Umzug ins Ausland – Worauf musst Du achten?

Sobald es über eine oder mehrere Ländergrenzen hinweg geht, wird Dein Umzug etwas komplizierter. Neue Gesetze und Regelungen, andere Formalitäten und eventuell eine neue Sprache erfordern daher deutlich mehr Vorbereitungen, als wenn Du Deinen Wohnsitz nur innerhalb Deutschlands verlagerst. Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den Zielländern. Während in der Europäischen Union nämlich ein Wohn- und Arbeitsrecht besteht, musst Du anderswo erst einmal ein Visum beantragen. Ich habe Dir deshalb eine Checkliste zusammengestellt, worauf Du bei Deinem Umzug ins Ausland unbedingt achten musst:

  • Abmeldung: Wenn Du in Deutschland umziehst, übernimmt das Einwohnermeldeamt des neuen Wohnortes die Abmeldung bei Deinem alten. Alle Informationen hierzu findest Du im Artikel „Ummelden beim Umzug. Wann, wie, wo?“. Wenn Du ins Ausland ziehst, musst Du Dich allerdings an Deinem deutschen Wohnort abmelden. Eine Abmeldung ist außerdem beim Finanzamt notwendig, bei der KFZ-Zulassungsbehörde, der Familienkasse, dem Sozialamt, der Rentenkasse usw.
  • Arbeitserlaubnis: Wenn Du im Ausland leben und arbeiten möchtest, benötigst Du eine Arbeitserlaubnis. Im EU-Ausland erhältst Du diese bei der zuständigen Meldebehörde des jeweiligen Ziellandes. Bringe hierfür Deinen Personalausweis sowie Deinen Arbeitsvertrag mit zur Behörde.
  • Aufenthaltsgenehmigung: Informiere Dich rechtzeitig über die Notwendigkeit einer Aufenthaltsgenehmigung in Deinem neuen Wohnort und beantrage diese gegebenenfalls für Dich und Deine Familie. Das Visum erhältst Du beim jeweiligen Konsulat des Landes.
  • Bankgeschäfte: Vereinbare einen Beratungstermin bei Deiner Bank und informiere Dich über die Möglichkeiten, wenn Du im Ausland wohnst. Musst Du Deine Bank wechseln oder ein neues Konto eröffnen, solltest Du Dir rechtzeitig eine geeignete Bank aussuchen und einen entsprechenden Antrag stellen. Erteile außerdem, wenn nötig, Bankvollmachten an Dritte.
  • Führerschein: Informiere Dich bei der Botschaft Deines Ziellandes, ob Du einen internationalen Führerschein benötigst.
  • Gesundheitscheck: Lasse Dich vor Deinem Umzug noch einmal von Deinem Hausarzt durchchecken und beraten. Dieser kann Dich ebenso darüber aufklären, ob und welche Impfungen in dem Zielland empfohlen werden. Solltest Du gesundheitliche Probleme haben oder Medikamente benötigen, informiere Dich rechtzeitig vorher über die medizinische Weiterversorgung im neuen Wohnort und kontaktiere den entsprechenden Arzt bereits vor Deinem Umzug. Lasse Dir außerdem einer Kopie der wichtigsten Arztberichte erstellen und sie gegebenenfalls auf die Sprache des Ziellandes übersetzen.
  • Haustiere: Bezüglich der Einfuhr von Haustieren bestehen in den Ländern unterschiedliche Regelungen. In der EU wurden diese mittlerweile größtenteils vereinheitlicht. Informiere Dich bei der Botschaft oder ausländischen Vertretung Deines Ziellandes über die jeweiligen Bestimmungen. Häufig sind spezielle Impfungen vorgeschrieben oder es gelten feste Fristen für Quarantäne-Aufenthalte. Organisiere außerdem rechtzeitig den Transport Deiner tierischen Freunde.
  • Kommunikationsgeräte: Du musst in deinem neuen Wohnort in der Regel auch neue Verträge für Deine Kommunikationsgeräte abschließen. Melde Deinen Fernseher, das Internet, Telefon und Mobiltelefon an. Mit einem Anbietervergleich im Internet kannst Du dabei viel Geld sparen.
  • Kultur: Informiere Dich unbedingt über die Kultur in Deiner neuen Heimat. Denn der Tritt in ein Fettnäpfchen kann nicht nur unangenehm, sondern teilweise auch sehr teuer werden: Gedankenloses Wegwerfen von Müll oder der Kaugummi auf der Straße kosten in Singapur beispielsweise bis zu 4.000 Dollar. Besonders gravierend sind die Unterschiede natürlich, wenn Du in ein Land mit einer anderen Religion ziehst, unterschätze aber auch nicht die kulturellen und rechtlichen Unterschiede zwischen EU-Ländern. Informationen sind vor dem Umzug deshalb das A und O.
  • Nachsendeauftrag: Richte spätestens zwei Wochen vor Deinem Umzug einen Nachsendeauftrag bei der Post ein. Alle hierfür notwendigen Informationen erhältst Du im Artikel „Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?
  • Pflanzen: Tatsächlich darfst Du nicht immer all Deine Pflanzen mit ins Zielland bringen. Informiere Dich deshalb unter www.auswaertiges-amt.de über die jeweiligen Bestimmungen.
  • Reisedokumente: Prüfe rechtzeitig die Gültigkeit Deiner Ausweispapiere sowie die Deiner Familie. Beantrage, wenn nötig, rechtzeitig Reisepässe. Beachte hierbei, dass die Ausstellung eines Reisepasses bis zu acht Wochen Zeit braucht. Viele Länder erlauben die Einreise außerdem nur, wenn die Ausweisdokumente noch mindestens drei/sechs Monate gültig sind. Prüfe außerdem alle weiteren wichtigen Dokumente auf ihre Vollständigkeit, lasse sie auf die Zielsprache übersetzen und notariell beglaubigen. Hierzu gehören beispielsweise eine Geburts- oder die Heiratsurkunde.
  • Spedition: Wenn Du ein Umzugsunternehmen beauftragen möchtest, so wähle eines, das sich auf Auslandsumzüge spezialisiert hat. Dieses kennt sich mit den Zollbestimmungen aus und kann Dir gewiss noch die ein oder andere wichtige Frage beantworten. Hole Dir verschiedene Angebote ein, vergleiche sie und buche das beste Angebot so früh wie möglich.
  • Sprachkurs: Andere Länder, andere Sprachen – Wenn Du in ein Land umziehst, in welchem eine andere Sprache gesprochen wird, solltest Du bereits im Voraus die Grundlagen der Sprache erlernen oder Deine Sprachkenntnisse in einem Sprachkurs noch einmal auffrischen.
  • Steckdosenadapter: Bedenke, dass die Steckdosen in verschiedenen Ländern auch unterschiedlich aussehen. Es kann also sein, dass der Fernseher, Wasserkocher oder Staubsauger im Zielland nicht mehr funktionieren. Kaufe Dir deshalb frühzeitig ausreichend Steckdosenadapter oder überlege, welche elektronischen Geräte Du doch lieber noch vor dem Umzug als Kleinanzeige verkaufen möchtest.
  • Versicherungen: Kläre ab, welche Versicherungen Du im Ausland benötigst, welche bereits bestehenden Versicherungen Du behalten kannst und welche Du kündigen solltest. Beachte hierbei die vorgeschriebenen Kündigungsfristen. Nicht alle Versicherungen sind auch im Ausland gültig, manchmal kannst Du den Vertrag aber entsprechend anpassen lassen. Kläre außerdem mit Deiner Krankenkasse ab, inwiefern ihre Leistungen auch im Ausland gelten und ob Du eine Zusatzversicherung benötigst.
  • Zoll: Wenn Du Dein Hab und Gut ins Ausland transportierst, musst Du damit rechnen, dass Du dieses teilweise verzollen musst. Für einige der Gegenstände, zum Beispiel das Auto oder einen Fernseher, musst Du deshalb schon frühzeitig einen Zollantrag stellen. Alle Informationen hierzu findest Du unter www.zoll.de

Zuletzt musst Du natürlich auch noch alle Faktoren eines „normalen“ Umzuges im Inland berücksichtigen, beispielsweise Deine Wohnung rechtzeitig zu kündigen oder zu prüfen, ob Schönheitsreparaturen anfallen. Hierzu habe ich Dir in den unterschiedlichen Artikeln bereits zahlreiche Informationen zusammengetragen. Und nun wünsche ich Dir viel Erfolg bei deinem Umzug ins Ausland…

Ummelden beim Umzug. Wann, wie, wo?

