Ummelden bei Umzug: Wo und wann Sie das tun müssen

Ummelden, Umzug

Der eigene Umzug markiert einen besonderen Wendepunkt im Leben vieler Menschen. Ob innerhalb der gleichen Stadt oder über Hunderte von Kilometern: Die neue Wohnung ist ein gänzlich fremder Ort, der Stück für Stück zum Heim gemacht werden muss. Nicht vergessen sollten Sie dabei auch, sich bei allen wichtigen Stellen umzumelden.

Vor dem Umzug: Nicht vergessen!

Es gibt einige Punkte, die Sie schon dann erledigen müssen, bevor Sie in Ihr neues Zuhause ziehen. So sollten Sie sowohl ihrem Versorger für Gas, Strom und Wasser rechtzeitig Bescheid geben, wenn sich Ihre Adresse ändert. Das ist schnell und unbürokratisch möglich, sofern Sie keinen Anbieterwechsel anstreben. Bei einem Wechsel berücksichtigen Sie am besten die jeweiligen Kündigungsfristen und lassen sich bei Ihrem neuen Anbieter beraten. Oftmals hilft dieser dann bei Kündigung und Ummeldung.

Der Energieversorger muss über die neue Adresse informiert werden.
Der Energieversorger muss über die neue Adresse informiert werden.
Damit Sie direkt nach dem Umzug per Telefon erreicht werden und das Internet nutzen können, melden Sie Ihre neue Adresse inklusive des Umzugsdatums bei Ihrer Telefongesellschaft an. Tun Sie das erst nach dem Umzug, müssen Sie eine Weile auf einen funktionierenden Anschluss verzichten.

Neue Adresse: Die ersten Anlaufstellen

Wer umzieht, muss dies selbstverständlich dem Einwohnermeldeamt mitteilen. Immerhin verwaltet die Behörde alle Einwohner einer Stadt inklusive deren Adressen. Mit einer Ummeldung verbunden sind dabei auch die neue Festsetzung von Grundsteuer, versiegelter Fläche und Müllgebühren. Für gewöhnlich ist es nötig, sich bis spätestens 14 Tage nach dem Umzug beim Einwohnermeldeamt einzufinden und dort den neuen Wohnsitz anzumelden. Wer diese Frist versäumt, muss mir einem Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 500 Euro rechnen. Nicht vergessen werden sollte beim Anmelden der Personalausweis und bei Mietwohnungen auch die sogenannte Wohnungsgeberbescheinigung. Angemeldet werden muss der neue Wohnsitz auch, wenn es sich um eine Zweitwohnung handelt. Das Einwohnermeldeamt der entsprechenden Gemeinde ist dafür zuständig.

Zieht ein Hund mit um, verändert sich möglicherweise die Höhe der Steuer.
Zieht ein Hund mit um, verändert sich möglicherweise die Höhe der Steuer.

Umziehende, die einen Hund besitzen, können diesen direkt bei der Anmeldung ebenfalls mit neuer Adresse hinterlegen lassen. Das ist wichtig, damit die Hundesteuer korrekt berechnet werden kann. Auch bei einem Umzug innerhalb der Stadt ist die Mitteilung der Adressänderung wichtig. Meist nämlich wird die Hundesteuer mit weiteren haushaltsbezogenen Kosten abgerechnet. Es lohnt sich, zunächst zu fragen, ob der Hund beim Einwohnermeldeamt ab- und wieder angemeldet werden kann. Ist das nicht möglich, führt der nächste Schritt zum Finanzamt. Mehr dazu gibt’s übrigens im Beitrag: Hund ummelden leicht gemacht

Auch wichtig: Bank und Co.

Natürlich ist es mit dem Einwohnermeldeamt nicht getan. Möchten Sie sich nach einem Umzug ummelden, müssen Sie dies laut umzugsauktion.de nicht nur beim Bürgeramt, sondern beim Finanzamt, der Agentur für Arbeit oder bei Banken und Sparkassen. Es lohnt sich, vor dem Umzug eine Liste zu erstellen, um die wichtigsten Ansprechpartner nicht zu vergessen. Da vor allem mangelnde Organisation zu Fehlern beim Umzug führt, ist dieser Schritt umso wichtiger. Nach dem Umzug muss die erstellte Liste dann nur noch Stück für Stück abgearbeitet werden.

