Einrichtungsplan erstellen: Erleichterung vor und während Deinem Umzug

Endlich hast Du Deine Traumwohnung gefunden und malst Dir bestimmt bereits im Kopf aus, wie sie schlussendlich eingerichtet aussehen wird. Doch wieso nur im Kopf? Ich verrate Dir heute, wie Du einen Einrichtungsplan zu Papier bringst. So kannst Du nämlich nicht nur besser planen wie die Räume später aussehen sollen, sondern Du kannst auch direkt am Umzugstag dafür sorgen, dass alle Umzugshelfer die jeweiligen Möbel und Kartons an den richtigen Platz bringen. Ein Einrichtungsplan stellt deshalb vor und während Deinem Umzug eine große Erleichterung für alle Beteiligten dar – vor allem für Dich als Koordinator/in.

Schritt 1: Den Grundriss skizzieren

Bevor Du planst, welche Möbel wo hinsollen, brauchst Du natürlich erst einmal einen Grundriss Deiner neuen Wohnung. Dieser muss unbedingt maßstabsgetreu sein, damit Du später beim Einrichten keine bösen Überraschungen erlebst. Frage daher entweder den Vermieter beziehungsweise Verkäufer der neuen Wohnung, ob er Dir einen Grundriss als Kopie aushändigen kann. Oder aber Du machst Dich selbst mit Zollstock, Stift und Papier ans Werk und skizzierst einen eigenen Grundriss. Wichtig dabei ist, dass Du auch alle Türen, Fenster, Heizungen, Rohre, Anschlüsse, Antennen usw. maßstabsgetreu vermerkst. So weißt Du nämlich später, wo die Waschmaschine hin muss oder wie weit das Bett aufgrund des Heizkörpers vom Fenster entfernt platziert werden sollte. Bei Fenstern und Türen musst Du unbedingt auch vermerken, in welche Richtung sich diese öffnen. Am einfachsten lässt sich die Skizze eines Grundrisses übrigens auf Millimeterpapier anfertigen. Wähle dafür einen Maßstab von 1:20, also entspricht ein Meter in der Wohnung fünf Zentimetern auf dem Papier. So hast Du ausreichend Platz, um später die Möbel, Teppiche, Lampen etc. einzukleben. Falls nötig, kannst Du einen größeren Papierbogen kaufen oder einfach mehrere DIN-A4-Blätter aneinanderkleben.

Schritt 2: Die fixen Möbel einzeichnen

Fixe Möbel? Was soll denn das sein? Mit fixen Möbel meine ich jene Möbelstücke und elektronischen Geräte, deren Platz Du nicht frei wählen kannst. Entweder, weil diese einen entsprechenden Anschluss benötigen, wie zum Beispiel der Herd oder die Waschmaschine, oder aber weil nur an dieser einen Stelle ausreichend Platz für das Ecksofa ist.

Schritt 3: Die variablen Möbel platzieren

Nun kannst Du alle weiteren Möbel frei nach Belieben in Deinem Grundriss platzieren. Am besten geht das, wenn Du diese aus einem weiteren Stück Papier maßstabsgetreu ausschneidest und beschriftest. Nun kannst Du diese auf den Grundriss legen und so lange hin- und herschieben, bis Du mit der Einrichtung zufrieden bist. Außerdem kannst Du jetzt optimal Möbel übereinanderlegen, zum Beispiel den Couchtisch auf den Wohnzimmerteppich. Beachte unbedingt, dass zwischen den Möbeln ausreichend Platz für Durchgänge sein muss. In der Regel werden dafür mindestens 75 Zentimeter veranschlagt. Hast Du die optimale Stelle gefunden, klebst Du die Möbel entsprechend fest. Umrande jetzt die ausgeschnittenen Möbel mit einem dicken Filzstift, sodass sie sich noch besser vom Grundriss abheben.

Schritt 4: Einrichtungsplan kopieren und an Umzugshelfer verteilen

Nun hast Du den fertigen Einrichtungsplan und kannst diesen in beliebiger Anzahl kopieren. Wofür? Ganz einfach: Jeder Deiner Umzugshelfer und Möbelpacker sollte am Umzugstag einen solchen Einrichtungsplan von Dir erhalten. So können diese alle Möbel direkt an den späteren Standort bringen. Je verständlicher der Einrichtungsplan gestaltet ist, desto weniger Aufwand hast Du während des Umzugs mit der Koordination der Umzugshelfer.

Schritt 5: Kartons richtig packen und beschriften

Zuletzt bietet es sich auch an, die Umzugskartons so zu packen, dass diese eindeutig einem der Räume zugeordnet werden können. Beschrifte sie dann entsprechend mit denselben Raumbezeichnungen, welche Du auch auf dem Einrichtungsplan vermerkt hast. So wissen auch hier alle Umzugshelfer direkt, wo welcher Karton am Ende stehen sollte. Mehr Tipps dazu findest du übrigens im Artikel: Umzugskartons richtig packen.

Extra-Tipp: Online-Einrichtungsplaner verwenden

Zuletzt habe ich noch einen praktischen Extra-Tipp für Dich im Gepäck: Im Internet gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter, die Dir die Erstellung eines Einrichtungsplans direkt online ermöglichen. Einige davon gibt es sogar bereits in 3D. Nach einer kurzen Einarbeitung hast Du so einen einfachen und schnellen Weg gefunden, einen besonders realistischen Einrichtungsplan zu erstellen. Ein solches Angebot findest Du zum Beispiel unter www.everyday-feng-shui.de. Planen, ausdrucken, fertig!

Außerdem ….

… sollte dein Einrichtungsplan natürlich beim Ein- und Ausladen des Umzugs-LKW Berücksichtigung finden (was es da ansonsten zu beachten gilt, dass verrate ich dir hier). Jeder deiner Helfer sollte den Einrichtungsplan verinnerlichen. So vermeidest du die zahlreichen Fragen á la „Wo kommt das denn hin?“ beim Entladen des Transporters oder Umzugs-LKWs. Außerdem kann man das Fahrzeug natürlich entsprechend des Einrichtungsplans geschickt beladen.