Den Formalitäten kannst Du bei einem Umzug leider nicht entgehen. Dazu gehört auch, dass Du Dich an Deinem neuen Wohnort anmeldest. Dieser Prozess wurde durch die Digitalisierung zuletzt glücklicherweise erheblich erleichtert. Wichtig ist allerdings, dass Du unbedingt die Fristen einhältst. Ansonsten kommen schlimmstenfalls hohe Geldstrafen auf Dich zu.

Den Wohnort ummelden – so geht’s

Deinen Wohnort musst Du innerhalb der ersten Woche nach dem Einzug beim Einwohnermeldeamt Deines neuen Wohnsitzes ummelden. In Ausnahmefällen hast Du dafür auch zwei Wochen Zeit, spätestens dann kann aber schlimmstenfalls ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro fällig werden. Der Gang zum Einwohnermeldeamt sollte daher unbedingt einer Deiner ersten sein. Da die Ämter ihre Daten mittlerweile elektronisch untereinander austauschen, musst Du Dich übrigens an Deinem alten Wohnort nicht mehr abmelden, dies geschieht automatisch. Vielerorts kannst Du Dich mittlerweile auch schon zum Teil oder ganz online ummelden. Siehe Dich doch einmal auf der Website des für Dich zuständigen Einwohnermeldeamtes um. Früher oder später jedoch, wird der Behördengang unerlässlich sein, da die neue Anschrift noch auf dem Personalausweis angebracht werden muss.

Wo melde ich mich eigentlich um?

Die Ummeldung nach einem Umzug erfolgt normalerweise bei der Stadt. Üblicherweise musst du dich also im örtlichen Rathaus und hier im Einwohnermeldeamt oder im Bürgerbüro einfinden. Welche Stelle Ummeldungen vornimmt, unterscheidet sich aber von Ort zu Ort. Am Besten, du informierst dich vorab einmal auf den offiziellen Webseiten der Stadt bzw. Gemeinde in die du verziehst – hier findest du normalerweise recht schnell die richtigen Infos und auch die Öffnungszeiten der Meldebehörde. Denk daran etwas Zeit einzuplanen. Der Ummelde-Vorgang an sich ist zwar oft schnell erledigt (meiner Erfahrung nach zwischen 5 und 10 Minuten), aber bei vielen Ämtern muss man eben immer noch mit erheblichen Wartezeiten (vor allem zu Stoßzeiten) rechnen …

Musst Du persönlich zur Meldebehörde gehen?

Nein, Du kannst auch einen Vertreter senden. Hierfür musst Du eine Vollmacht für den Vertreter in Deinem Namen ausstellen. Der Bevollmächtigte kann diese dann beim Einwohnermeldeamt vorlegen und für Dich die Ummeldung des Wohnsitzes durchführen. Je nach Bundesland ist dies mehr oder weniger kompliziert. In Bayern und Hessen beispielsweise, muss eine solche Vollmacht beglaubigt sein. Da ist es dann meist doch unkomplizierter, persönlich bei der Behörde vorbeizugehen. Meistens geht die Ummeldung auch sehr schnell, vorausgesetzt Du hast alle notwendigen Dokumente dabei.

Welche Dokumente benötigst Du für die Ummeldung des Wohnsitzes?

Du musst unbedingt die Reisepässe und/oder Personalausweise all jener Personen mitnehmen, welche Du ummelden möchtest. Bei Familien ist es ausreichend, wenn ein volljähriges Mitglied die Ummeldung mit allen Ausweisen der Familienmitglieder vornimmt. Handelst Du als Vertreter für eine oder mehrere andere Personen, so musst Du zusätzlich noch die schriftlichen Vollmachten einpacken. Nimm auch etwas Bargeld mit. Bei vielen Behörden ist das Ummelden kostenlos, bei manchen wiederum wird eine kleine Bearbeitungsgebühr erhoben (ca. 6-10 Euro).

Wo musst Du Dich sonst noch ummelden?

Nachsendeauftrag

Etwa zwei Wochen vor Deinem Umzug solltest Du bei der Post einen Nachsendeauftrag einrichten. Dies gibt Dir zudem die Sicherheit, dass auch Post von Ämtern oder Rechnungsstellen, bei welchen Du die Ummeldung vergessen hast, dennoch bei Dir am neuen Wohnsitz ankommt. Alles rund um das Thema Nachsendeauftrag findest Du unter Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?

Finanzamt

Auch beim Finanzamt solltest Du Dich ummelden. Hier stehst Du allerdings nicht so sehr unter Zeitdruck. Beim neuen Finanzamt reicht es, wenn Du die neue Anschrift gemeinsam mit der nächsten ausstehenden Steuererklärung einreichst. Du solltest die Adressänderung aber unbedingt auch Deinem alten Finanzamt mitteilen, damit keine Missverständnisse entstehen.

Agentur für Arbeit

Für Leistungsbezieher der Agentur für Arbeit ist es wichtig, dass Du auch dieser frühzeitig Bescheid gibst. So kann nämlich Deine Akte so schnell wie möglich an das neue zuständige Amt weitergeleitet werden, damit die Fortzahlung reibungslos verläuft.

Auto

Denke unbedingt daran, Dein Auto umzumelden. Dies geht mittlerweile ganz einfach per Online-Formular. Du musst dann aber dennoch zeitnah bei der KFZ-Zulassungsbehörde vorbei, um die Daten in Deinem Fahrzeugschein und -brief anpassen zu lassen und eventuell die neuen Nummernschilder abzuholen. Packe hierfür auch Deinen Personalausweis sowie die Anmeldebestätigung des Einwohnermeldeamtes ein. Mancherorts benötigst Du zudem die Versicherungsbestätigungskarte Deines KFZ-Haftpflichtversicherers.

Banken und Bausparkassen

Wenn Du umziehst ohne die Bank zu wechseln, reicht es in der Regel aus, die alte Filiale darüber zu informieren. Frage dann am besten auch gleich nach, ob es einen sogenannten „Umzugsservice“ gibt und lasse Dich über das weitere Vorgehen aufklären. Die meisten Banken haben einen vollautomatisierten Prozess, sodass Du hinterher reibungslos Deine Bankgeschäfte in der neuen Filiale tätigen kannst.

GEZ

Seit die GEZ als generelle Haushaltsabgabe erhoben wird, ist die Gebührenerhebung deutlich einfacher geworden. Für den Verbraucher bedeutet das, dass es aber auch weniger Ausnahmen und Befreiungsmöglichkeiten gibt. Du wirst daher so oder so auch an Deiner neuen Adresse GEZ-Gebühren zahlen müssen. Zur einfacheren Feststellung Deiner bereits hinterlegten Daten, getätigten Zahlungen und einer eventuellen Befreiung, solltest Du Dich daher auch frühzeitig bei der GEZ ummelden. Die Änderung Deiner Daten kannst Du online auf der Website der GEZ vornehmen.

Behörden

Nicht nur beim Einwohnermeldeamt, sondern auch bei weiteren Behörden musst Du Dich ummelden. Wenn Du beispielsweise Bafög, Kindergeld oder sonstige staatliche Leistungen beziehst, musst Du den zuständigen Ämtern unbedingt Bescheid geben. Oft reicht hierfür ein kurzer Anruf bei Deiner/m Sachbearbeiter/in.

Versorgungsbetriebe

Du musst Dich auch bei allen aktiven Versorgungsbetrieben ummelden, hierzu gehören Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Dies muss unbedingt vor dem Umzug geschehen, da Du am Umzugstag in der alten sowie der neuen Wohnung jeweils die Zählerstände ablesen und weitergeben musst. Du hast bei einem Umzug übrigens in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Er ist daher eine optimale Gelegenheit, sich einmal nach einem anderen oder günstigeren Tarif umzusehen.

Haustiere

Ja, selbst Haustiere müssen umgemeldet werden, und zwar dann, wenn sie entweder eine Haftpflichtversicherung besitzen, zum Beispiel Hunde oder Pferde, oder bei der Tasso-Zentrale gemeldet sind. Letzteres empfehle ich Dir grundsätzlich für alle freilaufenden Haustiere, denn so lässt es sich schneller wieder auffinden, sollte es einmal verloren gehen oder davonlaufen.

Telefon und Internet

Denke auch daran, Dich bei Deinem Telefon-, Internet- und Mobiltelefonanbieter umzumelden. Hierfür reicht in der Regel ein kurzer Anruf. Sollte Dein bisheriger Dienstleister oder Tarif aus irgendeinem Grund am neuen Wohnort nicht verfügbar sein, hast Du übrigens ein Sonderkündigungsrecht.

Kredit- und Kundenkarten

Siehe einmal in Deinen Geldbeutel. Welche Kredit- und Kundenkarten findest Du hier? Denke auch daran, dich bei jeder einzelnen umzumelden. Hast Du Dich bereits bei Deiner Bank umgemeldet, zieht die Kreditkarte meist automatisch mit um. Frage aber zur Sicherheit lieber noch einmal nach!