Die nächste Anlaufstelle beim Ummelden ist das Finanzamt. Auch hier ist es unerheblich, ob der Umzug innerhalb der Stadt oder in eine andere Gemeinde erfolgt, denn das Amt muss eine aktuelle und korrekte Adresse hinterlegen. Wer in eine andere Gemeinde umzieht und dabei auch in den Zuständigkeitsbereich eines neuen Finanzamtes rückt, muss dort seine Steuernummer und die Adresse angeben. Bei einem Umzug innerhalb des Zuständigkeitsbereiches genügt die Mitteilung der neuen Adresse im Zuge der nächsten Steuererklärung. Auf der Website des Bundeszentralamtes für Steuern lässt sich schnell ermitteln, ob ein neues Finanzamt zuständig sein wird.

Sollten Sie Leistungen von der Agentur für Arbeit beziehen – hierzu gehört auch das Kindergeld – ist eine Ummeldung ebenfalls nötig. In der Regel kann dies bequem per Online-Formular erledigt werden. Gegebenenfalls ist jedoch auch ein Anruf beim aktuellen Ansprechpartner nötig, falls dieser weitere Belege benötigt, Sollte nach dem Umzug eine neue Dienststelle zuständig sein, werden Ihre Unterlagen automatisch an diese geschickt.

Seit 2015 dürfen KFZ-Besitzer ihr altes Kennzeichen behalten.
Seit 2015 dürfen KFZ-Besitzer ihr altes Kennzeichen behalten.

Wer mit seinem PKW umzieht, muss selbstverständlich auch diesen ummelden. Sowohl die eigene KFZ-Versicherung als auch die Zulassungsstelle sind die richtigen Ansprechpartner. Hier unterscheidet sich das Vorgehen jedoch deutlich, wenn es um den Umzug innerhalb der Stadt oder in eine neue Gemeinde geht. Bleiben Sie ihrer bisherigen Gemeinde treu, genügt es, Ihrem Versicherer die neue Adresse zu übermitteln und der Zulassungsstelle den Fahrzeugschein und den Brief vorzulegen. Dort wird die neue Adresse dann eingetragen. Ziehen Sie jedoch in eine neue Stadt, verlangt die Zulassungsstelle außerdem auch die elektronische Versicherungsbestätigung, die Ihr KFZ-Versicherer ausstellt. Zusätzlich ist es möglich, ein neues Nummernschild zu beantragen, oder das alte kurzerhand zu behalten. Hierüber informiert der ADAC genauer.

Ob Sie ein Konto bei einer neuen Bank eröffnen müssen, lässt sich pauschal nicht sagen. In vielen Fällen genügt es, der Bank die neue Adresse mitzuteilen. Ziehen Sie jedoch weiter weg und möchten Sie sich auch vor Ort beraten lassen können, ist die Neueröffnung sinnvoll. Ihre aktuelle Bank kann unter Umständen beim Umzug des Kontos helfen.

Kurz nach dem Umzug steht auch die Ummeldung bei der GEZ an. Auch wenn der Rundfunkbeitrag vielen Menschen ein Dorn im Auge ist, muss er dennoch gezahlt werden. Die Ummeldung erfolgt bequem per Internet, sodass die nächste Gebührenrechnung direkt an die passende Adresse verschickt wird.

Für diese Personen ist eine Adressänderung ebenfalls interessant

Natürlich ist es ebenfalls wichtig, all Ihren Freunden, Geschäftspartnern, Versicherungsgesellschaften und Ihrem Arbeitgeber von der neuen Adresse zu berichten. Das jedoch klappt nicht immer sofort, weswegen manche Briefe auch weiterhin an die alte Adresse geschickt werden. Richten Sie für diese Zeit einen Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post ein, wird Ihnen jedes Schreiben automatisch an die neue Adresse zugestellt. Am besten ist es, den Nachsendeauftrag schon rund eine Woche vor dem Umzug zu beantragen.

Haben Sie Kinder, sollten Sie auch deren Schulen oder Kindertagesstätten über den Umzug informieren. Steht ein Schul- oder Kindergartenwechsel an, ist es unerlässlich, diesen schon Monate vor dem Umzug zu planen, denn freie Plätze sind keine Selbstverständlichkeit.

