Einen Umzug ins Ausland planen – die Herausforderung des Auswanderns richtig angehen

Immer mehr Deutsche entscheiden sich dafür ihre Heimat zu verlassen und ein neues Kapitel in einem anderen Land aufzuschlagen. Dabei können die Gründe für das Auswandern sehr vielseitig sein. Ob ein Job mit besseren Verdienstmöglichkeiten, die große Liebe oder die Sehnsucht nach Veränderung – ein Umzug ins Ausland hat für einige Menschen so einige Vorteile. Dabei lässt sich die Herausforderung eines Umzugs ins Ausland nur mit der richtigen Planung bewältigen. Denn ein die Ausreise kostet oftmals viel Geld und strapaziert die Nerven. Der Neuanfang im Ausland muss an zwei Fronten organisiert werden, wodurch viele Auswanderer wichtige Schritte nicht mit der nötigen Sorgfalt beachten. Die Planungen für das Auswandern sind selten innerhalb von wenigen Wochen zu schaffen. So sollte der Start im neuen Land gut organisiert werden. Aus diesem Grund haben wir Ihnen eine Reihe von Tipps und Tricks zusammengefasst, die dir bei den Planungen für einen Umzug ins Ausland unter die Arme greifen.

Umzug ins Ausland mit spezialisierten Umzugsunternehmen angehen

Internationale Umzüge sollten immer mit einem professionellen Umzugsunternehmen geplant werden. Denn die Hilfe einer Spedition kann die Herausforderung eines Umzugs ins Ausland um ein Vielfaches erleichtern. So sollte man sich schon frühzeitig mit einem spezialisierten Umzugsunternehmen für internationale Umzüge in Verbindung setzen, um die schon bei der Einreise auf sein ganzes Hab und Gut zurückgreifen zu können. Hier bietet es sich vor allem an im Internet nach Umzugsunternehmen Ausschau zu halten. Viele professionelle Unternehmen zeigen mit entsprechenden Referenzen, dass sie schon mehrere Umzüge ins Ausland erfolgreich geplant und bewältigt haben. Umso früher man sich mit einem Speditionsunternehmen austauscht, desto mehr Geld kann man sparen. Auch sollte man ein Vergleich verschiedener Umzugsunternehmen nicht scheuen.

Wichtige Dokumente rechtzeitig anfordern

Vor jedem Neustart ist es wichtig sich über die Aufenthaltserlaubnis, die Arbeitserlaubnis oder notariell beglaubigte Dokumente wie Geburtsurkunden und Heiratsurkunden zu kümmern. Dabei ist ein Umzug in das europäische Ausland meistens mit nicht so großem Aufwand verbunden wie bei einer Ausreise in das nichteuropäische Ausland. Hier sollte man rechtzeitig planen und darauf achten alle Dokumente so schnell wie möglich anzufordern. Denn oftmals benötigt man wichtige Dokumente auch in der Landessprache, wodurch es manchmal zu Wartefristen von bis zu zwei Monaten kommen kann. Bei den Planungen für den Umzug ins Ausland sollten Dokumente deshalb direkt zu Beginn beantragt werden. Auch beim Thema Versicherungen sollte man sich rechtzeitig informieren, um sicherzugehen welche Versicherungen auch im Ausland beibehalten werden können.

Die wichtigsten Worte in Landessprache

Auswanderer, die in ein fremdes Land ziehen und nicht ein Wort der Landessprache verstehen kann ich immer nicht verstehen. Gerade in den ersten Tagen nach den Umzug gibt es so viel zu erledigen (Behördengänge, Kindergarten, Arbeitgeber, …), dass es einfach gut ist wenn man wenigstens die wichtigsten Worte in der Sprache der neuen Heimat sprechen kann und hier keine zusätzliche Hürde vorfindet. Also: Vor dem eigentlichen Umzug, mach doch schon mal einen Sprachkurs. Der hilft vielleicht ja sogar um mit anderen potentiellen Auswanderern in Kontakt zu kommen. Austausch ist immer gut und wer bereits erste Kontakte in Deutschland knüpft hat es später sicher leichter.

Auswandererforen im Internet

Apropos Austausch! Im Internet gibt es zahlreiche Auswandererforen (z.B. www.auswandererforum.de oder https://www.auswandern-webforum.de) Hier kann man sich vorab prima mit anderen Auswanderern kurzschließen und erhält von Leuten die bereits ausgewandert sind wichtige Insidertipps zum neuen Wohnort. Das kann echt eine große Hilfe sein.

Verträge vorab prüfen

Oft kommen mit Beginn des neuen Lebensabschnitts auch zahlreiche Verträge auf einen zu. Ein Mietvertrag wird unterschrieben, ein Arbeitsvertrag, vielleicht Verträge im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit. Fast immer sind diese Verträge in Landessprache und nach Landesrecht verfasst. Entsprechend können böse Überraschungen in den Verträgen lauern, die einen auch mal die Existenz kosten können.

Mein Tipp: Lass dir die Verträge am besten rechtzeitig via E-Mail schicken und lass diese von einem Fachmann prüfen. Selbst wenn du Sprachkenntnisse hast: Suche dir jemanden, der vertraglich fit ist in der Sprache und der sich mit den rechtlichen Begebenheiten Vorort auskennt. Keiner will in den ersten Tagen des neuen Lebens auch noch rechtliche Auseinandersetzungen am neuen Wohnort führen!

Wichtig ist auch, sich mit den Arbeitsbedingungen und Arbeitsbestimmungen Vorort auseinander zu setzen. Prüft vorab, ob eure Ausbildungen anerkannt werden und ob ihr überhaupt (und unter welchen Umständen) arbeiten dürft. Klingt eigentlich logisch, doch so mancher Auswanderer ist schon daran gescheitert, dass er erst nach der Auswanderung bemerkt hat wie schwer oder unmöglich es ist eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Hier helfen die regionalen Botschaften in Deutschland weiter.

Das Hab- und Gut rechtzeitig versilbern

Die meisten Menschen haben etliche Vermögensgegenstände. Bei der Auswanderung kann man viele Dinge nicht mitnehmen und da das Leben in Deutschland beendet werden soll, wird Hab und Gut verkauft um das Startkapital für die Auswanderung zu erhöhen.

Ganz wichtig ist es rechtzeitig zu überlegen, was ihr mitnehmen wollt und was hier bleibt. Je eher ihr wisst was verkauft werden sollt, desto mehr Zeit habt ihr um einen potentiellen Käufer zu finden und um Dinge anzubieten. Das ist gut, denn so kommt ihr nicht in die Verlegenheit euer Auto oder die Wohnzimmereinrichtung am Tag des Umzugs unter „Druck“ an den erstbesten und zum niedrigsten Preis verkaufen zu müssen. Sucht euch also rechtzeitig einen Käufer für eure Wertgegenstände, die hierbleiben sollen.

Ausreichend Budget

Ich habe viele Auswanderungen scheitern sehen, weil das Budget nicht ausreichend war. Ich kenne einige Leute, die sind ohne Sorgen aus dem Leben in Deutschland ausgeschieden und waren nach wenigen Wochen wieder zurück – arm wie die Kirchenmäuse. Sorgt dafür, dass ihr ausreichend Budget habt. Informiert euch, was das Leben in der neuen Heimat kosten wird. Stellt Listen mit den zu erwartenden Ausgaben auf und sorgt dafür, dass ihr mindestens für 10 Monate (eher für 12 Monate) ausreichend Reserven habt um notfalls auch ohne Einkommen klar zu kommen!

Ein Plan B gibt Sicherheit

Verwerft euch nicht mit Freunden oder Bekannten hier in Deutschland. Wenn eine Auswanderung scheitert, seid ihr froh, wenn ihr einen Plan B in der Tasche habt und hier Leute kennt, die euch auffangen und helfen wieder ins Leben in Deutschland zurück zu finden. Oft werden mit dem Entschluss, die Zelte in Deutschland abzubrechen auch die Freundschaften innerlich schon beendet. Der Kontakt wird weniger und man beginnt damit sich auseinander zu leben. Das ist aber falsch, denn Freundschaften sind oft über Jahre gewachsen. Sie helfen nicht nur in der Phase der Auswanderung, sondern können auch während der Auswanderung eine wichtige Stütze sein und bei eventuellen Problemen einen Plan B darstellen.

Also: Pflegt Freundschaften (wenigstens) bis zum Schluss und sorgt dafür, dass diese auch in den ersten Monaten der Auswanderung gut erhalten bleiben – auch wenn ihr wisst, dass eine Beziehung über kurz oder lang eher einschlafen wird.

