Wann und wieso ist der Gesundheitscheck vor einem Umzug ins Ausland sinnvoll?

Es gibt viele Gesetze, Formalien und Fristen, die Du bei einem Umzug ins Ausland beachten musst. Während ich Dich in meinem Artikel „Umzug ins Ausland – Worauf musst Du achten?“ bereits mit einer Liste der wichtigsten Punkte, die bei solch einem Vorhaben zu bedenken sind, vertraut gemacht habe, steht heute der Gesundheitscheck im Vordergrund. Denn abhängig davon, in welches Land Du ziehst, kann ein Gesundheitscheck in Deutschland sehr sinnvoll sein. Das liegt vor allem daran, dass die Gesundheitsversorgung nicht in allen Ländern weltweit so gut ist wie in weiten Teilen Europas. Außerdem gibt es durchaus bestimmte Krankheiten, die in anderen Ländern besonders häufig auftauchen und gegen die Dein Immunsystem weniger resistent ist als das der Einheimischen. Wie Du siehst, sprechen viele Gründe für einen Gesundheitscheck vor Deinem bevorstehenden Umzug ins Ausland!

Was spricht für den Gesundheitscheck in der Heimat?

Eine neue Wohnung im Ausland finden, Kartons packen, Reisepläne machen, ein Visum organisieren und den Transport Deiner Möbel buchen – damit hast Du doch eigentlich schon genug zu tun, oder? Warum solltest Du in dieser stressigen Zeit also auch noch einen Medical Check-Up zu Deiner Liste der To-Dos hinzufügen? Abhängig von Deinem Zielland kann ein Gesundheitscheck sogar Pflicht sein, damit Du überhaupt ein Visum für die Einreise oder eine Arbeitserlaubnis für Deine neue, ausländische Heimat erhältst. Doch auch wenn dieser Zwang eines Gesundheitschecks nicht besteht, solltest Du einen Check-Up als angehender Auswanderer ernsthaft in Erwägung ziehen.

Wann ist der Artzbesuch sinnvoll?

Ein Arztbesuch kurz vor dem Umzug empfiehlt sich zum Beispiel dann, wenn Du unbedingt ein neues Rezept für die Anti-Baby-Pille, ein dringend benötigtes Herz-Medikament oder andere Arzneien, die Du regelmäßig nimmst, brauchst. In diesem Zusammenhang solltest Du mit Deinem Arzt auch abklären, inwiefern das jeweilige Medikament im Ausland überhaupt verfügbar ist und welche Alternativen Dein Arzt Dir empfehlen kann. Bedenke dabei außerdem, dass einige Medikamente, die in Europa zugelassen sind, bei der Einreise in andere Länder zu Problemen führen könnten. Dies ist zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Fall, wo es eine lange Liste von Medikamenteninhaltsstoffen gibt, die bei der Einreise vor Ort verboten sind. Zur Sicherheit solltest Du demnach Rücksprache mit Deinem Arzt halten und Dich über die jeweiligen Einreisebestimmungen vor Ort informieren. Darüber hinaus sprechen die nachfolgenden Gründe für einen Arztbesuch vor dem Umzug:

  • Wenn Du einen Gesundheitscheck in Deutschland durchlaufen hast, kannst Du Dir in Deinem Zielland mehr Zeit mit der Arztsuche lassen.
  • Nicht in allen Ländern ist die medizinische Versorgung so gut wie hier. Bei einem Arztbesuch hierzulande bist Du erst einmal mit den wichtigsten Medikamenten versorgt.
  • Ein Gesundheitscheck bestätigt (hoffentlich), dass bei Dir gesundheitlich alles in Ordnung ist. So kannst Du dem Umzug gelassener entgegenblicken.
  • Zum Teil können die Kosten für eine adäquate medizinische Versorgung im Ausland sehr hoch sein. Mit einem Gesundheitscheck in der Heimat kannst Du vorsorgen.
  • Vielleicht deckt Deine ausländische Krankenversicherung nur Notfälle und keine Vorsorgeuntersuchungen ab. Dann solltest Du am besten die nötigen Vorsorgeuntersuchungen noch in Deutschland auf Kosten der heimischen Krankenkasse durchführen lassen.

Dabei können ein Blutbild und EKG in diesem Zusammenhang nicht schaden, um Dir Deinen allgemeinen Gesundheitszustand bestätigen zu lassen. Auch wenn Du eine neue Füllung oder Versiegelung Deiner Zähne benötigst, ist ein Besuch beim Zahnarzt Deines Vertrauens vor dem Umzug ins Ausland sinnvoll. Gerade im Bereich der Zahnmedizin hört man öfter Horror-Stories aus dem Ausland und bei einem Zahnarztbesuch in Deutschland übernimmt sogar die Krankenkasse einen Teil der Kosten, was im Ausland hingegen oftmals nicht der Fall ist. Auch wenn Du eine neue Brille benötigst, suchst Du am besten hierzulande einen Augenarzt auf. Im Vergleich zu Deiner neuen Heimat ist die Auswahl an Brillengestellen hierzulande womöglich nicht nur größer, sondern Du kannst meist auf eine Zuzahlung von der Krankenkasse bauen. Demnach ist ein Gesundheitscheck vor dem Umzug sowohl im Sinne Deiner Gesundheit als auch im Sinne Deiner Geldbörse!