Mein Tipp: Stapel die Kartons so, dass beim Entladen Kartons für unterschiedliche Räume nacheinander abgeladen werden. So erhält der erste Helfer bspw. einen Karton fürs Schlafzimmer, der zweite Helfer einen Karton für die Küche und der dritte Helfer einen Umzugskarton fürs Wohnzimmer. In deinen neuen Räumen verläuft sich der Umzugs-Traffic dann ein bisschen und deine Helfer stehen sich nicht auf den Füßen herum! Außerdem solltest du den Helfern den Rücken frei halten, die noch etwas aufzubauen haben. Gibt es bspw. einen großen Schrank der zu aller erst im Wohnzimmer aufgebaut werden soll und der daher vorne im LKW steht, dann solltest du beim Entladen andere Sachen für das Wohnzimmer eher auf der anderen Seite des LKWs stapeln um deinen Helfern möglichst lange, möglichst viel Freiraum zum Aufbauen zu geben!

Zu viele Möbel? So kannst Du sie beim Umzug zwischenlagern oder einlagern

Kennst Du das Problem? Du hast einfach zu viel Zeug, aber nicht genug Platz in der Wohnung, Garage oder im Keller, um es zu lagern? Und was machst Du eigentlich mit Möbeln, wenn Du in eine kleinere Wohnung ziehst und für diese schlichtweg kein Raum mehr ist? Verkaufen? Verschenken? Auf den Sperrmüll bringen? Nein, Du musst Dich nicht immer gleich von dem Besitz verabschieden, für den momentan kein Platz ist. Dies kann sich schließlich in einigen Monaten oder Jahren wieder ändern und vielleicht freust Du dich beim nächsten Umzug in eine größere Wohnung umso mehr, die Kommode von Großmutti wieder ins Schlafzimmer stellen zu können. Ich verrate Dir deshalb jetzt, wie Du Deine Möbel am besten kurz- oder langfristig einlagern kannst.

Worauf musst Du beim Einlagern der Möbel achten?

Jedes Möbelstück oder sonstige Objekt, das Du zwischen- oder einlagern möchtest, solltest Du ordentlich verpacken. Und zwar so, dass es vor Staub, Schmutz und Feuchtigkeit geschützt ist. Empfindliche (Elektro-) Geräte solltest Du am besten in Luftpolsterfolie einwickeln. Kühlschränke, Waschmaschinen o.ä. müssen unbedingt vor dem Einlagern getrocknet und einmal ordentlich geputzt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Aus Polstermöbeln sind Verschmutzungen oder Staub besonders schwierig zu entfernen. Diese sollten deshalb besonders sorgfältig mit Folien abgedeckt werden. Auch Kleidung oder Kleinteile kannst Du durchaus langfristig einlagern. Hierfür gibt es spezielle Kleiderkisten. Edle Anzüge oder Ballkleider kannst Du zudem in einen entsprechenden Kleiderschutz geben und an einer Stange aufhängen. Bettzeug, Vorhänge oder Kleinkram kannst Du in Koffern oder Schubladen der eingelagerten Möbel verstauen. Greife zudem lieber zu Plastikkisten als zu Umzugskartons, da diese einen besseren Schutz gegen Feuchtigkeit oder Nagetiere bieten.

Wo kannst Du Deine Möbel zwischenlagern?

Möchtest Du also Möbel und weiteren Besitz einlagern, stehen Dir verschiedene Möglichkeiten offen:

Möbel in Einzelcontainern einlagern

Eine erste Variante ist die Zwischenlagerung der Möbel in Einzelcontainern. Diese umfassen in der Regel eine Menge von bis zu 40 Kubikmetern und können flexibel in der jeweils benötigten Anzahl gemietet werden. Alle Einzelcontainer werden dann vom Anbieter in einer großen Lagerhalle aufbewahrt. Bei guten Anbietern ist diese klimatisiert, vor Feuchtigkeit geschützt und alarmgesichert. Du erhältst einen eigenen Schlüssel für Deine Container. Der Zutritt wird zudem streng kontrolliert. Immer mehr Umzugsfirmen bieten einen solchen Service selbstständig oder in Kooperation an. Frag deshalb am besten einfach bei mehreren Umzugsunternehmen aus Deiner Region nach und hol Dir entsprechende Angebote ein.

Self-Storage und Abstellräume

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Anmietung von Abstellräumen. Solche Angebote findest Du unter den Namen Self-Storage, Mietlager oder Miet-Box. Prinzipiell verbirgt sich dahinter nichts anderes als ein Lagerraum, über welchen Du während des Mietzeitraums frei verfügen kannst, ähnlich einer Garage oder einem Kellerraum. Diese Abstellräume werden wiederum nach vier verschiedenen Varianten unterschieden:

  • Outdoor-Lageräume sind besonders günstig, da sie lediglich aus unbeheizten Blech- oder Betonverschlägen bestehen. Sie bieten sich daher als kostengünstige Alternative für unempfindlichen Besitz an.
  • Driveup-Lager können mit einer Garage verglichen werden. Du lieferst die einzulagernden Möbel beziehungsweise Objekte direkt ans Rolltor, wo Du je nach Anbieter selbst ausladen kannst oder der Service das für Dich übernimmt.
  • Indoor-Lager sind – ähnlich den Einzelcontainern – in der Regel bewacht sowie klimatisiert. Wichtig ist es hierbei auf einen ausreichenden Brandschutz zu achten.
  • Paketdienste übernehmen die Abholung und Rücklieferung Deines einzulagernden Besitzes, wodurch Du den geringsten Aufwand hast. Allerdings lassen diese sich das auch entsprechend entlohnen.

Welche Art der Einlagerung für Dich die am besten geeignete ist, hängt also sowohl von der Art des Mobiliars oder Besitzes ab, den Du zwischenlagern möchtest, als auch von Deiner finanziellen Situation.