Kinderbetreuung sicherstellen

In den ersten Wochen der Auswanderung gibt’s viel zu regeln. Die Zeit wird stressig werden. Am besten, ihr kümmert euch schon von Deutschland aus um eine ordentliche Betreuung für eure Kinder um in dieser harten Zeit mit vollem Einsatz an den Problemchen der ersten Tage im neuen Land arbeiten zu können.

Übrigens: Hier gibts viel mehr Tipps zum Umzug ins Ausland. Unbedingt weiterlesen!

Komplettumzug: Dein Umzug mit allen erdenklichen Extraleistungen

Wenn Du möglichst stressfrei umziehen und Dich ganz entspannt zurücklehnen möchtest, während andere Deinen Umzug von A bis Z abwickeln, dann ist ein Komplettumzug die richtige Wahl. Ob Du nun schwanger bist, es sich um einen Seniorenumzug handelt oder Du einfach unter Zeitdruck stehst und beruflich stark eingespannt bist, Deinen kompletten Umzug kannst Du einfach den Profis überlassen. Ein Komplettumzug kann dabei nicht nur das Ein- und Auspacken deiner Kisten beinhalten, denn gerne übernimmt ein professionelles Umzugsunternehmen in Deiner Nähe auch weitere Leistungen für Dich. Wie so ein Komplettumzug also aussehen könnte, möchte ich Dir jetzt gerne verraten.

Viele Extraleistungen beim Komplettumzug

Dabei kannst Du Dir Dein Leistungspaket für Deinen Komplettumzug frei Deinen Wünschen und Bedürfnissen entsprechend zusammenstellen. Folgende Leistungen sind zum Beispiel denkbar:

  • Ein- und Auspacken Deiner Umzugskartons
  • Auf- und Abbauen Deiner Möbel
  • Transport
  • Bauarbeiten
  • Renovierungsarbeiten
  • Sanierungsarbeiten
  • Montagearbeiten

Bei Deinem sorglosen Komplettumzug sieht Deine neue Wohnung also binnen kürzester Zeit so aus, als würdest Du dort schon ewig wohnen. Vom Anbringen der Lampen und Gardinen bis hin zur Montage Deiner Küche musst Du Dich wahlweise nämlich um nichts kümmern, sofern Du einen Komplettumzug buchst. Einige Umzugsunternehmen haben sich sogar auf so vielseitige Zusatzleistungen spezialisiert, dass sie auch mit fachkundigen Bauarbeitern oder Handwerkern zusammenarbeiten, die auf Wunsch Dein Laminat verlegen, neu tapezieren, für Dich streichen oder eine zusätzliche Wand einziehen. Das Ziel bei Deinem Komplettumzug ist es also, dass Deine neue Wohnung am Ende binnen kurzer Zeit so aussieht, wie Du es Dir wünschst, ohne dass Du dafür selbst bei Deinem Umzug schuften musstest. Selbst, wenn es um den Nachsendeantrag oder das Ummelden bei verschiedenen Dienstleistern geht, kann Dir ein professionelles Umzugsunternehmen kompetent unter die Arme greifen.

Tipps für Deinen Komplettumzug

Auch wenn Du Dein Umzugsunternehmen mit Deinem kompletten Umzug beauftragst, gibt es einige Dinge, die Du dennoch nicht aus der Hand geben sollest. Am besten erstellst Du zunächst eine Liste mit allen anfallenden Arbeiten. So kannst Du Dich bezüglich der gewünschten Leistungen einfacher mit Deinem Umzugsunternehmen besprechen. In diesem Zusammenhang wird Dir wahrscheinlich auch klar werden, dass es einige Aufgaben gibt, die eben nur Du allein übernehmen kannst. Denn auch wenn die Umzugsprofis grundsätzlich den Umzug deines kompletten Hab und Guts bewältigen können, möchtest Du einige sehr private Gegenstände bestimmt lieber selbst in Deine Umzugskartons packen. Zudem ist es wichtig, dass Du eine solide Vertrauensbasis zu Deinem Umzugsunternehmen aufbauen kannst. Wenn die Umzugshelfer sogar Deine Kartons packen, stehen die Chancen plötzlich viel größer, dass etwas unbemerkt verschwindet. Wertgegenstände, wie Schmuck oder kleinere Gadgets, solltest Du daher selbst einpacken und transportieren, damit Du gar nicht erst Gefahr läufst, dass diese während des Komplettumzugs abhanden kommen.

Kostenkalkulation und Versicherungen

Um Dein Gewissen zu beruhigen, kannst Du bei Deinem Umzugsunternehmen zudem nachfragen, inwiefern Du abgesichert bist, falls während des Umzugs doch einige Deiner Wertgegenstände verschwinden sollten (hierzu kann ich dir auch meinen Artikel ‚Wofür haften eigentlich Umzugsunternehmen?‘ ans Herz legen). Bedenke zudem, dass ein Komplettumzug mit wesentlich höheren Kosten verbunden ist als ein Standardumzug. Daher solltest Du nicht nur verschiedene Angebote einholen, sondern die unterschiedlichen Leistungen sollten auch als einzelne Kostenpunkte in dem Angebot zu finden sein. So kannst Du für Dich individuell entscheiden, welche Leistungen Dir Dein Geld wirklich wert sind und welche Arbeiten Du in Anbetracht der hohen Kosten vielleicht doch lieber eigenhändig übernimmst.

Wann und wieso ist der Gesundheitscheck vor einem Umzug ins Ausland sinnvoll?

Es gibt viele Gesetze, Formalien und Fristen, die Du bei einem Umzug ins Ausland beachten musst. Während ich Dich in meinem Artikel „Umzug ins Ausland – Worauf musst Du achten?“ bereits mit einer Liste der wichtigsten Punkte, die bei solch einem Vorhaben zu bedenken sind, vertraut gemacht habe, steht heute der Gesundheitscheck im Vordergrund. Denn abhängig davon, in welches Land Du ziehst, kann ein Gesundheitscheck in Deutschland sehr sinnvoll sein. Das liegt vor allem daran, dass die Gesundheitsversorgung nicht in allen Ländern weltweit so gut ist wie in weiten Teilen Europas. Außerdem gibt es durchaus bestimmte Krankheiten, die in anderen Ländern besonders häufig auftauchen und gegen die Dein Immunsystem weniger resistent ist als das der Einheimischen. Wie Du siehst, sprechen viele Gründe für einen Gesundheitscheck vor Deinem bevorstehenden Umzug ins Ausland!

Was spricht für den Gesundheitscheck in der Heimat?

Eine neue Wohnung im Ausland finden, Kartons packen, Reisepläne machen, ein Visum organisieren und den Transport Deiner Möbel buchen – damit hast Du doch eigentlich schon genug zu tun, oder? Warum solltest Du in dieser stressigen Zeit also auch noch einen Medical Check-Up zu Deiner Liste der To-Dos hinzufügen? Abhängig von Deinem Zielland kann ein Gesundheitscheck sogar Pflicht sein, damit Du überhaupt ein Visum für die Einreise oder eine Arbeitserlaubnis für Deine neue, ausländische Heimat erhältst. Doch auch wenn dieser Zwang eines Gesundheitschecks nicht besteht, solltest Du einen Check-Up als angehender Auswanderer ernsthaft in Erwägung ziehen.

Wann ist der Artzbesuch sinnvoll?

Ein Arztbesuch kurz vor dem Umzug empfiehlt sich zum Beispiel dann, wenn Du unbedingt ein neues Rezept für die Anti-Baby-Pille, ein dringend benötigtes Herz-Medikament oder andere Arzneien, die Du regelmäßig nimmst, brauchst. In diesem Zusammenhang solltest Du mit Deinem Arzt auch abklären, inwiefern das jeweilige Medikament im Ausland überhaupt verfügbar ist und welche Alternativen Dein Arzt Dir empfehlen kann. Bedenke dabei außerdem, dass einige Medikamente, die in Europa zugelassen sind, bei der Einreise in andere Länder zu Problemen führen könnten. Dies ist zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Fall, wo es eine lange Liste von Medikamenteninhaltsstoffen gibt, die bei der Einreise vor Ort verboten sind. Zur Sicherheit solltest Du demnach Rücksprache mit Deinem Arzt halten und Dich über die jeweiligen Einreisebestimmungen vor Ort informieren. Darüber hinaus sprechen die nachfolgenden Gründe für einen Arztbesuch vor dem Umzug:

  • Wenn Du einen Gesundheitscheck in Deutschland durchlaufen hast, kannst Du Dir in Deinem Zielland mehr Zeit mit der Arztsuche lassen.
  • Nicht in allen Ländern ist die medizinische Versorgung so gut wie hier. Bei einem Arztbesuch hierzulande bist Du erst einmal mit den wichtigsten Medikamenten versorgt.
  • Ein Gesundheitscheck bestätigt (hoffentlich), dass bei Dir gesundheitlich alles in Ordnung ist. So kannst Du dem Umzug gelassener entgegenblicken.
  • Zum Teil können die Kosten für eine adäquate medizinische Versorgung im Ausland sehr hoch sein. Mit einem Gesundheitscheck in der Heimat kannst Du vorsorgen.
  • Vielleicht deckt Deine ausländische Krankenversicherung nur Notfälle und keine Vorsorgeuntersuchungen ab. Dann solltest Du am besten die nötigen Vorsorgeuntersuchungen noch in Deutschland auf Kosten der heimischen Krankenkasse durchführen lassen.