Schule und Kindergarten

Du ziehst mit Kindern um? Dann musst Du vielleicht auch einen Kindergarten- oder Schulwechsel vornehmen. Wann und wie Du Deine Kinder ummeldest, findest Du unter Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel

Versicherungen

Jeder von uns hat zahlreiche Versicherungen, zum Beispiel die Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Denke auch hier daran, jeden einzelnen Versicherungsträger über Deinen Umzug zu informieren, damit alle wichtigen Unterlagen weiterhin bei Dir eintreffen.

Vereine, Mitgliedschaften und Verbände

Du bist Mitglied in einem Verein, Verband oder einer Sportgemeinschaft? Auch hier solltest Du stets Deine neue Adresse mitteilen. Ziehst Du weiter weg und kannst Dein Amt oder Dein Hobby nicht mehr weiter ausführen, so denke daran rechtzeitig zu kündigen.

Zeitschriften und Tageszeitungen

Du liest gerne Zeitschriften und Magazine? Dann bedenke, Dein Abonnement rechtzeitig auf den neuen Wohnort umzumelden, damit diese auch weiterhin zeitnah bei Dir eintreffen. Die Tageszeitung Deines alten Wohnortes solltest Du fristgerecht kündigen. Am neuen Wohnort kannst Du dann oftmals günstige Probeabos der führenden Tageszeitungen in Anspruch nehmen und Dich so für eine oder mehrere entscheiden. Vielerorts erhältst Du nach der Anmeldung Deines neuen Wohnsitzes ein sogenanntes „Umzugsscheckheft“, in welchem Du neben der Tageszeitung auch weitere Tipps und Vergünstigungen für die Region findest.

Weitere Stellen für die Ummeldung

  • Arbeitgeber
  • Steuerberater, Finanzberater, Rechtsanwalt o.ä.
  • Bücherei
  • Mieterbund
  • Online-Shops und ähnliche Online-Angebote
  • Rentenversicherung
  • Hochschule oder Universität
  • Verkehrsbetriebe

Nachsendeauftrag beim Umzug: Brauchst Du ihn und wie funktioniert er?

In all dem Trubel um einen Umzug wird eines sehr häufig vergessen: Der Nachsendeauftrag! Tatsächlich ist er bei privaten Umzügen nicht verpflichtend, ich allerdings empfehle Dir, unbedingt einen zu stellen. Doch wofür brauchst Du ihn eigentlich, wie funktioniert er und was kostet das Ganze? Hier findest Du alle wichtigen Informationen rund um den Nachsendeauftrag bei einem Umzug …

Was ist ein Nachsendeauftrag?

Bei einem Nachsendeauftrag teilst Du der Post oder verschiedenen Paketzulieferern Deine neue Adresse mit, sodass alle jene Briefe und Päckchen, die noch an Deine alte Adresse geschickt werden, dennoch bei Dir ankommen. Er sollte deshalb frühzeitig gestellt werden, empfohlen wird es mindestens fünf Tage vor dem Umzug. Besser wären zwei bis drei Wochen.

Wofür ein Nachsendeauftrag?

Prinzipiell ist so ein Nachsendeauftrag nicht verpflichtend. Allerdings kann es dann passieren, dass Rechnungen oder wichtige Dokumente nicht mehr bei Dir ankommen. Der Versender erhält den Brief mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ zurück und hat er einmal Deine neue Adresse ausfindig gemacht, flattert plötzlich eine dicke Mahnung bei Dir ein. Schlimmstenfalls werden sogar Gerichtskosten fällig. Zwar solltest Du Dich natürlich auch bei allen Ämtern, Versicherungen, Gas- und Stromanbietern usw. ummelden, doch in der Masse verlierst Du schnell einmal den Überblick. Mit dem Nachsendeauftrag bist Du deshalb stets auf der sicheren Seite!

Wie beantrage ich die Nachsendung?

Die Beantragung der Postnachsendung ist denkbar einfach. Zum einen kannst Du direkt persönlich zur Post gehen und das entsprechende Formular ausfüllen. Zum anderen gibt es auch im Internet mittlerweile die Möglichkeit, den Nachsendeauftrag bequem von Zuhause aus zu stellen. Dies kannst Du direkt bei der Deutschen Post tun, oder aber über externe Dienstleister, wie zum Beispiel nachsendeauftrag.org. Hier kannst Du sogar einen Nachsendeauftrag für bis zu drei Postzusteller gleichzeitig einrichten. In einem Antrag können übrigens bis zu 12 Familienmitglieder auf einmal erfasst werden.

Was kostet der Auftrag?

Die Kosten für einen Nachsendeauftrag sind für Geschäftskunden höher als für private Anträge. Als Privatkunde zahlst Du

  • 19,90 Euro für sechs Monate
  • 24,90 Euro für zwölf Monate
  • 34,90 Euro für 24 Monate

Im Preis inbegriffen ist dann die Nachsendung von

  • Postkarten und Briefen
  • Briefsendungen mit Zusatzleistungen
  • Bücher- und Warensendungen
  • Streifbandzeitungen
  • Infopost und -briefen

Solltest Du jedoch ins Ausland ziehen oder auch die Nachsendung von Päckchen und Paketen wünschen, werden zusätzliche Kosten fällig. Pakete und Päckchen kosten 6,90 Euro pro Nachsendung, möglich ist dies nur im Inland. Solltest Du ins Ausland ziehen, schwanken die Zusatzkosten von Land zu Land. Informiere Dich hierzu am besten direkt bei der Post. Bezahlen kannst Du übrigens ganz einfach per Lastschriftverfahren.

Kann ich den Nachsendeauftrag verlängern oder vorzeitig kündigen?

Ja, Du kannst den Nachsendeauftrag für weitere sechs Monate verlängern. Hierzu erhältst Du rund vier Wochen vor dem Ablauf des derzeitigen Auftrages ein Schreiben von der Post mit einem Online-Zugangscode. Damit kannst Du ganz einfach im Internet Deinen Nachsendeauftrag verlängern. Allerdings geht das nur im Inland. Möchtest Du Deinen Nachsendeauftrag stattdessen ändern oder vorzeitig kündigen, gehst Du am besten persönlich zur Post oder kontaktierst den Kundenservice unter der Telefonnummer 0228/4333111. Eine generelle Erstattung der Kosten allerdings, gibt es bei der Stornierung nicht. Hierüber wird stets im Einzelfall entschieden.

Was, wenn ich in kurzer Zeit zweimal umziehe?

Manchmal kommt es auch vor, dass Du schon wieder umziehst, während der vorherige Nachsendeauftrag noch aktiv ist. Das Problem ist, dass die Post nur einmal umgeleitet werden kann. Ein Beispiel: Du hast in A gewohnt, bist vor vier Monaten nach B gezogen und hast einen entsprechenden Nachsendeauftrag von A nach B gestellt. Nun ziehst Du nach C. Die Deutsche Post erlaubt aber keine Nachsendeaufträge von A und B nach C, sondern stets nur eine Station. Das bedeutet, dass Du bei deinem bestehenden Nachsendeauftrag die Adresse B nach C änderst und für den zweiten Umzug einen neuen Antrag stellst. Du hast dann zwei parallel laufende Nachsendeaufträge, einmal von A nach C und einmal von B nach C. Du kannst den ersten Nachsendeauftrag natürlich auch einfach stornieren, in einem so kurzen Zeitraum möchte ich Dir das aber nicht empfehlen. Gehe lieber auf Nummer sicher und behalte beide Nachsendeaufträge für die Mindestlaufzeit. Rufe notfalls noch einmal bei der Post an, um zu klären, ob beide Aufträge korrekt erfasst wurden und die Post von sowohl A als auch B jetzt wirklich bei Dir in C ankommt. Ich verspreche Dir, es klingt komplizierter als es in der Praxis ist und Du musst Dir anschließend keine Sorgen mehr um die verpasste Post machen…

Umziehen mit Kindern Teil 3: Wenn die Pubertät Probleme macht

In den ersten beiden Teilen der Reihe „Umziehen mit Kindern“ hast Du gelernt, wie Du den Umzug am besten planst und wie ein Schulwechsel für Deine Kinder ablaufen kann. Mit Jugendlichen entstehen aber trotz guter Planung und Vorbereitung häufig große Probleme bei so einem Wechsel des Umfelds. Ausschlaggebend sind dafür weniger die Umgebung selbst, als die Freunde und sozialen Kontakte. Häufig kommt es dann zu Trotzreaktionen oder gar Depressionen.