Dein Gesundheitscheck ist ohne alle wichtigen Impfungen nicht komplett

Welche der vorrangehenden Tipps Du unbedingt beherzigen solltest, hängt vor allem von Deinem Zielland ab. Ähnlich sieht es auch bei den Impfungen aus, die Du vor Deinem Umzug ins Ausland benötigst. Gerade wenn es Dich in tropische oder subtropische Regionen fernab von jeder Zivilisation zieht, ist der Besuch beim Tropenmediziner, der Dir die passenden Impfungen verabreichen kann, Pflicht. Bei solch einem Termin kann Dich der zuständige Arzt zudem über die schwerwiegendsten Krankheiten, die in Deiner neuen Heimat auftreten können, aufklären. Dadurch weist du, wann Du sofort Hilfe holen solltest. Wenn Du zunächst einmal in Erfahrung bringen möchtest, welcher Impfschutz in Deinem Auswanderungsland dringend erforderlich ist, kannst Du Dich an eine der folgenden drei Anlaufstellen wenden:

• die Reisehinweise des Auswärtigen Amts
• an das in Berlin ansässige Robert-Koch-Institut
• an verschiedene Tropeninstitute in ganz Deutschland

Achtung: Dabei solltest Du unbedingt ausreichend Vorlaufzeit einplanen. Denn bei den meisten Impfungen reicht eine Impfdosis allein nicht aus, sodass es eine Weile dauern wird, bis der nötige Impfschutz besteht. Eine Auffrischung der Standardimpfungen ist zu Deiner Sicherheit unabhängig vom Auswanderungsland zu empfehlen. Allerspätestens drei Monate vor Deinem Umzug ins Ausland solltest Du Dich routinemäßig um den folgenden Impfschutz bemühen:

• Kinderlähmung
• Masern, Mumps, Röteln
• Diphterie
• Tetanus
• Hepatitis B (und vielleicht auch Hepatitis A)

Eine Grippeimpfung kann nach eigenem Ermessen oder nach dem Ermessen Deines Arztes erfolgen. Wenn Dein Immunsystem ohnehin nicht das beste ist und Du weißt, dass Du von einer Impfstoffgabe relativ stark in Mitleidenschaft gezogen wirst, solltest Du schon mehr als drei Monate vor dem Umzug ins Ausland einen Arzt für den nötigen Impfschutz aufsuchen. Mitunter musst Du diesen Impfschutz zudem nachweisen, damit Du Dein Arbeitsvisum überhaupt erhältst, weshalb auch in diesem Fall entsprechend längere Vorlaufzeiten immens wichtig sind.

Tipps für die Einweihungsparty in Deiner neuen Wohnung

Wenn der Umzug endlich geschafft ist und Du Dich in Deiner neuen Wohnung eingelebt hast, ist Dir gewiss nach Feiern zumute. Da bietet sich bei einer Einweihungsparty die wunderbare Gelegenheit, mit den neuen Nachbarn auf eine gute Nachbarschaft anzustoßen und so vielleicht direkt neue Freunde zu finden. Außerdem ist eine Einweihungsparty perfekt, um Dich im gleichen Atemzug für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, die im Rahmen Deines Einzugs vielleicht entstanden sind. Auch wenn Du nur ein paar Straßen weiter gezogen bist, stellt eine Einweihungsparty eine tolle Möglichkeit dar, wie Du Dich bei Deinen Umzugshelfern gebührend für die geleistete Arbeit bedanken kannst. Doch was musst Du beachten, damit Deine Einweihungsparty zum Erfolg wird? Ich verrate Dir nachfolgend, wie Du am besten auf gute Nachbarschaft und Deine neue Wohnung anstoßen kannst.

Wen solltest Du einladen?

Wenn Du in eine völlig neue Stadt gezogen bist, sind es vor allem Deine Nachbarn, die Du zu Deiner Einweihungsparty einladen solltest. Alle Bewohner aus dem ganzen Haus einzuladen, wäre allerdings übertrieben. Beschränke Dich also auf die Nachbarn, die Dir wahrscheinlich am häufigsten über den Weg laufen werden. Natürlich kannst Du neben den Bewohnern Deines Flurs oder Stockwerks auch noch nette Nachbarn von anderen Etagen einladen, wenn diese Dir bereits begegnet sind. Falls Du frisch in ein Einfamilienhaus eingezogen bist, sprichst Du am besten eine Einladung an die Nachbarn aus den umliegenden Häusern aus. Falls nichts gegen ein privates Treffen mit den Kollegen spricht, kannst Du ausgewählte Kollegen gerne einladen. Freunde und Familie aus der Region dürfen bei Deiner Party natürlich auch nicht fehlen.

Vielleicht entscheidest Du Dich aber auch dazu, zwei separate Partys zu veranstalten. Deinen Eltern kannst Du Deine neue Wohnung zum Beispiel auch zu einem anderen Zeitpunkt bei Kaffee und Kuchen zeigen und lädst Sie daher wohlmöglich nicht ein, wenn Du den Einzug mit Deinen Freunden ausgelassen und feucht-fröhlich feiern möchtest. Natürlich sollten die fleißigen Umzugshelfer aus Deinem Freundes- und Bekanntenkreis zu den Ehrengästen bei Deiner Einweihungsparty zählen!

Wann soll Deine Einweihungsparty wo steigen?