Dabei können ein Blutbild und EKG in diesem Zusammenhang nicht schaden, um Dir Deinen allgemeinen Gesundheitszustand bestätigen zu lassen. Auch wenn Du eine neue Füllung oder Versiegelung Deiner Zähne benötigst, ist ein Besuch beim Zahnarzt Deines Vertrauens vor dem Umzug ins Ausland sinnvoll. Gerade im Bereich der Zahnmedizin hört man öfter Horror-Stories aus dem Ausland und bei einem Zahnarztbesuch in Deutschland übernimmt sogar die Krankenkasse einen Teil der Kosten, was im Ausland hingegen oftmals nicht der Fall ist. Auch wenn Du eine neue Brille benötigst, suchst Du am besten hierzulande einen Augenarzt auf. Im Vergleich zu Deiner neuen Heimat ist die Auswahl an Brillengestellen hierzulande womöglich nicht nur größer, sondern Du kannst meist auf eine Zuzahlung von der Krankenkasse bauen. Demnach ist ein Gesundheitscheck vor dem Umzug sowohl im Sinne Deiner Gesundheit als auch im Sinne Deiner Geldbörse!

Dein Gesundheitscheck ist ohne alle wichtigen Impfungen nicht komplett

Welche der vorrangehenden Tipps Du unbedingt beherzigen solltest, hängt vor allem von Deinem Zielland ab. Ähnlich sieht es auch bei den Impfungen aus, die Du vor Deinem Umzug ins Ausland benötigst. Gerade wenn es Dich in tropische oder subtropische Regionen fernab von jeder Zivilisation zieht, ist der Besuch beim Tropenmediziner, der Dir die passenden Impfungen verabreichen kann, Pflicht. Bei solch einem Termin kann Dich der zuständige Arzt zudem über die schwerwiegendsten Krankheiten, die in Deiner neuen Heimat auftreten können, aufklären. Dadurch weist du, wann Du sofort Hilfe holen solltest. Wenn Du zunächst einmal in Erfahrung bringen möchtest, welcher Impfschutz in Deinem Auswanderungsland dringend erforderlich ist, kannst Du Dich an eine der folgenden drei Anlaufstellen wenden:

• die Reisehinweise des Auswärtigen Amts
• an das in Berlin ansässige Robert-Koch-Institut
• an verschiedene Tropeninstitute in ganz Deutschland

Achtung: Dabei solltest Du unbedingt ausreichend Vorlaufzeit einplanen. Denn bei den meisten Impfungen reicht eine Impfdosis allein nicht aus, sodass es eine Weile dauern wird, bis der nötige Impfschutz besteht. Eine Auffrischung der Standardimpfungen ist zu Deiner Sicherheit unabhängig vom Auswanderungsland zu empfehlen. Allerspätestens drei Monate vor Deinem Umzug ins Ausland solltest Du Dich routinemäßig um den folgenden Impfschutz bemühen:

• Kinderlähmung
• Masern, Mumps, Röteln
• Diphterie
• Tetanus
• Hepatitis B (und vielleicht auch Hepatitis A)

Eine Grippeimpfung kann nach eigenem Ermessen oder nach dem Ermessen Deines Arztes erfolgen. Wenn Dein Immunsystem ohnehin nicht das beste ist und Du weißt, dass Du von einer Impfstoffgabe relativ stark in Mitleidenschaft gezogen wirst, solltest Du schon mehr als drei Monate vor dem Umzug ins Ausland einen Arzt für den nötigen Impfschutz aufsuchen. Mitunter musst Du diesen Impfschutz zudem nachweisen, damit Du Dein Arbeitsvisum überhaupt erhältst, weshalb auch in diesem Fall entsprechend längere Vorlaufzeiten immens wichtig sind.

Achtung Kulturschock! 10 Tipps für Deinen Umzug ins Ausland

Jeder Umzug ist stets eine große Umstellung. Je weiter Du von Deinem bisherigen Zuhause wegziehst, desto größer ist auch die damit einhergehende Herausforderung. Das gilt auch bei Umzügen ins Ausland: Wird in dem Land, in welches Du ziehst, noch dieselbe Sprache gesprochen oder eine andere? Handelt es sich um eine ähnliche Kultur? Wie groß sind die Unterschiede? Welche Religion ist in dem Land vorherrschend? Mit dem Umzug ins Ausland geht quasi immer ein Kulturschock einher. Was Du dagegen tun kannst und wie Du Dich schnell in Deinem neuen Land der Wahl einlebst, verrate ich Dir heute in meinen 10 praktischen Tipps.

Was ist eigentlich ein Kulturschock?

Der Kulturschock ist ein umgangssprachlicher Begriff, welcher ein Gefühl der Überforderung nach dem Umzug in ein anderes Land oder aber auch auf einer Reise beschreibt. Der Kulturschock tritt dabei häufig zeitversetzt ein nach der ersten Euphorie, der sogenannten „Honeymoon-Phase“. In dieser ersten Phase der Begeisterung wirken das neue Land und dessen Kultur in der Regel noch aufregend und faszinierend. Hast Du Dich dann ein wenig eingelebt und es kehrt der Alltag ein, kommt mit ihm häufig auch der Kulturschock. Wie lange dieser wiederum andauert, ist ebenfalls je nach Situation und Persönlichkeit unterschiedlich. Wer den Kulturschock allerdings überwindet, findet sich in der Regel als gereifte und gestärkte Persönlichkeit wieder. Er sollte Dich daher keinesfalls von dem Umzug ins Ausland abschrecken.

Welche „Symptome“ treten beim Kulturschock auf?

Auch bei Dir kann im Rahmen eines Umzugs ins Ausland also nach einigen Tagen oder Wochen ein Kulturschock eintreten. Wie Du diesen bemerkst? In der Regel geht er einher mit

  • starkem Heimweh,
  • Gefühlen der Überforderung,
  • Versagensängsten,
  • Einsamkeit,
  • Unsicherheit in Alltagssituationen
  • dem Gefühl der Fremdheit

Durch eine gute Vorbereitung kannst Du den Kulturschock aber verhindern oder zumindest minimieren. Wie das geht? Mit meinen 10 praktischen Tipps sollte das kein Problem mehr sein:

Tipp 1: Den Kulturschock niemals unterschätzen

Viele Menschen machen den Fehler, bei ihrem Umzug ins Ausland den damit einhergehenden Kulturschock zu unterschätzen. Selbst wenn Du „nur“ von Deutschland in die Schweiz ziehst, wirst Du die kulturellen Unterschiede nämlich bereits deutlich zu spüren bekommen. Selbst in Ländern mit derselben Sprache und einer scheinbar auf den ersten Blick ähnlichen Kultur, gibt es nämlich bereits zahlreiche nationale Eigenheiten. Der Kulturschock lässt da in der Regel nicht lange auf sich warten!

Tipp 2: Die eigene Kultur kennenlernen

Egal, ob Du nun von der Schweiz nach Österreich oder von Schweden nach Bali ziehst: Den Kulturschock verhinderst Du am besten, indem Du Dich erst einmal mit Deiner eigenen beschäftigst. Je besser Du nämlich die Standards, Gepflogenheiten und Grenzen Deiner Kultur kennst, desto gezielter kannst Du auch Unterschiede wahrnehmen und damit umgehen. Durch das bessere Verständnis Deiner eigenen Kultur kannst Du also die neue Kultur ebenfalls besser verstehen lernen und Dich gezielt auf die Veränderungen vorbereiten. Hilfreich ist hierbei zum Beispiel ein interkulturelles Training, wie es häufig vor Auslandsentsendungen durch Unternehmen angeboten wird.