Psychische Probleme durch Umzüge als Jugendlicher?

Eine amerikanische Studie fand kürzlich heraus, dass Jugendliche nach Umzügen häufiger in psychologische Behandlung oder eine psychiatrische Klinik mussten als Gleichaltrige ohne Umzug. Die Studie untersuchte hierfür rund 500.000 Kinder zwischen zwölf und 17 Jahren, wovon rund ein Viertel im Jahr 2008 umziehen musste. Die Auswertung fand rund ein Jahr später statt. Es ist daher davon auszugehen, dass die Häufung der psychischen Schwierigkeiten unmittelbar mit dem vorangegangenen Umzug zusammenhingen. 0,9 Prozent der Kinder mussten gar in eine stationäre Behandlung, Die häufigsten Diagnosen waren: Anpassungsstörungen, Verhaltens- und Alkoholprobleme, ADHS, Selbstverletzung oder Substanzmittelmissbrauch.

Woher kommen die Schwierigkeiten?

Das Ergebnis der Studie ist beunruhigend für alle jene Eltern, die mit ihren Kindern im Jugendalter umziehen müssen. Die Frage ist nun: Woher kommen all diese Schwierigkeiten? Um zu handeln, solltest Du schließlich die Ursachen der Probleme kennen. Die Hauptgründe für die schwierige Anpassung an das neue Umfeld sehen die Experten vor allem darin,
dass bei den Jugendlichen häufig mehr Verständnis für den Umzug vorausgesetzt wird als noch bei Kindern.

  • dass die Jugendlichen deshalb weniger intensiv betreut und schlechter auf die neue Situation vorbereitet werden.
  • dass die Jugendlichen sich in diesem Alter stark an ihre sozialen Kontakte binden, sich über die „Clique“ definieren oder vielleicht bereits ihre „erste Liebe“ durchleben. In keinem Alter sind soziale Kontakte wichtiger als zu dieser Zeit. Freundeskreise sind daher meist sehr fest und in sich geschlossen, Neuankömmlinge finden nur schwer Anschluss.
  • dass viele Eltern damit überfordert sind, ihren Kindern die notwendige Stütze in dieser schwierigen Zeit zu sein, zumal viele Jugendliche zu Trotzreaktionen neigen.

Schlussendlich entstehen daraus Gefühle der Überforderung, Vernachlässigung oder Einsamkeit und die Jugendlichen wissen sich oft nicht mehr anders zu helfen, als ihren Frust in irgendeiner Art der Überreaktion auszuleben, seien es die Selbstverletzung, das „Ausreißen“ oder die Flucht in Suchtmittel. Ich möchte Dir natürlich keine Angst machen, solch extreme Situationen sind immer noch Einzelfälle. Kleinere und vor allem langwierige Schwierigkeiten jedoch, wie ständiger Streit oder das Schwänzen der Schule, kommen bei Umzügen vergleichsweise häufig vor. Was kannst Du als Elternteil nun dagegen tun und vor allem: Wie kannst Du Dein Kind bestmöglich unterstützen?

Tipps für einen erfolgreichen Umzug mit Jugendlichen

Erst einmal möchte ich Dir sagen, dass Du natürlich Dein Kind am besten kennst und die Probleme sowie optimale Umgangsform größtenteils vom Charakter und Alter Deiner Sprösslinge abhängen . Einen großen Unterschied macht stets auch die Entfernung des Umzugs. Je weiter weg vom alten sich der neue Wohnort befindet, desto schwieriger wird es. Besonders extrem verhält sich das bei einem Umzug ins Ausland mit einer anderen Sprache. Hier habe ich die wichtigsten Punkte für Dich zusammengetragen, welche Du für einen erfolgreichen Umzug und Deinem Kind zuliebe beachten solltest:

  • Setze das Verständnis für einen Umzug nicht einfach voraus, sondern bespreche sie mit Deinem Kind und versuche es so weit wie möglich mit in die Entscheidungen einzubeziehen, zum Beispiel bei der Wohnungssuche oder dem Aussuchen der neuen Schule.
  • Beobachte Dein Kind vor, während und nach dem Umzug und achte auf Anzeichen für eine Überforderung. Sollten sich Probleme ergeben, handle schnell und suche Dir falls nötig fachmännische Hilfe. Ist die Situation einmal zu sehr ausgeartet, lässt sie sich häufig nur noch schwer in den Griff kriegen.
  • Ermögliche Deinem Kind jederzeit den Kontakt zu seinen Freunden am alten Wohnort. Kaufe ihm, wenn nötig, ein Smartphone oder einen Laptop zum Skypen und lasse sich die Kinder in den Ferien gegenseitig besuchen.
  • Erleichtere Deinem Kind den sozialen Anschluss in der neuen Umgebung. Je eher es sich in einen Freundeskreis integrieren kann, desto besser. Lass es daher vielleicht schon vor dem Schulstart einem Sport- oder Musikverein beitreten oder fördere ein neues Hobby. Vielleicht ergibt sich auch ein netter Kontakt mit eine/m Jugendlichen aus derselben Klasse, zum Beispiel aus der Nachbarschaft? Oft reicht nämlich ein guter Freund bereits aus, damit sich Dein Kind in dessen Freundeskreis willkommen fühlt.
  • Überlasse Deinem Kind die freie Gestaltung seines Zimmers, sodass es sich bestmöglich entfalten kann und heimisch fühlt.
  • Sollten sich das Schulsystem oder die Lehrinhalte stark von denen in der alten Schule unterscheiden, stelle Deinem Kind frühzeitig einen Nachhilfelehrer zur Verfügung.
  • Vielleicht findest Du ja einen triftigen Grund für Dein Kind, weshalb der neue Wohnort für es besser ist als der alte. Vielleicht gibt es hier die Möglichkeit, endlich ein lang ersehntes Hobby auszuüben oder eine spezielle Talentförderung in der Schule zu erhalten? Versuche ihm die „Coolness“ des neuen Zuhauses näher zu bringen, lasse Dich aber nicht auf unnötige Diskussionen ein.
  • Der letzte und wichtigste Punkt bist Du selbst. Natürlich ist so ein Umzug auch für Dich mit viel Stress und Organisation verbunden. Nimm Dir aber dennoch genügend Zeit für Deine Kinder, sprich mit ihnen, versuche ihnen zu helfen und unterstütze sie, wo Du kannst. Das schlimmste Gefühl ist für Jugendliche nämlich jenes, allein gelassen worden zu sein.

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Umziehen mit Kindern Teil 1: So meisterst Du die Herausforderung

Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel

Umziehen mit Kindern Teil 4: So findest Du einen Babysitter

Umzug mit Kindern: Tipps für die Eingewöhnung

Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel

Im ersten Teil der Artikelserie „Umziehen mit Kindern“ hast Du erfahren, weshalb ein Umzug für Deine Sprösslinge so aufreibend ist, was sie emotional durchleben und welche Ängste sie vielleicht haben mögen. Ein Umzug in derselben Stadt stellt dabei meist keine Probleme dar, da die Kinder weder ihre Freunde noch ihre bisherige Schule hinter sich lassen müssen. Geht es aber weiter fort und ein Schulwechsel wird nötig, stehst Du als Mutter oder Vater vor einer echten Herausforderung. Noch komplexer wird es dann, wenn sich die neue Schule in einem anderen als dem bisherigen Bundesland befindet. Denn Schulen sind in Deutschland Ländersache und so kann ein Umzug von Bayern nach Hamburg immense Veränderungen für Deine Kinder mit sich bringen.

Wann solltest Du den Schulwechsel vornehmen?

Natürlich haben die Eltern häufig nicht die Wahl, wann ein Umzug stattfinden soll, schließlich hat er eventuell berufliche, finanzielle oder familiäre Gründe. Wenn es Dir aber irgendwie möglich ist, solltest Du Dein Kind bestenfalls zum Beginn eines Schuljahres wechseln lassen. Notfalls wäre auch das Schulhalbjahr noch ein guter Zeitpunkt. Denn so ist nicht nur das vergangene (Halb-) Jahr abgeschlossen und Dein Kind hat ein ordentliches Zeugnis der letzten Schule, es kann sich auch während der vorangehenden Ferien besser auf den Wechsel vorbereiten und trifft zu einem Zeitpunkt auf seine neuen Mitschüler, zu welchem für alle ein neuer Abschnitt beginnt und vielleicht sogar mehrere neue Schüler in die Klasse kommen oder die Klassen neu aufgeteilt werden. Ist Dir das nicht möglich, so solltest Du Dein Kind zumindest so früh wie möglich zum neuen Schuljahr wechseln lassen. Dies hat allein praktische Gründe, hinsichtlich des verpassten Lehrstoffes.

