Schönheitsreparaturen: Was ist beim Auszug Pflicht?

Nicht selten stehen in Mietverträgen Klauseln, die Schönheitsreparaturen und Renovierungen in der Wohnung vorsehen, wenn man aus dieser ausziehen möchte. Klassiker sind hierbei zum Beispiel das Streichen aller Wände oder Abschleifen von Holzböden. Neue Entscheidungen des Bundesgerichtshofs allerdings, haben jetzt zahlreiche dieser Schönheitsreparaturklauseln außer Kraft gesetzt. Geblieben ist Verwirrung: Was darf noch vom Vermieter an den Mieter übertragen werden und was nicht? Und wer bezahlt die Kosten für Schönheitsreparaturen?

Muss jeder Mieter Schönheitsreparaturen vornehmen?

Nein, denn laut Gesetz sind Schönheitsreparaturen grundsätzlich die Sache des Vermieters. Gibt es keine entsprechende Klausel im Mietvertrag, die Du damals beim Einzug unterschrieben hast, so musst Du auch beim Auszug keine Schönheitsreparaturen vornehmen. Gibt es eine solche Klausel, so solltest Du sie erst einmal auf ihre Gültigkeit untersuchen. Denn dank neuester Präzedenzfälle, sind beinahe die Hälfte aller Schönheitsreparaturklauseln in deutschen Mietverträgen ungültig geworden. Legal sind so zum Beispiel immer noch die Verpflichtungen, die „Abnutzungserscheinungen von normalem Wohnen“ beim Auszug zu beseitigen. Hierzu noch einmal im Detail…

…welche Schönheitsreparaturklauseln gültig sind und welche nicht

Gültige Klauseln der Pflichtrenovierung im Mietvertrag sind:

  • Das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken von Decken und Wänden.
  • Das Streichen der Fußböden, Heizungen und Heizungsrohre.
  • Anstrich der Fenster und Haustür von innen.
  • Das Streichen der innerhalb der Wohnung befindlichen Türen.

Unzulässig hingegen sind:

  • Das Abschleifen oder Versiegeln von Parkettböden.
  • Austausch von Teppichböden.
  • Ein Außenanstrich der Türen und Fenster.
  • Die Renovierung des Treppenhauses oder von Gemeinschaftsräumen.
  • Das Beheben von Schäden am Mauerwerk oder von Deckenrissen sowie Schäden am Putz.
  • Glasarbeiten.
  • Austausch der Badewanne.
  • Reparaturarbeiten an Türschlössern, Lichtschaltern, Elektroleitungen, Gasleitungen oder Heizkörpern.
  • Jede Art von Schadensbehebung, die auf normaler Abnutzung beruht.

Zusammenfassend definiert der Mieterbund die zulässigen Schönheitsreparaturen als „alles, was sich beim normalen Wohnen im Laufe der Zeit abgenutzt hat und in der Regel mit Farbe, Tapete und etwas Gips erneuert werden kann“. Das muss aber nicht, wie in vielen Mietverträgen gefordert, in Weiß sein. Eine solche „Weiß-„Klausel ist neuerdings ebenfalls unwirksam. Der Vermieter muss stattdessen auch andere Farbtöne akzeptieren, sofern sie hell und neutral sind. Zudem fallen alle Schönheitsreparaturen nur dann an, wenn Du die Wohnung in einem renovierten Zustand bezogen hast. Bei der Übergabe eine unrenovierten Wohnung hingegen, kannst Du diese auch bei Deinem Auszug wieder unrenoviert verlassen. Es gibt hiervon nur eine Ausnahme, und zwar dann, wenn Du vom Vermieter eine finanzielle Entschädigung erhalten hast, die den unrenovierten Zustand bei Bezug ausgleicht. Dieser Ausgleich stellt die Mieter in die Position, in welcher sie eine rechtlich renovierte Wohnung übernommen haben. Die finanzielle Entschädigung muss dafür aber ausreichend sein. Eine halbe Monatsmiete, wie sie vor Gericht verhandelt wurde, ist demnach nicht angemessen hoch. Je nach Zustand der Wohnung, handelt es sich daher um eine bis mehrere Monatsmieten Nachlass. Damit Du den unrenovierten Zustand der Wohnung hinterher aber überhaupt nachweisen kannst, ist das Übergabeprotokoll besonders wichtig. Dieses musst Du beim Einzug unbedingt beim Vermieter einfordern und in gemeinsam unterschriebener Ausführung aufbewahren.

Was tun gegen unwirksame Schönheitsreparaturklauseln?

Wird eine Schönheitsreparaturklausel im Mietvertrag durch die neuen Bestimmungen unwirksam, so ist der Mieter von allen Renovierungsarbeiten befreit. Das bedeutet, dass die gesamten Schönheitsreparaturen in die Verantwortung des Vermieters übergehen. Hast Du Deine Wohnung aber bereits auf eigene Kosten renoviert, so kannst Du innerhalb von sechs Monaten nach dem Ende Deines Mietvertrages deren Rückerstattung vom Vermieter fordern. Das Problem ist, dass sich viele Vermieter an dieser Stelle uneinsichtig zeigen und in der Konsequenz einfach die Mietkaution einbehalten. Du musst Dich daher ausreichend rechtlich absichern. Der erste Schritt hierfür war das Übergabeprotokoll beim Einzug. Denn die Beweislast für den Zustand der Wohnung bei Einzug liegt beim Mieter. Dokumentiere daher alle Schäden sorgfältig und lasse zur Sicherheit noch einmal einen Handwerker den Zustand der Wohnung protokollieren. Nun zum Auszug: Hast Du eine ungültige Klausel gefunden, so teilst Du dem Vermieter schriftlich mit, dass Du aufgrund der unwirksamen Regelung im Vertrag keine Renovierungsarbeiten übernehmen wirst. Die Kaution darf er dann nur mit den Renovierungskosten verrechnen, wenn Du in der gesetzlichen Pflicht zu Renovierung gewesen wärst und dieser nicht nachgekommen bist. Behält er trotz der ungültigen Klausel die Kaution ein, solltest Du eine schriftliche Forderung mit einer Frist von zwei Wochen stellen. Hilft auch das nichts, so bleibt nur noch der Gang zum Anwalt. Doch lass Dich davon nicht einschüchtern: Bist Du auf der rechtlich sicheren Seite, so muss der Vermieter hinterher die Gerichts- sowie Anwaltskosten in voller Höhe tragen.