Arbeitsamt und Umzugskosten – Wann die Agentur für Arbeit den Umzug zahlt

Die Arbeitslosigkeit kann einen tiefen Einschnitt im Leben bedeuten – nicht nur finanziell. Viele Arbeitnehmer müssen sich heute flexibel zeigen, wenn es um eine neue Stelle geht. Denn nicht selten findet sich diese in einer anderen Stadt. Da treffen zwei kritische Punkte zusammen. Die Geldreserven sind erschöpft und dann muss man die nicht unerheblichen Umzugskosten stemmen. Glücklicherweise hilft hier in bestimmten Fällen die Agentur für Arbeit weiter. Verpflichtet ist sie dazu jedoch nicht.

Umzug für den neuen Job

Wer arbeitslos ist und Arbeitslosengeld I bezieht hat oftmals weniger finanziellen Spielraum als zuvor. Doch wie sieht es aus, wenn man eine neue Stelle gefunden hat, für die ein Umzug nötig wird? Die entstehenden Kosten hierfür kann man zwar wunderbar bei der Steuer absetzen – doch erst einmal muss man das nötige Kleingeld für Umzugsunternehmen, Mietkaution und Co selbst aufbringen. Das kann bei einem durch die Arbeitslosigkeit strapazierten Konto ein echtes Problem werden. Besonders beflissene Arbeitgeber helfen neuen Mitarbeitern gerne einmal bei der Wohnungssuche oder übernehmen sogar die Umzugskosten. Die Übernahme der Umzugskosten kann man z.B. im Rahmen der Gehaltsverhandlungen erfragen. Doch nicht jeder Arbeitgeber kann oder will sich das leisten. In solchen Fällen hilft oftmals die Agentur für Arbeit weiter.

Voraussetzungen einer Kostenübernahme durch das Arbeitsamt

Da die Agentur für Arbeit sehr daran interessiert ist, Arbeitslose wieder ins Berufsleben zu bringen, soll ein neuer Job nicht an den Umzugskosten scheitern. Allerdings ist das Amt nicht zur Übernahme der Kosten verpflichtet. Im passenden Gesetzestext (§ 45 Absatz 1 SGB III) heißt es zur etwaigen Übernahme von Umzugskosten lediglich:

„Die Förderung umfasst die Übernahme der angemessenen Kosten, soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird. […] Die Agentur für Arbeit entscheidet über den Umfang der zu erbringenden Leistungen; sie kann Pauschalen festlegen.“

Damit ist die Übernahme der Umzugskosten durch das Arbeitsamt letztendlich eine Ermessensleistung. Wer bei der Agentur für Arbeit um Unterstützung bei den Umzugskosten bittet, sollte glaubhaft darlegen können, dass ein Umzug für die neue Stelle wirklich notwendig ist. Dies ist in den Augen des Arbeitsamts in der Regel der Fall, wenn die neue Stelle weiter als 2,5 Fahrtstunden von der aktuellen Wohnung entfernt ist. Unter dieser Voraussetzung hat man gute Aussichten auf eine finanzielle Unterstützung beim Umzug.

Wenn der jobbedingte Umzug als notwendig anerkannt wurde, will das Amt noch ein paar Schriftstücke sehen – so natürlich den Mietvertrag für die neue Wohnung. Zudem muss man wenigstens drei Kostenvoranschläge von Umzugsunternehmen einreichen.

Früher fand bei einem Antrag auf Kostenübernahme für einen jobbedingten Umzug übrigens eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung durch das Amt statt, und das Geld musste später zurückgezahlt werden. Bedürftigkeitsprüfung und Rückzahlung sind heute jedoch nicht mehr üblich.

Ganz wichtig: Der Antrag zur Kostenübernahme muss unbedingt vor der Fälligkeit bei der zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden. Rückwirkend werden keine Kosten übernommen.

Diese Kosten werden übernommen

Aber auch im Idealfall trägt das Arbeitsamt nicht die gesamten Umzugskosten. So kommt es nicht für Verpackungsmaterial auf. Auch wer sich den Luxus gönnen will, die Umzugskisten vom Umzugsunternehmen packen zu lassen, muss diesen Posten selber zahlen – oder eben doch gleich selbst verpacken. Auch Kosten für den Abbau und Aufbau von Möbeln übernimmt die Agentur für Arbeit nicht. Dafür gewährt sie gegebenenfalls ein Darlehen für Renovierungskosten und die Mietkaution.