Verträge stets im Voraus prüfen

Egal, für welche Art der Zwischenlagerung Du dich schlussendlich entscheidest: Du solltest stets im Voraus die Preise und Konditionen der unterschiedlichen Anbieter vergleichen. Wichtig sind hierbei

  • Kosten
  • inbegriffene Leistungen
  • Lagervolumen
  • Kündigungsfristen
  • Bewachung der Lagerräume
  • Lastenaufzüge für Sperrgut
  • Versicherungsschutz des Anbieters
  • Brandschutzeinrichtungen

Zudem solltest Du einen Lagerraum stets besichtigen, bevor Du einen Vertrag unterschreibst. Achte hierbei vor allem auf Warnzeichen, wie Feuchtigkeit, einen muffigen Geruch oder Schimmelflecken an Wänden und Böden. Zudem empfiehlt sich ein Lagerraum, der möglichst nah an Deiner Wohnung liegt. So kannst Du nicht nur Transportkosten und -zeit sparen, sondern auch flexibel jederzeit Mobiliar oder Gegenstände aus dem Lagerraum holen beziehungsweise zum Zwischenlagern bringen.

Möbel kostengünstig Zwischenlagern oder einlagern

Doch, es muss nicht immer das all-inclusive Dienstleistungsangebot sein, wenn es darum geht überzählige Möbel irgendwo zwischen zu lagern! Hör dich doch mal im Freundeskreis oder bei Verwandten um. Bestimmt hat jemand einen großen Dachboden und kann dir hier ein Plätzchen zur Verfügung stellen oder kann in seiner Garage einen Platz für deine Sachen frei machen.

Mein Tipp dabei lautet allerdings: Bedenke, dass derjenige Zugriff auf deine Sachen hat (insbesondere wenn Du Dokumente oder wertvolle Stücke unterstellen willst, solltest du also ausreichend Vertrauen haben)! Außerdem solltest du natürlich das Entgegenkommen von Freunden oder Verwandten nicht überreizen. Lagere nur solange zwischen, wie unbedingt möglich und gib bereits im Vorfeld einen gut passenden zeitlichen Horizont für deinen Lagerbedarf bekannt. Ein freundschaftliches Verhältnis kann sonst schnell unnötig strapaziert werden, wenn deine Sachen Platz wegnehmen und der Bereitstellende diesen auf einmal irgendwann für sich selber braucht!

Kurzer Hinweis, weil ich auf das Bild oben angesprochen worden bin. Dies zeigt einen Teil des Garagenparks in Duisburg des Anbieters maxi-garagen.de.

Modernisierung Teil 2: Mieterhöhung nach der Modernisierung

Im ersten Teil der Artikelserie „Modernisierung“ hast Du bereits erfahren, was unter dem Begriff zu verstehen ist, wie diese abläuft und wann Du als Mieter Einspruch gegen Modernisierungsmaßnahmen einlegen kannst. Mit der Modernisierung geht nämlich nicht nur während der Bauarbeiten viel Aufwand einher, zum Beispiel zeitlicher oder finanzieller Art, sondern auch danach kann es als Mieter ungemütlich werden: Der Vermieter darf nämlich nach Modernisierungsarbeiten bis zu elf Prozent ihrer Kosten auf Deine jährliche Miete umschlagen.

Vermieter hat Recht auf Mieterhöhung

Grundsätzlich steht dem Vermieter nach Modernisierungsmaßnahmen das Recht auf eine Mieterhöhung zu. Allerdings gibt es auch hier einige wichtige Regeln zu beachten. Der Vermieter darf die Miete nämlich nur dann erhöhen, wenn die Umbauarbeiten

  • zur Einsparung von Energie beitragen,
  • zur Wassereinsparung beitragen,
  • eine nachhaltige Wohnungsverbesserung nach sich ziehen oder
  • im Rahmen einer energetischen Modernisierung stattgefunden haben (nur, wenn durch die Baumaßnahmen tatsächlich Endenergie eingespart wurde).

Nur in einem dieser drei Fälle darf der Vermieter eine Mieterhöhung aufgrund der Modernisierung vornehmen. Es gibt also eine Vielzahl an Bauarbeiten oder Verbesserungen in den Wohnräumen, die gesetzlich nicht unter den Begriff der Modernisierung fallen und für welche der Vermieter demnach auch keine höhere Miete ansetzen darf. Dazu gehören zum Beispiel

Häufig werden im Rahmen des Umbaus aber direkt Modernisierungsmaßnahmen mit weiteren Bauarbeiten verknüpft. In diesem Fall darf der Vermieter nur diejenigen anteiligen Kosten in die Mieterhöhung einrechnen, die tatsächlich in den Bereich der Modernisierung fallen. Hierzu ein Beispiel: Dein Vermieter lässt die Wärmedämmung der Außenwände erneuern und verputzt anschließend das Haus neu. So musst Du als Mieter nur eine Mieterhöhung für die Energiesparmaßnahme in Kauf nehmen, nicht aber für den neuen Putz.

Örtliche Vergleichsmiete oder Modernisierungsmieterhöhung?

Interessant ist auch, dass der Vermieter frei entscheiden darf, ob er aufgrund des jetzt höheren Wertes der modernisierten Wohnung eine Mieterhöhung anhand der örtlichen Vergleichsmiete vornimmt, oder aber eine sogenannte Modernisierungsmieterhöhung. Für die Erhöhung anhand der örtlichen Vergleichsmiete muss er allerdings im Voraus Deine Zustimmung einholen. Und auch eine Mieterhöhung aufgrund der Modernisierung muss rechtzeitig angekündigt werden:

Ankündigungspflicht bei der Mieterhöhung

Wird aufgrund einer Modernisierungsmaßnahme die Miete erhöht, so muss der Vermieter dies rechtzeitig ankündigen. Das geschieht in der Regel schriftlich. Neben der Ankündigung der Mieterhöhung muss er diese zudem begründen, sie für den Vermieter verständlich berechnen und gegebenenfalls die jeweiligen Kostenanteile abziehen, welche auf Erhaltungsmaßnahmen entfallen. Legst Du als Mieter anschließend keinen Widerspruch ein, gilt dies als Zustimmung zu der Mieterhöhung und sie tritt zu Beginn des dritten Monats ein, nachdem Du die Erklärung des Vermieters über die Mieterhöhung erhalten hast. Findet die Mitteilung zu spät statt, so verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Selbiges gilt für tatsächliche Mieterhöhungen, welche die angekündigte um mehr als zehn Prozent überschreiten.