Freitag- oder Samstagabend sind ideal für Deine Einweihungsparty, da die meisten Menschen am nächsten Tag frei haben und sich so von den Feierlichkeiten erholen können, bevor die nächste Arbeitswoche startet. Dabei ist Samstag wahrscheinlich der bessere Tag für eine Einweihungsparty, da Du so im Laufe des Tages noch ausreichend Zeit hast, um alle nötigen Besorgungen zu erledigen. Wenn Du lieber zu Kaffee und Kuchen einladen möchtest, um Deinen Umzug zu feiern, dann ist der Sonntagnachmittag eine ebenso gute Wahl. Bei einer Feier in den Abendstunden solltest Du darauf achten, dass die Musik nach 22 Uhr die Zimmerlautstärke nicht überschreitet und Du so nicht gleich Ärger mit Deinen Nachbarn wegen Lärmbelästigung bekommst. Es empfiehlt sich zudem, einen Zettel im Hausflur aufzuhängen, der auf Deine Party verweist. Die Nachbarn, die mit Dir feiern, werden sich natürlich nicht über eine Ruhestörung beschweren. Vielleicht kannst Du jedoch in Erfahrung bringen, ob es auch Nachbarn gibt, die das nicht so locker sehen, um mögliche Probleme von Anfang an zu vermeiden. Falls Du nicht in Deiner Wohnung feiern möchtest und über einen Garten verfügst, bietet sich eine (Grill-)Party draußen an, vor allem natürlich in den warmen Sommermonaten.

Richtig zur Einweihungsparty einladen

Damit Deine Einweihungsparty zum durchschlagenden Erfolg wird, solltest Du Deine Gäste mindestens eine Woche im Voraus einladen. Während Du Deine Freunde und Umzugshelfer auch per WhatsApp, SMS, Telefon, mündlich oder per E-Mail einladen kannst, kommt eine gedruckte Einladung bei Deinen neuen Nachbarn bestimmt sehr gut an. Am besten stellst Du Dich, die anderen Personen und eventuell auch die Haustiere, die zusammen mit Dir in die Wohnung eingezogen sind, kurz vor. Eine Prise Humor und ein nettes Foto von allen Bewohnern kann auf der Einladung nicht schaden. Außerdem sollten die folgenden Informationen enthalten sein:

• Wann die Party steigt (Datum oder Uhrzeit)
• Wo die Einweihungsparty stattfindet (bei Dir in der Wohnung oder im Garten)
• Ob bzw. dass Du für Getränke (und Essen) sorgen wirst
• Ob es sich um eine Mottoparty handelt

Falls Du in der Tat eine Mottoparty planst, weil Halloween oder der nächste Fasching passenderweise kurz bevorstehen, sollten Deine Gäste jedoch frei entscheiden dürfen, ob sie sich verkleiden möchten oder nicht. Während Du Getränke, Dekorationen und vielleicht auch Speisen bereitstellst, die zum Motto der Party passen, darf ein Kostüm keine Pflicht sein.

Für Speis, Trank und Musik sorgen

Essen, Getränke und Musik – neben netten Leuten und guter Laune sind dies die wichtigsten Zutaten für eine gelungene Party. Da die Geschmäcker verschiedenen sind, fährst Du am besten eine Reihe von verschiedenen Partyklassikern auf. Chips, Salzstangen, Gummibärchen, Nudelsalat, Gemüsesticks zum Dippen, Erdnüsse, Kartoffelsalat und Würstchen sowie Baguette und Käse stehen dabei hoch im Kurs. Da Du nicht sicher wissen kannst, ob einer Deiner Gäste nicht doch Vegetarier ist, sollest Du zumindest ein oder zwei vegetarische Optionen bereithalten. Eine Auswahl an Sekt, Bier, Wein und ein paar selbst kreierten Cocktails sorgen zusammen mit Wasser und anderen Softdrinks dafür, dass für das leibliche Wohl Deiner Gäste gesorgt ist. Genügend Servietten, Plastikbesteck und Wegwerfteller solltest Du außerdem zur Hand haben. Gleiches gilt für Papp- oder Plastikbecher. Die Musik darfst Du ebenfalls auf keinen Fall vergessen, um die Stimmung ein wenig anzuheizen. Am besten legst Du Dir bereits vor Deiner Einweihungsparty eine Playlist zurecht, die dann den ganzen Abend im Hintergrund spielen kann. Oder Du fragst einen Freund, ob er für einen Abend DJ spielen möchte. So gelingt Dir Dein Einstand in Deiner neuen Wohnung ganz bestimmt!

Mieterschutzrecht: Wie die Sozialklausel Dich schützen kann

Vielleicht hat Dir Dein Vermieter wegen Eigenbedarf gekündigt. Für viele Mieter ist das ein echter Schock. Denn Wohnraum in den deutschen Großstädten ist teuer und Ersatz als Geringverdiener oder Familie mit Kindern auf die Schnelle kaum zu finden. Doch zum Glück schützt der Gesetzgeber nicht nur die Vermieter, die eine Kündigung aus Gründen des Eigenbedarfs aussprechen können, sondern es gibt die Sozialklausel, die fest im Mieterschutzrecht verankert ist. Sie soll Dich als Mieter vor Härte schützen.

Was die Sozialklausel besagt

Mit Hilfe der Sozialklausel kannst Du als Mieter einer Vermieterkündigung widersprechen, obwohl diese berechtigt ist. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die Kündigung für Dich eine gewisse Härte bedeutet. Der wichtigste Härtegrund in den Augen des Gesetzes ist fehlender Ersatzraumwohn. Solltest Du in Deiner Stadt keine Wohnung mit zumutbaren Bedingungen finden, so kannst Du Dich als gekündigter Mieter auf die Sozialklausel berufen. Allerdings bedeutet eine teurere, kleinere oder eine Ersatzwohnung in einem anderen Wohnviertel nicht, dass die Sozialklausel automatisch greift. Ob Dein Härtegrund ausreichend ist, muss am Ende ein Richter entscheiden, falls Du Dir mit Deinem Vermieter nicht einig wirst. Auch die folgenden Umstände kannst Du in diesem Zusammenhang als weitere Härtegründe anführen:

  • Gebrechlichkeit
  • Invalidität
  • Schwangerschaft
  • hohes Alter
  • Kinder
  • Schwierigkeiten beim Kindergarten- oder Schulwechsel
  • geringer Verdienst
  • ein kurz bevorstehendes Examen
  • schwere Erkrankungen
  • eine lange Mietdauer

Gerade dann, wenn bei Dir mehrere dieser Gründe gleichzeitig greifen, erhöht dies Deine Erfolgschancen entsprechend.