Tipp 3: Den Umzug richtig vorbereiten

Hast Du nicht die Chance an einem solchen interkulturellen Training teilzunehmen, solltest Du Dich dennoch so gut wie möglich auf das Zielland vorbereiten. Lies entsprechende Bücher, kaufe Dir einen Reiseführer, sprich mit Freunden und Bekannten aus dem Land, oder welche dort bereits auf Reisen waren, und führe eine ausgiebige Internetrecherche durch. Bevor Du in ein fremdes Land ziehst, solltest Du unbedingt wissen

  • welche Sprache im Zielland gesprochen wird?
  • welche Religionen es gibt und welcher die Mehrheit angehört?
  • welche Besonderheiten für die Kultur mit dieser Religion einhergehen?
  • wie die politischen Strukturen sind?
  • welche Regeln und Gesetz es gibt, oder inwiefern sich diese von Deiner Heimat unterscheiden?
  • welche Traditionen und Bräuche es gibt?
  • inwiefern Männer und Frauen gleichberechtigt sind?
  • welche kulturellen Regeln bei der Kleidung zu beachten sind?
  • wie sich die Einheimischen ernähren?

Natürlich ist es unbedingt empfehlenswert – falls nicht bereits geschehen – dass Du die Sprache des jeweiligen Landes bereits im Voraus so gut wie möglich lernst. So kannst Du Dich von Anfang an ein wenig verständigen und Zusammenhänge besser erschließen. Dadurch beschleunigst Du Deine Integration und verringerst den Kulturschock. Lass Dich aber nicht entmutigen, wenn Du trotz bereits vorhandener Sprachkenntnisse die Einheimischen nicht verstehen solltest. An die ortsspezifischen Dialekte und Floskeln wirst Du Dich schnell gewöhnen.

Tipp 4: So früh wie möglich umziehen

Je nachdem, aus welchem Grund Du umziehst, wäre es eine durchaus sinnvolle Option früher anzureisen. So kannst Du Dich bevor der neue Job oder das Studium starten nämlich schon einmal etwas einleben, Dich mit der Umgebung vertraut machen und die Kultur kennenlernen.

Tipp 5: In eine WG ziehen

Wenn Du als Single umziehst, ist eine WG eine tolle Wohnmöglichkeit, bei welcher Du direkt nette Leute kennenlernen kannst. Gerade für Studenten oder Berufseinsteiger bringt die WG zudem den Vorteil mit sich, dass sie in der Regel deutlich günstiger ist als eine eigene Wohnung. Auf Plattformen wie wg-gesucht.de kannst Du häufig sogar von Zuhause aus bereits vor dem Umzug ein WG Zimmer anmieten. Noch besser ist es aber natürlich, wenn Du es vor Ort persönlich besichtigst und Deine potenziellen neuen Mitbewohner kennenlernst. Nun, da Du ja ein wenig früher angereist bist, hast Du dafür schließlich ausreichend Zeit. Derweil kannst Du Dich zum Beispiel in einem günstigen Hostel einmieten und Deine Habseligkeiten einlagern.

Tipp 6: In die Beobachterrolle gehen

Du solltest trotz guter Vorbereitung in Deiner neuen Heimat erst einmal zurückhaltend auftreten. Bring eine Menge Neugierde mit und beobachte erst einmal: Wie verhalten sich die Menschen hier? Wie begrüßen sie sich? Wie gehen sie mit Emotionen um? Sind sie eher reserviert oder herzlich? Es ist ein spannender Prozess, das neue Land, die Leute und deren Kultur zu Beginn auf Dich wirken zu lassen und so läufst Du nicht Gefahr, Dir gleich am Anfang einen Fauxpas zu leisten.

Tipp 7: Toleranz ist das A und O

Übe Dich in Toleranz! Es reicht nun nämlich nicht aus, nur die Besonderheiten zu beobachten und die Unterschiede zwischen Deiner und der neuen Kultur wahrzunehmen, Du musst diese natürlich auch tolerieren. In China werden Emotionen nicht öffentlich gezeigt? Dann hältst Du Dich fortan an diese Regel. Die Brasilianer stehen für Deinen Geschmack beim Vieraugengespräch immer einen Schritt zu nah? Dann halte es aus! Wenn du zurückweichst oder aus dem Rahmen fällst, wirst Du nämlich schnell zum Außenseiter. Die Einsamkeit und das damit einhergehende Heimweh sind dann nur noch eine Frage der Zeit.

Tipp 8: Kommunikation mit der Heimat

Ja, manchmal hilft wirklich nichts mehr außer in der alten Heimat anzurufen und sich einmal so richtig auszuheulen. Und das ist auch völlig in Ordnung! Je enger Du zu Beginn mit Deiner Familie, Deinen Freunden, Bekannten oder Kollegen in Kontakt bleibst, desto weniger einsam wirst Du Dich fühlen, wenn dann doch einmal der Kulturschock einsetzen sollte. Es hilft ungemein, dann einfach in der Muttersprache über die Erlebnisse sprechen zu können. Schwärme von der tollen Umgebung, rege Dich über den unfreundlichen Vorgesetzten auf oder erzähle die lustige Geschichte Deines ersten Arbeitstages. Hast Du Dir einmal alles von der Seele geredet, geschluchzt oder gelacht, wird es Dir schon wieder viel besser gehen. Nimm daher entweder Kommunikationsmittel von Zuhause mit oder kaufe Dir so schnell wie möglich vor Ort ein neues Handy beziehungsweise einen Laptop.
Mein Extra-Tipp: Per Skype oder FaceTime telefonierst Du übers Internet nicht nur kostenlos, sondern kannst Dein Gegenüber dabei auch noch sehen.

Tipp 9: Neue Hobbys suchen

Hin und wieder bei den alten Freunden ausheulen ist in Ordnung. Du solltest Dich aber auf keinen Fall dauerhaft zurückziehen, sondern Dir stattdessen vor Ort neue Freunde suchen. Wie das geht? Über Hobbys zum Beispiel. Dies können Deine bisherigen Hobbys sein, welche Du an Deinem früheren Wohnort auch ausgeübt hast, oder ganz neue. Weitere Ideen habe ich Dir in meinem Artikel „So findest Du nach einem Umzug schnell neue Freunde“ zusammengetragen.

Tipp 10: Lass Dir Zeit!

Schlussendlich musst Du Dir einfach selbst etwas Zeit zugestehen, um Dich in Deiner neuen Heimat einzuleben. Stelle keine zu hohen Ansprüche an Dich selbst und akzeptiere, dass es Dir eben auch hin und wieder einmal schlecht geht und das Heimweh ruft. Früher oder später wird sich der Kulturschock legen, Du wirst Dich integrieren, neue Freunde finden und Dich an die Gepflogenheiten des Landes gewöhnen. Und das so sehr, dass Du dann bei Deiner Rückkehr nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz wiederum einen Kulturschock erlebst. Das ist nämlich ein völlig normales Phänomen nach einer langen Reise oder einem Auslandsaufenthalt…

Umzug (ins Ausland): So meldest Du das Kindergeld um

In meinem Artikel „Ummelden beim Umzug. Wann, wie, wo?“ habe ich Dir bereits eine praktische Liste an die Hand gegeben, wo Du Dich bei einem Umzug überall ummelden musst. Hierzu gehört natürlich auch das Kindergeld. Bleibst Du innerhalb Deutschlands, gestaltet sich die Ummeldung des Kindesgeldes relativ einfach. Komplizierter wird es, wenn Du ins Ausland umziehst. Denn dann muss erst einmal geklärt werden, ob überhaupt noch ein Kindergeldanspruch besteht.

Umzug innerhalb Deutschlands: Kindergeld per Formular ummelden

Wenn Du bereits erfolgreich Kindergeld beantragt hast und nur innerhalb von Deutschland Deinen Wohnort wechselst, musst Du dies dem zuständigen Amt über ein Formular mitteilen. Diese sogenannte „Veränderungsmitteilung“ findest Du hier. Du kreuzt einfach den ersten Punkt an „Meine Anschrift hat sich wie folgt geändert:“ und trägst Deine neue Adresse ein. Durch die Angaben in der Kopfzeile, also den Namen und Vornamen des/der Kindergeldberechtigten sowie die Kindergeld- und Steueridentifikationsnummer, kann das Amt die Daten dann auch korrekt zuordnen. Nun musst Du das Dokument nur noch unterschreiben und per Post an das zuständige Amt senden. Doch welches ist eigentlich für die Adressänderung zuständig?