Muss Du als Mieter die Mieterhöhung akzeptieren?

Nach Erhalt der Mitteilung über die Mieterhöhung hast Du bis zum Ende des darauf folgenden Monats Zeit, um Widerspruch einzulegen. Diesen Widerspruch musst Du begründen, damit er anschließend geprüft werden kann. Prinzipiell musst Du Mieterhöhungen im zulässigen Rahmen aber akzeptieren, sofern sie für Dich keine unzumutbare Härte darstellen, wenn Du die Miete also nach der Erhöhung nicht mehr bezahlen könntest. Berücksichtigt werden dabei sowohl die Miet- und Betriebskosten für die Wohnräume als auch Deine finanzielle Situation und Dein Einkommen. Im Fokus steht dann immer der Interessensausgleich zwischen Mieter und Vermieter. In der Regel wird also nach einem bezahlbaren Kompromiss gesucht.

Sonderkündigungsrecht des Mieters bei Mieterhöhung

Kündigt der Vermieter im Zuge der Modernisierung eine Mieterhöhung an, hast Du als Mieter ein Sonderkündigungsrecht. Von diesem kannst Du bis zum Ablauf des zweiten Monats nach Eintreffen der Ankündigung Gebrauch machen. Kündigen kannst Du dann jeweils zum Ende des übernächsten Monats. Eine eventuelle Mieterhöhung hast Du in diesem Fall bis zu Deinem Auszug nicht mehr zu bezahlen. Davon abweichende Regelungen im Mietvertrag werden automatisch ungültig.

Nachmieter Teil 2: So findest Du schnell geeignete Bewerber

Im ersten Artikel zum Thema „Nachmieter“ hast Du bereits erfahren, wann Du frühzeitig aus einem Mietvertrag aussteigen kannst, indem Du einen geeigneten Nachmieter stellst. Hat eine dieser vertraglichen Regelungen auf Dich zugetroffen oder Du konntest mit dem Vermieter eine entsprechende Einigung erwirken, so musst Du nun nur noch den passenden Nachmieter finden und schon kannst Du sorglos umziehen. Doch wo findest Du eigentlich solche Bewerber und welcher kommt als Nachmieter überhaupt infrage?

Das Gespräch mit dem Vermieter suchen

Dein erster Schritt sollte darin bestehen, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Halte die Einigung, dass Du durch das Stellen eines Nachmieters aus dem Mietvertrag entlassen wirst, unbedingt schriftlich fest. Der Vermieter muss das Dokument zudem eigenhändig unterschreiben, damit es im Streitfall vor Gericht Bestand hat. In diesem Zuge macht es natürlich auch Sinn, die Kriterien für einen Nachmieter zu besprechen. Was versteht Dein Vermieter unter einem „geeigneten“ Nachmieter? Welche Voraussetzungen muss dieser erfüllen und was sind absolute No-Gos (Raucher, Haustiere,…)? Am einfachsten ist es, gemeinsam eine Liste anzulegen und diese ebenfalls schriftlich festzuhalten. So kannst Du später jederzeit die Vereinbarungen nochmal nachlesen, hast einen Leitfaden für die Suche nach Bewerbern an der Hand und einen schriftlichen Nachweis Eurer Absprache, falls es zum Streit kommen sollte.

Suche einen Dir ähnlichen Nachmieter

Die meisten Vermieter wünschen sich gewiss einen Nachmieter, der Dir als Typ ähnlich ist. Das bedeutet, dass in etwa gleich viele Personen wieder in die Wohnung einziehen, das Einkommen vergleichbar ist sowie die Lebensumstände. Hast Du bis jetzt alleine in einer Zweizimmerwohnung gelebt, wird der Vermieter im Anschluss gewiss keine vierköpfige Familie wünschen. Suche daher nach Personen, die Dir ähnlich sind. Ob männlich oder weiblich spielt dabei in der Regel weniger eine Rolle als Beruf, Hobbys, Familienstruktur oder eben genannte Kriterien, wie Nichtraucher oder Haustiere. Zudem sollten die ausgewählten Bewerber natürlich die Voraussetzungen des Vermieters erfüllen.

Nachmietersuche über den Bekanntenkreis

Höre Dich nun einmal im Bekannten- und Freundeskreis um. Sucht gerade jemand eine Wohnung, der auf das Profil passen würde? Ein Arbeitskollege vielleicht? Eine Tante, ein Kumpel oder eine entfernte Bekannte? Manchmal ergibt sich daraus direkt oder auch über ein oder zwei Ecken ein passender Nachmieter, ohne dass Du den Aufwand einer Anzeigensuche betreiben musst.

Anzeigen in Zeitung und Internet schalten

In der Regel stehst Du bei der Suche nach einem Nachmieter aber unter Zeitdruck, da Du ja schon vor der Dreimonatsfrist ausziehen möchtest. Deshalb macht es durchaus Sinn, auch während der Suche im Bekanntenkreis bereits Anzeigen zu schalten. Infrage kommen dafür sowohl klassische Zeitungsannoncen als auch Kleinanzeigen im Internet. Hier gibt es mittlerweile zahlreiche Plattformen, wie Immonet, Immobilienscout24, Immowelt oder die Ebay Kleinanzeigen, in welchen Du größtenteils kostenfrei Inserate einstellen kannst. Je nach Region hast Du dann bereits meist innerhalb weniger Stunden einige oder gar unzählige Anfragen.

Gerade in begehrten Uni-Städten ist es außerdem sinnvoll, sich mal in der Uni umzusehen ob es nicht ein schwarzes Brett gibt. Dies kann sowohl physisch auf dem Campus hängen, als auch digital als Plattform der Uni im Internet existieren!