Widerspruch gegen die Kündigung des Vermieters einlegen

Wenn Du Dich nun auf die Sozialklausel berufen möchtest, musst Du erst einmal schriftlich Widerspruch gegen die vom Vermieter ausgesprochene Kündigung einlegen. Das Widerspruchsschreiben, welches Deiner eigenhändigen Unterschrift bedarf, muss beim Vermieter zwei Monate vor dem Ablauf der gesetzten Kündigungsfrist eingehen. Die Zwei-Monats-Frist ist allerdings nur dann relevant, wenn Dein Vermieter Dich in seinem Kündigungsschreiben auf Deine Widerspruchsmöglichkeit aufmerksam gemacht und auch die Frist und notwendige Form des Widerspruchs genannt hat.

Falls dem nicht so ist, kannst Du der Kündigung als Mieter auch noch zu einem späteren Zeitpunkt widersprechen – nämlich bis zum ersten Gerichtstermin bei einem Räumungsrechtsstreit. Sinnvoller ist es jedoch, wenn Du die Situation gar nicht erst eskalieren lässt, sondern Deinen Widerspruch schnellstmöglich einreichst. Dann besteht immerhin noch die Hoffnung, dass Du Dich mit dem Vermieter durch den Verweis auf die Sozialklausel außergerichtlich einigen kannst. Dies kann allerdings bedeuten, dass Dein Wohnrecht nur befristet erhalten bleibt und zum Beispiel direkt nach Deinem Examen endet, wenn Du ein bevorstehendes Examen als Härtegrund angeführt hast.

Die Sozialklausel vor Gericht

Wenn es zu keiner Einigung zwischen Dir und Deinem Vermieter kommt, muss ein Gericht entscheiden. Dieses muss dann abwägen, ob Deine Härtegründe schwerer wiegen als das berechtigte Vermieterinteresse. Als Faustregel lässt sich festhalten, dass Dein Recht auf körperliche Unversehrtheit das Vermieterinteresse auf eine selbstbestimmte und freie Lebensgestaltung in nahezu allen Fällen übertrifft. Wenn ein Umzug Deine Gesundheit gefährden oder belasten würde, kannst Du Dir vor Gericht relativ gute Chancen ausrechnen. Dies muss allerdings nicht heißen, dass Du ein unbefristetes Wohnrecht zugesprochen bekommst. Vielmehr kann das Gericht eine Fortsetzung des Mietverhältnisses anordnen, die lediglich befristet ist. Damit das Gericht überhaupt zu Deinen Gunsten entscheiden kann, wirst Du die Schwere Deiner Härtegründe zunächst belegen müssen, was unter Umständen gar nicht so einfach ist. Dennoch ist die Sozialklausel dazu da, Dich als Teil des Mietrechts vor Härtefällen in diesem Bereich zu schützen.

Günstige Sozialwohnung? Alles zum Wohnberechtigungsschein

Wenn Du Dich auf Online-Portalen oder über Zeitungsannoncen auf Wohnungssuche begibst, stößt Du eventuell auf einige besonders günstige Inserate, welche die Angabe „Nur mit Wohnberechtigungsschein“ beziehungsweise „nur mit WBS“ enthalten. Doch was bedeutet das eigentlich und unter welchen Voraussetzungen kannst Du in eine solch günstige Wohnung einziehen? Ich habe Dir alle wichtigen Informationen rund um den Wohnberechtigungsschein zusammengetragen.

Was ist ein Wohnberechtigungsschein?

Ein Wohnberechtigungsschein ist ein Nachweis, dass Du als Mieter in eine günstige Sozialwohnung einziehen darfst. Die Kosten für die Wohnung werden dann also nicht von Dir alleine getragen, sondern zusätzlich durch öffentliche Mittel gefördert. Gerade in Regionen, in welchen die Nachfrage nach Mietwohnungen immer weiter steigt und dadurch die Mietpreise für Geringverdiener nicht mehr bezahlbar sind, sollen solche Sozialwohnungen sicherstellen, dass auch Wohnungssuchende mit geringeren finanziellen Mitteln eine angemessen große und schöne Wohnung beziehen können. Der Wohnberechtigungsschein beruht also auf dem Wohnraumförderungs- und dem Wohnungsbindungsgesetz.

Wer kann den Wohnberechtigungsschein beantragen?

Die Frage ist nun: Wer gilt als „Geringverdiener“ und darf in günstige Sozialwohnungen einziehen, also einen Wohnberechtigungsschein beantragen? Prinzipiell dürfen alle Personen einen Antrag auf den Wohnberechtigungsschein stellen, die dauerhaft in Deutschland leben. Allerdings hast Du nur dann einen Anspruch auf den Wohnberechtigungsschein, wenn Du eine auf Länderebene festgelegte Einkommensgrenze nicht überschreitest. Diese liegt bei

  • einem Einpersonenhaushalt zwischen etwa 12.000 € und 22.000 € brutto pro Jahr
  • einem Zweipersonenhaushalt zwischen etwa 18.000 € und 26.000 € brutto pro Jahr
  • 4.000 € bis 6.000 € für jede weitere Person im Haushalt
  • 500 bis 1.000 € für jedes Kind im Haushalt

Wie hoch genau die Einkommensgrenze in Deinem Bundesland und für Deine Wohnsituation ist, erfährst Du beim jeweiligen Wohnungsamt in Deiner Gemeinde.