Das zuständige Amt ausfindig machen

Du schickst die Veränderungsmitteilung an Dein bisher zuständiges Amt, sprich in Deinem alten Wohnort, vom dem Du auch alle Kindergeldbescheide etc. erhalten hast. Dieses nimmt dann automatisch die Änderungen vor und übermittelt dem neuen zuständigen Amt, also an Deinem neuen Wohnort, alle wichtigen Informationen. Zuständig ist

  • für Beschäftigte im öffentlichen Dienst die Familienkasse Deines Dienstherrn oder Arbeitgebers.
  • für alle anderen die Familienkasse der ortsansässigen Bundesagentur für Arbeit.

Was passiert beim Umzug ins Ausland?

Wenn Du ins Ausland ziehst, steht Dir oder Deinen Kindern nicht mehr zwangsläufig Kindergeld zu. Du hast nur dann noch einen Anspruch auf Kindergeld, wenn Du auch weiterhin in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bist. Andernfalls erhältst Du eventuell das Kindergeld als Sozialleistung. Dies ist dann der Fall, wenn

  • Du bei der Bundesagentur für Arbeit in einem Versicherungspflichtverhältnis stehst oder
  • Rente gemäß deutscher Rechtsvorschriften beziehst oder
  • als Entsandter, Missionar beziehungsweise Entwicklungshelfer tätig bist.

Kannst Du doppelt Kindergeld beziehen?

Doch was ist nun eigentlich, wenn Du in dem Land Deines neuen Wohnortes auch einen Anspruch auf Kindergeld oder ähnliche Familienleistungen hast? Prinzipiell kannst Du kein doppeltes Kindergeld beziehen. Das bedeutet, dass Du immer die Leistungen des Landes beziehst, in welchem Du lebst und arbeitest. Allerdings stockt Deutschland das Kindergeld eventuell auf, wenn Du weniger als das in Deutschland übliche Kindergeld erhältst und einen Anspruch auf das Kindergeld als Sozialleistung besitzt. Du erhältst dann also die Familienleistung vom Land Deines Wohnortes zuzüglich des Restbetrages von den deutschen Ämtern.

Was, wenn Du im Ausland studieren oder eine Schule besuchen möchtest?

Auch als Schüler/in oder Student/in steht Dir ja unter Umständen noch das Kindergeld zu, wenn es sich um Deine erste berufsqualifizierende Ausbildung handelt. Da Auslandsaufenthalte hierbei immer häufiger werden, interessiert Dich gewiss, ob Du auch bei einem kurzzeitigen Umzug ins Ausland oder bei einem Auslandsstudium noch Anspruch auf das Kindergeld hast?

  • Bleibt Dein Auslandsaufenthalt innerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraumes, hast Du in der Regel immer noch Anspruch auf die Kindergeldzahlungen.
  • Bei Auslandsaufenthalten außerhalb der EU oder des EWR hast Du normalerweise dann einen Anspruch auf Kindergeld, wenn dieser nicht länger als ein Jahr dauert.
  • Bei einem Auslandsaufenthalt von mehr als einem Jahr und außerhalb der EU beziehungsweise des EWR wird der Kindergeldanspruch jeweils im Einzelfall entschieden. Gute Chancen hast Du, wenn Du zwar im Ausland studierst, in den Semesterferien aber stets wieder in Deutschland wohnst, Deinen deutschen Wohnsitz also nicht endgültig aufgibst. Dies kann auch der bisherige Wohnsitz bei Deinen Eltern sein.

Welches Amt bei Umzug ins Ausland?

Auch für den Umzug ins Ausland sind die Familienkassen zuständig. Erst einmal füllst Du auch dann eine Veränderungsmitteilung aus und schickst diese postalisch an das bisher für Dich zuständige Amt. Weiterhin muss nun aber geprüft werden, ob Du an Deinem neuen Wohnsitz im Ausland überhaupt noch Ansprüche auf Kindergeld besitzt. Für diese Prüfung sind folgende Familienkassen zuständig:

  • Familienkasse Baden-Württemberg für Frankreich und Schweiz
  • Familienkasse Bayern Nord für alle weiteren EU-/EWR-Staaten
  • Familienkasse Bayern Süd für Österreich
  • Familienkasse Rheinland-Pfalz für Belgien, Niederlande und Luxemburg
  • Familienkasse Sachsen für Polen und Tschechien

Alle weiteren Informationen zum Kindergeldanspruch beim Umzug ins Ausland findest Du unter kindergeld.org

Sonderkündigung beim Umzug – wie sieht das beim Mobilfunkvertrag aus?

In meiner Artikelserie zur Sonderkündigung hast Du bereits erfahren, ob, wann und wie Du Deinen Gas-, Strom- oder Telefon- und Internetvertrag bei einem Umzug sonderkündigen kannst. Außerdem habe ich hier gezeigt wie’s mit der Sonderkündigung des Fitnessstudios im Falle eines Umzuges aussieht. Doch wie sieht das eigentlich mit Deinem Handy aus? Schließlich ist dieses ja mobil, Du kannst es einfach an Deinen neuen Wohnort mitnehmen. Hast Du dennoch die Möglichkeit einer Sonderkündigung?

Handyvertrag ohne festgelegte Laufzeit

Hast Du einen Handyvertrag ohne Mindestvertragslaufzeit abgeschlossen, kannst Du in der Regel mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende kündigen. Reiche Deine Kündigung schriftlich und fristgerecht ein, am besten per Post als Einschreiben, und bitte um eine Bestätigung mit Nennung des Beendigungstermines.

Handyvertrag mit Mindestvertragslaufzeit

Allerdings sind solche Verträge ohne eine festgesetzte Mindestvertragslaufzeit eher die Ausnahme und meist deutlich teurer. Die meisten Handyverträge sind daher für mindestens 24 Monate ab Vertragsabschluss gültig und verlängern sich anschließend um jeweils weitere zwölf Monate, wenn Du nicht vorher fristgerecht kündigst. Eine ordentliche Kündigung ist daher immer nur zum Ende der 24 beziehungsweise zwölf Monate möglich. Was kannst Du aber tun, wenn Du umziehst und Deinen Handyvertrag in diesem Zuge auflösen oder wechseln möchtest?

Hast Du auch beim Mobilfunkvertrag ein Sonderkündigungsrecht?

Tatsächlich ist es so, dass Du Deinen Handyvertrag bei einem Umzug innerhalb Deutschlands nicht sonderkündigen kannst. Schließlich handelt es sich um eine ortsunabhängige Leistung. Anders sieht das aber aus, wenn Du ins Ausland umziehst. Hier wird in der Regel Dein Tarif nicht mehr oder nur zu Mehrkosten angeboten.

Beachte aber: Rein rechtlich gesehen hast Du kein Recht auf eine Sonderkündigung durch einen Umzug. Nicht einmal dann, wenn Du ins Ausland ziehst.

Das Gesetz geht nämlich davon aus, dass Du Deinen Mobilfunkvertrag auch im Ausland nutzen kannst. Das stimmt zwar, ist aufgrund der Roaming-Gebühren für Dich aber gewiss keine sinnvolle Alternative. Im schlimmsten Fall kommst Du aber daher erst zum regulären Laufzeitende aus Deinem Vertrag heraus.

Viele Mobilfunkanbieter sind bei einem Umzug ins Ausland kulant…

…und akzeptieren Deine Sonderkündigung trotzdem. Alles, was Du dafür brauchst, sind eine frist- und formgerechte Sonderkündigung sowie ein Nachweis über Deinen Umzug ins Ausland, zum Beispiel Deine Meldebescheinigung. Es gibt zudem Anbieter, welche den Vertrag zwar nicht auflösen, Dir stattdessen aber

  • eine Stilllegung Deines laufenden Vertrages,
  • den Erlass der monatlichen Grundgebühr oder
  • eine Einstufung in einen ausländischen, meist aber auch teureren Tarif

anbieten. Du solltest daher entweder einfach einmal eine Sonderkündigung an Deinen Mobilfunkanbieter senden und seine Reaktion abwarten, oder aber den direkten Kontakt zur Kundenbetreuung suchen, um Deinen individuellen Einzelfall zu besprechen und eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Wie sieht die Sonderkündigung Deines Mobilfunkvertrages aus?

Deine Sonderkündigung musst Du unbedingt schriftlich einreichen und handschriftlich unterzeichnen. Sie muss so früh wie möglich bei Deinem Mobilfunkanbieter eingehen. Sende sie daher postalisch als Einschreiben und als E-Mail beziehungsweise Fax an Deinen Vertragspartner und bewahre die Sendebestätigung sorgfältig auf. Nur so kannst Du später den termingerechten Eingang Deiner Kündigung nachweisen. Wurden Deine Beiträge bislang per Lastschrift eingezogen, so füge Deiner Sonderkündigung stets auch einen Widerruf Deines SEPA-Lastschriftmandates bei.

