DIY Holzmöbel neu lackieren

Aufgemöbelt – so wird Omas alte Kommode ein Hingucker

Ein Umzug kann ganz schön ins Geld gehen. Und dann sieht die neue, größere Wohnung am Ende auch noch ziemlich leer aus. Oder ein paar liebgewonnene Stücke wurden durch den Umzug in Mitleidenschaft gezogen. Oder Du brauchst dringend mehr Stauraum. Eigentlich müssten noch ein paar neue Möbel her. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen, wo doch Umzugsunternehmen und Co schon für einen leeren Bauch des Sparschweins gesorgt haben? Und die Kaution von der alten Wohnung lässt auch auf sich warten…

Wir verraten, wie Du mit wenig Geld aus alten Schätzen neue Prachtstücke zauberst. Denn robuste Holzmöbel müssen nicht auf der Dachkammer verstauben, nur weil sie ein paar Kratzer haben und Omas alte Kommode sieht mit dem richtigen Anstrich richtig modern aus. Selbst ein Sperrmüllfund kann mit der richtigen Technik ein echter Hingucker werden. Wir erklären Dir Schritt für Schritt wie Du alte Holzmöbel neu lackierst, und haben zudem ein paar originelle Ideen und gute Tipps auf Lager.

Da geht noch was

Vor dem Lackieren solltest Du den Zustand des alten Möbelstücks genauer unter die Lupe nehmen. Sitzt alles fest oder fällt das Regal auseinander, sobald Du das erste Buch hineinstellst? Dann nützt ein neuer Lack allein nicht viel. Die Optik ist schließlich nicht alles. Also heißt es zunächst einmal Schubladen auf ihre Leichtgängigkeit prüfen, an allen Beinen rütteln und schauen, ob vor dem neuen Anstrich zunächst noch etwas abgeschliffen oder neu geleimt oder verschraubt werden muss. Auch Risse und Löcher im Holz lohnt es auszubessern.

Risse und Löcher im Holz werden vor einem neuen Anstrich mit speziellem Holzkitt gefüllt und ausgebessert.

Für größere Löcher und Macken lohnt es sich, einen Reparatur Klebespachtel zu verwenden. Das praktische an dem Material: Ist es getrocknet, kann es wie Holz bearbeitet werden. Du kannst es schleifen und lackieren bis gewünschte Form und Farbe da sind.

Wichtig: Der Lack muss ab!

Hast Du alles auf die Funktionalität hin geprüft und größere und kleinere Makel ausgebessert, kommt der nächste Schritt. Nun heißt es alte Lackreste anzurauen. In der Regel genügt es, den alten Lack anzuschleifen und nicht vollständig zu entfernen. In jedem Fall sollte die Fläche anschließend frei von Fett und Staub sein, damit der neue Lack gut hält. Wer glücklicher Besitzer einer Schleifmaschine ist, hat es hier etwas einfacher. Alle anderen müssen sich ein solch praktisches Hilfsmittel leihen oder ganz oldschool mit Schleifpapier arbeiten. Am besten eignet sich eine 120er Körnung zum Anschleifen.

Beim Anschleifen unbedingt gleichmäßig arbeiten, damit es später wirklich gut aussieht.

Eine gute Grundlage

Nach dem Anschleifen lohnt es sich in vielen Fällen, eine Grundierung aufzutragen. Eine Grundierung sorgt dafür, dass der Lack besser haftet, gleichmäßig trocknet und keine unschönen Verfärbungen bekommt. Besonders zu empfehlen ist eine Grundierung in folgenden Fällen:

  • Du weißt nicht, um was für ein Holz es sich bei dem Möbelstück handelt.
  • Du weißt nicht, mit welchen Lacken oder mit welcher Lasur das Holz zuvor behandelt wurde.
  • Die Oberfläche des Möbels ist extrem trocken und würde den Lack stark aufsaugen.

Wer ein Möbelstück weiß streichen will, arbeitet am besten mit einer weißen Grundierung und spart sich so gegebenenfalls eine zweite Lackschicht.

Vor dem Grundieren und Lackieren werden Griffe, Knäufe und Scharniere abgeklebt oder abmontiert. Bei dieser Gelegenheit können sie gleich auf ihre Funktionalität untersucht und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Gerade ein neuer Knauf oder Griff kann dem Möbelstück noch einmal eine ganz besondere Note verleihen.