Was zählt alles zum „Einkommen“?

Für die Ermittlung Deines Einkommens, um also zu sehen, ob Du über der Einkommensgrenze für einen Wohnberechtigungsschein liegst, werden alle im Haushalt lebenden Personen berücksichtigt. Es zählt also nicht nur Dein jährliches Bruttoeinkommen, sondern auch das Deines/r

  • Lebens- oder Ehepartners
  • Eltern
  • Kinder
  • Schwagers/Schwägerin
  • Geschwister
  • Schwiegersohns/-tochter
  • usw.

Nicht mit einbezogen werden hingegen Mitbewohner, die im Sinne einer WG nur für ihren eigenen, nicht aber den gegenseitigen Unterhalt verantwortlich sind.

Während das Kindergeld, Wohngeld, Leistungen der Pflege- oder Krankenversicherung und steuerfreie Arbeitnehmer-Sparzulagen nicht als Einkommen zählen, werden folgende Einkünfte für den Antrag eines Wohnberechtigungsscheins berücksichtigt und müssen daher gänzlich offengelegt werden:

  • Bruttoeinkommen aus einem Arbeitsverhältnis
  • Einkommen aus Kapital
  • Leistungen für Asylbewerber
  • Bafög
  • Rentenzahlungen
  • Unterhaltsleistungen
  • uvm.

Welche Personengruppen werden bevorzugt?

Es gibt nun natürlich gewisse Personengruppen, die sehr häufig in das Raster des Wohnberechtigungsscheins fallen und auch besonders dringend eine Wohnung benötigen. Diese werden deshalb bei einem Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein als dringlicher betrachtet und vorgezogen. Dazu gehören natürlich vor allem werdende Mütter, aber auch bei einer Krankheit, drohenden Obdachlosigkeit oder schwerer Behinderung wird eine höhere Dringlichkeitsstufe verliehen. Die Behörden teilen die Anträge deshalb nach den Dringlichkeitsstufen Eins bis Sechs ein. Zudem sind viele Sozialwohnungen direkt für gewisse Personengruppen vorbehalten, zum Beispiel eben nur für alleinerziehende Mütter, Schwerbehinderte, Rentner o.ä. Das bedeutet, dass Du trotz Wohnberechtigungsschein nicht in jede Sozialwohnung einziehen kannst, sofern Du nicht in die jeweils definierte Personengruppe fällst.

Verschiedene Arten des Wohnberechtigungsscheins

Aus diesem Grund werden zwei Arten von Wohnberechtigungsscheinen unterschieden:

  1. Der allgemeine Wohnberechtigungsschein ermöglicht Dir für ein Jahr ab Ausstellung den Einzug in eine staatlich geförderte Sozialwohnung.
  2. Der besondere Wohnberechtigungsschein erlaubt Dir hingegen den Einzug in eine bestimmte Sozialwohnung, deren Voraussetzungen Du erfüllst. Du darfst also nur in diese eine Wohnung, nicht aber in andere Sozialwohnungen einziehen.

So beantragst Du den Wohnberechtigungsschein

Wenn Du einen Wohnberechtigungsschein beantragen möchtest, musst Du Dich an das jeweilige Wohnungsamt Deiner Gemeinde wenden. Für die Beantragung benötigst Du folgende Unterlagen:

  • Personalausweis
  • letzter Steuerbescheid
  • Erklärung über Dein Einkommen in den vergangenen zwölf Monaten sowie das aller anderen im Haushalt lebenden Personen
  • Heiratsurkunde
  • Nachweise, zum Beispiel Bafög-Bescheid, Rentenbescheid oder Unterhaltsnachweis
  • Mutterpass
  • eventuell Kontoauszüge
  • Nachweise über Vermögen und Einkünfte in Form von Kapital oder Immobilien
  • Immatrikulationsbescheinigung
  • Schwerbehindertenausweis
  • uvm.

Beachte aber: Ein Wohnberechtigungsschein gilt stets nur für ein Jahr. Es macht also erst dann Sinn diesen zu beantragen, wenn Du Dich bereits auf der Suche nach einer neuen Wohnung befindest. Möchtest Du nach mehr als einem Jahr von der alten in eine neue Sozialwohnung umziehen, musst Du entsprechend einen neuen Wohnberechtigungsschein ausfüllen.

Achtung: Wohnungsgröße ist begrenzt

Wenn Du die Voraussetzungen für einen Wohnberechtigungsschein erfüllst, profitierst Du also von zahlreichen Vorteilen. Du findest leichter eine neue Wohnung und das zu deutlich günstigeren als den ortsüblichen Mietpreisen. Das bedeutet nun aber nicht, dass Du fortan ein Luxusleben führst. Die zugelassenen Größen für Sozialwohnungen mit WBS sind nämlich strikt geregelt. So darfst Du als alleinstehender Mieter lediglich bis zu 45 Quadratmeter beziehen, bei zwei Personen sind es 60 Quadratmeter. Am besten erfragst Du alle weiteren Informationen direkt bei Deinem zuständigen Wohnungsamt oder wirfst einen Blick auf dessen Webseite.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Wohnungssuche und dem Umzug mit Wohnberechtigungsschein.