Bezüglich des Alters Deines Kindes gilt dasselbe: Je früher, desto besser. Kleinere Kinder finden schneller neue Freunde und passen sich leichter an eine veränderte Umgebung an.
Vor allem für Jugendliche ist so ein Schulwechsel häufig eine sehr schwierige Zeit und kann viele Probleme mit sich bringen. Wenn möglich, könntest Du den sowieso fälligen Schulwechsel für den Umzug nutzen, zum Beispiel von der Grund- auf die Realschule oder nach der zehnten Klasse auf ein weiterführendes Gymnasium.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Bundesländern?

Innerhalb eines Bundeslandes lässt sich so ein Wechsel meist noch verhältnismäßig unkompliziert gestalten. Spätestens aber, wenn Du über eine Ländergrenze hinweg umziehst, gibt es zum Teil große Veränderungen zwischen der alten und der neuen Schule Deiner Kinder. Diese betreffen nicht nur Lerninhalte und Regeln im Unterricht, sondern manchmal gar das gesamte Schulsystem. So gibt es in Bayern und Baden-Württemberg zum Beispiel stets vier Jahre Grundschule, in Berlin hingegen sind es sechs. Anschließend gibt es je nach Bundesland Haupt-, Real-, Regel-, Gesamtschulen oder Gymnasien, letztere wiederum acht- oder neunjährig. Eine Übersicht über die 16 Systeme findest Du auf 3sat.de.

Doch damit nicht genug: Auch die Lerninhalte variieren je nach Bundesland. Während mancherorts bereits in der ersten Klasse mit Englisch begonnen wird, lernen die Kinder in einem anderen Bundesland dafür die Schreibschrift früher oder das Abitur ist verkürzt. Wie Du Deinem Kind dann den Wechsel erleichtern kannst, möchte ich Dir im letzten Kapitel näher erläutern.

Welche Dokumente, Fristen und Behördengänge werden notwendig?

Erst einmal möchte ich Dich aufklären, wie der Schulwechsel bürokratisch von statten geht. Befindet sich Dein Kind noch in der Grundschule oder im Kindergarten, so ist der Schulbezirk für die Wahl der neuen Schule ausschlaggebend. Erkundige Dich deshalb bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde darüber, welches Schulamt für Dich zuständig ist und in welche Grundschule oder welchen Kindergarten Deine Kinder zukünftig gehen werden. Du musst Dein Kind dann bei der betreffenden Schule anmelden. Beginne dieses Anmeldeverfahren so früh wie möglich, sodass Du eventuell fehlende Dokumente noch rechtzeitig nachreichen kannst. Bringe stets auch den An- bzw. Ummeldenachweis für Deine neue Wohnung mit. Der Schulwechsel sollte für Dein Kind so stress- und reibungslos wie möglich ablaufen. Informiere Dich über die geltenden Termine und Fristen direkt bei der Schule. War die Anmeldung erfolgreich, meldest Du Dein Kind nun bei seiner alten Schule ab. Dies solltest Du erst nach der zugesagten Aufnahme bei der neuen Schule tun.

Kannst Du die neue Schule frei wählen?

Grund- und Hauptschule

Wie bereits erwähnt, besteht beim Kindergarten und der Grundschule in der Regel keine freie Wahl. Es gibt jedoch Ausnahmen: Du kannst Dein Kind zum Beispiel in der alten Schule angemeldet lassen, obwohl Ihr in einen neuen, nahegelegenen Schulbezirk umzieht. Eine Ausnahme jedoch ist nur dann möglich, wenn Du „wichtige Gründe“ vorbringen kannst und ein Antrag vom staatlichen Schulamt genehmigt wurde. Bespreche dies mit der zuständigen Schulleitung und hole Dir hier die eventuell notwendigen Dokumente und Nachweise.

Weiterführende Schule

Bei der weiterführenden Schule hingegen, ist das anders. Hier sind normalerweise keine Schulbezirke definiert und Du kannst die Schule frei wählen. Schwierig allerdings kann es bei der Frage werden, welche Schulart im neuen Bundesland der bisher besuchten entspricht. Je mehr sich die zwei Systeme unterscheiden, umso komplizierter wird der Wechsel. Informiere Dich in unklaren Fällen am besten über folgende Faktoren:

  • Welche Voraussetzungen werden an den jeweiligen Abschluss gestellt?
  • Welche Möglichkeiten hat das Kind mit dem Abschluss?
  • Welche Fremdsprachen müssen wie viele Schuljahre belegt worden sein?
  • Welche sind die Pflichtfächer?
  • Können bereits erbrachte Leistungen angerechnet werden?
  • In welchem Schuljahr werden welche Lerninhalte gelehrt?
  • Welche Fächerkombinationen gibt es in der Oberstufe?

So kannst Du Dir ein besseres Bild über die bisherige und die zur Auswahl stehenden neuen Schularten machen und sie bestmöglich abgleichen. Für Dein Kind ist der Schulwechsel einfacher, je weniger sich die alten von den neuen Lernstrukturen und Ansprüchen unterscheiden. Nutze den Wechsel daher nicht, um Dein Kind „hochzustufen“ und es hinterher zu überfordern. Findet der Umzug zum Wechsel von der Grund- in die weiterführende Schule statt, so wird die ausgesprochene Empfehlung anerkannt. Hat Dein Kind also eine Empfehlung fürs Gymnasium in Hessen erhalten, kann es auch in Sachsen, Baden-Württemberg oder Bayern anschließend das Gymnasium besuchen. Der Wechsel auf ein Gymnasium mit einer Haupt- oder Realschulempfehlung hingegen, ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.

Wie kannst Du Deinem Kind den Schulwechsel erleichtern?

Du siehst, es handelt sich um ein unglaublich komplexes Thema. Das Wichtigste dabei ist jedoch stets Dein Kind. Versuche es so gut wie möglich bei dieser großen Veränderung in seinem Leben zu unterstützen und bleibe wachsam, wie es sich fühlt und ob es unter- oder überfordert ist.

Achtsamkeit ist das A und O in dieser spannenden Zeit. Informiere Dich daher bestmöglich im Voraus, wähle die passende neue Schule aus und kläre Dein Kind darüber auf, welche Veränderungen zukünftig zu erwarten sind. Je nach Bundesland kann es durchaus passieren, dass Dein Kind in einem oder mehreren Fächern großen Aufholbedarf hat. Lasse es damit nicht alleine, sondern bereite es auf die neue Situation vor, hole gegebenenfalls einen Nachhilfelehrer zur Unterstützung und spreche vorab mit seinen Lehrern, damit eine gute Atmosphäre herrscht und keine Missverständnisse aufkommen.

Fördere Dein Kind so gut wie möglich, notfalls mit professioneller Unterstützung und nutze bereits die Zeit vor dem Umzug für die Vorbereitung auf die neue Schule, zum Beispiel durch Nachhilfe. Kläre Dein Kind unbedingt über veränderte Regeln auf, zum Beispiel welches Verhalten in der neuen Schule akzeptabel ist und welches nicht. Einen Fehler zu machen und sich zu blamieren ist nämlich das Schlimmste, was Deinem Kind in der Anfangszeit passieren kann.

Fasse Dir an die eigene Nase

Für Dich als Mutter oder Vater des Kindes ist es besonders wichtig, dass Du den Kenntnisstand und die emotionale Verfassung Deines Kindes so realistisch wie möglich einschätzt. Übertriebener Ehrgeiz oder eine „Das wird schon“-Einstellung sind hier fehl am Platz. Stufe Dein Kind stattdessen notfalls eine Klasse zurück, damit es nicht überfordert ist.

Denkst Du, dass Dein Kind schon weiter ist als seine Mitschüler, so lass es eine Klasse überspringen, damit es sich nicht langweilt und verhaltensauffällig wird. Bespreche all diese Konzepte mit dem zuständigen Klassenlehrer. Manchmal sind solche Varianten auch „auf Probe“ möglich, um zu sehen wie gut sie funktionieren.

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Umzug mit Kindern: Tipps für die Eingewöhnung

Low-Budget: Umzug mit dem Transporter aus dem Möbelmarkt oder Baumarkt

Wer beim Umzug aufs Geld gucken muss und nur innerhalb einer Stadt und mit verhältnismäßig wenig Möbeln und anderen Gegenständen umzieht, der kann beim Transport seiner Habseligkeiten am Umzugstag unter Umständen richtig sparen! Anstatt den Transporter bei einer renommierten Vermietungsgesellschaft anzumieten, kann man nämlich prüfen ob ein im Baumarkt oder Möbelmarkt gemieteter Transporter nicht unter Umständen sehr viel preisgünstiger ist und so den Umzug zu einem echten Low-Budget-Projekt macht!