Letztendlich entscheidet sich die Höhe der übernommenen Kosten auch am Haushaltsbudget, dass dem zuständigen Amt zur Verfügung steht.

Theoretisch können Kosten in einer Höhe von bis zu 4.500 Euro übernommen werden.

Übrigens: Auch, wer für einen Ausbildungsplatz den Wohnort wechselt, kann einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei den Umzugskosten bei der Agentur für Arbeit stellen.

Umzug als Hartz-IV-Empfänger: So klappt’s mit der Kostenübernahme

Umzug als Hartz-IV-Empfänger: So klappt's mit der Kostenübernahme

Wenn Du Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II erhältst, also Hartz-IV-Empfänger bist, kannst Du Dir einen Umzug aus der eigenen Tasche meist nicht ohne Weiteres leisten. Allerdings besitzt du ebenso wie jeder andere deutsche Bürger das Recht, Deinen Wohnort selbst zu bestimmen. Solltest Du Deinen Umzug nicht selbst finanzieren können, übernimmt das Jobcenter dessen Kosten aber nur unter zwei Voraussetzungen: Entweder es handelt sich um eine Umzugsaufforderung vom Amt selbst oder Du kannst einen wichtigen Grund für Deinen Umzug vorweisen.

Ein freiwilliger Umzug wird vom Jobcenter unterstützt…

…wenn Du aus einem der folgenden, als wichtig erachteten, Gründe umziehst:

  • Deine Lebenssituation verändert sich. Dies bedeutet, dass aufgrund der Geburt eines Kindes, einer Heirat, Trennung oder Scheidung die Wohnsituation verändert werden müssen.
  • Dein Vermieter kündigt Dir den Mietvertrag, beispielsweise aufgrund von Eigenbedarf. Allerdings darf die Kündigung nicht von Dir als Mieter durch einen Vertragsbruch verschuldet sein.
  • Ältere oder kranke Menschen müssen manchmal umziehen, da sie keine Treppen mehr gehen können oder die Wohnung nicht barrierefrei ist.
  • Du nimmst eine neue Arbeitsstelle an, die allerdings sehr weit entfernt liegt. Wird der Arbeitsweg als nicht zumutbar erachtet, werden die Umzugskosten übernommen.
  • Deine aktuelle Wohnung ist in einem so schlechten Zustand, dass sie unbewohnbar wird, zum Beispiel wegen Schimmelbefall. Allerdings werden die Kosten für einen Umzug nur dann getragen, wenn Du nicht für den Schaden verantwortlich bist und wenn sich der Vermieter weigert, diesen zu reparieren beziehungsweise zu beheben.
  • Schlussendlich werden die Umzugskosten in der Regel stets dann übernommen, wenn Du in eine günstigere Wohnung ziehst und dadurch die monatlichen Kosten senkst.

Diese Gründe gelten nicht als „wichtig“

Ziehst Du aus anderen Gründen um, wird das Jobcenter Deine Umzugskosten nicht übernehmen, beispielsweise aufgrund

  • einer geplanten Familienzusammenführung,
  • von Mietmängeln, die jedoch keine Unbewohnbarkeit der Wohnung verursachen,
  • besserer Vermittlungschancen auf eine Arbeitsstelle ohne konkreten Arbeitsvertrag,
  • eines Auszugs aus dem Elternhaus, wenn Du unter 25 Jahre alt bist und keinen triftigen Grund hierfür vorlegen kannst,
  • uvm.

Schlimmstenfalls wird das Amt gar Deine Leistungen kürzen, da es aus Deinem eigenfinanzierten Umzug darauf schließen könnte, dass es Dir finanziell besser geht als gedacht. Du solltest Dir daher stets vor der Unterzeichnung des neuen Mietvertrages die Umzugsgenehmigung einholen.

Was passiert bei einem Zwangsumzug?