Die passenden Bewerber finden

Hast Du zu viele Anfragen erhalten, heißt es nun natürlich aussortieren, und zwar anhand der Kriterien des Vermieters. Am Ende sollten rund drei bis fünf Interessenten übrig bleiben. Mit diesen vereinbarst Du einen Besichtigungstermin in der Wohnung. Lade hierzu unbedingt auch den Vermieter ein. Manch einer ist gerne bereits dabei, um sich ein Bild von den Bewerbern zu machen. Möchte er allerdings nicht anwesend sein, suchst Du selbst ein bis drei geeignete Nachmieter aus (je nach Vereinbarung) und schlägst diese dem Vermieter vor. Lass sie dafür eine Mieterselbstauskunft ausfüllen.

Ein Mietangebot aufsetzen

Hat der Vermieter die Nachmietersuche gänzlich in Deine Hände gegeben oder greift die sogenannte Nachmieterklausel, kannst Du dem Interessenten bereits auf eigene Faust ein Mietangebot unterbreiten. Stelle dieses aber zunächst auf Deinen eigenen Namen und unter Vorbehalt aus, bis der Vermieter zugestimmt hat. Hierin enthalten sein sollten dieselben Kriterien, wie sie im Mietvertrag stehen. Ob für den neuen Mieter gegebenenfalls eine Mieterhöhung greift oder es sonstige Änderungen geben wird, gilt es ebenfalls im Voraus mit dem Vermieter zu besprechen. Ist alles unter Dach und Fach, stehen jetzt nur noch Formalitäten an. So kannst Du zum vereinbarten Zeitpunkt ausziehen und der Nachmieter übernimmt Deinen Mietvertrag oder erhält vom Vermieter direkt einen neuen. Du siehst: Die Kommunikation mit dem Vermieter ist bei der Suche nach einem geeigneten Nachmieter sowie in allen Fragen zum Ablauf der Nachmieterregelung das A und O.

Modernisierung Teil 1: Musst Du eine Modernisierung akzeptieren?

Modernisierung der Wohnräume – auf den ersten Blick klingt das sehr gut. Wer will nicht eine strahlend neue Küche, eine bessere Isolierung und dadurch gesenkte Heizkosten oder endlich neue Rohre im Badezimmer, damit das Wasser wieder schneller abfließt? Um Wohnungen und Häuser in Schuss zu halten, sind immer wieder solche Modernisierungsmaßnahmen notwendig. Doch leider stellen diese für den Mieter häufig eine große Belastung dar, sowohl finanziell als auch zeitlich und organisatorisch. Was es mit einer Modernisierung auf sich hat und ob Du diese als Mieter akzeptieren musst, verrate ich Dir hier im ersten Teil der Artikelserie „Modernisierung“.

Was bedeutet „Modernisierung“?

Als Modernisierung werden alle Baumaßnahmen an einer Wohnung, einem Haus oder an Gewerberäumen bezeichnet, welche unter eine der folgenden Kategorien fallen:

  • Es soll neuer Wohnraum geschaffen werden.
  • Der Gebrauchswert des Mietobjektes wird durch Baumaßnahmen nachhaltig erhöht.
  • Es handelt sich um eine sogenannte energetische Modernisierung, durch welche in Zukunft nachhaltig End- oder Primärenergie eingespart wird. Dies dient dem Klimaschutz.
  • Durch die Baumaßnahmen reduziert sich der Wasserverbrauch nachhaltig.
  • Die Wohnverhältnisse in dem Mietobjekt werden dauerhaft verbessert.

Rechtlich gesehen, fallen unter den Begriff der Modernisierung und die damit einhergehend geltenden Regelungen auch bauliche Veränderungen aufgrund von Umständen, die nicht durch den Vermieter zu vertreten sind. Vorausgesetzt, diese gehören nicht in die Kategorie der Erhaltungsmaßnahmen.

Der Vermieter muss Modernisierungen ankündigen

Als Mieter erfährst Du von geplanten Modernisierungsmaßnahmen häufig erst relativ kurzfristig. Der Vermieter ist in der Pflicht, Dir diese spätestens drei Monate vor Baubeginn schriftlich anzukündigen. Daraus muss zudem ersichtlich sein, wann die Bauarbeiten geplant sind, in welcher Art, der Umfang sowie Beginn und Dauer der Baumaßnahme. Zudem muss er Dich darüber informieren, ob und in welcher Höhe sich anschließend Deine Miete erhöht und wie sich die Modernisierung auf die zukünftigen Energiekosten auswirkt.

Muss der Mieter die Modernisierung dulden?

Drei Monate ist allerdings nicht sonderlich viel Zeit, vor allem wenn es sich um umfassende und langanhaltende Modernisierungsmaßnahmen handelt oder die Wohnräume währenddessen vielleicht überhaupt nicht bewohnbar sind. Die Frage, welche sich viele betroffene Mieter stellen, lautet daher: Musst Du die Modernisierung dulden oder kannst Du diese ablehnen beziehungsweise verzögern?

Prinzipiell gilt: Du musst die Modernisierungsmaßnahmen dulden. Es gibt aber eine Ausnahme, und zwar dann, wenn diese eine nicht zu rechtfertigende Härte für Dich darstellen würden. Dies kann sowohl während der Bauarbeiten der Fall sein als auch anschließend, wenn zum Beispiel die Miete nach der Erhöhung quasi unbezahlbar für Dich wäre.

Wie kannst Du Einspruch gegen die Modernisierung einlegen?

Möchtest Du die geplante Modernisierung ablehnen, so kannst Du schriftlich einen sogenannten „Härteeinwand“ verfassen. Dieser muss bis spätestens Ende des nächsten auf den Eingang der Modernisierungsankündigung folgenden Monats beim Vermieter eintreffen. Sende ihn am besten per Post als Einschreiben, sodass Du den Eingangstermin im Streitfall nachweisen kannst. Ein entsprechendes Muster findest Du im Internet, zum Beispiel auf der Homepage des Mieterschutzbundes. Wirst Du Dir allerdings nicht mit dem Vermieter einig, findet eine sogenannte Härtefallprüfung statt. Im Fokus steht dabei in der Regel die Abwägung der Interessen beider Parteien. Vor allem bei energetischen Modernisierungsmaßnahmen, die dem Umweltschutz zugute kommen, wird dabei nicht selten im Sinne des Vermieters entschieden.