Achtung Kulturschock! 10 Tipps für Deinen Umzug ins Ausland

Jeder Umzug ist stets eine große Umstellung. Je weiter Du von Deinem bisherigen Zuhause wegziehst, desto größer ist auch die damit einhergehende Herausforderung. Das gilt auch bei Umzügen ins Ausland: Wird in dem Land, in welches Du ziehst, noch dieselbe Sprache gesprochen oder eine andere? Handelt es sich um eine ähnliche Kultur? Wie groß sind die Unterschiede? Welche Religion ist in dem Land vorherrschend? Mit dem Umzug ins Ausland geht quasi immer ein Kulturschock einher. Was Du dagegen tun kannst und wie Du Dich schnell in Deinem neuen Land der Wahl einlebst, verrate ich Dir heute in meinen 10 praktischen Tipps.

Was ist eigentlich ein Kulturschock?

Der Kulturschock ist ein umgangssprachlicher Begriff, welcher ein Gefühl der Überforderung nach dem Umzug in ein anderes Land oder aber auch auf einer Reise beschreibt. Der Kulturschock tritt dabei häufig zeitversetzt ein nach der ersten Euphorie, der sogenannten „Honeymoon-Phase“. In dieser ersten Phase der Begeisterung wirken das neue Land und dessen Kultur in der Regel noch aufregend und faszinierend. Hast Du Dich dann ein wenig eingelebt und es kehrt der Alltag ein, kommt mit ihm häufig auch der Kulturschock. Wie lange dieser wiederum andauert, ist ebenfalls je nach Situation und Persönlichkeit unterschiedlich. Wer den Kulturschock allerdings überwindet, findet sich in der Regel als gereifte und gestärkte Persönlichkeit wieder. Er sollte Dich daher keinesfalls von dem Umzug ins Ausland abschrecken.

Welche „Symptome“ treten beim Kulturschock auf?

Auch bei Dir kann im Rahmen eines Umzugs ins Ausland also nach einigen Tagen oder Wochen ein Kulturschock eintreten. Wie Du diesen bemerkst? In der Regel geht er einher mit

  • starkem Heimweh,
  • Gefühlen der Überforderung,
  • Versagensängsten,
  • Einsamkeit,
  • Unsicherheit in Alltagssituationen
  • dem Gefühl der Fremdheit

Durch eine gute Vorbereitung kannst Du den Kulturschock aber verhindern oder zumindest minimieren. Wie das geht? Mit meinen 10 praktischen Tipps sollte das kein Problem mehr sein:

Tipp 1: Den Kulturschock niemals unterschätzen

Viele Menschen machen den Fehler, bei ihrem Umzug ins Ausland den damit einhergehenden Kulturschock zu unterschätzen. Selbst wenn Du „nur“ von Deutschland in die Schweiz ziehst, wirst Du die kulturellen Unterschiede nämlich bereits deutlich zu spüren bekommen. Selbst in Ländern mit derselben Sprache und einer scheinbar auf den ersten Blick ähnlichen Kultur, gibt es nämlich bereits zahlreiche nationale Eigenheiten. Der Kulturschock lässt da in der Regel nicht lange auf sich warten!

Tipp 2: Die eigene Kultur kennenlernen

Egal, ob Du nun von der Schweiz nach Österreich oder von Schweden nach Bali ziehst: Den Kulturschock verhinderst Du am besten, indem Du Dich erst einmal mit Deiner eigenen beschäftigst. Je besser Du nämlich die Standards, Gepflogenheiten und Grenzen Deiner Kultur kennst, desto gezielter kannst Du auch Unterschiede wahrnehmen und damit umgehen. Durch das bessere Verständnis Deiner eigenen Kultur kannst Du also die neue Kultur ebenfalls besser verstehen lernen und Dich gezielt auf die Veränderungen vorbereiten. Hilfreich ist hierbei zum Beispiel ein interkulturelles Training, wie es häufig vor Auslandsentsendungen durch Unternehmen angeboten wird.

Tipp 3: Den Umzug richtig vorbereiten

Hast Du nicht die Chance an einem solchen interkulturellen Training teilzunehmen, solltest Du Dich dennoch so gut wie möglich auf das Zielland vorbereiten. Lies entsprechende Bücher, kaufe Dir einen Reiseführer, sprich mit Freunden und Bekannten aus dem Land, oder welche dort bereits auf Reisen waren, und führe eine ausgiebige Internetrecherche durch. Bevor Du in ein fremdes Land ziehst, solltest Du unbedingt wissen

  • welche Sprache im Zielland gesprochen wird?
  • welche Religionen es gibt und welcher die Mehrheit angehört?
  • welche Besonderheiten für die Kultur mit dieser Religion einhergehen?
  • wie die politischen Strukturen sind?
  • welche Regeln und Gesetz es gibt, oder inwiefern sich diese von Deiner Heimat unterscheiden?
  • welche Traditionen und Bräuche es gibt?
  • inwiefern Männer und Frauen gleichberechtigt sind?
  • welche kulturellen Regeln bei der Kleidung zu beachten sind?
  • wie sich die Einheimischen ernähren?

Natürlich ist es unbedingt empfehlenswert – falls nicht bereits geschehen – dass Du die Sprache des jeweiligen Landes bereits im Voraus so gut wie möglich lernst. So kannst Du Dich von Anfang an ein wenig verständigen und Zusammenhänge besser erschließen. Dadurch beschleunigst Du Deine Integration und verringerst den Kulturschock. Lass Dich aber nicht entmutigen, wenn Du trotz bereits vorhandener Sprachkenntnisse die Einheimischen nicht verstehen solltest. An die ortsspezifischen Dialekte und Floskeln wirst Du Dich schnell gewöhnen.