Was ist mit Fristen- und Quotenregelungen?

Die neue Rechtsprechung berührt zudem noch das Thema der Fristen- und Quotenregelungen. Starre Renovierungsfristen, nach welchen zum Beispiel alle fünf Jahre das Bad und alle sieben Jahre die Küche renoviert werden müssen, sind nicht mehr zulässig. Sie können aber durch die Aufhebung der Terminstarre durchaus wirksam in einen Vertrag eingefügt werden. Enthält die Klausel zum Beispiel den Zusatz „normalerweise“, so ist die Fristenregelung durchaus gültig. Zieht ein Mieter jedoch vor Ablauf der Frist aus, so muss er weder renovieren noch die anteiligen Kosten tragen. Quotenregelungen, nach welchen die Renovierungen anteilig zur Wohndauer abgegolten werden müssen, wurden im März 2015 vom Gericht für ungültig erklärt.

Übrigens: Alle gültigen Arbeiten dürfen von Dir selbst ausgeführt werden, solange sie sorgfältig und mit bestem Gewissen durchgeführt werden. Dein Vermieter darf nicht verlangen, dass Du einen Fachhandwerker beauftragst. Allerdings ist er auch nicht verpflichtet, für die Schönheitsreparaturen Kosten zu übernehmen, es sei denn, sie wurden durch die neuen Regelungen ungültig.

Fitnessstudio – Sonderkündigungsrecht bei einem Umzug?

Knapp jeder zehnte Deutsche ist Mitglied in einem Fitnessstudio. Rund 8 Millionen Fitnessstudio-Mitglieder gibt es einer Studie nach in Deutschland. Kein Wunder, denn nicht selten schließt man mit dem Eintritt in ein Fitnessstudio einen Vertrag über 12 oder 24 Monate Laufzeit ab.

Gerade ein Umzug lässt sich oft mit dem Eintritt in ein Fitnessstudio nicht vorher sehen. Ein Umzug kann den Besuch im Fitnessstudio allerdings sehr unbequem machen – z.B. wenn man vom Studio wegzieht und der Anfahrtsweg auf einmal unverhältnismäßig lang wird.

Ich selber hatte genau dieses Problem auch – bei einem meiner persönlichen Umzüge bin ich vom Norden Hannovers in den Süden gezogen. Das Fitnessstudio war so gewählt, dass ich es damals gut von meiner alten Wohnung aus erreichen konnte. Nach dem Umzug lagen auf einmal knapp 20 Kilometer Strecke (entsprach in Hannover rund 30 Minuten Fahrtzeit) zwischen der neuen Wohnung und dem Fitnessstudio. Der Vertrag lief zu diesem Zeitpunkt auch noch rund 8 Monate. Das ist natürlich extrem ärgerlich, denn wer fährt schon gerne eine Stunde im Auto durch die Weltgeschichte um eine Stunde an den Geräten zu trainieren?!

Wie sieht es also aus? Gibt es ein Sonderkündigungsrecht für den Vertrag im Fitnessstudio, bei einem Umzug?!

Sonderkündigungsrecht, Fitnessstudio bei Umzug – ja oder nein?!

Die Antwort lautet wie immer: „Jein“! Tatsächlich kommt es beim Umzug immer auf den jeweiligen Einzelfall an ob ein Vertrag im Falle eines Umzugs kündbar ist oder nicht. Schlüssel für eine Sonderkündigung ist im Wesentlichen der § 314 BGB. Er legt fest, dass Dauerschuldverhältnisse (auch die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio gehört dazu) aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden können.

Soweit so gut. Doch, der Paragraph 314 im BGB schränkt leider dann doch etwas ein. So wird gesagt, dass ein wichtiger Grund vorliegt, „wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.“

Im Klartext: Eine Sonderkündigung für den Fitnessstudio-Vertrag bedarf immer einer genaueren Betrachtung der jeweiligen persönlichen Situation und eine Abwägung der eigenen Interessen gegenüber der des Vertragspartners (in diesem Fall dem Betreiber des Studios). Das macht es schwieriger.

Wenn du dein Sonderkündigungsrecht ausüben möchtest, dann solltest du also stichhaltige Gründe dafür haben, warum die „Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht fortgesetzt werden kann“, so dass du tatsächlich von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kannst. Gegeben ist sowas zum Beispiel, wenn man von einer Stadt in die andere zieht (manchmal wird auch von einer Grenze von 50 Kilometern für den neuen Weg zum Fitnessstudio gesprochen). Ein Recht zur Sonderkündigung liegt aber zum Beispiel auch vor, wenn du Schwanger wirst oder wenn ein Arzt attestiert, dass der Besuch im Studio deiner Gesundheit nicht gut tut.

Wichtig, Update Juni 2016: Zum Thema Umzug ist sicherlich auch das Urteil XII ZR 62/15 vom 04. Mai 2016 beim BGH (danke David!). Hier ging es um einen jungen Soldaten, der vom Arbeitgeber an verschiedenen Einsatzorten eingesetzt worden ist und der letztendlich nicht von einem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen konnte. Aber wie im § 314 BGB schon gesagt geht es immer darum, die Umstände des Einzelfalls zu untersuchen um zu beurteilen ob eine Sonderkündigung wirksam ist oder nicht.

Findet dein Umzug also nur innerhalb des Ortes statt und dein Anfahrtsweg verlängert sich um 5 Minuten, wirst du es eher schwer haben eine Begründung zu finden warum du aus dem geschlossenen Vertrag austreten möchtest.