Muster für die Sonderkündigung eines Handyertrages beim Umzug ins Ausland

Name/Vorname, Straße/Hausnummer, PLZ/OrtMobilfunkanbieter (vollständiger Name des Unternehmens)
Postanschrift des Unternehmens
Kundennummer: XXX
Vertragsnummer: XXX
Mobilfunknummer: XXX

Sonderkündigung meines Mobilfunkvertrages mit dem Unternehmen XXX,

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich fristgerecht meinen Mobilfunkvertrag mit der Vertragsnummer XXX für die Rufnummer XXX bei Ihnen zum nächstmöglichen Termin (tt.mm.jjjj). Einen Nachweis über meinen Umzug ins Ausland habe ich Ihnen beigelegt.

Zugleich widerrufe ich die am tt.mm.jjjj erteilte Einzugsermächtigung für das Konto XXX zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Ich bitte um eine zeitnahe Bestätigung der Kündigung und des Widerrufs sowie die jeweilige Nennung des Beendigungstermines schriftlich an

Name/Vorname
Straße/Hausnummer
PLZ/Ort

Ich bedanke mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Eigenhändige Unterschrift

Kündigung aus Kulanz

Ziehst Du innerhalb Deutschlands um, kannst Du höchstens auf eine Sonderkündigung aus Kulanz setzen. Schildere Deinem Mobilfunkanbieter möglichst ausführlich sowie schriftlich Deine persönliche Situation:

  • Wann ziehst Du um?
  • Weshalb ziehst Du um?
  • Verschlechtert sich dadurch vielleicht Deine finanzielle Situation?
  • Weshalb benötigst Du den Mobilfunkvertrag nicht mehr?
  • War es vielleicht ein Geschäftshandy, das Du durch den Jobwechsel nicht mehr benötigst?

Die Begründung, welche Du für eine Kündigung aus Kulanz vorbringen kannst, ist ganz individuell. Denke aber daran, dass Du diese eventuell nachweisen musst. Du solltest daher stets ehrlich bleiben. Schlussendlich musst Du nun nur noch die Entscheidung Deines Mobilfunkanbieters abwarten. Genehmigt er keine Sonderkündigung, so musst Du den Vertrag bis zum Ende der Vertragslaufzeit erfüllen, sprich bezahlen. Du hast, wie bereits gesagt, keinen rechtlichen Anspruch auf eine Kündigung aus Kulanz, ebenso wenig für eine Kündigung aufgrund Deines Umzugs im Inland oder ins Ausland.

Einen neuen Handyvertrag abschließen

Wird die Kündigung genehmigt, so hast Du nun den offiziellen Termin Deines Vertragsendes. Du solltest Dich daher rechtzeitig um einen neuen Mobilfunkvertrag kümmern und eventuell frühzeitig die Rufnummernportierung beantragen (nur zwischen deutschen Verträgen möglich). Nutze diese Chance, um aktuelle Tarife der unterschiedlichen Anbieter zu vergleichen. Beinahe monatlich ändern diese nämlich ihre Angebote und gewiss findest Du eine günstigere Variante oder erhältst bessere Leistungen für Dein Geld. Es ist daher stets einen Versuch wert, die Kündigung aus Kulanz bei Deinem Mobilfunkanbieter zu beantragen…

Kannst du mit deinem Umzug weitere Verträge kündigen?

Die Frage nach dem Sonderkündigungsrecht eines bestehenden Vertrages bei einem Umzug stellt sich in ganz vielen Fällen – daher habe ich eine komplette Artikelserie fertig gemacht und Informationen zu vielen verschiedenen Vertragsarten für dich vorbereitet. Guck doch einfach mal nach, ob du nicht noch einen anderen Vertrag hast, für den ein Sonderkündigungsrecht bestehen kann! Hier sind alle Artikel aus meiner Artikelserie für dich aufgelistet:

Umzug ins Ausland – Worauf musst Du achten?

Sobald es über eine oder mehrere Ländergrenzen hinweg geht, wird Dein Umzug etwas komplizierter. Neue Gesetze und Regelungen, andere Formalitäten und eventuell eine neue Sprache erfordern daher deutlich mehr Vorbereitungen, als wenn Du Deinen Wohnsitz nur innerhalb Deutschlands verlagerst. Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den Zielländern. Während in der Europäischen Union nämlich ein Wohn- und Arbeitsrecht besteht, musst Du anderswo erst einmal ein Visum beantragen. Ich habe Dir deshalb eine Checkliste zusammengestellt, worauf Du bei Deinem Umzug ins Ausland unbedingt achten musst:

  • Abmeldung: Wenn Du in Deutschland umziehst, übernimmt das Einwohnermeldeamt des neuen Wohnortes die Abmeldung bei Deinem alten. Alle Informationen hierzu findest Du im Artikel „Ummelden beim Umzug. Wann, wie, wo?“. Wenn Du ins Ausland ziehst, musst Du Dich allerdings an Deinem deutschen Wohnort abmelden. Eine Abmeldung ist außerdem beim Finanzamt notwendig, bei der KFZ-Zulassungsbehörde, der Familienkasse, dem Sozialamt, der Rentenkasse usw.
  • Arbeitserlaubnis: Wenn Du im Ausland leben und arbeiten möchtest, benötigst Du eine Arbeitserlaubnis. Im EU-Ausland erhältst Du diese bei der zuständigen Meldebehörde des jeweiligen Ziellandes. Bringe hierfür Deinen Personalausweis sowie Deinen Arbeitsvertrag mit zur Behörde.
  • Aufenthaltsgenehmigung: Informiere Dich rechtzeitig über die Notwendigkeit einer Aufenthaltsgenehmigung in Deinem neuen Wohnort und beantrage diese gegebenenfalls für Dich und Deine Familie. Das Visum erhältst Du beim jeweiligen Konsulat des Landes.
  • Bankgeschäfte: Vereinbare einen Beratungstermin bei Deiner Bank und informiere Dich über die Möglichkeiten, wenn Du im Ausland wohnst. Musst Du Deine Bank wechseln oder ein neues Konto eröffnen, solltest Du Dir rechtzeitig eine geeignete Bank aussuchen und einen entsprechenden Antrag stellen. Erteile außerdem, wenn nötig, Bankvollmachten an Dritte.
  • Führerschein: Informiere Dich bei der Botschaft Deines Ziellandes, ob Du einen internationalen Führerschein benötigst.
  • Gesundheitscheck: Lasse Dich vor Deinem Umzug noch einmal von Deinem Hausarzt durchchecken und beraten. Dieser kann Dich ebenso darüber aufklären, ob und welche Impfungen in dem Zielland empfohlen werden. Solltest Du gesundheitliche Probleme haben oder Medikamente benötigen, informiere Dich rechtzeitig vorher über die medizinische Weiterversorgung im neuen Wohnort und kontaktiere den entsprechenden Arzt bereits vor Deinem Umzug. Lasse Dir außerdem einer Kopie der wichtigsten Arztberichte erstellen und sie gegebenenfalls auf die Sprache des Ziellandes übersetzen.
  • Haustiere: Bezüglich der Einfuhr von Haustieren bestehen in den Ländern unterschiedliche Regelungen. In der EU wurden diese mittlerweile größtenteils vereinheitlicht. Informiere Dich bei der Botschaft oder ausländischen Vertretung Deines Ziellandes über die jeweiligen Bestimmungen. Häufig sind spezielle Impfungen vorgeschrieben oder es gelten feste Fristen für Quarantäne-Aufenthalte. Organisiere außerdem rechtzeitig den Transport Deiner tierischen Freunde.
  • Kommunikationsgeräte: Du musst in deinem neuen Wohnort in der Regel auch neue Verträge für Deine Kommunikationsgeräte abschließen. Melde Deinen Fernseher, das Internet, Telefon und Mobiltelefon an. Mit einem Anbietervergleich im Internet kannst Du dabei viel Geld sparen.
  • Kultur: Informiere Dich unbedingt über die Kultur in Deiner neuen Heimat. Denn der Tritt in ein Fettnäpfchen kann nicht nur unangenehm, sondern teilweise auch sehr teuer werden: Gedankenloses Wegwerfen von Müll oder der Kaugummi auf der Straße kosten in Singapur beispielsweise bis zu 4.000 Dollar. Besonders gravierend sind die Unterschiede natürlich, wenn Du in ein Land mit einer anderen Religion ziehst, unterschätze aber auch nicht die kulturellen und rechtlichen Unterschiede zwischen EU-Ländern. Informationen sind vor dem Umzug deshalb das A und O.
  • Nachsendeauftrag: Richte spätestens zwei Wochen vor Deinem Umzug einen Nachsendeauftrag bei der Post ein. Alle hierfür notwendigen Informationen erhältst Du im Artikel „Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?
  • Pflanzen: Tatsächlich darfst Du nicht immer all Deine Pflanzen mit ins Zielland bringen. Informiere Dich deshalb unter www.auswaertiges-amt.de über die jeweiligen Bestimmungen.
  • Reisedokumente: Prüfe rechtzeitig die Gültigkeit Deiner Ausweispapiere sowie die Deiner Familie. Beantrage, wenn nötig, rechtzeitig Reisepässe. Beachte hierbei, dass die Ausstellung eines Reisepasses bis zu acht Wochen Zeit braucht. Viele Länder erlauben die Einreise außerdem nur, wenn die Ausweisdokumente noch mindestens drei/sechs Monate gültig sind. Prüfe außerdem alle weiteren wichtigen Dokumente auf ihre Vollständigkeit, lasse sie auf die Zielsprache übersetzen und notariell beglaubigen. Hierzu gehören beispielsweise eine Geburts- oder die Heiratsurkunde.
  • Spedition: Wenn Du ein Umzugsunternehmen beauftragen möchtest, so wähle eines, das sich auf Auslandsumzüge spezialisiert hat. Dieses kennt sich mit den Zollbestimmungen aus und kann Dir gewiss noch die ein oder andere wichtige Frage beantworten. Hole Dir verschiedene Angebote ein, vergleiche sie und buche das beste Angebot so früh wie möglich.
  • Sprachkurs: Andere Länder, andere Sprachen – Wenn Du in ein Land umziehst, in welchem eine andere Sprache gesprochen wird, solltest Du bereits im Voraus die Grundlagen der Sprache erlernen oder Deine Sprachkenntnisse in einem Sprachkurs noch einmal auffrischen.
  • Steckdosenadapter: Bedenke, dass die Steckdosen in verschiedenen Ländern auch unterschiedlich aussehen. Es kann also sein, dass der Fernseher, Wasserkocher oder Staubsauger im Zielland nicht mehr funktionieren. Kaufe Dir deshalb frühzeitig ausreichend Steckdosenadapter oder überlege, welche elektronischen Geräte Du doch lieber noch vor dem Umzug als Kleinanzeige verkaufen möchtest.
  • Versicherungen: Kläre ab, welche Versicherungen Du im Ausland benötigst, welche bereits bestehenden Versicherungen Du behalten kannst und welche Du kündigen solltest. Beachte hierbei die vorgeschriebenen Kündigungsfristen. Nicht alle Versicherungen sind auch im Ausland gültig, manchmal kannst Du den Vertrag aber entsprechend anpassen lassen. Kläre außerdem mit Deiner Krankenkasse ab, inwiefern ihre Leistungen auch im Ausland gelten und ob Du eine Zusatzversicherung benötigst.
  • Zoll: Wenn Du Dein Hab und Gut ins Ausland transportierst, musst Du damit rechnen, dass Du dieses teilweise verzollen musst. Für einige der Gegenstände, zum Beispiel das Auto oder einen Fernseher, musst Du deshalb schon frühzeitig einen Zollantrag stellen. Alle Informationen hierzu findest Du unter www.zoll.de