Tipp 4: So früh wie möglich umziehen

Je nachdem, aus welchem Grund Du umziehst, wäre es eine durchaus sinnvolle Option früher anzureisen. So kannst Du Dich bevor der neue Job oder das Studium starten nämlich schon einmal etwas einleben, Dich mit der Umgebung vertraut machen und die Kultur kennenlernen.

Tipp 5: In eine WG ziehen

Wenn Du als Single umziehst, ist eine WG eine tolle Wohnmöglichkeit, bei welcher Du direkt nette Leute kennenlernen kannst. Gerade für Studenten oder Berufseinsteiger bringt die WG zudem den Vorteil mit sich, dass sie in der Regel deutlich günstiger ist als eine eigene Wohnung. Auf Plattformen wie wg-gesucht.de kannst Du häufig sogar von Zuhause aus bereits vor dem Umzug ein WG Zimmer anmieten. Noch besser ist es aber natürlich, wenn Du es vor Ort persönlich besichtigst und Deine potenziellen neuen Mitbewohner kennenlernst. Nun, da Du ja ein wenig früher angereist bist, hast Du dafür schließlich ausreichend Zeit. Derweil kannst Du Dich zum Beispiel in einem günstigen Hostel einmieten und Deine Habseligkeiten einlagern.

Tipp 6: In die Beobachterrolle gehen

Du solltest trotz guter Vorbereitung in Deiner neuen Heimat erst einmal zurückhaltend auftreten. Bring eine Menge Neugierde mit und beobachte erst einmal: Wie verhalten sich die Menschen hier? Wie begrüßen sie sich? Wie gehen sie mit Emotionen um? Sind sie eher reserviert oder herzlich? Es ist ein spannender Prozess, das neue Land, die Leute und deren Kultur zu Beginn auf Dich wirken zu lassen und so läufst Du nicht Gefahr, Dir gleich am Anfang einen Fauxpas zu leisten.

Tipp 7: Toleranz ist das A und O

Übe Dich in Toleranz! Es reicht nun nämlich nicht aus, nur die Besonderheiten zu beobachten und die Unterschiede zwischen Deiner und der neuen Kultur wahrzunehmen, Du musst diese natürlich auch tolerieren. In China werden Emotionen nicht öffentlich gezeigt? Dann hältst Du Dich fortan an diese Regel. Die Brasilianer stehen für Deinen Geschmack beim Vieraugengespräch immer einen Schritt zu nah? Dann halte es aus! Wenn du zurückweichst oder aus dem Rahmen fällst, wirst Du nämlich schnell zum Außenseiter. Die Einsamkeit und das damit einhergehende Heimweh sind dann nur noch eine Frage der Zeit.

Tipp 8: Kommunikation mit der Heimat

Ja, manchmal hilft wirklich nichts mehr außer in der alten Heimat anzurufen und sich einmal so richtig auszuheulen. Und das ist auch völlig in Ordnung! Je enger Du zu Beginn mit Deiner Familie, Deinen Freunden, Bekannten oder Kollegen in Kontakt bleibst, desto weniger einsam wirst Du Dich fühlen, wenn dann doch einmal der Kulturschock einsetzen sollte. Es hilft ungemein, dann einfach in der Muttersprache über die Erlebnisse sprechen zu können. Schwärme von der tollen Umgebung, rege Dich über den unfreundlichen Vorgesetzten auf oder erzähle die lustige Geschichte Deines ersten Arbeitstages. Hast Du Dir einmal alles von der Seele geredet, geschluchzt oder gelacht, wird es Dir schon wieder viel besser gehen. Nimm daher entweder Kommunikationsmittel von Zuhause mit oder kaufe Dir so schnell wie möglich vor Ort ein neues Handy beziehungsweise einen Laptop.
Mein Extra-Tipp: Per Skype oder FaceTime telefonierst Du übers Internet nicht nur kostenlos, sondern kannst Dein Gegenüber dabei auch noch sehen.

Tipp 9: Neue Hobbys suchen

Hin und wieder bei den alten Freunden ausheulen ist in Ordnung. Du solltest Dich aber auf keinen Fall dauerhaft zurückziehen, sondern Dir stattdessen vor Ort neue Freunde suchen. Wie das geht? Über Hobbys zum Beispiel. Dies können Deine bisherigen Hobbys sein, welche Du an Deinem früheren Wohnort auch ausgeübt hast, oder ganz neue. Weitere Ideen habe ich Dir in meinem Artikel „So findest Du nach einem Umzug schnell neue Freunde“ zusammengetragen.

Tipp 10: Lass Dir Zeit!

Schlussendlich musst Du Dir einfach selbst etwas Zeit zugestehen, um Dich in Deiner neuen Heimat einzuleben. Stelle keine zu hohen Ansprüche an Dich selbst und akzeptiere, dass es Dir eben auch hin und wieder einmal schlecht geht und das Heimweh ruft. Früher oder später wird sich der Kulturschock legen, Du wirst Dich integrieren, neue Freunde finden und Dich an die Gepflogenheiten des Landes gewöhnen. Und das so sehr, dass Du dann bei Deiner Rückkehr nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz wiederum einen Kulturschock erlebst. Das ist nämlich ein völlig normales Phänomen nach einer langen Reise oder einem Auslandsaufenthalt…

Umzug (ins Ausland): So meldest Du das Kindergeld um

In meinem Artikel „Ummelden beim Umzug. Wann, wie, wo?“ habe ich Dir bereits eine praktische Liste an die Hand gegeben, wo Du Dich bei einem Umzug überall ummelden musst. Hierzu gehört natürlich auch das Kindergeld. Bleibst Du innerhalb Deutschlands, gestaltet sich die Ummeldung des Kindesgeldes relativ einfach. Komplizierter wird es, wenn Du ins Ausland umziehst. Denn dann muss erst einmal geklärt werden, ob überhaupt noch ein Kindergeldanspruch besteht.