Mustertext, so kann die Kündigung des Fitnessstudio-Vertrags aussehen

Wenn du der Meinung bist, dir steht das Recht auf Sonderkündigung zu, dann kannst du ein formloses Schreiben an dein Studio aufsetzen. Ganz wichtig, lege gleich Belege bei (z.B. die Meldebestätigung von deinem neuen Wohnort), die belegen warum dir ein Sonderkündigungsrecht zusteht und lass kein Zweifel daran, dass es für dich unzumutbar wird den Vertrag auch künftig zu nutzen und die gebotenen Leistungen zu beziehen. Formuliere den Text in der Kündigung zum Beispiel so wie in meinem Muster-Text:

Mitgliedsnummer: Deine Mitgliedsnummer
Datum: Aktuelles DatumSoderkündigung, Mitgliedschaft in Ihrem FitnessstudioSehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den mit Ihnen am _____ (Datum) geschlossenen Vertrag (Kundennummer ___) mit sofortiger Wirkung kündigen. Begründen lässt sich die Sonderkündigung mit meinem Umzug von ___ (alte Adresse einsetzen) nach ___ (neue Adresse einsetzen). Zwischen dem Fitnessstudio und meinem neuen Wohnsitz liegen demnach rund xx Kilometer Anfahrtsweg. Die Meldebescheinigung von meinem neuen Wohnort habe ich Ihnen als Beleg angehängt.

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung schriftlich und ziehen Sie ab sofort keine Beiträge mehr von meinem Konto ein.

Für die angenehme Zeit in Ihrem Fitnessstudio und die tolle Betreuung möchte ich mich herzlich bedanken. Sollte es die persönliche Situation zulassen, würde ich gerne wieder Mitglied bei Ihnen werden.

Mit freundlichen Grüßen,
eigenhändige Unterschrift

 

Mein Tipp: Das Schreiben solltest du immer mit einem Datum und einer Unterschrift versehen und es per Fax vorab losschicken (Sendebericht gut aufheben) und es per Einschreiben (Auslieferungsnachweis gut aufheben) noch einmal per Post hinterhersenden.

Genau hier hatte ich damals Probleme: Das Fitnessstudio hatte behauptet meine Kündigung sei niemals angekommen (dabei hatte ich den Brief persönlich in den Briefkasten des Studios eingeworfen, als ich damals die letzten Sachen aus meiner alten Wohnung geholt habe). Im Zweifel solltest du also belegen können, dass dein Schreiben auch wirklich eingegangen sein muss! Ich konnte das damals nicht und habe mich dann nach langem hin- und her mit dem Studio verglichen und nur einen Teil der ausstehenden Beiträge bezahlt (kurz danach kam die Information, dass das Studio Insolvenz angemeldet hat – vielleicht war man auch deswegen besonders aktiv hinterher den Kunden zu binden?).

Schwierigkeiten bei der Sonderkündigung

Übrigens: Wenn das Studio in dem du kündigst zu einer großen Kette gehört, die an deinem neuen Wohnort auch ein Studio betreibt, dann wird’s mit der Sonderkündigung echt schwer. In diesem Fall könntest du ja am neuen Wohnort einfach in der anderen Filiale weitertrainieren und so deinen Vertrag wahrnehmen.

Schwierigkeiten gibt es ansonsten immer dann, wenn das Fitnessstudio nicht nachvollziehen kann, warum dir ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Im Zweifel kann man sich darüber bis aufs Blut (oder bis vor einem Richter) streiten.

Manchmal ist es da einfach gleich vorab auf Deeskalation zu setzen. Mache klar, dass du dich in deinem Studio wohl gefühlt hast und dass du gerne wiederkommst, falls du mal in die Nähe zurückziehst. Weise auf ein gutes, persönliches Verhältnis hin und darauf, dass du deinen zahlreichen Freunden und Bekannten die noch in der alten Heimat leben gerne von deinen positiven Erfahrungen berichten wirst.

In den Zeiten des Internets ist jede negative Bewertung immer nur einen Klick entfernt. Viele Studios fürchten schlechte Presse und wissen, dass negative Meinungen im Netz bares Geld bedeuten können. Deswegen kannst du im Streitfall vielleicht auch mal fallen lassen, dass du diese schlechte Erfahrung zum Schluss gerne vermieden hättest und anmerken, dass diese natürlich die kommende Rezension/Bewertung verschlechtern wird (das solltest du aber sehr passiv Formulieren ohne Druck auszuüben oder zu erpressen).

Kannst du mit deinem Umzug weitere Verträge kündigen?

Die Frage nach dem Sonderkündigungsrecht eines bestehenden Vertrages bei einem Umzug stellt sich in ganz vielen Fällen – daher habe ich eine komplette Artikelserie fertig gemacht und Informationen zu vielen verschiedenen Vertragsarten für dich vorbereitet. Guck doch einfach mal nach, ob du nicht noch einen anderen Vertrag hast, für den ein Sonderkündigungsrecht bestehen kann! Hier sind alle Artikel aus meiner Artikelserie für dich aufgelistet:

Umzug und Steuern: Was ist die „Umzugskostenpauschale“?

Die Kosten für einen Umzug sind oftmals hoch: Renovierung, Handwerker, Transporteure und das Speditionsunternehmen – die Fachkräfte lassen sich für die Hilfe bei Deinem Umzug gut entlohnen. Hinzu kommen zahlreiche Materialkosten oder auch die Ausgaben für die Verpflegung der Helfer am Umzugstag. Doch jetzt die gute Nachricht: Einen Teil all dieser Kosten kannst Du steuerlich geltend machen. Doch was bedeutet eigentlich „Umzugskostenpauschale“ und welche Investitionen kannst Du am Ende vom Jahr absetzen?

Die Umzugskostenpauschale

Deinen Umzug kannst Du im Zuge Deiner nächsten Steuererklärung beim Finanzamt geltend machen. Die sogenannte „Umzugskostenpauschale“ umfasst dabei alle „sonstigen Umzugskosten“, für die Du keine exakten Einzelnachweise erbringen musst.