Dick aufgetragen oder Lackieren geht über studieren

Nachdem das Möbelstück angeraut und eventuell mit einer Grundierung vorbereitet wurde, kannst Du mit dem wichtigsten Teil der Arbeit loslegen: dem Lackieren. Hier ist es wichtig, dass Du besonders sorgfältig und gleichmäßig arbeitest. Du solltest nicht den falschen Ehrgeiz entwickeln, mit einem Anstrich sofort ein perfekt deckendes Ergebnis zu erzielen. Also nicht gleich zu dick auftragen, im Zweifelsfall entstehen so nur unschöne „Nasen“. Lieber dünner und gleichmäßig arbeiten und dafür noch ein zweites Mal überstreichen. Flächen, die man nicht mitlackieren oder farblich absetzen und später in einem anderen Ton lackieren möchte, sollte man sorgfältig mit Malerkrepp abkleben.

Beim Lack hat man die Wahl zwischen Acryllack, Kunstharz und Ölfarbe.

Tipps für die richtige Ausrüstung

Beim Lackieren alter Möbelstücke solltest Du nicht am falschen Ende sparen. Wichtig für ein gutes Ergebnis sind vor allem ein guter Pinsel – ich sage nur: unschöne Haarreste im Lack oder sichtbare Pinselstriche nach dem Trocknen – und natürlich die richtige Farbe.

Als Alternative zum Pinsel kann zum Lackieren auch eine Schaumrolle eingesetzt werden.

Auch die Umweltfreundlichkeit des Lacks sollte beachtet werden. So wird beispielsweise das Zertifikat des Blauen Engels an wasserlösliche Lacke vergeben, die bestimmten Ansprüchen gerecht werden. Besonders bei Möbeln für das Kinderzimmer sollte man einen Lack wählen, der DIN EN 71 Teil 3 „Sicherheit von Kinderspielzeug“ entspricht.

Lacke für Möbel gibt es nicht nur in den unterschiedlichsten Farben, sondern auch in unterschiedlichen Glanzgraden.

Alternativen zum klassischen Lackieren

Möbel streichen mit Kreidefarbe

Eine Alternative zum klassischen Lack, die gerade sehr im Trend liegt, ist die Kreidefarbe oder auch Kreide Emulsion. Die Kreide Emulsion lässt Möbelstücke in einem schönen seidenmatten Glanz erstrahlen. Zudem kann man mit ihr den aktuell so beliebten Vintagelook oder Shabby Chic relativ einfach selber hinbekommen. Kreide Emulsion ist widerstandsfähig und robust. Allerdings muss hier nach dem Lackieren auch noch gewachst werden.

Möbel lasieren

Wer möchte, dass die schöne Holzmaserung eines Möbelstücks sichtbar bleibt, kann lasieren statt lackieren. Eine Lasur sieht nicht nur schön aus, sie schützt auch das Möbel.

Möbel tapezieren

Ja, auch Möbelstücke kannst Du tapezieren. Was Muster und Farben angeht, sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt. Die Tapete wird nach der Vorbereitung des Möbelstücks einfach mit Kleister oder auch mit einem Sprühkleber auf das alte Möbelstück aufgebracht. Auch eine Kombination aus neuem Lack und Tapete ist denkbar. Zum Beispiel kann man bei einem Schrank die Türfacetten mit Tapete verschönern und den Rest des Möbels in einer knalligen Farbe streichen.

Arbeitsamt und Umzugskosten – Wann die Agentur für Arbeit den Umzug zahlt

Die Arbeitslosigkeit kann einen tiefen Einschnitt im Leben bedeuten – nicht nur finanziell. Viele Arbeitnehmer müssen sich heute flexibel zeigen, wenn es um eine neue Stelle geht. Denn nicht selten findet sich diese in einer anderen Stadt. Da treffen zwei kritische Punkte zusammen. Die Geldreserven sind erschöpft und dann muss man die nicht unerheblichen Umzugskosten stemmen. Glücklicherweise hilft hier in bestimmten Fällen die Agentur für Arbeit weiter. Verpflichtet ist sie dazu jedoch nicht.