Zuletzt musst Du natürlich auch noch alle Faktoren eines „normalen“ Umzuges im Inland berücksichtigen, beispielsweise Deine Wohnung rechtzeitig zu kündigen oder zu prüfen, ob Schönheitsreparaturen anfallen. Hierzu habe ich Dir in den unterschiedlichen Artikeln bereits zahlreiche Informationen zusammengetragen. Und nun wünsche ich Dir viel Erfolg bei deinem Umzug ins Ausland…

Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?

In all dem Trubel um einen Umzug wird eines sehr häufig vergessen: Der Nachsendeauftrag! Tatsächlich ist er bei privaten Umzügen nicht verpflichtend, ich allerdings empfehle Dir, unbedingt einen zu stellen. Doch wofür brauchst Du ihn eigentlich, wie funktioniert er und was kostet das Ganze? Hier findest Du alle wichtigen Informationen rund um den Nachsendeauftrag bei einem Umzug …

Was ist ein Nachsendeauftrag?

Bei einem Nachsendeauftrag teilst Du der Post oder verschiedenen Paketzulieferern Deine neue Adresse mit, sodass alle jene Briefe und Päckchen, die noch an Deine alte Adresse geschickt werden, dennoch bei Dir ankommen. Er sollte deshalb frühzeitig gestellt werden, empfohlen wird es mindestens fünf Tage vor dem Umzug. Besser wären zwei bis drei Wochen.

Wofür ein Nachsendeauftrag?

Prinzipiell ist so ein Nachsendeauftrag nicht verpflichtend. Allerdings kann es dann passieren, dass Rechnungen oder wichtige Dokumente nicht mehr bei Dir ankommen. Der Versender erhält den Brief mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ zurück und hat er einmal Deine neue Adresse ausfindig gemacht, flattert plötzlich eine dicke Mahnung bei Dir ein. Schlimmstenfalls werden sogar Gerichtskosten fällig. Zwar solltest Du Dich natürlich auch bei allen Ämtern, Versicherungen, Gas- und Stromanbietern usw. ummelden, doch in der Masse verlierst Du schnell einmal den Überblick. Mit dem Nachsendeauftrag bist Du deshalb stets auf der sicheren Seite!

Wie beantrage ich die Nachsendung?

Die Beantragung der Postnachsendung ist denkbar einfach. Zum einen kannst Du direkt persönlich zur Post gehen und das entsprechende Formular ausfüllen. Zum anderen gibt es auch im Internet mittlerweile die Möglichkeit, den Nachsendeauftrag bequem von Zuhause aus zu stellen. Dies kannst Du direkt bei der Deutschen Post tun, oder aber über externe Dienstleister, wie zum Beispiel nachsendeauftrag.org. Hier kannst Du sogar einen Nachsendeauftrag für bis zu drei Postzusteller gleichzeitig einrichten. In einem Antrag können übrigens bis zu 12 Familienmitglieder auf einmal erfasst werden.

Was kostet der Auftrag?

Die Kosten für einen Nachsendeauftrag sind für Geschäftskunden höher als für private Anträge. Als Privatkunde zahlst Du

  • 19,90 Euro für sechs Monate
  • 24,90 Euro für zwölf Monate
  • 34,90 Euro für 24 Monate

Im Preis inbegriffen ist dann die Nachsendung von

  • Postkarten und Briefen
  • Briefsendungen mit Zusatzleistungen
  • Bücher- und Warensendungen
  • Streifbandzeitungen
  • Infopost und -briefen

Solltest Du jedoch ins Ausland ziehen oder auch die Nachsendung von Päckchen und Paketen wünschen, werden zusätzliche Kosten fällig. Pakete und Päckchen kosten 6,90 Euro pro Nachsendung, möglich ist dies nur im Inland. Solltest Du ins Ausland ziehen, schwanken die Zusatzkosten von Land zu Land. Informiere Dich hierzu am besten direkt bei der Post. Bezahlen kannst Du übrigens ganz einfach per Lastschriftverfahren.

Kann ich den Nachsendeauftrag verlängern oder vorzeitig kündigen?

Ja, Du kannst den Nachsendeauftrag für weitere sechs Monate verlängern. Hierzu erhältst Du rund vier Wochen vor dem Ablauf des derzeitigen Auftrages ein Schreiben von der Post mit einem Online-Zugangscode. Damit kannst Du ganz einfach im Internet Deinen Nachsendeauftrag verlängern. Allerdings geht das nur im Inland. Möchtest Du Deinen Nachsendeauftrag stattdessen ändern oder vorzeitig kündigen, gehst Du am besten persönlich zur Post oder kontaktierst den Kundenservice unter der Telefonnummer 0228/4333111. Eine generelle Erstattung der Kosten allerdings, gibt es bei der Stornierung nicht. Hierüber wird stets im Einzelfall entschieden.

Was, wenn ich in kurzer Zeit zweimal umziehe?