Wer kann die Umzugskostenpauschale nutzen?

Das Finanzamt erlaubt die pauschale Abrechnung dann, wenn Du für Deinen Umzug mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllst:

  • Du ziehst aus beruflichen Gründen um und trittst eine neue Stelle an oder verkürzt Deinen Arbeitsweg durch den Umzug um mindestens eine Stunde.
  • Der Umzug findet aufgrund von außergewöhnlichen Belastungen statt, zum Beispiel Krankheit oder Behinderung.
  • Eine doppelte Haushaltsführung wird durch den Umzug wieder zusammengeführt oder dauerhaft vermieden.
  • Du bist Auszubildende/r oder Studierende/r und erfüllst mindestens eines der Kriterien.

Welche Kosten fallen unter die Pauschale?

Die Definition der „sonstigen Umzugskosten“ ist vom Finanzamt derzeit allerdings reichlich vage formuliert. Hierunter fallen demnach zum Beispiel Wohnungsanzeigen, Renovierungsarbeiten in Deiner alten Wohnung, Trinkgelder und Verpflegung für die Umzugshelfer, das Anbringen von Lampen und ähnlichen elektrischen Geräten, die Installation sowie der Einbau von Küchengeräten sowie die An- und Ummeldegebühren für Deinen Pkw, den Personalausweis oder einen Telefonanschluss.

Wie hoch sind die Beträge bei der Pauschale?

Nach dem aktuellen Stand (ab Februar 2017) liegt die Umzugskostenpauschale für Verheiratete, Lebenspartner oder Gleichgestellte bei 1.528 Euro. Für Ledige sind es je 764 Euro. Pro Kind oder verwandter Person, die anschließend mit in der neuen Wohnung lebt, erhöht sich der jeweilige Satz zudem um 337 Euro. Sollten für Kinder umzugsbedingte Unterrichtskosten anfallen, so sind diese wiederum mit bis zu 1.841 Euro absetzbar. Bis zum 01. Februar sind es 1.493 Euro für Verheiratete, 746 Euro für Singles und 329 Euro als Erhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige.

Wichtig ist zu wissen, dass sich die Umzugskostenpauschale in regelmäßigen Abständen verändert. Sie wird regelmäßig vom Bundesfinanzministerium angepasst. Bei Anpassungen gibt es dann einen Stichtag, ab dem die neue Pauschale gültig ist. Liegt dein Umzug vor dem Stichtag, so musst du ihn mit „dem alten Satz“ abrechnen, liegt er danach kannst du den neuen (meist höheren) Pauschalbetrag ansetzen. Hier eine Liste der Umzugskostenpauschalen für die letzten Jahre:

Pauschale gilt ab Datum Pauschale Verheiratete Pauschale Singles Erhöhung für Kinder
01.02.2017 1.528 € 764 € 337 €
01.03.2016 1.493 € 746 € 329 €
01.03.2015 1.460 € 730 € 322 €
01.03.2014 1.429 € 715 € 315 €

Der Umzug als Werbungskosten

Doch damit nicht genug: Auch außerhalb der Umzugskostenpauschale kannst Du einige Kosten für Deinen Umzug zusätzlich steuerlich geltend machen. Sollte es sich um einen beruflichen Umzug handeln, so fallen diese in der Regel unter die Werbungskosten. Welche zusätzlichen Kosten können also beim Finanzamt geltend gemacht werden?

  1. Die Maklergebühren sind dann steuerlich absetzbar, wenn diese für die Vermittlung Deiner neuen Wohnung angefallen sind. Für den Verkauf oder die Vermietung der bisherigen Wohnung allerdings ist das nicht möglich.
  2. Die Renovierungskosten als Gesamtposition ist zwar steuerlich nicht anerkannt, doch die sogenannten Schönheitsreparaturen sehr wohl. Das bedeutet, dass Du Kosten für das Streichen und Tapezieren der Zimmerdecken und Wände, der Heizkörper, Innentüren oder Fenster und Außentüren (innere Seite) beim Finanzamt einreichen kannst. Die Renovierungskosten können außerdem dann eingereicht werden, wenn sie beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses als „Herstellungsaufwand vor dem Einzug“ durch den Verkäufer auf den Kaufpreis aufgeschlagen wurden.
  3. Die Transport- und Fahrtkosten bei einem Umzug sind dann absetzbar, wenn sie von einer professionellen Spedition in Rechnung gestellt wurden. Bei dem Umzug ins Ausland gilt das aber nur bis zum Grenzort. Die Trinkgelder für Deine Helfer wiederum fallen unter die Umzugskostenpauschale.
  4. Übernachtungskosten werden zwar anerkannt, allerdings nur für zwei Reise- und zwei Aufenthaltstage.
  5. Aufkommende Kosten bei Deiner Wohnungssuche kannst Du ebenfalls beim Finanzamt einreichen und zwar als die Fahrt zur Besichtigung mit pauschalen 0,3 Euro pro Kilometer. Auch die Schaltung von Zeitungsanzeigen wird hierbei anerkannt.
  6. Hinzu kommen zahlreiche weitere Kostenfaktoren, wie der Einbau eines Wasserenthärters für Geschirrspülmaschinen, Mietentschädigungen oder der Ersatz, die Änderung, der Abbau und das Anbringen von Rundfunk- und Fernsehantennen.

Lohnkosten für Handwerker – auch privat

Schlussendlich kannst Du aber auch als Privatmann/-frau noch außerhalb der Umzugskostenpauschale einige Rechnungen geltend machen, und zwar die der Handwerker. Mit einer Höhe von bis zu 6.000 Euro im Jahr kannst Du so bis zu 1.200 Euro sparen. Doch Vorsicht: Absetzbar sind nur die reinen Lohn-, nicht aber die Materialkosten. Lass Dir deshalb immer eine detaillierte Rechnung mit den einzelnen Positionen ausstellen, auch wenn Du mit dem Handwerker einen Pauschalpreis vereinbart hast. Zudem muss die Bezahlung stets per Überweisung erfolgen. Bar bezahlte Rechnungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Die Lohnkosten kannst Du dann für folgende Arbeiten einreichen:

  • Malerarbeiten,
  • Austausch oder Renovierung von Fenstern und Türen,
  • Reparatur von Haushaltsgeräten, Elektronikgeräten und Computern,
  • Wartung der Heizungsanlage,
  • Dach- oder Fassadenarbeiten,
  • Pflasterarbeiten auf dem Hof vor dem Haus,
  • Gebühren für den Schornsteinfeger,
  • Kontrolle des Blitzableiters,
  • Modernisierung der Einbauküche oder des Badezimmers,
  • Verlegung von Bodenbelägen, wie Fliesen, Teppich oder Parkett.