Die zweite Situation, in welcher das Jobcenter Deine Umzugskosten übernimmt, ist der sogenannte „Zwangsumzug“. Der Begriff ist allerdings irreführend, da das Jobcenter nicht das Recht hat, Dich zu einem Umzug zu zwingen. Du darfst Deinen Wohnort schließlich selbst bestimmen. Es kann Dich aber zu einem Umzug auffordern, um die monatlichen Kosten zu senken. Dies geschieht in der Regel dann, wenn es die Größe oder den Preis für Deine Unterkunft als nicht angemessen betrachtet. Du kannst dann dennoch in Deiner bisherigen Wohnung bleiben, musst aber den als zu viel betrachteten Restbetrag selbst bezahlen. Diese „Zwangsumzüge“ kommen recht häufig vor, da die Jobcenter immer wieder veraltete Mietspiegel oder Daten als Vergleichsgrundlage nutzen. Entschließt Du Dich nach der Aufforderung für den Umzug, so hast Du mindestens sechs Monate Übergangsfrist Zeit für Deine Wohnungssuche und kannst die Umzugskosten beim Jobcenter geltend machen.

Welche Umzugskosten werden für Hartz-IV-Empfänger übernommen?

Handelt es sich um einen vom Jobcenter genehmigten Umzug, übernimmt es dessen Kosten. Allerdings kannst Du nicht einfach ein Umzugsunternehmen beauftragen, denn unterstützt werden nur selbst organisierte und eigenständig durchgeführte Umzüge. Ein Umzugsunternehmen bezahlt das Jobcenter nur, wenn Du nachweisen kannst, dass Du aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht selbständig umziehen kannst. Dennoch ist die Kostenübernahme durch das Jobcenter sehr umfassend. Bezahlt werden beispielsweise die Kosten

  • für ein angemietetes Umzugsfahrzeug,
  • für die Verpflegung Deiner privaten Umzugshelfer (Helferpauschale),
  • für die Umzugskartons und benötigten Materialien, wie beispielsweise Spanngurte, und
  • für die anfallenden, laut Mietvertrag verpflichtenden, Schönheitsreparaturen.

Hinzu kommen Ausnahmefälle, wonach mit einer nachvollziehbaren Begründung auch die Kosten für Deine

  • Maklergebühren,
  • Wohnungsannoncen oder
  • Wohnungsbesichtigungen

erstattet werden.

Ausnahmeregelung bei der Übernahme von Doppelmieten

Wenn Du Dir eine neue Wohnung suchst, kann es passieren, dass sich Dein neuer und alter Mietvertrag überschneiden. Du musst dann für einen oder mehr Monate doppelt Miete bezahlen. Die Gerichte gehen allerdings davon aus, dass ein finanziell selbstständiger und damit wirtschaftlich denkender Mieter solche Doppelmieten vermeiden würde, sofern möglich. Diese Mehrkosten sind auch als Hartz-IV-Empfänger zu umgehen. Die Doppelmiete wird vom Jobcenter daher nur in Ausnahmefällen übernommen, wenn Du nachweisen kannst, dass die Doppelmiete unvermeidbar und wirtschaftlich die sinnvollste Lösung war.

Die Mietkaution wird als Darlehen übernommen

Ein großes finanzielles Problem für viele Mieter – ob Hartz-IV-Empfänger oder nicht – stellt die Mietkaution dar. In der Regel müssen nämlich gleich zwei bis drei Monatskaltmieten beim Einzug hinterlegt werden. Hierbei gilt die Regelung: Ist der Umzug vom Jobcenter genehmigt, übernimmt dieses bei Bedarf die Mietkaution. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um ein Darlehen, welches anschließend monatlich mit jeweils zehn Prozent Deines Regelbedarfs zurückgezahlt werden muss. Dein Vorteil: So kannst Du Deine Mietkaution langsam abstottern, erhältst Sie beim Auszug verzinst zurück und kannst so Deine Kaution bei nächsten Umzug selbst finanzieren. Doch keine Sorge: Die monatlichen Rückzahlungen für die Mietkaution werden nicht einfach von Deinen Sozialbezügen einbehalten. Du bist zwar laut Gesetz in der Rückzahlungspflicht, allerdings erst wenn sich Deine finanzielle Situation insofern stabilisiert hat, als dass die Rückzahlung als problemlos eingestuft werden kann.