Umzug innerhalb Deutschlands: Kindergeld per Formular ummelden

Wenn Du bereits erfolgreich Kindergeld beantragt hast und nur innerhalb von Deutschland Deinen Wohnort wechselst, musst Du dies dem zuständigen Amt über ein Formular mitteilen. Diese sogenannte „Veränderungsmitteilung“ findest Du hier. Du kreuzt einfach den ersten Punkt an „Meine Anschrift hat sich wie folgt geändert:“ und trägst Deine neue Adresse ein. Durch die Angaben in der Kopfzeile, also den Namen und Vornamen des/der Kindergeldberechtigten sowie die Kindergeld- und Steueridentifikationsnummer, kann das Amt die Daten dann auch korrekt zuordnen. Nun musst Du das Dokument nur noch unterschreiben und per Post an das zuständige Amt senden. Doch welches ist eigentlich für die Adressänderung zuständig?

Das zuständige Amt ausfindig machen

Du schickst die Veränderungsmitteilung an Dein bisher zuständiges Amt, sprich in Deinem alten Wohnort, vom dem Du auch alle Kindergeldbescheide etc. erhalten hast. Dieses nimmt dann automatisch die Änderungen vor und übermittelt dem neuen zuständigen Amt, also an Deinem neuen Wohnort, alle wichtigen Informationen. Zuständig ist

  • für Beschäftigte im öffentlichen Dienst die Familienkasse Deines Dienstherrn oder Arbeitgebers.
  • für alle anderen die Familienkasse der ortsansässigen Bundesagentur für Arbeit.

Was passiert beim Umzug ins Ausland?

Wenn Du ins Ausland ziehst, steht Dir oder Deinen Kindern nicht mehr zwangsläufig Kindergeld zu. Du hast nur dann noch einen Anspruch auf Kindergeld, wenn Du auch weiterhin in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bist. Andernfalls erhältst Du eventuell das Kindergeld als Sozialleistung. Dies ist dann der Fall, wenn

  • Du bei der Bundesagentur für Arbeit in einem Versicherungspflichtverhältnis stehst oder
  • Rente gemäß deutscher Rechtsvorschriften beziehst oder
  • als Entsandter, Missionar beziehungsweise Entwicklungshelfer tätig bist.

Kannst Du doppelt Kindergeld beziehen?

Doch was ist nun eigentlich, wenn Du in dem Land Deines neuen Wohnortes auch einen Anspruch auf Kindergeld oder ähnliche Familienleistungen hast? Prinzipiell kannst Du kein doppeltes Kindergeld beziehen. Das bedeutet, dass Du immer die Leistungen des Landes beziehst, in welchem Du lebst und arbeitest. Allerdings stockt Deutschland das Kindergeld eventuell auf, wenn Du weniger als das in Deutschland übliche Kindergeld erhältst und einen Anspruch auf das Kindergeld als Sozialleistung besitzt. Du erhältst dann also die Familienleistung vom Land Deines Wohnortes zuzüglich des Restbetrages von den deutschen Ämtern.

Was, wenn Du im Ausland studieren oder eine Schule besuchen möchtest?

Auch als Schüler/in oder Student/in steht Dir ja unter Umständen noch das Kindergeld zu, wenn es sich um Deine erste berufsqualifizierende Ausbildung handelt. Da Auslandsaufenthalte hierbei immer häufiger werden, interessiert Dich gewiss, ob Du auch bei einem kurzzeitigen Umzug ins Ausland oder bei einem Auslandsstudium noch Anspruch auf das Kindergeld hast?

  • Bleibt Dein Auslandsaufenthalt innerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraumes, hast Du in der Regel immer noch Anspruch auf die Kindergeldzahlungen.
  • Bei Auslandsaufenthalten außerhalb der EU oder des EWR hast Du normalerweise dann einen Anspruch auf Kindergeld, wenn dieser nicht länger als ein Jahr dauert.
  • Bei einem Auslandsaufenthalt von mehr als einem Jahr und außerhalb der EU beziehungsweise des EWR wird der Kindergeldanspruch jeweils im Einzelfall entschieden. Gute Chancen hast Du, wenn Du zwar im Ausland studierst, in den Semesterferien aber stets wieder in Deutschland wohnst, Deinen deutschen Wohnsitz also nicht endgültig aufgibst. Dies kann auch der bisherige Wohnsitz bei Deinen Eltern sein.

Welches Amt bei Umzug ins Ausland?

Auch für den Umzug ins Ausland sind die Familienkassen zuständig. Erst einmal füllst Du auch dann eine Veränderungsmitteilung aus und schickst diese postalisch an das bisher für Dich zuständige Amt. Weiterhin muss nun aber geprüft werden, ob Du an Deinem neuen Wohnsitz im Ausland überhaupt noch Ansprüche auf Kindergeld besitzt. Für diese Prüfung sind folgende Familienkassen zuständig:

  • Familienkasse Baden-Württemberg für Frankreich und Schweiz
  • Familienkasse Bayern Nord für alle weiteren EU-/EWR-Staaten
  • Familienkasse Bayern Süd für Österreich
  • Familienkasse Rheinland-Pfalz für Belgien, Niederlande und Luxemburg
  • Familienkasse Sachsen für Polen und Tschechien

Alle weiteren Informationen zum Kindergeldanspruch beim Umzug ins Ausland findest Du unter kindergeld.org