Bei Umzugsunternehmen richtig sparen – aber wie?

Ein Umzug ist teuer, so viel ist klar. Schließlich muss normalerweise nicht nur eine Kaution hinterlegt oder eine Maklerprovision bezahlt werden. Oft kommen noch Kosten für die neue Einrichtung, Renovierungsmaßnahmen oder eben den Umzug selbst hinzu. Doch hier kommt die gute Nachricht: Beim Umzugsunternehmen kannst Du so richtig viel Geld sparen und das mit nur einigen wenigen Tipps und Tricks – ich zeige Dir wie…

Den Aufwand realistisch einschätzen

Der erste wichtige Schritt, um bei einem Umzugsunternehmen kein unnötiges Geld liegen zu lassen, ist die richtige Planung. Schätze den Umzugsaufwand realistisch ein: Wie groß muss der Wagen sein? Reicht vielleicht auch das kleinere Modell? Wie viele Umzugshelfer brauchst Du? Reicht vielleicht auch die Hilfe von Familie und Freunden aus? Viele Menschen wollen hierbei stets auf „Nummer sicher“ gehen und hinterher ist der LKW noch halb leer. Wenn Du nun also eine Liste hast, was Du für den Umzugstag tatsächlich benötigst, kannst Du dich auf die Suche nach Einsparungspotenzial begeben.

Eigeninitiative ergreifen

Erst einmal gilt es zu klären: „Wo kannst Du selbst mit anpacken?“ Viele kleinere Aufgaben kannst Du bei einem Umzug nämlich selbst erledigen und brauchst dafür keine professionelle Fachkraft zu ordern. So reicht es zum Beispiel für einen überschaubaren Hausrat normalerweise aus, wenn ein bis zwei Fachmänner Dein Hab und Gut professionell im Wagen verstauen und befestigen. Das Tragen selbst, kannst Du mit der Hilfe von freiwilligen Freunden und Bekannten bewerkstelligen. Sollte es hieran mangeln, sieh Dich doch einfach einmal im Internet nach studentischen Umzugshelfern um. Diese sind deutlich günstiger als professionelle Umzugshelfer und freuen sich über das kleine Taschengeld und ein kühles Bier. Achte aber stets darauf, dass es sich um legale und angemeldete Arbeiter handelt, ansonsten hast Du später nicht nur Ärger mit dem Finanzamt, Du kannst die Kosten auch nicht steuerlich geltend machen und um Schadensfall greift keine ausreichende Versicherung.

Den richtigen Wagen mieten

Wenn Du nun zwar genügend Helfer hast, keiner aber besitzt einen Wagen oder Sprinter, der groß genug wäre, so kommst Du nicht herum einen solchen zu mieten. Doch da Du hier nach Größe bezahlst, solltest Du genau abwägen, welches Modell wirklich notwendig ist. So können viele kleinere Kartons oder Möbelstücke gewiss auch gut mit Deinem eigenen Auto oder dem großen Kombi der Verwandten transportiert werden. Gerade dann, wenn Dein altes und neues Zuhause nicht allzu weit entfernt sind, kannst Du hierfür auch mehrmals zwischen den Wohnungen pendeln. Überschlage doch einfach einmal, was hierfür an Benzinkosten anfällt und vergleiche sie dann mit den Preisen für einen größeren Lastwagen. So erkennst Du schnell, welche die günstigere Variante ist. Am Ende brauchst Du nämlich vielleicht doch nicht den 7,5 Tonner, sondern nur einen Sprinter und zwei Privatwagen. Bedenke zudem, dass bei einem Umzug am Sonntag das Lastwagenverbot greift. Erstelle am besten eine Liste von den Möbeln, die Du nicht selbst transportieren kannst, wie die Küche, Schränke oder ein Sofa, und entscheide Dich erst dann für das adäquate Mietobjekt.

Beim Umzugsunternehmen sparen

Mit dieser Übersicht kannst Du Dich nun auf die Suche nach einem günstigen Umzugsunternehmen begeben. Du hast jetzt schließlich genaue Vorstellungen davon, was Du für Deinen Umzug benötigst und was nicht. Lasse Dir daher auch keine weiteren Leistungen „aufschwätzen“. Ansonsten fällst Du schnell auf sogenannte „Lockvogelangebote“ rein, die später zu immensen Mehrkosten führen.

Angebote einholen und Preise vergleichen

Frage also gezielt bei mehreren lokalen Unternehmen ein Angebot für Deine Bedürfnisse an, z.B. einen 3,5 Tonner sowie zwei Umzugshelfer So behältst Du den Überblick über die aufkommenden Kosten und kannst sie optimal vergleichen. Hilfe bieten zudem Vergleichsportale im Internet, wo Du bereits im Voraus nach besonders günstigen Umzugsunternehmen suchen kannst. So ein ausführlicher Preisvergleich kann Dir später Summen im dreistelligen Bereich sparen. Doch Vorsicht: Bei vielen Angeboten handelt es sich um unverbindliche Kostenvoranschläge. Zahlreiche Unternehmen möchten die Wohnung zuerst besichtigen, bevor sie ein verbindliches Angebot angeben. Und auch dann gilt es einen Festpreis zu verhandeln. Ansonsten hast Du später durch längere Arbeitszeiten oder das Stehen im Stau unvorhergesehen hohe Kosten für den zeitlichen Mehraufwand.