Als Mieter hast Du ein Sonderkündigungsrecht

Werden die Modernisierungsmaßnahmen also auch gegen Deinen Willen durchgeführt oder Du möchtest aus einem anderen Grund ausziehen, so kannst Du im Zuge der geplanten Modernisierungsmaßnahmen sonderkündigen. Die Kündigung greift dann zum Ablauf des übernächsten Monats. Die Dreimonatsfrist musst Du also in diesem Fall nicht einhalten.

Der Vermieter hat das Recht auf Mieterhöhung

Ein Grund dafür, dass Du wegen der Modernisierung kündigen möchtest, könnte in den höheren Folgekosten liegen. Der Vermieter hat nämlich auf der anderen Seite das Recht, nach den Modernisierungsarbeiten die Miete zu erhöhen. Weitere Informationen hierzu erhältst Du im zweiten Artikel zum Thema „Modernisierung“.

Was, wenn dem Mieter durch die Modernisierung Kosten entstehen?

Doch was passiert jetzt eigentlich, wenn die Wohnräume während der Umbaumaßnahmen nicht bewohnbar sind oder sonstige Kosten für Dich als Mieter anfallen? Die Rechtslage sieht wie folgt aus: Alle Ausgaben, die dem Mieter aufgrund der Baumaßnahmen im Zuge der Modernisierung entstehen, hat der Vermieter in angemessenem Umfang zu tragen. Das bedeutet, dass er Dir zum Beispiel die auswärtige Unterbringung finanzieren muss, nicht aber das 5-Sterne-Luxushotel. Tragen muss er zudem Kosten für

  • einen Mehraufwand in der Verpflegung
  • die Beseitigung von Schäden am Besitz des Mieters, zum Beispiel an Möbeln oder Dekoration
  • einen neuen Bodenbelag, wenn dieser durch die Renovierungsarbeiten unbrauchbar wurde
  • neue Gardinen oder ähnliche Umbauten, die aufgrund der neuen Heizkörper notwendig sind
  • andere Veränderungen in Mobiliar, Wandgestaltung, Bodenbelägen o.ä., wenn diese durch die Modernisierung unbrauchbar wurden oder nicht mehr verwendet werden können
  • die Reinigung

Die Berechnung der Kosten, die übernommen werden, findet in der Regel als Pauschalbetrag statt, zum Beispiel sieben Euro pro Stunde für anfallende Reinigungsarbeiten.

Hast Du als Mieter einen Anspruch auf Modernisierung?

Es gibt natürlich auch den Fall, dass der Mieter eine Modernisierung wünscht, der Vermieter diese aber ablehnt. Einen Anspruch auf Modernisierung kannst Du aber nur dann durchsetzen, wenn der Vermieter seine Pflichten in der energetischen Nachrüstung verletzt. Notfalls kannst Du aber unter Absprache mit dem Vermieter selbst Modernisierungsmaßnahmen durchführen. Der Vermieter darf dann im Anschluss natürlich nicht die Miete erhöhen beziehungsweise bei der Erhöhung auf die sogenannte „ortsübliche Vergleichsmiete“ dürfen die geleisteten Modernisierungsmaßnahmen und die Einrichtungen des Mieters nicht einberechnet werden. Alle wichtigen Regelungen zur Mieterhöhung nach der Modernisierung findest Du – wie bereits erwähnt – im zweiten Teil der Artikelserie „Modernisierung“.

Nachmieter Teil 1: Raus aus dem Mietvertrag durch Nachmieter?

Manchmal musst Du schneller aus einem Mietvertrag raus als gedacht. Vielleicht, weil Du einen neuen Job in einer anderen Stadt ergattert hast, Du mit Deinem Partner zusammenziehst oder Du einfach eine schönere, größere oder günstigere Wohnung gefunden hast. Doch Du kannst nicht einfach von heute auf morgen ausziehen. In der Regel hast Du dafür nämlich eine Kündigungsfrist von drei Monaten einzuhalten. Das bedeutet, dass Du in dieser Zeit auch noch die volle Miete zahlen musst, egal ob Du die Wohnung noch nutzt oder schon umgezogen bist. Doch was kannst Du tun, um schneller aus einem Mietvertrag zu kommen und dadurch Doppelmieten zu vermeiden? Eine Möglichkeit liegt darin, einen Nachmieter zu stellen. Doch Achtung: Ob der Vermieter dies akzeptieren muss, hängt von Deinem Mietvertrag ab.

Nachmieter muss nicht prinzipiell akzeptiert werden

Der Vermieter muss einen Nachmieter nicht akzeptieren, wenn der Mietvertrag nicht eine spezielle Nachmieterregelung als Klausel enthält. Du kannst also nicht einfach ein oder gar drei Nachmieter suchen und prompt auch ohne Kündigungsfrist aus der Wohnung ausziehen. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Prinzipiell muss Dir der Vermieter nämlich nicht entgegenkommen. Er darf auf die drei Monate Kündigungsfrist bestehen. Doch wie von jeder Regel, gibt es zum Glück auch hier Ausnahmen:

Ausnahme Nr. 1: Der Zeitmietvertrag

Hast Du einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen, der gemäß § 242 BGB unter die Kategorie Zeitmietvertrag oder Vertrag mit Kündigungsausschluss fällt, so kannst Du durch die Nachmieterregelung den Mietvertrag vorzeitig beenden. Allerdings muss hierfür ein sogenanntes „berechtigtes Interesse“ an der Vertragsaufhebung vorliegen, also ein wichtiger Grund. Darunter fällt zum Beispiel, wenn

  • Du aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt umziehen musst.
  • sich Deine Familiensituation insofern verändert, dass ein Umzug notwendig wird. Dies kann sowohl der Fall sein, wenn Du eine größere Wohnung aufgrund der Geburt eines Kindes brauchst, als auch wenn Du aufgrund einer Trennung oder des Todes Deines Ehepartners die Miete nicht mehr alleine bezahlen könntest.
  • Du als Mieter aus gesundheitlichen Gründen in ein Pflege-, Altersheim oder eine altersgerechte Wohnung umziehst.
  • weitere schwerwiegende Gründe vorliegen, die das Bestehen des Mietvertrags für Dich unzumutbar machen, zum Beispiel aufgrund einer schweren Erkrankung.