Umzug für den neuen Job

Wer arbeitslos ist und Arbeitslosengeld I bezieht hat oftmals weniger finanziellen Spielraum als zuvor. Doch wie sieht es aus, wenn man eine neue Stelle gefunden hat, für die ein Umzug nötig wird? Die entstehenden Kosten hierfür kann man zwar wunderbar bei der Steuer absetzen – doch erst einmal muss man das nötige Kleingeld für Umzugsunternehmen, Mietkaution und Co selbst aufbringen. Das kann bei einem durch die Arbeitslosigkeit strapazierten Konto ein echtes Problem werden. Besonders beflissene Arbeitgeber helfen neuen Mitarbeitern gerne einmal bei der Wohnungssuche oder übernehmen sogar die Umzugskosten. Die Übernahme der Umzugskosten kann man z.B. im Rahmen der Gehaltsverhandlungen erfragen. Doch nicht jeder Arbeitgeber kann oder will sich das leisten. In solchen Fällen hilft oftmals die Agentur für Arbeit weiter.

Voraussetzungen einer Kostenübernahme durch das Arbeitsamt

Da die Agentur für Arbeit sehr daran interessiert ist, Arbeitslose wieder ins Berufsleben zu bringen, soll ein neuer Job nicht an den Umzugskosten scheitern. Allerdings ist das Amt nicht zur Übernahme der Kosten verpflichtet. Im passenden Gesetzestext (§ 45 Absatz 1 SGB III) heißt es zur etwaigen Übernahme von Umzugskosten lediglich:

„Die Förderung umfasst die Übernahme der angemessenen Kosten, soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird. […] Die Agentur für Arbeit entscheidet über den Umfang der zu erbringenden Leistungen; sie kann Pauschalen festlegen.“

Damit ist die Übernahme der Umzugskosten durch das Arbeitsamt letztendlich eine Ermessensleistung. Wer bei der Agentur für Arbeit um Unterstützung bei den Umzugskosten bittet, sollte glaubhaft darlegen können, dass ein Umzug für die neue Stelle wirklich notwendig ist. Dies ist in den Augen des Arbeitsamts in der Regel der Fall, wenn die neue Stelle weiter als 2,5 Fahrtstunden von der aktuellen Wohnung entfernt ist. Unter dieser Voraussetzung hat man gute Aussichten auf eine finanzielle Unterstützung beim Umzug.

Wenn der jobbedingte Umzug als notwendig anerkannt wurde, will das Amt noch ein paar Schriftstücke sehen – so natürlich den Mietvertrag für die neue Wohnung. Zudem muss man wenigstens drei Kostenvoranschläge von Umzugsunternehmen einreichen.

Früher fand bei einem Antrag auf Kostenübernahme für einen jobbedingten Umzug übrigens eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung durch das Amt statt, und das Geld musste später zurückgezahlt werden. Bedürftigkeitsprüfung und Rückzahlung sind heute jedoch nicht mehr üblich.

Ganz wichtig: Der Antrag zur Kostenübernahme muss unbedingt vor der Fälligkeit bei der zuständigen Agentur für Arbeit gestellt werden. Rückwirkend werden keine Kosten übernommen.

Diese Kosten werden übernommen

Aber auch im Idealfall trägt das Arbeitsamt nicht die gesamten Umzugskosten. So kommt es nicht für Verpackungsmaterial auf. Auch wer sich den Luxus gönnen will, die Umzugskisten vom Umzugsunternehmen packen zu lassen, muss diesen Posten selber zahlen – oder eben doch gleich selbst verpacken. Auch Kosten für den Abbau und Aufbau von Möbeln übernimmt die Agentur für Arbeit nicht. Dafür gewährt sie gegebenenfalls ein Darlehen für Renovierungskosten und die Mietkaution.

Letztendlich entscheidet sich die Höhe der übernommenen Kosten auch am Haushaltsbudget, dass dem zuständigen Amt zur Verfügung steht.

Theoretisch können Kosten in einer Höhe von bis zu 4.500 Euro übernommen werden.

Übrigens: Auch, wer für einen Ausbildungsplatz den Wohnort wechselt, kann einen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei den Umzugskosten bei der Agentur für Arbeit stellen.