Den richtigen Termin wählen

Ein Kostenfaktor, den viele Umziehende nicht bedenken, ist die Wahl des richtigen Termins. Doch tatsächlich kannst Du hier echte Schnäppchen machen. Kein Wunder, denn beinahe jeder Miet- und Kaufvertrag in Deutschland beginnt mit dem Anfang oder dem 15. eines Monats. Das bedeutet zugleich, dass beinahe jeder Umzug wenige Tage vor bis wenige Tage nach diesem Datum stattfinden. Die Umzugsunternehmen sind ausgebucht, die Preise werden angehoben. Es greift der natürliche Mechanismus unserer Marktwirtschaft. Bist Du Dir dessen bewusst und hast ausreichend Planungsfreiheit, so kannst Du echte Sparangebote finden, wenn Du Deinen Umzug stattdessen auf den Zeitraum vom 6. bis 13. oder dem 18. bis 24. eines Monats legst – am besten auf einen Werktag.

Mit einer Speditionsfirma Steuern sparen

Umzüge, welche Du durch eine Speditionsfirma in Auftrag gibst, kannst Du zudem am Ende des Jahres steuerlich geltend machen. Das gilt für berufliche ebenso wie für private Umzüge. Das Finanzamt erkennt beispielsweise Kosten für Spediteure, Maler und Handwerker an. Hinzu kommen bis zu 6.000 Euro Lohnkosten pro Jahr. Wichtig ist dabei, dass Du stets eine detaillierte Rechnung verlangst, auch wenn es sich um einen Pauschalbetrag handelt. Nur so kann das Finanzamt hinterher bestimmten, welche Kosten steuerfrei sind und welche nicht. Die einzelnen Positionen kannst Du notfalls auch hinterher noch per Hand nachtragen lassen. Umzüge aus beruflichen Gründen gehören außerdem zu den Werbungskosten. Wechselt Du Deinen Wohnort also aufgrund eines Jobwechsels oder einer beruflichen Veränderung, so kannst Du quasi alle Kosten für die Wohnungssuche sowie den Umzug von der Steuer absetzen, sofern folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Der Weg zu Deiner Arbeitsstelle verkürzt sich um mindestens eine Stunde oder
  • eine doppelte Haushaltsführung, zum Beispiel durch die Trennung von Arbeits- und Familienwohnsitz, fällt durch den Umzug weg oder
  • Du beziehst oder räumst eine vom Arbeitgeber gewährte Dienstwohnung.

Neben diesen allgemeinen Kosten gibt es zudem die sogenannte „Umzugskostenpauschale“. Hierunter fallen die Trinkgelder für Möbeltransporteure, Verpflegung für Umzugshelfer, Ab- und Aufbaumaßnahmen von Küchengeräten, Lampen etc., Annoncen für die Wohnungssuche sowie das Ummelden Deines Pkw und des Telefonanschlusses. All das kannst Du bei einem privaten sowie beruflichen Umzug als Pauschalbetrag von 730 Euro als Ledige/r von der Steuer absetzen. Mehr Informationen hierzu findest Du in meinem Artikel „Umzug und Steuern: Was ist die „Umzugskostenpauschale“?“

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Sparen!

Hilfe: Wie belade ich einen Umzugstransporter oder LKW?

Einen Umzugstransporter, LKW oder auch einfach ein großes Auto für den Umzug anzumieten, ist meist deutlich günstiger als die professionelle Umzugsfirma. Klar, wer sich den Luxus leisten kann, profitiert davon, dass er weder selbst die Möbel tragen, noch den Umzugswagen beladen oder gar fahren muss. Doch Dir fehlt es an dem nötigen Kleingeld und Du übernimmst den Transport lieber selbst? Gar kein Problem: Ich zeige Dir, wie Du den Umzugstransporter, LKW oder Sprinter richtig belädst und Du kannst Dein Geld lieber für den nächsten Urlaub sparen.

Wieso muss ein Umzugswagen mit System beladen werden?

Könntest Du nicht einfach Alles so stapeln, wie es eben reinpasst? Nein, denn die Gegenstände müssen ausreichend gesichert werden. Ansonsten kommt es nicht nur zu Beschädigungen bei den transportierten Materialien, sondern gegebenenfalls auch zu schweren Verletzungen der Insassen bei einem Unfall. Das richtige Beladen schließt deshalb die korrekte Sicherung der Möbel, Kartons, Pflanzen usw. ein. Doch noch ein Grund spricht für das Beladen nach System: Alle Möbel, Kartons, Pflanzen und Haushaltsgeräte sollen in dem Wagen Platz haben. Sonst müsstest Du mehrmals fahren und spätestens, wenn eine weite Strecke zwischen der alten und der neuen Wohnung liegt, möchtest Du das gewiss vermeiden. Das richtige Beladen ist ohne Erfahrung aber häufig ein schwieriges Unterfangen. Wie es dennoch geht, zeige ich Dir in den folgenden zwölf einfachen Schritten:

  1. Nimm alle Griffe und Schlüssel von den Möbeln ab sowie alle losen Kleinteile, die während des Transportes für unschöne Kratzer oder gar Beschädigungen sorgen könnten. Verpacke diese am besten mitsamt den zugehörigen Schrauben in einer kleinen Tüte und schreibe darauf, zu welchen Möbelstück sie gehören.
  2. Verklebe mit Klebeband alle Schranktüren oder Schubladen, die sich während des Transportes öffnen könnten.
  3. Lege Umzugsdecken bereit (auch normale Wolldecken sind möglich), damit die Möbel vor Transportschäden geschützt werden können. Wenn Du keine besitzt, so kannst Du Umzugsdecken in jedem Baumarkt für rund 1,50 Euro pro Stück kaufen. Hast Du den Wagen gemietet, so bietet die Autovermietung häufig auch zugehörige Decken gegen eine kleine Leihgebühr an.
  4. Verwende möglichst einheitliche Umzugskartons (hier verrate ich dir, wie du günstig oder gratis an diese Umzugskartons herankommst). Dies ermöglicht anschließend das Stapeln der Kartons im Umzugswagen sowie die optimale Ausnutzung des gesamten Stauraumes. Mehr zum Thema „Umzugskartons richtig packen“ findest Du auf umzugsratgeber.de/umzugskartons-richtig-packen
  5. Du selbst oder einer Deiner Umzugshelfer sollte von nun an stets beim LKW bleiben. Er passt somit nicht nur auf, dass nichts geklaut wird, es spart auch Zeit, wenn er die Gegenstände direkt aus dem Wagen entgegennimmt und stapelt.
  6. Eingeladen werden jetzt zuerst die Umzugskartons. Diese stapelst Du längs an der Trennwand zwischen Fahrer und Laderaum bis hoch an die Decke des Wagens. Begonnen wird dabei stets mit den schweren Kartons unten, nach oben hin werden sie immer leichter. Nach der ersten Reihe weißt Du, wie viele Umzugskartons in eine solche Reihe passen und kannst kurz den weiteren Vorgang planen. Wo Lücken entstanden sind, kannst Du Wäschesäcke, Handtücher oder Füllmaterial zur Fixierung verwenden.
  7. Jetzt werden flache sowie leicht zerbrechliche Gegenstände an den Seiten mit Gurten fixiert. Durch den „Rückhalt“ der Außenwand sind sie so besonders gut gegen mögliches Zerbrechen gesichert und nehmen zudem so wenig Platz wie möglich ein.
  8. Nun geht es an die Möbel. Zum Teil sind sie gewiss auseinandergebaut, weil Du Deinen riesigen Kleiderschrank oder das große Doppelbett niemals durch die Tür bekommen hättest. Diese Einzelteile können daher jetzt aufgeladen werden. Begonnen wird erst einmal mit den Wänden und Türen von großen Schränken. Auch diese werden seitlich mit den entsprechenden Gurten an der Wand befestigt. Achte dabei stets darauf, den LKW gleichmäßig zu beladen. Arbeite deshalb abwechselnd an der rechten und linken Seite.
  9. Jetzt kommen die Möbel in den Transporter. Tische, Stühle, Schränke, Kommoden…eben all das, was sich nicht mehr weiter auseinanderbauen lässt. Lade sie mittig in den Transporter ein und versuche sie so zu verkeilen, dass sie fest stehen und so wenig Raum wie möglich beanspruchen. Entstandene Zwischenräume füllst Du auch hier mit weichen Materialien.
  10. Die Haushaltsgeräte kommen nun in die noch freien Stellen. Das hat allein den Grund, dass die Waschmaschine, der Herd, die Spülmaschine & Co zuerst in die neue Wohnung sollen. Denn sie sind nicht nur sperrig und daher besser in einer noch leeren Wohnung zu rangieren, sie sollten auch zuerst aufgebaut und angeschlossen werden. Da es sich um besonders schwere Geräte handelt, musst Du diese unbedingt ausreichend mit Gurten fixieren.
  11. Zuletzt kommen die Lebewesen in den Transporter. Die Sprache ist nicht von Deiner Katze, sondern von den Pflanzen. Überstülpe die Blumentöpfe mit einem blauen Sack, damit die Erde nicht entweichen kann. Da es für die Pflanzen nichts Schlimmeres gibt als sauerstoffarme Luft in einem dunklen Raum, solltest Du sie erst kurz vor dem Transport einladen und zugleich bei der Auskunft wieder herausnehmen.
  12. Apropos Ausladen: Der Prozess läuft hier natürlich einfach in umgekehrter Reihenfolge ab. Du oder ein Umzugshelfer bleiben dabei stets im Wagen, lösen die Möbelstücke, Kartons und Geräte von ihrer Verankerung und reichen sie dann den Umzugshelfern heraus…

…doch was machst Du eigentlich, wenn Du keine oder nicht ausreichend Umzugshelfer hast? Vielleicht ist gerade Ferienzeit und die Familie sowie Freunde sind verreist? Als kleinen Extratipp gebe ich Dir deshalb mit auf den Weg, im Internet einmal nach studentischen Umzugshelfern zu suchen. Diese freuen sich über einen kleinen Nebenverdienst und Du kommt immer noch deutlich günstiger weg als mit der professionellen Umzugsfirma. Ich wünsche Dir viel Erfolg und gutes Stapeln!

Mein Tipp: Am besten du erstellst vorab bereits einen Einrichtungsplan und teilst diesen an deine Umzugshelfer aus. So weiß jeder gleich beim Entladen des LKWs wo welcher Karton und welches Möbel hinkommen soll. Das schont deine Nerven am Umzugstag und vermeidet einen Stau beim Ausladen, weil jeder erst fragen muss „Wohin soll denn dieser Karton“? Hier verrate ich dir, wie du einen Einrichtungsplan bei deinem Umzug erstellst.

Entrümpelung beim Umzug: Welche Dinge gehören in den Sondermüll und wie entsorge ich Sondermüll richtig?

Ein Umzug ist die perfekte Gelegenheit, um einmal so richtig auszumisten. Seien es alte Möbel, der zerfetzte Katzenkratzbaum, ein alter Fernseher oder einfach Mengen an Kleinkram: Bei einer Entrümpelung fallen zahlreiche unterschiedliche Arten von Müll an, die jeweils fachgerecht entsorgt werden müssen. Während viele kleine Dinge, wie Spielzeug oder Plüschtiere, häufig einfach in die normale Mülltonne wandern, können größere Gegenstände, wie Möbel oder Skier, auf den Sperrmüll gebracht werden. Und dann gibt es da noch den Sondermüll… Doch was gehört überhaupt alles in den Sondermüll? Woran erkenne ich diesen und wie entsorge ich ihn richtig?

Wofür gibt es den Sondermüll?