Wenn Du einen solchen Zeitmietvertrag aufheben möchtest, reicht es also nicht aus, dass Du eine schönere oder günstigere Wohnung gefunden hast. Du musst einen schwerwiegenden Grund nachweisen, dem Vermieter mindestens einen geeigneten Nachmieter stellen und dieser muss den bestehenden Vertrag ohne Einschränkungen oder Änderungen übernehmen. Zudem ist der Vermieter nicht verpflichtet, jeden von Dir vorgeschlagenen Nachmieter zu akzeptieren. Er kann zum Beispiel verlangen, dass dieser in etwa dasselbe Einkommen hat wie Du als Vorgänger, dass er Nichtraucher ist, keine Haustiere besitzt oder weitere für einen Mietvertrag übliche Forderungen stellen.

Ausnahme Nr. 2: Mietverträge mit Nachmieterklausel

Zudem gibt es spezielle Mietverträge, die eine sogenannte Nachmieterklausel beinhalten. Diese regelt, dass der Mieter bei einem berechtigten Interesse den Mietvertrag auch vor Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist auflösen darf, wenn er einen geeigneten Nachmieter stellt. Der Vermieter ist dann dazu verpflichtet, diesen Nachmieter als solchen zu akzeptieren. Lehnt er ihn ab, musst Du als Mieter ab dem Zeitpunkt keine Miete mehr bezahlen, zu welcher der Nachmieter eingezogen wäre. Kein Wunder also, dass diese Nachmieterklausel sehr selten geworden ist. Würdest Du das als Vermieter wollen?

Häufig ist eine Einigung möglich

Vermutlich nicht! Deshalb ist ein wenig Verständnis von beiden Parteien notwendig und gewiss werdet Ihr Euch dann einig. Verträge sind nämlich Verhandlungssache und viele Vermieter lassen Dich dennoch früher aus einem Mietvertrag aussteigen, wenn Du ihnen die Gründe für Deinen schnellen Auszug nachvollziehbar darlegen kannst und einen wirklich geeigneten Nachmieter stellst. Schlussendlich will der Vermieter ja meist nur die monatliche Miete erhalten und so wenig Ärger wie möglich mit dem Mieter haben. Viele suchen deshalb dann doch lieber selbst nach einem geeigneten Bewerber und bieten Dir einen Aufhebungsvertrag an. Erzwingen allerdings, kannst Du nichts. Der Vermieter sitzt diesbezüglich am längeren Hebel.

Vermieter hat Recht auf Bedenkzeit

Dem Vermieter steht übrigens immer eine angemessene Überlegungsfrist zu. Schließlich wird er mit Deinem Auszug vielleicht völlig überrumpelt. Ob er einen Nachmieter zulässt oder konkret Deinen Vorschlag akzeptiert, darf er sich laut Gericht für bis zu drei Monate überlegen. Im schlimmsten Fall kommst Du also nicht umher, vom Tag der Kündigung an noch für bis zu drei Monate weiterhin (Doppel-) Miete zu bezahlen. Hast Du das Glück und Dein Vertrag oder der Vermieter ermöglichen Dir den verfrühten Auszug gegen Stellung eines Nachmieters, so gebe ich Dir im zweiten Teil dieses Artikels hilfreiche Tipps, wie Du schnell geeignete Bewerber findest.

Umziehen mit Kindern Teil 4: So findest Du einen Babysitter

Am Umzugstag geht es hektisch zu, Möbelpacker gehen ein und aus, Du kümmerst Dich um die Verpflegung für die Umzugshelfer oder bist voll und ganz mit deren Koordination beschäftigt. Manchmal kommt dann auch der Vermieter für die Wohnungsübergabe vorbei oder Du hast sogar noch Haustiere, deren Umzug besonders kompliziert ist. So oder so: Für die Betreuung eines Babys oder Kleinkindes hast Du am Umzugstag häufig nicht ausreichend Zeit. Du hast also zwei Möglichkeiten: Entweder Du gibst den Umzug komplett in die Hände Deiner Helfer oder aber Du suchst Dir für diesen Tag einen Babysitter.

Wann ist ein Babysitter für den Umzug sinnvoll?

Welche die jeweils sinnvollere Variante ist, hängt in erster Linie von Deiner finanziellen Situation ab. Wenn Du Dir die Hilfe durch ein professionelles Umzugsunternehmen leisten kannst, lass doch einfach die Profis ans Werk und nimm Du Dir Zeit für Dein Kind und Dich selbst. Die Umstellung im neuen Zuhause, der neuen Region und vielleicht auch dem neuen Job oder Freundeskreis wird schließlich noch anstrengend genug. Allerdings ist so ein Vollservice für einen Umzug alles andere als ein Schnäppchen. Viele Menschen tendieren deshalb zu günstigeren Varianten, wie der Hilfe durch Freunde und Bekannte, studentische Umzugshelfer oder gar dem kompletten Umzug in Eigenregie. Was also, wenn Du am Umzugstag koordinieren oder selbst mit anpacken musst?

Zuerst Verwandte oder Freunde fragen

Beim Umzug selbst dabei zu sein, ist für Babys und kleine Kinder in der Regel zu stressig. Sie verstehen den Trubel noch nicht, machen Unordnung oder geraten gar in Gefahr. Am sichersten ist es deshalb, wenn Du für den Umzugstag eine Kinderbetreuung organisierst und der Babysitter mit dem Kind zum Beispiel auf den Spielplatz geht. Fremde Menschen und Umgebungen bedeuten aber sehr viel Stress für das Kind, je nach Alter kann das sogar beängstigend wirken. Am besten ist es deshalb, wenn Dein Kind an einem bekannten Ort und/oder von einer bekannten Person betreut wird. Frage daher erst einmal Deine Verwandten und Freunde, welche das Kind bereits kennt, ob diese am Umzugstag vielleicht als Babysitter aushelfen würden. So können zum Beispiel die Großeltern des Kindes aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme sowieso nicht mehr aktiv beim Umzug helfen. Wieso also das Baby nicht für einen Tag zu ihnen bringen? Oder frag doch Deine Freundinnen aus der Krabbelgruppe, dem Schwangerschaftskurs oder vom Spielplatz, ob ihr Sohn oder ihre Tochter für einen Tag einen Spielgefährten wünscht?