Dein Recht auf die „Erstausstattung“

Nicht nur der Umzug selbst wird übrigens vom Jobcenter unterstützt, sondern auch das Inventar für Deine neue Wohnung. So kannst Du eine Erstausstattung geltend machen. Allerdings bewertet das Jobcenter streng, was als notwendig gilt und was nicht. Übernommen werden die Kosten beispielsweise für als wichtig erachtete und preislich angemessene Möbel und Haushaltsgeräte. Hinzu kommen die Kosten für jene Möbel, welche während des Umzugs beschädigt und dadurch unbrauchbar wurden. Diese werden aber nur ersetzt, wenn Du nicht selbst für den Schaden verantwortlich bist und diese durch die Beschädigung nicht mehr verwendet werden können. Gefallen Dir die Möbel nicht mehr oder sie haben nur einige kleine Kratzer, hast Du keinen Anspruch auf Ersatz. Die Erstausstattung wird daher vom Jobcenter stets individuell bewertet und pauschal als Sach- oder Geldbezug geleistet.

Schritt für Schritt: So geht Dein Umzug als Hartz-IV-Empfänger:

  1. Du kannst entweder zuerst nach einer neuen Wohnung suchen oder dies parallel zum Antrag auf die Übernahme der Umzugskosten beim Jobcenter tun.
  2. Bevor Du den Mietvertrag unterzeichnest, musst Du unbedingt den Umzug schriftlich genehmigen lassen.
  3. Nun kannst Du den Mietvertrag unterzeichnen und Deinen Umzug vorbereiten.
  4. Hole mindestens drei Kostenvoranschläge für den Umzugswagen, das Umzugsunternehmen o.ä. von unterschiedlichen Anbietern ein und lege diese dem Jobcenter vor.
  5. Hast Du alle Genehmigungen, kannst Du in die neue Wohnung umziehen.
  6. Bewahre unbedingt alle Belege auf und lasse Dir eventuelle Umzugsschäden am Mobiliar quittieren.

Ummelden beim Umzug. Wann, wie, wo?

Wohnortwechsel, Ummelden - Ummeldung nach dem Umzug

Den Formalitäten kannst Du bei einem Umzug leider nicht entgehen. Dazu gehört auch, dass Du Dich an Deinem neuen Wohnort anmeldest. Dieser Prozess wurde durch die Digitalisierung zuletzt glücklicherweise erheblich erleichtert. Wichtig ist allerdings, dass Du unbedingt die Fristen einhältst. Ansonsten kommen schlimmstenfalls hohe Geldstrafen auf Dich zu.

Den Wohnort ummelden – so geht’s

Deinen Wohnort musst Du innerhalb der ersten Woche nach dem Einzug beim Einwohnermeldeamt Deines neuen Wohnsitzes ummelden. In Ausnahmefällen hast Du dafür auch zwei Wochen Zeit, spätestens dann kann aber schlimmstenfalls ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro fällig werden. Der Gang zum Einwohnermeldeamt sollte daher unbedingt einer Deiner ersten sein. Da die Ämter ihre Daten mittlerweile elektronisch untereinander austauschen, musst Du Dich übrigens an Deinem alten Wohnort nicht mehr abmelden, dies geschieht automatisch. Vielerorts kannst Du Dich mittlerweile auch schon zum Teil oder ganz online ummelden. Siehe Dich doch einmal auf der Website des für Dich zuständigen Einwohnermeldeamtes um. Früher oder später jedoch, wird der Behördengang unerlässlich sein, da die neue Anschrift noch auf dem Personalausweis angebracht werden muss.

Wo melde ich mich eigentlich um?

Die Ummeldung nach einem Umzug erfolgt normalerweise bei der Stadt. Üblicherweise musst du dich also im örtlichen Rathaus und hier im Einwohnermeldeamt oder im Bürgerbüro einfinden. Welche Stelle Ummeldungen vornimmt, unterscheidet sich aber von Ort zu Ort. Am Besten, du informierst dich vorab einmal auf den offiziellen Webseiten der Stadt bzw. Gemeinde in die du verziehst – hier findest du normalerweise recht schnell die richtigen Infos und auch die Öffnungszeiten der Meldebehörde. Denk daran etwas Zeit einzuplanen. Der Ummelde-Vorgang an sich ist zwar oft schnell erledigt (meiner Erfahrung nach zwischen 5 und 10 Minuten), aber bei vielen Ämtern muss man eben immer noch mit erheblichen Wartezeiten (vor allem zu Stoßzeiten) rechnen …

Musst Du persönlich zur Meldebehörde gehen?