Sondermüll fällt in einem Haushalt beinahe täglich an, wird häufig aber nicht erkannt oder bewusst falsch über den normalen Hausmüll entsorgt. Das Problem dabei ist: Sondermüll enthält Schadstoffe, welche bei der „normalen“ Entsorgung oder gar Verbrennung freigesetzt werden und somit eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen. Elektronische Geräte, Akkus oder Batterien können gar explodieren und zu schweren Verletzungen führen. Tiere, Pflanzen, der Boden und das Trinkwasser leiden unter den Auswirkungen der Schadstoffe von Sondermüll ebenso wie der Mensch selbst. Hinzu kommen eine erhöhte Luftbelastung durch giftige Stoffe, das Vorantreiben des Treibhauseffektes und damit des Klimawandels sowie des Waldsterbens und der Bodenversauerung. Der richtige Umgang mit diesem gefährlichen Müll ist deshalb das A und O bei der Entrümpelung sowie auch im Alltag. Ich möchte Dir dabei helfen, Sondermüll zu erkennen und fachgerecht zu entsorgen, damit Du und Deine Umwelt bestmöglich geschont werden.

Was gehört in den Sondermüll?

Tatsächlich umfasst der Sondermüll deutlich mehr Abfälle als Du vermuten magst. In erster Linie sind das zum Beispiel

  • Farben und Lacke
  • Medikamente
  • Säuren und Lösungsmittel
  • Batterien und Akkus
  • Reinigungs- und Putzmittel
  • Elektrogeräte
  • CD’s und DVD’s
  • etc.

Sondermüll, nicht in den HausmüllDie Gemeinsamkeit all dieser Materialien liegt dabei in ihren chemischen Inhaltsstoffen. Umgangssprachlich wird der Sondermüll deshalb auch als Giftmüll, Problemabfall oder Haushalts-Chemikalie beschrieben. Hat ein Gegenstand chemische Inhaltsstoffe, so wird dieser über den Sondermüll entsorgt. Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du nach entsprechenden Markierungen oder Siegeln auf der Verpackung Ausschau halten. Als schnell entflammbare oder Gefahrstoffe gekennzeichnete Inhalte zum Beispiel, sind ein Indiz für den Sondermüll. So sind auf den entsprechenden Kennzeichnungen Flammen, ein toter Fisch oder ein toter Baum zu sehen. Hinzu kommen zahlreiche verschiedene Siegel, die das Produkt als ätzend, reizend, entzündlich oder gesundheitsschädigend markieren. Als Faustregel gilt: Suche nach einem schwarzen Symbol auf orangenem Hintergrund. Solltest Du Dir immer noch nicht sicher sein, so findest Du eine gute Übersicht auf www.wie-entsorge-ich-was.de.

Wie wird der Sondermüll entsorgt?

Da diese Arten von Müll keinesfalls in den normalen Hausmüll wandern dürfen, musst Du den Sondermüll auch „gesondert“ entsorgen. Wie das funktioniert, ist je nach Gemeinde unterschiedlich: So gibt es in manchen Regionen ein sogenanntes „Giftmobil“, welches straßenweise den Sondermüll abholt. An anderen Orten gibt es Sammelstellen, wo Du Deinen Sondermüll abliefern kannst. Batterien zum Beispiel, können zudem häufig in Supermärkten, Medikamente wiederum in Apotheken abgegeben werden. Am besten, Du informierst dich über das Internet oder direkt bei der Stadt über die Regelungen in Deiner Region. Hier einige Beispiele:

  • Batterien werden häufig in Containern gesammelt, welche in großen Supermärkten aufgestellt sind. Diese sind meist grün und als Batteriesammelbox gekennzeichnet. Hier kannst Du Batterien und Akkus entsorgen.
  • Altöl sowie weitere, in Öl getränkte, Gegenstände werden häufig an Schadstoffsammelstellen angenommen und fachmännisch entsorgt. Hast Du das Öl nicht ganz aufgebracht, so müssen die Verkaufsstellen das gebrauchte Restöl laut Altölverordnung bis zur verkauften Menge auch wieder zurücknehmen. Bewahre darum stets die Quittung auf.
  • Energiespar- und Leuchtstofflampen enthalten das hoch gesundheitsschädliche Quecksilber und müssen entweder vom Schadstoffmobil oder der Sondermüllannahmestelle abgenommen werden.
  • Elektrogeräte müssen stets über den Sondermüll entsorgt werden. Manche Verkaufsstellen nehmen zudem Altgeräte, wie eine Mikrowelle, zur Entsorgung an.

Tipps und Tricks zur Entsorgung von Sondermüll

Damit die Entsorgung des Sondermülls bei Deiner Entrümpelung schnell und unkompliziert funktionieren kann, solltest Du schadstoffhaltige Substanzen stets in den Originalbehältern aufbewahren. So kann die Annahmestelle schneller einordnen, was sich darin befindet und die Gefahr von gefährlichen Mischungen sinkt. Denn nicht selten kommen Menschen auf die Idee, die „Restflüssigkeiten“ ineinander zu mischen. So wird die neue Flüssigkeit mitunter hundertfach gefährlicher als das Ausgangsprodukt. Die Entsorgung wird dann deutlich schwieriger und zugleich teurer.

Übrigens: Wenn Du noch Farben und Lacke hast, die ungeöffnet oder minimal gebraucht sind, so kannst Du diese je nach Region bei einer sogenannten „Farbbörse“ auf dem Recyclinghof abgeben. Hier findest Du dann auch für Deine neue Wohnung kostenlose Restfarben und kannst Dich mit gutem Gewissen an den Wänden austoben.

Zuletzt gebe ich Dir noch einen Tipp mit auf den Weg: Versuche doch in Zukunft, den Sondermüll einfach von Vornherein zu meiden. So können zum Beisiel Einmalbatterien durch wiederaufladbare Akkus, CD’s durch USB-Sticks oder Reiniger durch Wasser-Essig-Mischungen ersetzt werden. So sparst Du Dir bei der nächsten Entrümpelung zum nächsten Umzug viel Zeit und schonst zugleich Deine eigene Gesundheit sowie die Deiner Umwelt. Und billiger sind die Alternativen auf Dauer meist auch…