Was viele gar nicht wissen …

Mittlerweile hat fast jedes große Einrichtungshaus oder jeder Baumarkt das Serviceangebot für seine Kunden einen Transporter, Lieferwagen oder einen Anhänger anzumieten um die eingekauften Möbel oder Baustoffe unproblematisch transportieren zu können.

Was viele gar nicht wissen: Oft sind es gar nicht die Möbelhäuser oder Baumärkte, die hier als Vermieter auftreten, sondern Drittagenturen! Diese profitieren nur von den Kunden des Marktes und verkaufen Ihre Serviceleistungen quasi „on top“. Nicht selten kann man daher die Transporter in Baumärkten oder Möbelhäusern tatsächlich auch ausleihen ohne selber Kunde des Marktes zu sein!

Für deinen Umzug ergibt sich so unter Umständen ein nicht unerhebliches Einsparpotential. Immer dann, wenn man wenig Möbel und Gegenstände zum Transportieren hat und wenn man in einer größeren Stadt nur kleiner Strecken bewältigen muss (z.B. wenn man sein Kinderzimmer oder das Zimmer in einer Studenten-WG räumt), kann es durchaus sinnvoll sein, die hiesigen Händler anzusprechen und nachzufragen ob nicht ein Transporter stundenweise vermietet wird.

Ein Rechenbeispiel

Ein Transporter bei einem renommierten Vermieter kostet meiner Erfahrung nach rund 65 – 100 Euro pro Tag. Der genaue Preis hängt natürlich immer vom Vermieter, den sonstigen Serviceleistungen und dem Transporter (z.B. Modell, Ladevolumen, Preisklasse etc.) ab. Auch der Zeitpunkt der Anmietung (je früher man mietet, desto billiger wird’s normalerweise) ist für die Preisgestaltung ausschlaggebend. Rechnen wir einfach mal mit einem durchschnittlichen Preis von 80 Euro pro Transporter und Tag (die Spritkosten lassen wir der Einfachheit halber unter den Tisch fallen). Eine stündliche Anmietung ist bei vielen klassischen Verleihern nicht, oder nur unter sehr speziellen Bedingungen möglich. Um die Tagesmiete kommt man hier fast nie herum.

Das letzte Baumarktangebot, dass ich wahrgenommen habe sah so aus: Transporter für 7,95 Euro / Stunde und 0,30 Cent je gefahrenen Kilometer. Der Sprit ist im Kilometerpreis bereits enthalten gewesen, das Tanken übernahm der Baumarkt, ich hatte den Transporter mit fast vollen Tank übenommen.

Gehen wir mal von folgenden Parametern aus (in meinen Augen relativ realistisch für kleine Umzüge innerhalb der gleichen Stadt):

  • Klassischer Studenten-Umzug von einer Wohngemeinschaft in die nächste
  • Transportiert wird über eine Strecke von 8 Kilometern von der alten zur neuen Wohnung
  • Der Baumarkt ist 7 Kilometer von beiden Umzugsorten entfernt
  • Für das Holen des Transportes, das Beladen, Transportieren und Entladen und das Wegbringen des Transporters muss mit ungefähr 3 Stunden kalkuliert werden

Dann ergeben sich mit den Eckdaten meiner letzten Baumarkt-Transporter-Erfahrung Gesamtkosten von 32,85 Euro (setzten sich zusammen aus 9 Euro Kosten für die gefahrene Strecke von 30 Kilometern und 23,85 Euro aus der Anmietung über 3 Stunden).

Selbst bei 2 Transporten auf der gleichen Strecke ergibt sich lediglich ein Preis von 61,50 Euro (setzt sich zusammen aus 13,80 Euro für 46 Km gefahrene Strecke und Transportermiete über 47,70 Euro für 6 Stunden), der immer noch deutlich unter den üblichen Tagespreisen von renommierten Vermietstationen liegt.

Du siehst: Wer auf’s Geld gucken muss, der kann mit Baumarkt-Transportern oder mit geliehenen Anhängern aus dem Möbelmarkt durchaus Geld sparen!

Vorbereitung ist das A und O beim Low-Budget Umzug

Wer mit der stündlichen Anmietung eines Lieferwagens viel Geld sparen will, der sollte seinen Umzug aber besonders gut vorbereiten. Denn: Jede weitere angefangene Stunde für die Miete des Transporters kostet bares Geld! Wer erst anfängt alle Möbel abzubauen, wenn der Transporter schon vor der Tür steht, der wird unter Umständen sogar drauf zahlen. Daher solltest du am Umzugstag richtig vorbereitet in den Möbeltransport starten. Berücksichtige dazu vor allem folgende Tipps:

  • Packe erst alles fertig bevor du den Transporter holst. Hier erfährst du, wie du Umzugskartons richtig packst.
  • Sieh‘ zu, dass alle Möbel abgebaut und für den Transport verpackt sind
  • Recherchiere die schnellsten (von der Fahrtzeit) Strecken zwischen den beiden Umzugsorten und für die Strecke von den Umzugsorten zum Baumarkt. Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der schnellste (gerade wenn man in einer Großstadt zu Zeiten der Rush-Hour umzieht).
  • Am Besten du deponierst deine Möbel schon irgendwo (Hof, Hausflur, Carport des Nachbarn, etc.) in der Nähe des Parkplatzes für deinen Transporter, damit das Beladen schnell geht!
  • Es wäre gut, wenn der Transporter am Umzugstag direkt vor den Haustüren der Umzugsorte parken kann, damit das Be- und Entladen schnell geht. Vielleicht gibt es ja bei deinen Umzugswohnungen eine kostengünstigere Alternative zu einem Halteverbot am Umzugstag?
  • Stelle die Möbel direkt in der Reihenfolge zurecht, in welcher der Transporter beladen werden soll – dann geht das Einladen schneller. Hier erkläre ich dir, wie du den Möbeltransporter richtig belädst.
  • Vielleicht kannst du die Möbel am Umzugstag erstmal irgendwo (auf der Straße, im Hof oder im Hausflur) zwischenlagern um das Entladen des Lieferwagens oder des gemieteten Anhängers zu beschleunigen.
  • Teile die 2-4 erfahrensten Helfer ein, die nur damit beschäftigt sind die Möbel in den Miettransporter einzuladen und sie wieder aus dem Transporter auszuladen.
  • Vermeide unnötige Wege beim direkten Transport. Das Essen oder weitere Besorgungen könnt ihr vielleicht auf hinterher verschieben.
  • Ein zweiter Transport lässt sich unter Umständen vermeiden, wenn man erst alle sperrigen Gegenstände transportiert und Kisten oder Umzugskartons dann (oft auch erst hinterher) in den Privatwagen transportiert. Bitte deine Freunde mit großen Autos, also um ihre Hilfe und bitte sie darum am Umzugstag selbst zu fahren!
  • Die Möbel werden erst aufgebaut, wenn alles aus dem Wagen ausgeladen ist. Deine Helfer sollten sich nur darauf konzentrieren alles in die neue Wohnung oder an einen geeigneten Lagerort zu transportieren.

Übrigens: Wenn dein Umzugstag von einer Strafe für zu schnelles Fahren begleitet wird, dann hast du nichts gewonnen! Also, fahre entsprechend der Verkehrsregeln und nach StVO, auch wenn dir die stündlichen Kosten für die Anmietung im Nacken sitzen!

Den Transporter rechtzeitig reservieren

Da die Transporter und Anhänger aus dem Baumarkt oder dem Einrichtungshaus oft sehr beliebt sind, solltest du rechtzeitig daran denken, deinen Transporter oder Mietanhänger für den Umzugstag zu reservieren. Manchmal kann es sogar notwendig sein schon einen Monat oder noch länger vor dem Umzugstermin im Baumarkt aufzuschlagen und dort den Transport für deinen Umzugstag zu reservieren.

Bei der Reservierung solltest du unbedingt prüfen wie groß die Ladeflächen des reservierten Transporters sind (um schon mal zu planen was du wie transportierst und wie viele Transportfahrten es braucht). Sollte der Baumarkt oder das Möbelhaus unterschiedliche Transporter mit unterschiedlichen Ladevolumina haben, dann solltest du dir zusichern lassen, dass du ein Modell bekommst, das auch wirklich deinen Anforderungen genügt!

Am Umzugstag solltest du dir allerdings die Zeit nehmen und den reservierten Transporter genau auf Schäden zu untersuchen. Stellst du Beschädigungen fest, die im Vermiet-Protokoll noch nicht vermerkt worden sind, bitte die Markt-Mitarbeiter darum, diese ordentlich festzuhalten.