Manchmal kommt es auch vor, dass Du schon wieder umziehst, während der vorherige Nachsendeauftrag noch aktiv ist. Das Problem ist, dass die Post nur einmal umgeleitet werden kann. Ein Beispiel: Du hast in A gewohnt, bist vor vier Monaten nach B gezogen und hast einen entsprechenden Nachsendeauftrag von A nach B gestellt. Nun ziehst Du nach C. Die Deutsche Post erlaubt aber keine Nachsendeaufträge von A und B nach C, sondern stets nur eine Station. Das bedeutet, dass Du bei deinem bestehenden Nachsendeauftrag die Adresse B nach C änderst und für den zweiten Umzug einen neuen Antrag stellst. Du hast dann zwei parallel laufende Nachsendeaufträge, einmal von A nach C und einmal von B nach C. Du kannst den ersten Nachsendeauftrag natürlich auch einfach stornieren, in einem so kurzen Zeitraum möchte ich Dir das aber nicht empfehlen. Gehe lieber auf Nummer sicher und behalte beide Nachsendeaufträge für die Mindestlaufzeit. Rufe notfalls noch einmal bei der Post an, um zu klären, ob beide Aufträge korrekt erfasst wurden und die Post von sowohl A als auch B jetzt wirklich bei Dir in C ankommt. Ich verspreche Dir, es klingt komplizierter als es in der Praxis ist und Du musst Dir anschließend keine Sorgen mehr um die verpasste Post machen…

Umziehen mit Kindern Teil 3: Wenn die Pubertät Probleme macht

In den ersten beiden Teilen der Reihe „Umziehen mit Kindern“ hast Du gelernt, wie Du den Umzug am besten planst und wie ein Schulwechsel für Deine Kinder ablaufen kann. Mit Jugendlichen entstehen aber trotz guter Planung und Vorbereitung häufig große Probleme bei so einem Wechsel des Umfelds. Ausschlaggebend sind dafür weniger die Umgebung selbst, als die Freunde und sozialen Kontakte. Häufig kommt es dann zu Trotzreaktionen oder gar Depressionen.

Psychische Probleme durch Umzüge als Jugendlicher?

Eine amerikanische Studie fand kürzlich heraus, dass Jugendliche nach Umzügen häufiger in psychologische Behandlung oder eine psychiatrische Klinik mussten als Gleichaltrige ohne Umzug. Die Studie untersuchte hierfür rund 500.000 Kinder zwischen zwölf und 17 Jahren, wovon rund ein Viertel im Jahr 2008 umziehen musste. Die Auswertung fand rund ein Jahr später statt. Es ist daher davon auszugehen, dass die Häufung der psychischen Schwierigkeiten unmittelbar mit dem vorangegangenen Umzug zusammenhingen. 0,9 Prozent der Kinder mussten gar in eine stationäre Behandlung, Die häufigsten Diagnosen waren: Anpassungsstörungen, Verhaltens- und Alkoholprobleme, ADHS, Selbstverletzung oder Substanzmittelmissbrauch.

Woher kommen die Schwierigkeiten?

Das Ergebnis der Studie ist beunruhigend für alle jene Eltern, die mit ihren Kindern im Jugendalter umziehen müssen. Die Frage ist nun: Woher kommen all diese Schwierigkeiten? Um zu handeln, solltest Du schließlich die Ursachen der Probleme kennen. Die Hauptgründe für die schwierige Anpassung an das neue Umfeld sehen die Experten vor allem darin,
dass bei den Jugendlichen häufig mehr Verständnis für den Umzug vorausgesetzt wird als noch bei Kindern.

  • dass die Jugendlichen deshalb weniger intensiv betreut und schlechter auf die neue Situation vorbereitet werden.
  • dass die Jugendlichen sich in diesem Alter stark an ihre sozialen Kontakte binden, sich über die „Clique“ definieren oder vielleicht bereits ihre „erste Liebe“ durchleben. In keinem Alter sind soziale Kontakte wichtiger als zu dieser Zeit. Freundeskreise sind daher meist sehr fest und in sich geschlossen, Neuankömmlinge finden nur schwer Anschluss.
  • dass viele Eltern damit überfordert sind, ihren Kindern die notwendige Stütze in dieser schwierigen Zeit zu sein, zumal viele Jugendliche zu Trotzreaktionen neigen.

Schlussendlich entstehen daraus Gefühle der Überforderung, Vernachlässigung oder Einsamkeit und die Jugendlichen wissen sich oft nicht mehr anders zu helfen, als ihren Frust in irgendeiner Art der Überreaktion auszuleben, seien es die Selbstverletzung, das „Ausreißen“ oder die Flucht in Suchtmittel. Ich möchte Dir natürlich keine Angst machen, solch extreme Situationen sind immer noch Einzelfälle. Kleinere und vor allem langwierige Schwierigkeiten jedoch, wie ständiger Streit oder das Schwänzen der Schule, kommen bei Umzügen vergleichsweise häufig vor. Was kannst Du als Elternteil nun dagegen tun und vor allem: Wie kannst Du Dein Kind bestmöglich unterstützen?

Tipps für einen erfolgreichen Umzug mit Jugendlichen

Erst einmal möchte ich Dir sagen, dass Du natürlich Dein Kind am besten kennst und die Probleme sowie optimale Umgangsform größtenteils vom Charakter und Alter Deiner Sprösslinge abhängen . Einen großen Unterschied macht stets auch die Entfernung des Umzugs. Je weiter weg vom alten sich der neue Wohnort befindet, desto schwieriger wird es. Besonders extrem verhält sich das bei einem Umzug ins Ausland mit einer anderen Sprache. Hier habe ich die wichtigsten Punkte für Dich zusammengetragen, welche Du für einen erfolgreichen Umzug und Deinem Kind zuliebe beachten solltest:

  • Setze das Verständnis für einen Umzug nicht einfach voraus, sondern bespreche sie mit Deinem Kind und versuche es so weit wie möglich mit in die Entscheidungen einzubeziehen, zum Beispiel bei der Wohnungssuche oder dem Aussuchen der neuen Schule.
  • Beobachte Dein Kind vor, während und nach dem Umzug und achte auf Anzeichen für eine Überforderung. Sollten sich Probleme ergeben, handle schnell und suche Dir falls nötig fachmännische Hilfe. Ist die Situation einmal zu sehr ausgeartet, lässt sie sich häufig nur noch schwer in den Griff kriegen.
  • Ermögliche Deinem Kind jederzeit den Kontakt zu seinen Freunden am alten Wohnort. Kaufe ihm, wenn nötig, ein Smartphone oder einen Laptop zum Skypen und lasse sich die Kinder in den Ferien gegenseitig besuchen.
  • Erleichtere Deinem Kind den sozialen Anschluss in der neuen Umgebung. Je eher es sich in einen Freundeskreis integrieren kann, desto besser. Lass es daher vielleicht schon vor dem Schulstart einem Sport- oder Musikverein beitreten oder fördere ein neues Hobby. Vielleicht ergibt sich auch ein netter Kontakt mit eine/m Jugendlichen aus derselben Klasse, zum Beispiel aus der Nachbarschaft? Oft reicht nämlich ein guter Freund bereits aus, damit sich Dein Kind in dessen Freundeskreis willkommen fühlt.
  • Überlasse Deinem Kind die freie Gestaltung seines Zimmers, sodass es sich bestmöglich entfalten kann und heimisch fühlt.
  • Sollten sich das Schulsystem oder die Lehrinhalte stark von denen in der alten Schule unterscheiden, stelle Deinem Kind frühzeitig einen Nachhilfelehrer zur Verfügung.
  • Vielleicht findest Du ja einen triftigen Grund für Dein Kind, weshalb der neue Wohnort für es besser ist als der alte. Vielleicht gibt es hier die Möglichkeit, endlich ein lang ersehntes Hobby auszuüben oder eine spezielle Talentförderung in der Schule zu erhalten? Versuche ihm die „Coolness“ des neuen Zuhauses näher zu bringen, lasse Dich aber nicht auf unnötige Diskussionen ein.
  • Der letzte und wichtigste Punkt bist Du selbst. Natürlich ist so ein Umzug auch für Dich mit viel Stress und Organisation verbunden. Nimm Dir aber dennoch genügend Zeit für Deine Kinder, sprich mit ihnen, versuche ihnen zu helfen und unterstütze sie, wo Du kannst. Das schlimmste Gefühl ist für Jugendliche nämlich jenes, allein gelassen worden zu sein.

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Umziehen mit Kindern Teil 1: So meisterst Du die Herausforderung

Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel

Umziehen mit Kindern Teil 4: So findest Du einen Babysitter

Umzug mit Kindern: Tipps für die Eingewöhnung