Nein, Du kannst auch einen Vertreter senden. Hierfür musst Du eine Vollmacht für den Vertreter in Deinem Namen ausstellen. Der Bevollmächtigte kann diese dann beim Einwohnermeldeamt vorlegen und für Dich die Ummeldung des Wohnsitzes durchführen. Je nach Bundesland ist dies mehr oder weniger kompliziert. In Bayern und Hessen beispielsweise, muss eine solche Vollmacht beglaubigt sein. Da ist es dann meist doch unkomplizierter, persönlich bei der Behörde vorbeizugehen. Meistens geht die Ummeldung auch sehr schnell, vorausgesetzt Du hast alle notwendigen Dokumente dabei.

Welche Dokumente benötigst Du für die Ummeldung des Wohnsitzes?

Du musst unbedingt die Reisepässe und/oder Personalausweise all jener Personen mitnehmen, welche Du ummelden möchtest. Bei Familien ist es ausreichend, wenn ein volljähriges Mitglied die Ummeldung mit allen Ausweisen der Familienmitglieder vornimmt. Handelst Du als Vertreter für eine oder mehrere andere Personen, so musst Du zusätzlich noch die schriftlichen Vollmachten einpacken. Nimm auch etwas Bargeld mit. Bei vielen Behörden ist das Ummelden kostenlos, bei manchen wiederum wird eine kleine Bearbeitungsgebühr erhoben (ca. 6-10 Euro).

Wo musst Du Dich sonst noch ummelden?

Nachsendeauftrag

Etwa zwei Wochen vor Deinem Umzug solltest Du bei der Post einen Nachsendeauftrag einrichten. Dies gibt Dir zudem die Sicherheit, dass auch Post von Ämtern oder Rechnungsstellen, bei welchen Du die Ummeldung vergessen hast, dennoch bei Dir am neuen Wohnsitz ankommt. Alles rund um das Thema Nachsendeauftrag findest Du unter Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?

Finanzamt

Auch beim Finanzamt solltest Du Dich ummelden. Hier stehst Du allerdings nicht so sehr unter Zeitdruck. Beim neuen Finanzamt reicht es, wenn Du die neue Anschrift gemeinsam mit der nächsten ausstehenden Steuererklärung einreichst. Du solltest die Adressänderung aber unbedingt auch Deinem alten Finanzamt mitteilen, damit keine Missverständnisse entstehen.

Agentur für Arbeit

Für Leistungsbezieher der Agentur für Arbeit ist es wichtig, dass Du auch dieser frühzeitig Bescheid gibst. So kann nämlich Deine Akte so schnell wie möglich an das neue zuständige Amt weitergeleitet werden, damit die Fortzahlung reibungslos verläuft.

Auto

Denke unbedingt daran, Dein Auto umzumelden. Dies geht mittlerweile ganz einfach per Online-Formular. Du musst dann aber dennoch zeitnah bei der KFZ-Zulassungsbehörde vorbei, um die Daten in Deinem Fahrzeugschein und -brief anpassen zu lassen und eventuell die neuen Nummernschilder abzuholen. Packe hierfür auch Deinen Personalausweis sowie die Anmeldebestätigung des Einwohnermeldeamtes ein. Mancherorts benötigst Du zudem die Versicherungsbestätigungskarte Deines KFZ-Haftpflichtversicherers.

Banken und Bausparkassen

Wenn Du umziehst ohne die Bank zu wechseln, reicht es in der Regel aus, die alte Filiale darüber zu informieren. Frage dann am besten auch gleich nach, ob es einen sogenannten „Umzugsservice“ gibt und lasse Dich über das weitere Vorgehen aufklären. Die meisten Banken haben einen vollautomatisierten Prozess, sodass Du hinterher reibungslos Deine Bankgeschäfte in der neuen Filiale tätigen kannst.

GEZ

Seit die GEZ als generelle Haushaltsabgabe erhoben wird, ist die Gebührenerhebung deutlich einfacher geworden. Für den Verbraucher bedeutet das, dass es aber auch weniger Ausnahmen und Befreiungsmöglichkeiten gibt. Du wirst daher so oder so auch an Deiner neuen Adresse GEZ-Gebühren zahlen müssen. Zur einfacheren Feststellung Deiner bereits hinterlegten Daten, getätigten Zahlungen und einer eventuellen Befreiung, solltest Du Dich daher auch frühzeitig bei der GEZ ummelden. Die Änderung Deiner Daten kannst Du online auf der Website der GEZ vornehmen.