Mein Tipp: Achte bei der Reservierung unbedingt darauf, dass es keine versteckten Kosten gibt. Große Ketten werden ihre Kunden nicht mit Nepp-Angeboten ködern und sollten daher deinen Vorzug genießen – in jedem Fall solltest du aber einen Blick in das Kleingedruckte werfen! Rechne deinen Transport genau durch. Kalkuliere dabei eher etwas zu passiv als zu optimistisch. Außerdem solltest stets die enthaltenen Versicherungsleistungen (Vollkasko enthalten? Mit welcher Zuzahlung im Schadensfall?) prüfen!

Umziehen mit Kindern Teil 1: So meisterst Du die Herausforderung

Ein Umzug ist an sich schon eine sehr aufreibende Sache. Doch wenn auch noch Kinder mit im Spiel sind, stehst Du vor einer echten Herausforderung. Je weiter entfernt das neue Zuhause sein wird, desto besser musst Du Deine Kinder auf die große Veränderung vorbereiten. Und auch am Umzugstag selbst müssen sie, je nach Alter, rundum gut versorgt werden. Ich habe Dir deshalb eine Checkliste zusammengestellt, worauf Du vor, während und nach dem Umzug mit Kindern achten solltest…

Vor dem Umzug

1. Die Kinder auf das neue Zuhause vorbereiten

Schon lange Zeit vor dem Umzug selbst solltest Du Deine Kinder gut auf die neue Umgebung vorbereiten. Wie weit weg werdet Ihr dann wohnen? Müssen die Kinder vielleicht all ihre Freunde zurücklassen? Was wird sich in der neuen Umgebung ändern? Auf welche Schule werden sie gehen? Wie sieht es mit Hobbies aus? Deine Kinder haben gewiss viele Fragen und auch ein wenig Angst, schließlich handelt es sich um eine große Veränderung in ihrem Leben. Du solltest deshalb regelmäßig mit ihnen darüber sprechen und herausfinden, welche Bedürfnisse deine Kinder haben. Vielen hilft es zum Beispiel, wenn sie ihr neues Zuhause vorher besichtigen können. Auch eine neue Schule oder der Kindergarten sollten unbedingt schon vor dem ersten Tag einmal besucht werden. Beachte aber, dass keine ausgiebigen Diskussionen entstehen. Nimm Dir stattdessen zwar genügend Zeit für die Antwort auf ihre Fragen, wechsle aber rechtzeitig das Thema bevor es belastend oder ärgerlich wird. Der Umzug sollte so positiv wie möglich von statten gehen. Eine Möglichkeit wäre es, die Kinder am Umzug selbst zu beteiligen. Lass Sie bei der Auswahl der neuen Einrichtung helfen und wenn möglich ihr neues Zimmer selbst aussuchen. Das Kind soll das Gefühl bekommen, dass das neue Zuhause eine Besserung mit sich bringt. Finde etwas in der neuen Umgebung, das Dein Kind begeistern wird und baue auf dieser positiven Erfahrung auf. Ein Beispiel? Deine Tochter würde gerne Basketball spielen, aber im bisherigen Ort gab es nur eine Mannschaft für Männer? Dann informiere Dich doch einmal, ob dies im neuen Zuhause vielleicht endlich möglich wäre.

2. Zeit zu packen

Wenn es an der Zeit ist zu packen, so solltest Du auch hier Deine Kinder unbedingt mit einbeziehen. Lasse sie zum Beispiel, wenn sie alt genug sind, ihre Spielsachen selbst einpacken. Dies gibt dem Kind das Gefühl ein Teil des Geschehens zu sein und dadurch direkt am Umzug beteiligt. Nichts ist schließlich schlimmer als Machtlosigkeit, wenn ein Kind nur zusehen kann wie seine Sachen weggepackt werden.

3. Verpflegung nicht vergessen

Je kleiner die Kinder, desto bedürftiger sind sie. Das bedeutet, dass Du bereits beim Packen darauf achten musst, dass Du wichtige Utensilien am Umzugstag noch zur Hand hast. Ein Baby zum Beispiel, braucht neben dem altersgemäßen Essen und Trinken auch unbedingt Wechselklamotten, Windeln und Spielzeuge. Da Du im Trubel des Umzugs aber gewiss irgendetwas vergessen wirst, mache Dir so frühzeitig wie möglich eine Liste.

4. Die Betreuung organisieren

Wenn Du Dich am Umzugstag nicht um Deine Kinder kümmern kannst, weil Du zum Beispiel den Transport der Möbel selbst übernimmst, solltest Du rechtzeitig ihre Betreuung sicherstellen. Bedenke dabei, dass es sich sowieso um eine sehr stressige Situation handelt, Dein Kind vielleicht Angst hat vor der neuen Umgebung oder ein Baby noch gar nicht so recht versteht, was gerade vor sich geht. Um den zusätzlichen Stress dann so gering wie möglich zu halten, sollte zumindest die Betreuungsperson möglichst vertraut sein. Frage deshalb rechtzeitig zum Beispiel bei den Großeltern der Kinder an, damit diese sich den Tag freihalten können.

5. Richtig „Tschüss“ sagen

Gerade ältere Kinder und Jugendliche, die bei einem Umzug die Schule wechseln und Freunde zurücklassen müssen, sehnen sich oft nach einem adäquaten Abschied. Ermögliche ihnen daher eine kleine Abschiedsfeier. Diese ist ein schönes Ritual, um den vergangenen Lebensabschnitt bewusst abzuschließen und dann mit einem klaren Schnitt ins neue Zuhause zu ziehen. Auch für Dich selbst wäre das gewiss eine gute Idee.

Während des Umzugs

Etwas ältere Kinder können sehr gerne am Umzugstag helfen. Lass sie leichte Sachen, zum Beispiel ihr Spielzeug, selbst tragen und bei der Einrichtung im neuen Zuhause helfen. Biete ihnen aber jederzeit auch einen Rückzugsort an, falls ihnen der Trubel irgendwann zu viel wird. Im neuen Zuhause angekommen, solltet Ihr zuerst den Kinderbereich einrichten. Darauf freut es sich schließlich am meisten und irgendwann wird sich gewiss auch die Müdigkeit breitmachen.

Nach dem Umzug

1. Kinder bis sechs Jahre

Nach dem Umzug brauchen die Kinder vor allem zwei Dinge: Vertrautes und viel Zeit. Es ist daher keine gute Idee, das Kinderzimmer komplett neu einzurichten. Klar, anbieten würde es sich, aber das Kind sollte in seinem vertrauten Bett schlafen können und den alten Kleiderschrank wiedererkennen. Denn je vertrauter die Umgebung ist, desto schneller gewöhnen sich Kinder im neuen Heim ein. Kinder bis sechs Jahre sind dabei übrigens am unkompliziertesten. Sie sind sehr an ihre Eltern und weniger an äußere Umstände gebunden. Nimm Dir deshalb nach dem Umzug viel Zeit für Dein Kind, unternehme tolle Ausflüge mit ihm und verbringe schöne Zeiten im neuen Zuhause. So gibst Du ihm Sicherheit und gleich einige positive Erinnerungen an die neue Umgebung. Das Wichtigste ist: Anwesenheit zeigen.

2. Kinder im Schulalter

Wenn Dein Kind bereits im Schulalter ist, hat das Vor- und Nachteile. Einerseits ist ein Schulwechsel (siehe hierzu auch den 2. Artikel unserer Serie, Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel) ein einschneidendes Erlebnis für das Kind und meistens mit großen Ängsten verbunden. Ist der erste Tag aber überstanden, findet es andererseits meist sehr schnell neue Freunde und dadurch sozialen Anschluss. Bereite Dein Kind daher gut auf den Schulwechsel vor, besuche die Räumlichkeiten einmal vor dem ersten Schultag und versuche ihm so gut wie möglich die Angst zu nehmen. Am besten wäre es, wenn Dein Kind am ersten Schultag schon ein Kind aus seiner Klasse oder zumindest aus der gleichen Schule kennt. Dies nimmt die Angst und gibt Orientierung. Erkundige Dich doch zum Beispiel einmal bei Deinen Nachbarn, ob sie jemanden im gleichen Alter kennen oder vielleicht selbst Kinder auf der Schule haben. Eine tolle Möglichkeit für soziale Kontakte sind stets auch Sportvereine, eine Musikschule, ein Reitstall oder ein anderes Hobby, welches Dein Kind gerne ausübt. Der positive Nebenaspekt dabei ist, dass Du selbst gleich Deine soziale Umgebung kennenlernst und vielleicht den ein oder anderen neuen Freund findest. Trotz allem musst Du zur Eingewöhnung Deines Kindes in der neuen Schule rund sechs bis acht Wochen rechnen. Ein paar Tränen bleiben da meist nicht aus…

3. In Kontakt bleiben

Natürlich sind neue Freunde für die Kinder immens wichtig, doch auch die „alten“ sind nicht einfach vergessen. Dein Kind wird seine bisherigen Freunde und Freundinnen vermissen und seine Erfahrungen in der neuen Umgebung mit ihnen teilen wollen. Mache es ihm deshalb so einfach wie möglich mit seinen alten Freunden in Kontakt zu bleiben. Solltet Ihr nicht allzu weit weggezogen sein, kannst Du ja vielleicht sogar einmal ein Treffen organisieren. Auch wenn sich die Kinder in den Feiern gegenseitig besuchen können, haben Sie stets einen Grund zur Vorfreude. Biete ihnen sonst die Möglichkeit für Telefonate oder ein Videogespräch via Skype. Je nach Alter des Kindes, wäre vielleicht jetzt auch der richtige Zeitpunkt für ein eigenes Smartphone.

