Es werde Licht! Moderne Leuchtmittel und der Arbeitsplatz

Es werde Licht! Diesen bekannten Satz hat wahrscheinlich jeder vielfach in seinem Leben mit einem Druck auf den Lichtschalter Realität werden lassen. Was heutzutage so bequem ist, steht am Ende einer langen Reihe technischer Innovationen. Licht ist aber nicht gleich Licht, und die Arbeitsstättenverordnung hat hier im Zusammenspiel mit der ASR A3.4 konkrete Vorstellungen, wie an einem Arbeitsplatz die Beleuchtung realisiert sein soll. Wer also mit dem Unternehmen umzieht, der sollte sich in diesem Rahmen gleich Gedanken über ein ordentliches Beleuchtungskonzept der Arbeitsplätze machen. Hier einige Tipps und Gedanken dazu!

(Licht)Farben können warm und kalt sein

Weißes Licht ist ein Gemisch aus verschiedenen Anteilen des sichtbaren Spektrums. Je nach Anteil und Verhältnis der blauen und roten Wellenlängen erscheint Licht als eher gelblich/rötlich oder bläulich angehaucht.

Wird mit künstlichem Licht gearbeitet, so ist darauf zu achten, dass dieses kein Mischlicht mit verschiedenen Lichtfarben ergibt. Die Lichtfarbe ist oft als dreistellige Zahl auf modernen Leuchtmitteln wie Leuchtstofflampen oder LED-„Glühbirnen“ vermerkt. Die erste Zahl bezeichnet die Qualität und Farbechtheit des Lichts, die beiden letzten Zahlen die Lichtfarbe in Kelvin. Eine Leuchtstofflampe mit der Zahl 840 hat also einen Farbwiedergabeindex von >80% und die Farbtemperatur ist neutralweiß mit 4000 Kelvin. In Bereichen mit hohen Anforderungen an Farbechtheit, wie Druckerei und Laboren, ist sogar 9xx als Qualität vorgeschrieben.

Beleuchtungsstärken am Arbeitsplatz

Die ASR A3.4 nennt im Anhang 1 konkrete Beleuchtungsstärken, mit denen ein Arbeitsplatz ausgeleuchtet werden soll. Generell soll blendfreies Licht dem Arbeitnehmer helfen, ermüdungsfrei zu arbeiten. Das bedeutet, dass möglichst diffuses, sogenannt „weiches“ Licht verwendet werden soll unter Verzicht auf Punktlichtstrahler.

Durchschnittliche Büroarbeitsplätze sollen mit 500 Lux auf Arbeitshöhe beleuchtet werden, Produktionsbereiche in Fabriken oder Lager kommen mit 300 Lux und weniger aus. In Räumen für medizinische Tätigkeiten sind noch hellere Umgebungen mit einer Farbwiedergabe von 90% Pflicht.

Leuchtmittel und ihre Effizienz

Die „gute alte Glühbirne“ ist das aktuell ineffizienteste Leuchtmittel im Vergleich zu den moderneren Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und LED-Lampen. Das Verhältnis von Energieaufnahme zu Beleuchtungsstärke ist bei Leuchtstofflampen besser und wird etwas von LED-Leuchten übertroffen.

In Punkto Lebensdauer setzt sich dieser Trend fort. Die Glühbirne ist mit ca. 1000 Stunden Lebensdauer recht kurzlebig, aber einfach zu produzieren und entsorgen. Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen sind etwas langlebiger, werden aber mit Quecksilber gefertigt und sind daher in der Entsorgung nicht unproblematisch. LEDs weisen derzeit das beste Verhältnis von Energieverbrauch zu Lichtstärke zu Lebensdauer auf. In LEDs sind ebenfalls wertvolle Elemente enthalten, die recycelt werden sollten, aber weniger giftig sind als Quecksilber. In Punkte Qualität hat bisher die Glühbirne (auch in Form von Halogenleuchtmitteln) ihre Vorteile in Form von Vollspektrumlicht ausspielen können. Neuere Generationen von LED und auch Leuchtstofflampen besitzen verbesserte Beschichtungen, für zunehmend bessere Farbwiedergabeeigenschaften sorgen.

Lebensdauer und Wartungsintervalle

In gewerblichen Umgebungen, die schwer erreichbar sind (z.B. in Produktionsbereichen oder im Lager), sind möglichst lange Wartungsintervalle interessant für den Betreiber. Hierzu zählen beispielsweise Lichtbänder in einer hohen Lagerhalle oder bei Verkehrsbeleuchtung.

Von der Haltbarkeit hat hier LED-Beleuchtung Vorteile, die unter anderem aus der hohen Stoßfestigkeit resultieren. Dahinter rangieren klassische Leuchtstoffröhrensysteme, die mittels spezieller „Longlife“ Vorschaltgeräte deutlich längere Intervalle als „normale“ Leuchtstofflampen besitzen. Glühlampen sind hier in jeder Hinsicht das Schlusslicht.

Einbau und Umgebung

Bei Design der Beleuchtung sollten einige Grundsätze nicht vergessen werden. Die besten Leuchtmittel sind nutzlos, wenn die Reflektoren der Leuchten das Licht schlecht formen oder gegen glänzende Oberflächen werfen, die reflektierend wirken. Arbeitsplätze im Büro sollen daher auch senkrecht zu Fenstern stehen. Weiterhin ist für Wärmeabfuhr der Leuchtmittel zu sorgen, da Erhitzung deren Lebensdauer verkürzt.

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