Behörden

Nicht nur beim Einwohnermeldeamt, sondern auch bei weiteren Behörden musst Du Dich ummelden. Wenn Du beispielsweise Bafög, Kindergeld oder sonstige staatliche Leistungen beziehst, musst Du den zuständigen Ämtern unbedingt Bescheid geben. Oft reicht hierfür ein kurzer Anruf bei Deiner/m Sachbearbeiter/in.

Versorgungsbetriebe

Du musst Dich auch bei allen aktiven Versorgungsbetrieben ummelden, hierzu gehören Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Dies muss unbedingt vor dem Umzug geschehen, da Du am Umzugstag in der alten sowie der neuen Wohnung jeweils die Zählerstände ablesen und weitergeben musst. Du hast bei einem Umzug übrigens in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Er ist daher eine optimale Gelegenheit, sich einmal nach einem anderen oder günstigeren Tarif umzusehen.

Haustiere

Ja, selbst Haustiere müssen umgemeldet werden, und zwar dann, wenn sie entweder eine Haftpflichtversicherung besitzen, zum Beispiel Hunde oder Pferde, oder bei der Tasso-Zentrale gemeldet sind. Letzteres empfehle ich Dir grundsätzlich für alle freilaufenden Haustiere, denn so lässt es sich schneller wieder auffinden, sollte es einmal verloren gehen oder davonlaufen.

Telefon und Internet

Denke auch daran, Dich bei Deinem Telefon-, Internet- und Mobiltelefonanbieter umzumelden. Hierfür reicht in der Regel ein kurzer Anruf. Sollte Dein bisheriger Dienstleister oder Tarif aus irgendeinem Grund am neuen Wohnort nicht verfügbar sein, hast Du übrigens ein Sonderkündigungsrecht.

Kredit- und Kundenkarten

Siehe einmal in Deinen Geldbeutel. Welche Kredit- und Kundenkarten findest Du hier? Denke auch daran, dich bei jeder einzelnen umzumelden. Hast Du Dich bereits bei Deiner Bank umgemeldet, zieht die Kreditkarte meist automatisch mit um. Frage aber zur Sicherheit lieber noch einmal nach!

Schule und Kindergarten

Du ziehst mit Kindern um? Dann musst Du vielleicht auch einen Kindergarten- oder Schulwechsel vornehmen. Wann und wie Du Deine Kinder ummeldest, findest Du unter Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel

Versicherungen

Jeder von uns hat zahlreiche Versicherungen, zum Beispiel die Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Denke auch hier daran, jeden einzelnen Versicherungsträger über Deinen Umzug zu informieren, damit alle wichtigen Unterlagen weiterhin bei Dir eintreffen.

Vereine, Mitgliedschaften und Verbände

Du bist Mitglied in einem Verein, Verband oder einer Sportgemeinschaft? Auch hier solltest Du stets Deine neue Adresse mitteilen. Ziehst Du weiter weg und kannst Dein Amt oder Dein Hobby nicht mehr weiter ausführen, so denke daran rechtzeitig zu kündigen.

Zeitschriften und Tageszeitungen

Du liest gerne Zeitschriften und Magazine? Dann bedenke, Dein Abonnement rechtzeitig auf den neuen Wohnort umzumelden, damit diese auch weiterhin zeitnah bei Dir eintreffen. Die Tageszeitung Deines alten Wohnortes solltest Du fristgerecht kündigen. Am neuen Wohnort kannst Du dann oftmals günstige Probeabos der führenden Tageszeitungen in Anspruch nehmen und Dich so für eine oder mehrere entscheiden. Vielerorts erhältst Du nach der Anmeldung Deines neuen Wohnsitzes ein sogenanntes „Umzugsscheckheft“, in welchem Du neben der Tageszeitung auch weitere Tipps und Vergünstigungen für die Region findest.

Weitere Stellen für die Ummeldung

  • Arbeitgeber
  • Steuerberater, Finanzberater, Rechtsanwalt o.ä.
  • Bücherei
  • Mieterbund
  • Online-Shops und ähnliche Online-Angebote
  • Rentenversicherung
  • Hochschule oder Universität
  • Verkehrsbetriebe