehen

Eine weitere Kreditmöglichkeit stellt das sogenannte Abrufdarlehen dar, auch als variabler Kredit bezeichnet. Hiermit kannst Du eine Summe zwischen 10.000 Euro und 25.000 Euro aufnehmen – immer und immer wieder. Was das bedeutet? Ganz einfach: Du nimmst ein Abrufdarlehen auf und zahlst es mit der monatlichen Tilgung und den anfallenden Zinsen zurück. Benötigst Du nun aber wieder die gesamte Kreditsumme, kannst Du diese erneut aufnehmen, fängst mit Deiner Tilgung also anschließend wieder bei Null an. Variabel ist das Abrufdarlehen zudem aufgrund des variablen Zinssatzes. Dieser orientiert sich täglich am aktuellen Zinsstand und kann nicht als Festzins vereinbart werden. Je nach aktuellem Zinssatz, kann dies sowohl einen Vor- als auch einen Nachteil des Abrufdarlehens darstellen. Die Zinsbelastung fällt monatlich oder quartalsweise rückwirkend an.

Vorteile Abrufdarlehen:

+ ständige Verfügbarkeit der Darlehenssumme
+ Rückzahlung über monatliche Mindestzahlungen
+ Möglichkeit von Sonderzahlungen
+ variabler Zinssatz

Nachteile Abrufdarlehen:

– variabler Zinssatz
– nachträgliche Zinsermittlung
– schlechte Planbarkeit

Das Arbeitgeberdarlehen:

Handelt es sich um einen beruflich bedingten Umzug, kommt eventuell ein Arbeitgeberdarlehen infrage. Dieser Umzugskredit wird von der neuen Firma (bei Jobwechsel) gewährt, manchmal sogar ohne Zinsen. Am besten fragst Du hierbei direkt bei Deinem Arbeitgeber nach.

Vorteile Arbeitgeberdarlehen:

+ geringes finanzielles Risiko
+ gute Planbarkeit
+ eventuelle Zinsfreiheit

Nachteile Arbeitgeberdarlehen:

– keine Garantie bzw. kein Anspruch auf das Darlehen
– Arbeitgeber gibt Kreditsumme und Tilgungsrahmen vor

Das Darlehen aus der Familie / dem Freundeskreis

Manchmal macht es durchaus Sinn, sich im Freundeskreis oder in der Familie umzuhören. Vielleicht gibt es jemanden, den du gut kennst und der ein paar Euro über hat, die er die anvertrauen möchte. Der Vorteil ist, dass man solche Kredite meist günstig oder sogar kostenlos bekommt und, dass beide Kreditpartner einander kennen und vertrauen. Eng wird es allerdings, wenn du die Raten mal nicht bedienen kannst – in diesem Fall verscherzt man es sich vielleicht mit einem wichtigen Menschen. Daher ist auch immer Vorsicht geboten, wenn man im engen Bekanntenkreis oder in der Familie nach Geld sucht.

Wichtig ist bei einem privaten Kredit aus der Familie vor allen Dingen: Auch hier sollte es unbedingt einen kleinen Vertrag geben, der das Wichtigste (Auszahlungssumme, Raten, Rückzahlungszeiten, Zinssätze etc.) regelt und der von beiden Seiten unterschrieben wird. Beim Geld hört schließlich die Freundschaft auf! So wird aus losen Absprachen ein verbindlicher Vertrag auf den sich beide Seiten bei Unstimmigkeiten berufen können und der dann hoffentlich hilft größeren Streit zu vermeiden. Außerdem sollte der Kreditgeber auf keinen Fall selber irgendwo das Geld „beschaffen“ müssen (es sich z.B. selber leihen) um hier keine unnötigen Abhängigkeiten aufzubauen.

Vorteile Kredit von Freunden / Familie:

+ geringe Kosten
+ hohe Flexibilität
+ oft schnell verfügbar
+ Kreditpartner vertrauen einander

Nachteile Kredit von Freunden / Familie:

– Bonitätsprüfung für Kreditgeber schwierig.
– Zu „lose“ Vereinbarungen führen schnell zu Streit
– Wenn man sich streitet steht eine enge, menschliche Beziehung auf dem Spiel

Worauf Du bei jedem Kleinkredit für deinen Umzug achten musst

Schlussendlich gibt es noch einige Grundregeln für den Abschluss von Kreditverträgen, welche Du unabhängig von der Kreditart beachten solltest:

  1. Die Kredite dürfen nicht zweckgebunden sein, sondern müssen Dir zur freien Verfügung stehen.  Immobilienkredite oder Bausparverträge kommen daher meist nicht infrage.
  2. Wenn Du verschiedene Kreditangebote vergleichst, kannst Du bis zur Hälfte der Zinsen einsparen. Du solltest deshalb vor der Kreditaufnehme eine ausführliche Beratung erhalten und einen Anbietervergleich durchführen.
  3. Bei Privatkrediten sind die Zinssätze häufig nicht festgesetzt, sondern hängen von der jeweiligen Bonität der Kreditnehmer ab. Diese wird Dir von der Schufa zugeordnet. Du kannst sie hier erfragen.
    4. Paare können zudem bei gemeinsamen Krediten die Zinsen senken. Seid Ihr beide berufstätig mit regelmäßigem Einkommen, verbessert sich durch das gemeinsame und damit höhere Einkommen Eure Bonität. Im Schnitt haben Paare dadurch acht Prozent weniger Zinsen zu entrichten als Einzelkunden.