Kommen Kita oder Kindergarten infrage?

Dein Kind geht bereits in eine Kita oder einen Kindergarten? Dann frag doch hier einmal nach einer außerplanmäßigen Betreuung. Auch wenn Dein Sprössling vielleicht normalerweise nur halbtags oder nur zwei Tage pro Woche in der Kita oder im Kindergarten ist, kannst Du in der Regel für Sonderfälle eine Aushilfsbetreuung organisieren. So weißt Du, dass Dein Kind gut versorgt ist, die anderen Kinder und Erzieher/innen kennt und Du kannst Dich sorglos auf den Umzug konzentrieren.

Babysitter finden und auswählen

Hast Du nun immer noch keine passende Betreuung für den Umzugstag gefunden, so gibt es weitere Möglichkeiten einen Babysitter zu suchen. Frage Deine Freunde und Bekannten, ob sie jemanden empfehlen können. Sieh in Kleinanzeigen in der Zeitung nach oder such im Internet auf entsprechenden Plattformen, wie www.betreut.de. Wichtig ist natürlich, dass Du den Babysitter zu einem persönlichen Gespräch zum Kennenlernen einlädst. Du vertraust ihm oder ihr später schließlich das Wertvollste an, das Du hast. Zudem solltest Du ein Treffen zwischen Babysitter und Kind/ern organisieren, um zu sehen, ob die Chemie stimmt und wie der Babysitter mit den Kindern interagiert. Daraus lässt sich bereits viel ableiten.

Wichtiges für das persönliche Gespräch

Bereite Dich auf das persönliche Erstgespräch vor und notiere Dir sowohl alle Fragen, die Du stellen möchtest, als auch Deine Konditionen, Anforderungen etc. Im persönlichen Gespräch solltest Du dann nämlich unbedingt

  • alle Konditionen vorab klären, zum Beispiel Dauer, Bezahlung und Aktivitäten oder Termine für das Kind.
  • Referenzen des Babysitters erfragen, den Personalausweis kopieren sowie Dir die Handy- und Telefonnummer, Adresse und die Telefonnummer einer weiteren Kontaktperson geben lassen.
  • dem Babysitter umgekehrt auch ein Info-Blatt mit Deinen Kontaktdaten, Notfallnummern sowie der Telefonnummer von mindestens einer weiteren Person, die sich am Umzugstag in Deiner Nähe aufhält, aushändigen.
  • die Grundregeln für die Kinder aufzählen und am besten niedergeschrieben auf einem Info-Blatt mitgeben, z.B. was darf das Kind und was nicht, wann macht es seinen Mittagschlaf, wann isst es und was usw.
  • auf dem Info-Blatt vermerken, ob Dein Kind Medikamente nehmen muss, wann und welche. Auch über Allergien oder weitere Besonderheiten muss der Babysitter unbedingt informiert werden.

Zuletzt solltest Du beim Kennenlernen zwischen Kind/ern und Babysitter anwesend sein und die Szene beobachten. Wie gehen diese miteinander um? Was sagt Dein Bauchgefühl? Was kannst Du aus Mimik und Gestik Deines Kindes schließen? Schlussendlich sollten Kopf und Bauch gemeinsam die Entscheidung für oder gegen einen Babysitter treffen.

Achtung bei der Versicherung

Hast Du Dich für einen Babysitter entschieden, so musst Du unbedingt vorab den Versicherungsschutz klären. Wer haftet, wenn etwas passiert? Frage den Babysitter deshalb frühzeitig, ob er einen ausreichenden Versicherungsschutz in der Privathaftpflichtversicherung besitzt und lasse Dir unbedingt einen entsprechenden Nachweis vorlegen, zum Beispiel eine Kopie des Versicherungsscheines.

Wie viel kostet ein Babysitter?

Die Kosten für einen Babysitter schwanken stark. Während Bekannte und Verwandte häufig sogar umsonst babysitten, nehmen private Anbieter geringere Stundensätze und professionelle Anbieter für die Kinderbetreuung sind am teuersten. Prinzipiell musst Du mit einem Stundenlohn von rund sechs bis 15 Euro rechnen. Kläre die Konditionen im Voraus mit dem Babysitter ab. Zu sehr auf das Geld achten solltest Du hier natürlich nicht. Hat Dich ein Babysitter überzeugt, so nimm lieber auch einen höheren Stundenlohn in Kauf. Dein Kind ist es Dir bestimmt wert und günstiger als ein Umzugsunternehmen ist der Babysitter dann immer noch.

Es ist so weit: Worauf Du am Umzugstag achten solltest

Je nachdem, wie alt Dein Kind ist, solltest Du ihm so gut wie möglich erklären, weshalb es den Tag mit einem Babysitter verbringt, wie lange und wann Du es wieder abholst oder es nach Hause gebracht wird. Wenn möglich, sollten Babysitter und Kind den Tag an einem gewohnten Ort verbringen. Zum Beispiel auf dem Spielplatz um die Ecke, in der Wohnung Deiner besten Freundin oder im Zoo, für den Du eine Jahreskarte hast. Je „normaler“ der Tag für Dein Kind abläuft, desto weniger Stress bedeutet er. Gib dem Babysitter deshalb unbedingt auch vertraute Spielsachen mit. Vergiss zudem nicht Wechselkleidung, Schnuller, Windeln sowie Trinkflasche und Lebensmittel (je nach Absprache) einzupacken. Jetzt heißt es: Vertrauen und Dich auf den Umzug konzentrieren. Natürlich kannst Du den Babysitter auch hin und wieder anrufen, um zu fragen wie der Tag läuft. Aber übertreib es bitte nicht: Zwei bis drei Anrufe am Tag sind völlig ausreichend!

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