4. Wenn die Pubertät Probleme bereitet

Gerade im Teenageralter ist ein Umzug für viele Jugendliche besonders belastend. Nicht selten kommt es dann zu etwas größeren Problemen zwischen Eltern und Kindern, zu Streit oder Trotzreaktionen. Der Umzug mit Teenagern erfordert daher etwas mehr Eingewöhnungszeit und Einfühlungsvermögen. Aber mehr dazu im dritten Teil der Reihe „Umziehen mit Kindern“

Weitere Artikel aus dieser Serie

Umziehen mit Kindern Teil 2: So klappt der Schulwechsel

Umziehen mit Kindern Teil 3: Wenn die Pubertät Probleme macht

Umziehen mit Kindern Teil 4: So findest Du einen Babysitter

Umzug mit Kindern: Tipps für die Eingewöhnung

(Studentische) Umzugshelfer engagieren: Worauf musst Du achten?

Bei jedem Umzug werden zahlreiche Helfer benötigt. Schließlich müssen unzählige Kartons gepackt, Möbel ab- und aufgebaut und alles zur neuen Wohnung transportiert werden. Ein paar starke Hände kommen da gerade gelegen. Doch nicht jeder hat Freunde oder die Familie in der Nähe, die am großen Tag als Umzugshelfer einspringen können. Manchmal scheitert es auch einfach an der mangelnden Zeit, Kraft oder dem fehlenden Führerschein für das Transportfahrzeug. Doch was, wenn Du für Deinen Umzug Hilfe brauchst, eine professionelle Spedition aber einfach zu teuer ist? Keine Sorge, es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Ich möchte Dir nun einige Alternativen zum professionellen Umzugsunternehmen vorstellen.

Wo findest Du Helfer für den Umzug?

1. Das Internet

Auf der Suche nach geeigneten Umzugshelfern kannst Du gerne kreativ werden. Schließlich möchten sich viele Menschen gerne ein bisschen Geld dazu verdienen. Ganz vorne mit dabei sind da zum Beispiel die Studenten. Diese haben meist Bedarf an einem Zusatzverdienst und sind zudem jung und kräftig. Daher gibt es mittlerweile unzählige Online-Jobbörsen im Internet, auf welchen sich Studenten oder weitere Interessenten als Umzugshelfer anbieten. Du kannst zudem ganz einfach selbst eine Anzeige schalten und anschließend die passenden Bewerber auswählen. Achte jedoch darauf, dass Du hierfür eine angemessene Vorlaufzeit benötigst. Geeignet sind rund vier Wochen. So können die Umzugshelfer den Termin gut einplanen und Du kommst nicht in Zeitnot, falls sich auf Anhieb niemand findet. Während Jobbörsen wie MachDuDas nämlich in Großstädten durchaus eine hohe Erfolgsquote haben, kann sich die Suche in kleineren Orten etwas schwieriger gestalten.

2. Die Hochschule

Im Internet bist Du nicht fündig geworden? Dann versuche es doch einfach einmal direkt in einer Hochschule oder Universität. Sprich die Studenten persönlich an oder platziere eine kleine Anzeige am schwarzen Brett. Die Devise heißt: Mundpropaganda. Frage auch einmal bei deinen Bekannten und Freunden nach, ob sie nicht noch jemanden kennen würden, der vielleicht an dem Job interessiert wäre. Allgemein gilt: Je früher Du mit der Suche beginnst, desto besser sind Deine Erfolgschancen. Solltest Du hingegen partout niemanden finden, so musst Du gegebenenfalls den Verdienst erhöhen oder doch ein professionelles Unternehmen beauftragen. Doch auch hier gibt es günstige Alternativen zur Speditionsfirma.

3. Die Zeitarbeitsagentur

Eine Zeitarbeitsagentur ist eine praktische Anlaufstelle für Hilfskräfte jeder Art und zugleich günstiger als ein Umzugsunternehmen. Es lohnt sich daher durchaus, auch hier einmal nach Hilfskräften zu fragen. Zwar hast Du dann immer noch höhere Kosten als beim Privatauftrag, doch die Zeitarbeiter bringen einen großen Vorteil mit sich: Sie sind adäquat versichert. So musst Du Dir um Unfälle oder Schäden am Mobiliar keine Sorgen mehr machen und kannst Dich beruhigt auf den Umzug konzentrieren.

Wie sieht das eigentlich mit der Versicherung aus?

Die Haftpflichtversicherung für Umzugshelfer

Die richtige Versicherung ist nämlich das A und O bei der Auswahl der Umzugshilfe. Unbezahlte Helfer, wie Freunde oder die Familie, erteilen Dir laut Gesetz einen „Freundschaftsdienst“, welcher grundsätzlich nicht versichert ist. Rechtlich wird hier von einer „stillschweigenden Haftungsbeschränkung“ ausgegangen. Dasselbe gilt für Helfer, die Du privat beauftragt hast. Du solltest daher unbedingt einen Vertrag aufsetzen, welcher alle Deine Helfer zur Haftung verpflichtet. Diese müssen dann wiederum selbst eine entsprechende Zusatzversicherung bei ihrem Haftpflichtversicherer abschließen. Kläre also unbedingt im Vornherein ab, ob Deine Helfer eine solche Versicherung abgeschlossen haben und lasse sie Dir in jedem Fall vorzeigen. Ansonsten bleibst Du hinterher auf eventuellen Schäden sitzen.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung für den Auftraggeber

Doch nicht nur Deine Helfer können Schäden verursachen, auch Personenunfälle sind leider bei einem Umzug nicht auszuschließen. Daher musst auch Du Dich ausreichend versichern. Kläre am besten einmal mit Deinem Privathaftpflichtversicherer ab, inwiefern ein Schutz möglich ist. Reicht dieser nicht aus, so ist die sogenannte „Bauherrenhaftpflichtversicherung“ eine gute Alternative. Diese deckt grundlegende Personen- und Sachschäden ab, die während eines Umzugs oder des Transports passieren. Eventuelle Arztkosten oder Schmerzensgelder werden also ebenso übernommen wie die Beseitigung der Schäden im Treppenhaus. Willst Du vollkommen auf Nummer sicher gehen, solltest Du dennoch über die Beauftragung einer professionellen Umzugsfirma oder einer Zeitarbeitsagentur nachdenken. Denn dort sind die Arbeitnehmer normalerweise über das Unternehmen ausreichend versichert. Doch auch hier solltest Du zur Sicherheit noch einmal die Konditionen erfragen.

Was kostet die Umzugshilfe?

Wie Du siehst, solltest Du auf der Suche nach dem richtigen Umzugshelfer nicht einfach das günstigste Angebot nehmen. Sonst bleibst Du hinterher bei Schäden oder Unfällen vielleicht auf hohen Kosten sitzen. So musst Du eventuell doch ein bisschen mehr investieren, bist dafür aber im Schadensfall auf der sicheren Seite. Als Stundenlohn kannst Du mit rund zehn bis elf Euro netto pro Stunde für eine (studentische) Hilfskraft rechnen. Eine Zeitarbeitsfirma nimmt rund 18 Euro netto – pro Stunde und pro Mitarbeiter. Bei der Kostenkalkulation für Umzugshelfer darfst Du aber nicht nur den Stundenlohn berücksichtigen. Mit einkalkulieren musst Du stets:

  • Kosten für eine (Zusatz-) Versicherung
  • Eventuelle Vermittlungsgebühren der Online-Jobbörsen
  • Eventuelle Steuerabgaben, wie die Mehrwertsteuer
  • Anfahrtskosten
  • Boni, wenn z.B. eigenes Werkzeug mitgebracht wird

Zudem freuen sich alle Deine Helfer gewiss über ein bisschen Verpflegung und ein kleines Trinkgeld als Dankeschön…